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nabelschau (32)

der online-schnäppchenmarkt. als verbraucher muss man sich schon eine ganze menge gefallen lassen. anbieter von dienstleistungen vor allen dinge, aber inzwischen auch der einzelhandel, möchten einen gern in das internet zwingen. es wird immer ärgerlicher, dass angebote nur dann preiswerter sind, wenn man sie online bucht oder kauft oder nutzt. es handelt sich dabei aber um das gleiche angebot, wie man es auch an den verkaufsstellen ersteht und nutzt. in der qualität des gekauften besteht kein unterschied.

aber man ist gezwungen, seine geldgeschäfte in diesem moment online abzuwickeln, möchte man an dem rabatt teilhaben. doch man kann auch heute nicht davon ausgehen, dass die verbindungen im internet wirklich sichere sind. man kann auch nicht davon ausgehen, dass die konto- oder kreditkartendaten wirklich sicher sind auf den rechnern der anbieter. und man stellt sehr viel mehr daten von sich als kunde zur verfügung als im realen verkaufsgespräch.

außerdem ist es keine kürzere oder weniger aufwendige aktion, an einer verkaufsstelle vorbeizugehen, genau zu wissen was man möchte, keine beratung in anspruch zu nehmen und ein produkt zu erwerben als ins internet zu gehen und das produkt dort zu erwerben. man schließt auch nicht den zwischenhändler aus. also hat der rabatt nur einen einzigen sinn, den verbraucher zu erziehen, um personal sparen zu können. ich werde dafür bezahlt, dass ich einen teil der tätigkeiten des anbieters übernehme. das ist keine dienstleistung!

es ist vor allen dingen eine frechheit, die sich meist nur beinahe-monopolisten leisten können. es verhält sich damit ähnlich, wie mit den daueraufträgen, die einen der verfügung über das eigene geld entheben, aber vor allen dingen von wichtigen anbietern bevorzugt werden. da gibt es verlosungen, wenn man sich für den dauerauftrag entscheidet. da zahlt man sowieso schon oft im voraus, bevor überhaupt die leistung erbracht wurde. ja, man wurde per vertrag oder verpflichtung gebunden.

hier geht es nicht mehr, um ein klares geschäft. hier geht es einzig um die steuerung des kunden im eigenen interesse. die größte frechheit leistet sich in diesem zusammenhang die deutsche bahn, die inzwischen für das verkaufsgespräch einen zuschlag verlangt (also lieber kunde, sie wissen noch nicht so genau, welche fahrtmöglichkeiten sie haben und welches angebot sie von uns nutzen wollen, dann zahlen sie erst einmal dafür, damit wir ihnen sagen, was wir im angebot haben). hier bezahlt man für eine selbstverständlichkeit, es stört aber niemanden. ach so, und dann begrenzt man auch noch die geöffneten schalter, damit schon ein bisschen wartezeit entsteht. sagte doch vor zwei tagen die eine verkäuferin zur anderen, nachdem ich ein viertel stunde warten musste: wo sind denn nun die vielen kunden, die warten? hätte ich es nicht eilig gehabt, ich hätte diskutiert!!!

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datenschutz und rasterprogramme

erstaunlich ist es nicht, dass die bahn die mails ihrer mitarbeiterInnen gerastert hat, denn es gibt die programme dafür. es würde auch nicht erstaunen, wenn andere konzerne dies ebenso machen, es schaut nur keiner genau hin. die programme sind auch nicht so neu. und was da ist, wird auch angewendet werden. hier ist die diskussion sicherlich eine stufe früher zu führen. das soll nicht heißen, dass es keine konsequenzen haben muss, wenn arbeitgeber wissentlich gegen gesetze verstoßen.

aber es wäre überhaupt die frage, weshalb jemand programme schreibt, die den menschen immer besser erfassen, rastern und stichworte suchen. sicher, suchfunktionen können am einzelnen computer oder im firmennetzwerk hilfreich sein, doch dann sind sie für jeden nutzbar und sichtbar. aber man muss sie schon wissentlich verstecken, um die mitarbeiterInnen nichts merken zu lassen. wer schreibt so etwas? welche firma bietet diese dienstleistungen an?

der mensch ist noch zu viel mehr bereit. heute wirbt die telekom in der tageszeitung für das neue iphone und ist ganz stolz darauf, das programm „lokalisten“ anbieten zu können. es ist sozusagen ein ortungsprogramm für „freunde“. ich kann also auf meinem handy sehen, wo sich meine freunde gerade mit ihrem handy befinden, wenn diese das programm ebenso nutzen. wer möchte das? eltern, die ihre kinder auf schritt und tritt überwachen, beziehungspartner, die nicht vertrauen, arbeitgeber, die ihre mitarbeiter kontrollieren und viele andere grenzüberschreitende interessentInnen. hier wird der gläserne mensch als freizeitspaß angeboten.

so rastern und überwachen wir uns schritt für schritt gegenseitig und weiterhin stört sich niemand daran. eigentlich benötigt es jetzt nur noch die verknüpfung von kontodaten, mailverkehr, aufenthaltsort, kredit- und bankkartendaten und dem krankenkassenchip, dann haben wir die absolute kontrolle. man kann sicher sein, es arbeitet schon längst jemand daran, vielleicht wird es auch schon angewendet. anscheinend wollen wir alle die elektronische fussfessel 😦 so geht zumindest niemand mehr verloren.