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web 2.0 und arbeit

der diskurs über die leistungen, die im web 2.0 erbracht werden, ist sehr interessant. da verlaufen diverse argumentationsstränge in- und gegeneinander. auf der einen seite soll das urheberrecht geschützt werden. das geht so weit, dass die gema musikvideos über youtube sperren lässt, die die musiker selbst auf ihre homepage gestellt haben (siehe „adele“ und ihre ersten vier videos). dann gibt es aber die verheissungen des großen und schnellen geldes durch zugriffszahlen und werbung – und damit einhergehend der verkauf von sozialen netzwerken oder der börsengang (und die überraschung, dass das nicht so leicht klappt wie man dachte). und dann gibt es da die stetig geleistete denkarbeit, die nicht entlohnt wird, obwohl sie das netz in vielen bereichen erst so attraktiv macht.

hier unterscheidet sich das web 2.0 vom sonstigen medienkonsum – es lebt erst von den beiträgen der user und nicht allein von den beiträgen der programmierer oder den angebotenen speicherkapazitäten. so würde facebook klaglos untergehen, wenn es nicht beständig von allen mitgliedern gefüttert werden würde. gleiches gilt für twitter, pinterest, sogar die suchmaschinen hätten nicht so eine gute trefferquote, wenn die user nicht allen beiträgen und webseiten die entsprechenden stichworte geben würden. dadurch entsteht eigentlich ein symbiotisches zusammenspiel zwischen technischer und inhaltlicher arbeit. wenn da nicht, ja wenn da nicht dem kreislauf einseitig geld abgeschöpft werden sollte.

würde man einmal die aufgewendete arbeitszeit für blogs, twitter, fotoplattformen, info-seiten, open-source-produkte und vieles mehr zusammenrechnen, dann entsteht eine größe unentgeltlich geleisteter arbeit, die nie zu entlohnen wäre. gleichzeitig werden die früchte dieser arbeit als vorteil des internets propagiert. fordern jedoch die unentgeltlich arbeitenden ein, dass manche zugänge nicht einfach versperrt werden, dann entbrennt ein streit um urheberrechte. um es auf eine gerechte ebene zu bekommen: entweder werden alle arbeiten entlohnt (und dann gehört auch so etwas wie wikipedia dazu) oder man etabliert eine form von tauschhandel.

man könnte auch ein prinzip etablieren, das über die nutzung des mediums, also die zugangsgebühren finanziert wird. dies muss nicht unbedingt eine teuerung bedeuten. es könnten auch leistungen im web verrechnet werden mit der Weiterlesen

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details einer wissenschaftlichen arbeit auf schreibboutique.de

eine wissenschaftliche arbeit zu verfassen und zu schreiben, unterliegt mehr oder weniger regeln. es wird oft vermittelt, es gebe eine eindeutige vorgehensweise in den wissenschaften. dies stimmt nur bis zu einem gewissen punkt. um ein wenig orientierung zu geben, habe ich auf meiner homepage http://schreibboutique.de einmal die einzelnen groben abschnitte einer wissenschaftlichen arbeit ausführlicher dargestellt.

doch wer erwartet hier ein allgemeingültiges konzept zu erhalten, dem sei geschrieben, dass es dies in den wissenschaften in der form nicht gibt. die einzelnen posts können nicht mehr sein als ein pfad, an dem man sich beim verfassen einer arbeit entlanghangeln kann. es war mir wichtig, an den entsprechenden stellen darauf zu verweisen, wenn man beim schreiben der arbeit lieber sein (forschungs)umfeld fragen sollte, wie bestimmte aspekte einer arbeit umgesetzt werden.

bei den darstellungen handelt es sich also um den kleinsten gemeinsamen nenner beim schreiben einer wissenschaftlichen arbeit, da die welt der wissenschaften so vielfältig und verschieden ist. doch vielleicht hilft es trotzdem dem einen oder der anderen beim verfassen eines angemessenen textes. garantien kann ich dafür nicht übernehmen – einfach mal reinschauen:

1. die einleitung

2. die these / fragestellung

3. theoretische grundlagen

4. die forschung / die methode

5. datenerhebung

6. datenauswertung und das ergebnis

7. diskussion und abschluss

8. inhaltsverzeichnis, zitate, literaturverzeichnis, fussnoten

nabelschau (69)

an männern darf man rumschnippeln. gesellschaften ändern sich, kulturen entwickeln sich und neue gedanken kommen auf. dazu gehört bei uns zum beispiel, dass wir stücke für stück einen neuen bezug zum körper hergestellt haben. (manchmal äußert sich dies in einer form des gesundheitsfanatismus, manchmal wird aber auch nur durch juristischen schutz). so sieht unser strafrecht nicht mehr vor, bestrafungen durch die entfernung von körperteilen oder körperliche züchtigungen umzusetzen. wer diese entwicklung nachvollziehen möchte, dem sei foucault ans herz gelegt.

