Schlagwort-Archive: duft

schreibidee (347)

nach den ganzen „bastel“-schreibideen der letzten zeit, nun mal wieder etwas schlichtes, einfaches, schnell vorzubereitendes. was soll laut der hausapotheke bei erkältungen und grippe helfen? die heisse zitrone mit honig und diversen anderen zutaten. es zieht einem den mund zusammen, sogar bei exorbitantem honiganteil. doch die zitrone ist eine vielfältige frucht, die inzwischen in vielen lebenslagen frühere formen der konservierung ersetzt hat. darum eine schreibanregung zu „zitronen-stories“.

zum einstieg erhalten alle schreibgruppenteilnehmerInnen eine zitrone. nun soll die saure frucht metaphorisch in einem maximal einseitigen text beschrieben werden – ihr aussehen, ihre säure oder ihre ätherischen öle in der schale. die texte werden anschließend ohne feedbackrunde in der schreibgruppe vorgetragen. im anschluss wird am flipchart gesammelt, für was man die zitrone verwenden kann. es ist damit zu rechnen, dass viele beispiele gefunden werden.

aus den beispielen wählen sich die teilnehmerInnen jeweils eines aus und erstellen ein cluster dazu. dann schreiben sie ein kurze geschichte von maximal zwei seiten zu ihrem cluster. auch diese geschichten werden vorgetragen, nachdem geklärt wurde, wer gern eine heisse zitrone und wer zitronensprudel nebenher trinken möchte. es findet keine feedbackrunde statt. vielleicht kann man auch noch ein wenig zitronengrasduft am schreibort verbreiten.

nun soll eine längere geschichte verfasst werden, in der die zitrone eine rolle spielt, vor allen dingen aber ihre säure. so ist die einzige vorgabe der geschichte, dass ein biss in eine zitrone einen wendepunkt in der geschichte darstellt (z.b. unter dem motto „sauer macht lustig“). wie dies in die geschichte verankert wird, bleibt den schreibenden überlassen. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackgruppe statt zum beispiel mit der frage, wie glaubhaft der wendepunkt scheint.

zum abschluss kann noch ein kurzes gedicht zur zitrone in der tierwelt verfasst werden, denn es gibt den zitronen-herzogfisch, den zitronen-segelflossen-doktorfisch, den zitronen-zwergkaiserfisch, den zitronenfalter, den zitronenbrillenvogel, die zitronengildammer, den zitronengirlitz, den zitronensittich, den zitronenpieper …

schreibidee (312)

mehrere sinnesorgane geben uns ein bild der welt, das mehr als drei dimensionen abdeckt. wir sind mehr als visuelle wahrnehmung, auch wenn und das internet glauben machen will, die visuelle dimension sei die wichtigste. am meisten vernachlässigt in unserer bewussten wahrnehmung wird die nase, wenn wir nicht gerade mit stechenden gerüchen konfrontiert sind. da die nase aber unser weltbild im hintergrund in beträchtlichem ausmaß beeinflusst will dieses schreibidee zu „nasen-geschichten“ anregen.

dieses mal soll der blickwinkel der schreibgruppenteilnehmerInnen stark verändert werden. um einen einstieg zu finden, werden allen teilnehmerInnen die augen verbunden und geruchsproben gereicht. diese übung lässt sich am besten zu zweit durchführen. der einen person sind die augen verbunden und sie erhält eine geruchsprobe. dann diktiert sie der anderen person ihre assoziationen und eindrücke in stichworten. danach werden die rollen gewechselt, aber neue geruchsproben gereicht.

aus den notizen ihrer partnerInnen wählen die schreibgruppenteilnehmerInnen den für sie momentan interessantesten geruch aus, inzwischen wissen sie ja auch, was es war, und verfassen eine kurze geschichte dazu. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgelesen, es findet aber keine feedbackrunde statt.

danach wird eine kleine entspannungs- und imaginationsübung gemacht, die vor allen dingen eine botschaft beinhaltet, sich vorzustellen nur eine große nase zu sein. also möglichst die anderen sinneseindrücke in den hintergrund zu drängen und sich auf die botschaften der nase zu konzentrieren. nun gehen die schreibgruppenteilnehmerInnen mit teilweise geschlossenen augen durch den raum oder die nähere umgebung und lassen die gerüche auf sich wirken. zwischendurch werden kurze notizen gemacht. was hat man gerochen? wie fühlte es sich an? an was erinnerte einen dieser geruch vielleicht?

zum abschluss wird nun eine geschichte geschrieben, in der die handlung und dinge vor allen dingen in form von gerüchen beschrieben werden. die nasen-geschichte ist also eine geruchs-story. wie die schreibgruppenteilnehmerInnen dies umsetzen, bleibt ihnen überlassen. es kann spannend sein, was dabei für olfaktorische bilder entstehen. alle versuchen ihre umwelt möglichst ausschließlich mit der nase zu erfassen.
anschließend werden die geschichten vorgelesen und es findet eine feedbackrunde statt. dabei sollte der fokus auf der umsetzung der beschreibung von gerüchen liegen. anschließend kann man ja vielleicht gemeinsam in einen parfum-shop gehen 😉 .

selbstbefragung (102) – pflanzen

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „pflanzen„.

