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michael taussig: feldforschungsnotizbücher – ein lesetipp

kreative menschen produzieren ideen, die sie in werke, taten oder theorien umsetzen. sie können sich in stimmungen versetzen, in denen ideen entstehen, aber vollständig lässt sich dieser prozess nicht steuern. zwischendurch erleben kreative menschen momente, in denen ihnen ideen ganz unerwartet in den sinn kommen.

das problem mit ideen besteht darin, dass sie manchmal so schnell wieder weg sind, wie sie gekommen sind. darum gewöhnen sich kreative menschen meist an, zettel oder notizbücher mit sich herumzutragen, um die ideen zu notieren. doch die notizen unterscheiden sich teilweise von den eigentlichen ideen. notizbücher transportieren laut michael taussig in seinen betrachtungen zu „feldforschungsnotizbüchern“ stimmungen, selbstdarstellungen und vorsortierte gedanken. er versucht in seinen niedergeschriebenen gedanken, das tagebuch von den notizbüchern zu unterscheiden und die bedeutung der notizbücher für kreative oder forschende auszuloten. eine interessante lektüre, da sich ein ganz eigener kosmos der entwicklung von ideen eröffnet.

die gedanken sind in den vorbereitungsheften zur documenta 13 veröffentlicht worden. ein schlanker text (in deutsch und englisch), den es lohnt zu lesen. leider ist der preis für das 24-seitige heft einfach übertrieben (so wie die preise für alle anderen auch sehr interessanten hefte (mit horrenden versandkosten) sich auf dem niveau von dickeren taschenbüchern bewegen. das ist schade.

denn spannend ist das dargebotene allemal und gibt einen einblick in die möglichkeiten der kunst, der wissenschaft, der kreativität. mehr infos finden sich hier: http://www.hatjecantz.de/documenta13/de/notebooks/index.html?book=2850 .

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schnickschnack (99)

nächstes jahr ist es wieder so weit: die 13te documenta findet statt. erstaunlicherweise funktioniert das konzept einer großen ausstellung von zeitgenössischer kunst alle fünf jahre. noch spannender wird sie dadurch, dass jedes jahr jemand anderes als künstlerische leiterin oder künstlerischen leiter für die inhalte und den aufbau der ausstellung zuständig ist. dieses jahr ist es carolyn christov-bakargiev.

so entsteht eine mehrjährige „lücke“ zwischen den ausstellungen, die der vorbereitung der nächsten ausstellung dient. in der nähe von kassel lebende menschen konnten zwischen den großen events oft an den vorbereitungen durch vorträge, umbauten oder zwischenschauen teilhaben, doch andere menschen bekamen höchstens ein wenig in den feuilletons mit. da sei inzwischen das internet davor.

es gibt eine jetzt schon prall gefüllte homepage der nächsten documenta. da werden seit dem märz dieses jahres broschüren mit vorbereitenden texten und anderen arbeiten veröffentlicht. insgesamt bis zur eröffnung wohl 100 verschiedene broschüren. zudem finden sich viele links, texte und sogar eine bibliographie zu den vorbereitungen auf der seite. wenn man darüber schaut, dann kann man feststellen, dass im vorfeld der nächsten documenta ein philosopisch-künstlerisch-sozialwissenschaftlicher diskurs angeregt werden soll. viel dreht sich um die funktion der digitalen welt, aber auch der sprache, des schreibens, der kommunikation. ein spannender mix aus nicht allzu neuem und ganz neuem. die kombination stellt die basis eines kreativen ergebnisses dar. schmökern lohnt sich. und die zeit zwischen den documentas erscheint nicht gar so lang.

zu finden ist die webseite unter: http://d13.documenta.de/de/