kommt jedoch der glaube ins spiel, verlieren wir teilweise unsere eigenen haltungen aus den augen. die bundesregierung besonders schnell. kaum äußert sich kritik an dem kölner urteil, das die beschneidung von jungen männern als körperverletzung einordnet und untersagt, da erklärt die bundesregierung, dass die religionsfreiheit gewahrt bleiben müsse und nimmt künftige rechtliche entscheidungen schon einmal vorweg. mit welchem recht?

wir sind uns einig, dass das einschnüren von frauenfüssen in der asiatischen welt ebenso eine problematische sache ist, wie die magersucht von modemodels. der bundesrat hat vor ein paar jahren die initiative ergriffen und eine gesetzesänderung auf den weg gebracht, die die beschneidung von frauen als körperverletzung einstuft (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/012/1701217.pdf). dabei wurden die männer vergessen. nun wird im fernsehen zum beispiel damit argumentiert, dass in afrika sogar die beschneidung von männern aus gesundheitsgründen empfohlen würde, um der übertragung von krankheiten vorzubeugen. doch davon ist man längst abgerückt, nachdem studien abgebrochen werden mussten, in denen man feststellen musste, dass die neuinfektionsrate eher zugenommen denn abgenommen hat.

also geht es um eine auseinandersetzung, die den gesellschaftlichen wandel abbildet: freie religionsausübung vs. körperliche unversehrtheit. wir kommen nicht drumherum, uns damit zu beschäftigen. transidenten menschen, erwachsenen, die ihren körper und ihre genitalien verändern möchten, verpflichten wir zu vorheriger therapie, zu rechtfertigungen und diversen untersuchungen. interidente wurden (und werden zum teil noch) per diagnostik im säuglingsalter einem geschlecht zugeordnet und es werden körperlich eingriffe vorgenommen. doch diese entscheidungen sind, so lang es keine gesundheitlichen gründe gibt, inzwischen sehr umstritten.

es zeigt, wie unbeholfen wir mit der frage umgehen, wie mit unseren körpern umzugehen ist (und es wird zeit, dass endlich den einzelnen menschen die entscheidung überlassen wird – wie es ja auch bei der kosmetischen chirurgie und bei tätowierungen der fall ist). und dann können eben eltern und gläubige nicht mehr für säuglinge und kinder entscheiden. eine gesellschaft darf auch gegenüber religiösen traditionen eine neue haltung einnehmen. nur eines scheint mir zudem wichtig: wir sollten endlich aufhören eine unterscheidung der geschlechter mit in den diskurs zu schleppen! wollen wir beurteilen, ob eine beschneidung beim mann mehr oder weniger schmerzen verursacht als eine beschneidung bei der frau? und wollen wir festlegen, wie der körper eines menschen zu sein hat, bevor dieser mensch selbst entscheiden kann? da müssen wir uns entscheiden.

nabelschau (68)

seltsame diskurse – oder was verloren ging. es scheint, in den letzten jahrzehnten ist so manches im politischen und wissenschaftlichen diskurs verloren gegangen, das erst mühsam reaktiviert werden muss – was für eine zeitverschwendung. ob es diskussionen über die energiewende, über unser wirtschaftssystem, über rechte gewalt, über die arbeitswelt, über die folgen von multitasking, stress und burn-out oder über die folgen von lärm sind, alles war schon einmal da, alles ist schon erforscht, diskutiert und belegt. und komischerweise fangen wir heute wieder bei null an.

nein, komisch ist es eigentlich nicht. es ist die logische folge aus einer politik und wissenschaftspolitik, die etliche diskurse und forschungen lang an den rand drängen, nicht finanzieren, als gesellschaftsschädigend kompromittieren und runterspielen konnte. wie immer, lag es eigentlich nur am geld. die schwerpunkte für forschung und wissenschaft wurden verlagert und herrschaftskonformer gestaltet. faszinierend auch, dass sich vieles nicht überlebt hat, sondern momentan immer drängender in den vordergrund rückt.

nur, wieso wieder von vorn anfangen? kann man nicht einfach mal nachschlagen, welche konsequenzen vor jahrzehnten aus den diskursen heraus vorgeschlagen wurden. ein beispiel: schon vor drei jahrzehnten wurde die dezentralisierung der energieproduktion diskutiert, wurden alternative konzepte entwickelt, wurden die kosten in reale verhältnisse gesetzt, indem die langzeitkosten der jeweiligen energieproduktion berücksichtigt wurden (und somit auch die endlagerung eingerechnet wurde). der schluss war eindeutig: alternative energien rechnen sich.