  • wie grün ist ihr daumen? beschreiben sie.
  • besitzen sie pflanzen (zimmer oder garten)? warum?
  • welche pflanzen mögen sie besonders?
  • kann blütenduft sie betören?
  • spielten in ihrem leben pflanzen einmal eine große rolle?
  • bekommen sie gern blumensträusse? warum?
  • was haben sie schon einmal mit blumen gesagt?
  • von welcher bepflanzung träumen sie, wenn sie einen garten zu verfügung hätten/haben?
  • welche pflanzen gefallen ihnen überhaupt nicht?
  • haben sie schon einen eigenen baum gepflanzt? warum?

schreibidee (234)

federleicht und weich umfängt einen manchmal das leben. da gibt es keine eckigen und kantigen reaktionen, keine schwierigkeiten und probleme. die dinge nehmen ihren lauf, wie von allein, man fühlt sich gut gebettet und umhüllt. auf dauer mag dann zwar das gefühl aufkommen, weichspüler geschluckt zu haben und man wünscht sich wieder das knallharte leben mit seinen aufregungen, aber zwischendurch lässt weichheit durchatmen. darum eine schreibidee für „weiche geschichten„.

zum beginn soll ein kleines, kurzes märchen geschrieben werden: „die geschichte vom weichei“. in dieser geschichte ist weichei kein negativer begriff. es geht darum, das märchen konträr zum schimpfwort zu gestalten, denn es ist ja ein märchen. zur einstimmung werden die kurzen märchen vorgetragen. es gibt kein feedback.

im anschluss werden „weichspüler“geschichten verfasst. dazu gibt es einen vorschreib-gang. die schreibgruppenteilnehmerInnen bemühen sich, eine weiche geschichte zu schreiben. diese soll sich klar von kitsch oder den hier vor einer weile vorgeschlagenen „süssen stories“ unterscheiden. es geht darum wenig dramatik, wenig spannung oder konflikte in die geschichte zu packen und trotzdem eine handlung zu produzieren. die teilnehmerInnen verfassen möglichst geschichten oder texte, die trotzdem berühren. diese geschichten werden nicht vorgelesen, sondern auch hier werden die texte weitergegeben.

denn heutzutage kommt weichspüler nicht mehr allein daher, er enthält viele zusätze, meist duftstoffe. am flipchart wird gesammelt, welche zusätze der weichspüler haben kann (hier darf man von den üblichen verkaufsangeboten ab“weichen“ und eigene zusätze erfinden). anschließend wählen die schreibenden einen zusatz für sich aus der liste aus. mit diesem zusatz versehen sie die weiche geschichte. sie können sie umstellen, umschreiben oder etwas hinzusetzen. anschließend lesen sie die weichspülergeschichte mit ihrem zusatz vor. es gibt eine feedback-runde.

zum abschluss wird ein von der schreibgruppenleitung im vorfeld ausgewähltes „hartes“ gedicht neu verfasst. es wird aufgeweicht oder soll herzerweichend werden. dabei soll das gedicht nicht umgestellt oder erweitert werden, es soll vollständig neu geschrieben werden, nur mit einer weicheren grundmelodie. die so entstandenen gedichte werden vorgetragen und in kurzer feedback-runde wird über den weichheits-faktor des jeweiligen gedichts abgestimmt.

schreibidee (68)

es ist zwar noch ein wenig zeit, aber die gute hausfrau und der gute hausmann fangen nun so langsam an, darüber nachzudenken, welche plätzchen bis zum ersten advent dieses jahr gebacken werden soll. es liegt sowieso im trend der zeit den advent, zumindest unter ökonomischen aspekten, zu verlängern. deshalb dient die schreibidee dieses mal dem verfassen von „plätzchentexten„, die auch von menschen geschrieben werden können, die nicht den christlichen jahresendzeitfeierlichkeiten frönen.

ideal ist es in diesem zusammenhang, wenn an dem ort, an dem eine schreibgruppe durchgeführt wird auch die möglichkeit besteht, plätzchen zu backen. denn die vorbereitung der verschiedenen teigsorten sollte dieses mal, allein von den düften und vom geschmack her, dazu dienen, eine einstimmung auf das spätere schreiben und sammeln von assoziationen zu geben. wenn dann die plätzchen auf dem blech sind, dann sind in der zeit, in der sie backen, texte und geschichten zu verfassen, die zur jahreszeit und stimmung passen. draußen ist es früh dunkel, es wird kälter, die heizungen werden angeworfen und kerzenlicht hat saison. es müssen dabei nicht nur schöne, romantische geschichten entstehen, natürlich können auch düstere und novembrige texte verfasst werden.

und wenn die plätzchen fertig sind, dann können in entspannter runde die ergebnisse gegessen und angehört werden. das feedback findet neben dem wegwischen der krümel und dem aufräumen der zutaten statt.