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machen internet und web 2.0 dumm? (teil 2)

vorsicht! untersuchungen haben gezeigt, dass ihr leseverhalten beim lesen dieses posts konsequent abnehmen wird und sich am schluss die frage stellt, ob sie überhaupt noch wissen, was sie gelesen haben. um ihre aufmerksamkeit zu erhöhen habe ich mir erlaubt das schriftformat zu vergrößern. so sinkt die gefahr, dass sie die zeilen aus dem blick verlieren.

denn wieder widmet sich ein redakteur der süddeutschen zeitung in der heutigen ausgabe einem teil der forschungen, die sich dem leseverhalten im internet widmen. und wieder scheint ein teil der ergebnisse erschreckend zu sein. vor ein paar monaten wurde die frage, wie dumm das internet macht, schon einmal in der sz aufgeworfen. siehe folgendes post: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/07/24/machen-internet-und-web-20-dumm/ .

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machen internet und web 2.0 dumm?

die süddeutschen zeitung machte gestern durch alex rühle auf den artikel von nicolas carr aufmerksam, der sich im „the atlantic“ die frage stellte, „is google making us stupid„. der artikel der sz ist hier zu finden: http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/878/187284/ . und der artikel von nicolas carr ist hier zu finden: http://www.theatlantic.com/doc/200807/google .

erinnert diese frage nicht an die diskussionen, die immer stattfinden, wenn ein neues medium aufkommt? als der erste film gezeigt wurde, wurde vor den folgen für die psyche gewarnt, der fernseher wurde oft genug verteufelt und selbst der buchdruck sollte die gefahr in sich bergen, die menschen schlecht zu machen. carr fragt sich nun, inwieweit das internet seine hirnfunktionen verändere. er habe nicht mehr die geduld für längere texte und könne nur noch informationshäppchen konzentriert lesen.

das mag schon sein, dass sich die lesegewohnheiten durch den beständigen gebrauch des internet verändern. faszinierend finde ich, dass das internet dafür verantwortlich gemacht wird, liegt die ursache doch ganz woanders. was carr schreibt würde auf das auto übertragen bedeuten: ich kann gar nicht mehr laufen, da es heute das auto gibt. menschen geben die verantwortung für ihre handlungen an die maschinen ab. das ist die crux der heutigen zeit. würden sie nicht den predigten des ökonomischen erfolges glauben und meinen, sie müssten über jedes detail, das in der welt geschieht informiert sein, sie müssten dazu noch den film auf youtube gesehen haben und sie müssten sich darüber in ihrem blog mit anderen ausgetauscht haben, gäbe es ein anderes internet.

warum strebt niemand das ziel an, obwohl es das sowohl inzwischen wieder bei zeitungen und zeitschriften gibt, zu langen texten zurück zu kehren. ich kann mein surfen und lesen auch auf homepages und blogs konzentrieren, die mir ausführliche informationen und lange texte zur verfügung stellen. aber viele haben im hinterkopf, dass sie noch zwanzig termine an diesem tag haben und drei partys besuchen machen. der mensch arbeitet beständig an seiner effektivität und schafft sich erst in der folge so ein internet, wie es jetzt existiert.

zumindest hat carr eine interessante diskussion angestossen, die sich auch im vorfeld schon durch die wissenschaften zog. ein beispiel sei hier aufgezeigt. und ein blog, der sich dem artikel von carr widmet befindet sich hier. es wäre schön, wenn die menschen bereit wären ihren alltag zu entschleunigen, um nicht das gefühl zu haben, wie ein computer zu denken 😮