und heute? wir fangen bei null an. auf der einen seite wird die energiewende propagiert, aber bei der diskussion darüber wird schon wieder auf großprojekte gesetzt, dieses mal sind es größenwahnsinnige windparks in der nordsee. und um den strom ins land zu bekommen bedarf es natürlich sofort weiterer stromleitungen, die dann auch noch überirdisch verlaufen, obwohl deren energieverlust enorm ist. und um erst gar keine weiteren diskussionen aufkommen zu lassen, werden wir momentan gebetsmühlenartig darauf vorbereitet, dass eine energiewende natürlich viel geld kostet, die sich im strompreis niederschlägt.

hier wird abermals der bürger für dumm verkauft (und sprachlich eingeschworen). wenn wir es so haben wollen, dann sollten wir auch dafür zahlen. um ein wenig verschwörungstheoretisches futter zu geben: Weiterlesen

die berlin web-week startet heute

sonst ist ja „nüscht“ los in der stadt 😉 eine woche lang kann man sich ausschließlich digitalen fragestellungen widmen, wenn einen die kommunikationstechnische zukunft interessiert. heute startet die „re:publica“, eine konferenz der internet-community und -macherInnen. viele veranstaltungen und diskussionen können per livestream verfolgt werden.

und am ende der woche findet die „next berlin“, eine konferenz der digitalen industrie europas statt. viele informationen zu den aktuellen themen finden sich auf der webseite. dazwischen gibt es diverse sonstige veranstaltungen, die alle auf der zentralen homepage der web-week gebündelt sind. also, abtauchen ins digitale nirvana (vorher kurz luft holen) – und falls man keine zeit dazu hat, kurz mal auf den seiten nachschauen, um dann wieder aufzutauchen und die aktuellen digitalen diskurse ins soziale umfeld tragen. denn eines ist sicher: an der digitalen welt scheiden sich immer noch die geister.

zentrale homepage: http://berlinwebweek.de/

homepage re:publica: http://re-publica.de/12/

homepage next berlin: http://nextberlin.eu/

web 2.0 und haltung

das web 2.0 lädt dazu ein, eine haltung einzunehmen: „gefällt mir“-buttons, bewertungssternchen oder ranglisten zu hauf. dies sind abkürzungen einer haltung, denn die eigentliche begründung fehlt bei diesen schnell-bewertungen. umstritten bleibt diese vorgehensweise, da sie zum einen inzwischen professionell genutzt wird und menschen beauftragt positive statements zu produkten abzugeben. amazon schwächt dies dadurch ab, dass rezensionen eingestellt werden können und wiederum leserInnen bewerten können, ob sie die rezensionen hilfreich fanden oder nicht.

und auf der anderen seite hängen von den bewertungen inzwischen das wohl und wehe ganzer industriezweige ab. die schnellbewertungen fördern das konkurrenzdenken und feuern manchmal gerüchteküchen an. darum gibt es auf vielen seiten eine zusätzliche komponente: die kommentarfunktion. es können gründe für bewertungen abgegeben werden. leider werden aber die kommentarfunktionen oft genug für spam oder für spass-bewertungen genutzt. darum werden alle ernsthaften seiten inzwischen moderiert und lassen sich nicht mehr auf die freie zugänglichkeit für kommentare ein.

generell lässt sich aber sagen, befördert das web 2.0 den diskurs. denn wenn menschen sich nicht in gegenseitigen abqualifizierungen erschöpfen, dann können über kommentare oder foren meinungsbildungen stattfinden. die immer noch leichte zugänglichkeit, im gegensatz zu den früher üblichen leserbriefen, erleichtert es leserInnen eine haltung einzunehmen.

befördert wird der prozess zusätzlich dadurch, dass das internet halb-anonymität zulässt. viele sehen das als problem. doch wenn man sich genau umschaut, wird man feststellen, dass im laufe der letzten jahre immer mehr menschen eine gewisse ernsthaftigkeit bei ihren stellungnahmen an den tag legen, da sie keinen sinn darin sehe, mit Weiterlesen

schreibpädagogik und haltung

schreibgruppen bieten die tolle möglichkeit, dass menschen zu bestimmten themen schriftlich eine haltung einnehmen und darüber in den diskurs einsteigen. natürlich sollte man sich als schreibgruppenleitung teilweise vorher die zustimmung der gruppe einholen, ob man nun einmal die zeit für einen intensiven diskurs nutzt. kommt die zustimmung, kann es sehr spannend werden.

das schreiben lässt diskurse schnell sehr intensiv werden, da es ein großer unterschied ist, ob ich etwas sage, oder es gleich niederschreibe. geschrieben und veröffentlicht liegt es schwarz auf weiß vor, kann verbreitet werden und immer wieder aus der schublade gezogen werden. also überlegen sich viele menschen genauer, welche haltung sie einnehmen und wie sie sie formulieren, wenn sie sie aufschreiben. dies fördert manchmal eine intensivere auseinandersetzung.

auf der anderen seite ist eine einmal schriftlich eingenommene haltung schwerer zu revidieren. persönliches umdenken wird mündlich eher verziehen als schriftlich. es genügt meist nicht, geschriebenes mündlich zu revidieren, es muss auch schriftlich noch einmal dagegen angeschrieben werden. der journalismus ist ein gutes beispiel dafür. bis eine gegendarstellung erschienen ist, hat sich manche position schon verfestigt und ist der ruf ruiniert.

auch dies kann in einer schreibgruppe vermittelt werden: schriftlich eine haltung einzunehmen – vor allen dingen, wenn sie veröffentlicht wird, sollte wohl bedacht sein. an diesem punkt wird vor allen dingen das internet oft unterschätzt. es mag schnelllebig sein, aber das digitale gedächtnis ist teils unerbittlich. dies soll aber nicht bedeuten, dass man am besten schriftlich keine haltung mehr einnimmt, da man ja umdenken könnte. denn der positive aspekt einer schriftlichen haltung besteht in der mächtigeren wirkung. nicht ohne grund werden schriftstellerInnen Weiterlesen

das „neue kreative schreiben“ – ein lese- und diskussionstipp

wissenschaften und professionen leben von diskursen. dabei geht es meist um definitionen, neueste wissenschaftliche erkenntnisse oder herangehensweisen. gleichzeitig sind wissenschaften und professionen ein großer markt – schlicht geschrieben, es geht auch ums geld. das hat häufig den effekt, dass versucht wird, einen alleinigkeitsanspruch auf die definitionshoheit oder auf professionen zu erheben.

das beste beispiel dafür ist die finanzierung der psychotherapien in deutschland. es werden nur bestimmte therapierichtungen von krankenkassen bezahlt, andere nicht. der laie geht davon aus, dass es gute gründe für diese vorgehensweise geben muss, dabei war es nur gute lobbyarbeit. es gibt bis heute keine fachliche begründung, welche therapieform wirklich „effektiver“ ist. warum die systemisch therapie nicht finanziert wird, die psychoanalyse aber schon, hat nichts mit ihren jeweiligen positiven wirkungen zu tun.

leider gibt es auch beim kreativen schreiben ähnliche abgrenzungsversuche: stephan porombka versucht eine definition des „neuen“ kreativen schreibens und grenzt sich von einem „alten“ kreativen schreiben ab. den versuch einer neuen (seiner ansicht nach aktuelleren) definition des kreativen schreibens kann man hier nachlesen: http://www.gfl-journal.de/2-2009/porombka.pdf . auf einen einfachen blickwinkel runtergebrochen, handelt es sich bei dem text um die auseinandersetzung „schreibbewegung“ vs. „postmodernes schreiben“.

was in anderen wissenschaften und professionen schon vor jahren stattgefunden hat, hat vor einiger zeit auch das kreative schreiben erreicht. es ist der krampfhafte versuch, sowohl in den sozial- und naturwissenschaften, als auch den darauf aufbauenden professionen, das emotionale subjekt (den menschen mit all seinen ausdrücken, wahrnehmungen und erfahrungen) in den hintergrund zu drängen. dies findet sich in den diskursen über den „freien willen“, in den genetischen und neuropsychologischen forschungen und nun auch in dem „neuen kreativen schreiben“ wieder.

ich werde das hier noch ausführlicher analysieren, doch so viel sei schon einmal geschrieben: ein trost bleibt, dass es schon längst wieder gesellschaftliche gegenbewegungen gibt und das subjekt einfach nicht aus den ereignissen dieser welt verschwindet. entsolidarisierung und (selbst)ausdrucksarmut sind zwei seiten einer medaille. einhergehend mit einer ungezügelten digitalisierung gibt es nur ein ziel: die marktwirtschaftliche verwertbarkeit, die als professionalisierung verkauft werden soll.

es lohnt sich, den text zu lesen, um zu diskutieren, ob das „neue kreative schreiben“ wirklich „neu“ ist und welche gesellschaftliche funktion das daraus resultierende literarische schreiben hat.

der text von stephan porombka ist im gfl-journal (german as a foreign language), no 2-3/2009 erschienen. ISSN 1470-9570.

web 2.0 und diskurs

diskussionen nehmen im internet oft einen seltsamen verlauf. besonders auffällig finde ich dies in fachforen und ganz speziell in foren rund um computerfragen. es ist wahnsinn, wie schnell jemandem von anderen erklärt wird, dass er seinen computer einfach überhaupt nicht kapiert. besonders faszinierend finde ich es, dass diese foren explizit dazu angelegt sind, sich gegenseitig zu unterstützen und schwierigkeiten zu klären. doch selten werden sie geklärt, oft halb beantwortet und meist driftet der diskurs dann ab.

anscheinend werden auch viele fachforen nicht wirklich von administratorInnen gepflegt, denn auf der suche nach antworten, findet man zwar schnell eine identische frage zur eigenen, aber man findet eben kein brauchbares ergebnis, dafür diskurse über diskurse ohne viel inhalt. dies wiederum kostet viel zeit. da die foren bei den suchmaschinen jedoch recht weit oben als am anfang angesiedelt sind, kann davon ausgehen, dass noch mehr menschen außer mir dies seiten aufrufen.

was für diskurse in foren im web 2.0 definitiv noch fehlt, das ist der „enttäuschungs-button“. an solch einem button könnten sich die suchmaschinen orientieren und somit unbrauchbare foren im nirvana des netzes verschwinden lassen.

doch auch ohne das absprechen der fachlichkeit, gestalten sich diskurse im netzt immer etwas unklar. man hat das gefühl, dass vieles schnell ins persönliche kippen kann und oft auch kippt. dies hat wahrscheinlich mit der erheblichen distanz zwischen den diskutierenden und vor allen dingen mit dem schreiben zu tun. man kann den tonfall des geschriebenen Weiterlesen

biografisches schreiben und diskurs

kennen sie diese situation? sie treffen sich mit freundInnen, kollegInnen oder anderen menschen und entspinnt sich eine diskussion. eine diskussion, die sich stetig weiterentwickelt, irgendwann grundsätzliches im visier hat und im laufe der zeit beim „leben“ an sich und der dazugehörigen eigenen philosophie landet. manchmal kann dabei eine ganze nacht an einem vorüberziehen und das morgengrauen zwingt zu beenden des diskurses.

man geht auseinander und das gesagte, gedachte und vor allen dingen dabei gefühlte hallt noch nach. diese momente können einen bewegen und ganze lebenskonzepte in frage stellen, bestärken oder einen über den haufen werfen lassen. diese momente des austausches erlebt man nicht oft, aber sie sind möglich. man möchte sie nicht missen, da sie den kopf einmal so richtig durchspülen.

beim aufschreiben der eigenen lebensgeschichte kann man versuchen, sich an ebendiese momente zu erinnern. oft haben sie einen mehr verändert als die ansprüche von außen, als die gesellschaftlichen gegebenheiten. was war es, was hinterher in einem nachhallte? spielte es eine rolle, mit wem man den diskurs führte oder waren es die argumente der anderen, die einen überzeugten? wie hat sich das eigene leben danach verändert? was ist geschehen? oder fühlte man sich einfach nur wohl, da man sich in seiner eigenen position bestätigt sah, festigte sich die eigene lebensphilosophie durch solch ein gespräch?

zuerst kann man überlegen, wann man solche gespräche erlebte. vielleicht erinnert man sich noch daran, was der auslöser der diskussion war. vielleicht gab es erkenntnisse daraus, die man anderen menschen mitteilen möchte, wenn man seine eigene biografie veröffentlicht. vielleicht will man aber auch nur festhalten, Weiterlesen

schreibpädagogik und diskurs

schreibgruppen leiten bedeutet auch, sich auf die diskussionen, die in der gruppe entstehen, einzulassen. in jeder gruppe gibt es früher oder später diskussionen über die vorgehensweise, über den inhalt oder über die beziehungen untereinander. dies lässt gruppen zusammenwachsen und sich weiterentwickeln.

oft werden aber diskurse als bedrohung empfunden, sowohl von der leitung als auch von manchen teilnehmerInnen. es ist hilfreich, wenn man von anfang an signalisiert, dass man bereit, diskurse zu führen. eigentlich kann diesen diskussionen manchmal nur eines im wege stehen, die zeitknappheit. doch man sollte in solchen momenten signalisieren, dass man die gespräche an einem geeigneteren zeitpunkt weiterführt. manchmal können diskurse auch ins internet verlagert und zum beispiel zwischen zwei gruppentreffen per mail weitergeführt werden.

gleichzeitig sollte man als schreibgruppenleitung die quadratur des kreises vollführen. möglichst vielen bedürfnissen der teilnehmerInnen gerecht werden, das eigene konzept nicht vollständig aus den augen verlieren, persönliche betroffenheiten oder zwistigkeiten in eine fruchtbare diskussion überführen, damit sie nach einer gewissen zeit abgeschlossen werden können, und unberechtigte kritiken erkennen und zurückweisen.

um dies zu schaffen, entwickelt man einer gruppe gegenüber eine form der empathie, wie man sie sonst zum beispiel in beratungsgesprächen, einer einzigen ratsuchenden person gegenüber entwickelt. eigentlich kann man viele der massgaben für beratungen auch auf gruppendiskurse übertragen: die menschen ausreden lassen, sie in ihren anliegen ernst Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und diskurs

forschung und wissenschaft leben vom diskurs. von der auseinandersetzung um ergebnisse und erkenntnisse. was meldet die zeitung von heute? auch nach 20 jahren streiten die wissenschaftler immer noch darüber, ob es so etwas wie „multiple persönlichkeiten“ geben kann. vielleicht gibt es erst nach weiteren zwanzig jahren eine klare antwort. viele erkenntnisse in der forschung, vor allen dingen auch in der grundlagenforschung, haben nur eine beschränkte halbwertszeit.

und doch bedarf es erst einmal einer these, einer behauptung, die aufgestellt und be- oder widerlegt wird. dieses ergebnis wird dann in kontakt mit anderen erkenntnissen gebracht. und nun kann der diskurs beginnen. im hintergrund agieren die wissenschaftlerInnen als vertreterInnen dieser positionen, als in diese richtung forschende. also vertreten sie auch ihre these, die sie näher untersuchen.

das skurrile beim wissenschaftlichen schreiben ist aber, dass viele betreuende wissenschaftlerInnen von abschluss- und forschungsarbeiten der meinung sind, persönliche meinungen hätten in wissenschaftlichen schriften nichts verloren. wie soll da bitteschön ein diskurs entstehen? eine wissenschaftlicher text solle möglichst neutral formuliert sein. was für eine seltsame auffassung von wissenschaft.

wissenschaft war nie neutral, sie verfolgte immer ziele und vorstellungen. inzwischen gibt es in den verschiedensten fachgebieten untersuchungen, die zeigen, dass versuchsanordnungen und ergebnisse stark von den auffassungen der forschenden beeinflusst sind. doch diese sollen nicht offengelegt werden. höchstens im schlusskapitel des wissenschaftlichen textes darf noch ein wenig persönlich stellung bezogen werden. das mutet seltsam an und verhindert einen fruchtbaren diskurs.

da in vielen bereichen nicht mehr klar position bezogen wird, ist vielen wissenschaftlich schreibenden auch unbekannt, wie persönliche positionen in wissenschaftlichen texten zu verankern sind. sie werden als solche nicht gekennzeichnet, sondern fließen textlich im hintergrund ein. wenn zum beispiel formulierungen wie „man …“ auftauchen, dann klingt dies, wie wenn Weiterlesen

liste (81) – diskurs

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um den „diskurs“.

über diese themen diskutiere ich am liebsten:

über diese themen diskutiere ich generell nicht:

die spannendsten diskussionen meines lebens:

mit diesen menschen diskutiere ich am liebsten:

diese öffentlichen diskurse nerven mich am meisten:

selbstbefragung (143) – diskurs

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um den „diskurs“.

  • über was diskutieren sie am liebsten? warum?
  • mit welchen menschen diskutieren sie am liebsten?
  • bei welchem diskurs in ihrem leben kam am schluss das spannendste ergebnis heraus?
  • welcher diskurs hat sie persönlich am meisten weiter gebracht? warum?
  • welcher diskurs ging oder geht ihnen extrem auf die nerven?
  • welchen diskurs möchten sie überhaupt nicht führen?
  • welches waren die unangenehmsten diskussionspartnerInnen, die sie jemals erlebt haben? beschreiben sie.
  • wie beenden sie einen diskurs?
  • mit wem diskutieren sie am liebsten? begründen sie.
  • welcher diskurs taucht in ihrem leben immer wieder auf? warum?

hier können sie weitere 1000 fragen als pdf-datei runterladen.

internationales literaturfestival berlin 2011

es wurde prophezeit, dass das internet die bücher und das lesen im laufe der zeit zum verschwinden bringen würden. tja, heutzutage scheint es, dass dies einer der großen irrtümer war. es wird gelesen, viel gelesen, auch junge menschen lesen. aber die form des lesens hat sich verändert. da wird digital gelesen oder gehört (man lässt sich also vorlesen).

was kann es da interessanteres geben, als ein literaturfestival, an dem vorgelesen wird und über das gehörte diskutiert wird, an dem die hintergründe, die wirkungen und die zukünftigen fragen an die literatur diskutiert werden? vom 07.09.11 bis 17.09.11 findet das internationale literaturfestival berlin 2011 statt (siehe http://www.literaturfestival.com/ ). schwerpunkt dieses jahr ist die literatur aus asien und dem pazifikraum. also gibt es viele veranstaltungen zur rolle der literatur in china, zur frage der zensur, aber auch einfach nur beispiele aktueller veröffentlichungen aus der ganzen region.

es ist erstaunlich, wie sehr sich dieses festival zu einer festen größe in der literaturszene gemausert hat. noch nicht wirklich alt, ist das programm enorm und wird auch nachgefragt. da sage noch einmal einer, es werde nicht mehr gelesen, vorgelesen und zugehört.

das gesamte programm kann übrigens als pdf-datei abgerufen werden.

linke buchtage am nächsten wochenende in berlin

mich hat eine mail erreicht, die ich gern weiterleite. ich wünsche allen interessierten geruhsames lesen, interessante diskussionen und genussvolles lauschen.

Von Freitag, 25. Juni, bis Sonntag, 27. Juni 2010 finden die 8. Linken Buchtage Berlin im Mehringhof statt. An diesem Wochenende bieten AutorInnen und PublizistInnen etwa 40 Lesungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen, politischer Theorie und Kultur an. Ausstellungen sind ebenfalls Bestandteil des reichhaltigen und bewußt vielfältigen Programms, das auch Debatten und Kontroversen zuläßt.

Begleitend zu den Veranstaltungen werden auch dieses Jahr wieder zahlreiche linke und unabhängige Verlage mit Ihrem aktuellen Programm vor Ort sein. Hier bietet sich reichlich Gelegenheit, die Publikationen einer breiten Palette kleiner und unabhängiger Verlage kennen zu lernen und sich vor allem über deren Neuerscheinungen zu informieren.

Der Eintritt an den Linken Buchtagen Berlin ist frei. Das genaue Programm findet man unter http://linkebuchtage.de/cms/_images/buchtage2010_programm.pdf .

damit die digitale revolution auch wirklich eine revolution wird

revolutionen haben das ziel, dass sich gesellschaftliche bedingungen so weit verändern, damit für viele mitglieder der gesellschaft eine verbesserung eintritt. nachdem in den vorherigen beiträgen die problematiken des web beleuchtet wurden, möchte ich hier einmal darauf eingehen, was es bräuchte und was es schon gibt, um eine positive veränderung hervorzurufen.

man kann es negativ sehen und von einer informationsflut schreiben. doch eigentlich handelt es sich dabei um eine sehr positive entwicklung. noch nie war es für den einzelnen menschen bei uns so leicht an verschiedene informationen zu allen aspekten des wissens zu gelangen, wie heute. und selbst wenn die überprüfbarkeit mancher informationen schwer ist, so habe ich doch viele vergleichsmöglichkeiten. wenn man die situationen mit bibliotheken vergleicht, so war die auswahl in den bibliotheken um einiges schwerer, ich konnte nur einen ausschnitt der vorhandenen literatur erhaschen und hatte selten vergleichsmöglichkeiten oder andere positionen dazu.

gut, ich habe oft immer noch nicht die möglichkeit, ganze bücher im internet zu lesen. dies wird auf absehbare zeit auch weiterhin aufgabe der bibliotheken sein. aber ich kann zum beispiel die bücher direkt über das internet ausleihen. ich muss meine wohnung seltener verlassen, um überhaupt an informationen zu kommen. Weiterlesen

am rande (04)

die süddeutsche zeitung berichtete vor anderthalb wochen über die datensammlungen, die die betreiber von facebook anstrengen (siehe „nachrichten aus dem netz“ vom 18.01. unter: http://www.sueddeutsche.de/kultur/157/500423/text/ ). gut man muss vorsichtig sein, vor allen dingen im internet, mit aussagen von insidern oder ehemaligen insidern, die anonym bleiben wollen, wenn sie sich zu den geschäftpraktiken von anbietern äußern.

aber abwegig erscheint das interview, das auf der homepage von „the rumpus“ veröffentlicht wurde, nicht. es berichtet, wie im artikel der sz zu lesen ist, dass facebook keine daten seiner user löscht. das interview kann hier nachgelesen werden: http://therumpus.net/2010/01/conversations-about-the-internet-5-anonymous-facebook-employee/#more-40822 .

selbst wenn die nachricht nicht stimmen sollte und social-software-anbieter in regelmäßigen abständen die daten ihrer user löschen sollten, selbst wenn internetprovider die verbindungsdaten ihrer kunden niemandem preisgeben und sie auch regelmäßig beseitigen, macht einem das interview doch bewusst, dass man keine kontrolle darüber hat. woher soll ich wissen, ob sich die stellen, die daten sammeln auch an ihre eigenen geschäftsbedingungen halten? woher soll ich wissen, ob die vorratsdatenspeicherung nach einem halben jahr restlos vernichtet wird und nicht doch herausgefilterte daten einfach woanders und abgekoppelt verschoben werden?

ich weiß es nicht! es wäre an der zeit, die rechte der user zu stärken und einblick in die eigenen daten zu gewähren. aber, und hier sind andere einrichtungen nicht unbedingt positive vorreiter, misstrauen ist angebracht, ob dies jemals geschehen wird. die auskunftspolitik der „schufa“ und die von ihr weitergegebenen vermerke unterscheiden sich: je nachdem ob ein kreditinstitut anfragt oder die person nach ihren eigenen daten fragt. und abgesehen davon erstellen inzwischen private firmen datensätze, die sie weiterverkaufen. diese firmen unterliegen anscheinend gar keiner kontrolle. also, warum sollten facebook und allen anderen anbieter sich da anders verhalten?

am rande (03)

der computer und das internet sind nicht ein medium, sie sind digitale technologien, die für viele medien die grundlage legen und die voraussetzungen bieten. so können mit ihnen filme, fernsehen, radio, zeitungen, jukeboxen, bibliotheken, fotoalben und vieles mehr produziert werden. dadurch erhält der einzelne (und vereinzelte) den vorteil, sich viele informationen beschaffen zu können.

doch wie bei den anderen medien auch, sind die wichtigen informationswege in den händen weniger, ist der einfluss auf die weitere entwicklung der nutzung relativ gering. aber, und das ist sicherlich der vorteil des internets, die nutzung des internets ist nicht so leicht vorhersehbar, der user, nutzer oder verbraucher noch schwerer berechenbar, da er auch randerscheinungen wahrnehmen und sich für sie interessieren kann.

außerdem kann der einzelne immer leichter selbst produzieren, was ihm wichtig erscheint. abgesehen von der schwierigkeit, dass sich die eigenproduktion noch nicht richtig auszahlt und viel nicht entlohnte arbeit ins netz oder web gesteckt wird, sind doch interessante ergebnisse zu finden. so wurde die homepage und nachrichten-zeitungs-informations-plattformCARTA“ mit dem „grimme online award 2009“ ausgezeichnet. sie dient genau der auseinandersetzung mit den chancen und risiken des internet. sie verlinkt nicht nur, sondern stellt eigene gedanken ins netz. und sie regt damit zum diskurs an, der auf alle fälle geführt werden sollte. zu finden ist sie unter: http://carta.info/ .

das internet konnte sich wegen der lebensbedingungen so weit entwickeln

der diskurs über das ausufernde internet, das den menschen aus der hand gleitet, das sie süchtig macht und das kaum mehr zu beherrschen ist, verkennt die entwicklung des netzes. eigentlich geht das web, vor allen dingen auch das web 2.0 den konsequenten gang einer entwicklung, die viele technologien hinter sich haben.

man sehe sich nur die inzwischen zu „windparks“ vereinten windräder an, die eine technologie aufgreifen, die vor jahrhunderten schon die windmühlen nutzten. damals wurde die gewonnene energie zum mahlen des korns genommen, heute zur eindämmung des klimawandels. oder wer hätte vor etlichen jahrzehnten geglaubt, dass das fahrradfahren wieder boomen würde, wo doch der pkw das maß aller dinge war? technologien boomen immer dann, wenn sie gesellschaftlich gebraucht werden, sich in die herrschenden lebensbedingungen perfekt einpassen und einen (wenn auch teilweise fraglichen) effekt haben. der effekt muss sich für den menschen lohnen.

es ist also nicht das internet, das uns in seinen bann schlägt und in vielen zusammenhängen schon als selbstagierendes wesen beschrieben wird, das unser denken verändert. es sind wir, die wir uns verändert haben, eine technologie aufgreifen und ihr aus einem bedürfnis heraus sehr viel raum in unserem leben geben. man kann dies als gut oder schlecht empfinden, man kann die technologie positiv oder negativ nutzen, aber man kann sie schwerlich verteufeln, denn dann hat man aus den augen verloren, dass es eine technologie ist.

so kann ein auto zur fahrt zum treffen des freundeskreises verwendet werden und die eigene soziale einbettung verbessern helfen, einem flexibilität bei der fortbewegung dorthin verschaffen, wie es die bahn zum beispiel (und heutzutage im besonderen) nicht schafft. ein auto kann aber auch zum transport von waffen in kriegsgebiete verwendet werden, Weiterlesen