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web 2.0 und 25 jahre e-mail

vor ein paar tagen jährte sich das versenden der ersten e-mail in deutschland zum fünfundzwanzigsten mal. immerhin der tagesschau eine meldung wert und ein kleines jubiläum mit großen wirkungen.

wo wäre der „spam“, wenn es die mail nicht gebe. wo wären all die unwichtigen newsletter und inhaltsleeren botschaften, wenn es die mail nicht gäbe. postwurfsendungen gibt es zwar auch noch, doch sie halten sich im rahmen. aber so eine kurze mitteilung, dass man eigentlich sein geld in russland anlegen solle oder viagra unentbehrlich für zukünftige sexuelle abenteuer sei, hatte man nie im briefkasten, mancher aber täglich im mail-postfach.

ja, die verbindungen und kommunikationen sind schneller und einfacher geworden. aber eben auch unklarer. dadurch dass die mail suggeriert, sie sei eine schnelle eins-zu-eins-kommunikation, fördert sie auch die hoffnung einer schnellen antwort. doch die muss nicht kommen. früher machten sich die menschen im netz noch die mühe, auf jede mail zu antworten, so wie man auch jeden persönlichen brief im laufe der zeit beantwortete. doch heute ist erst einmal meist schweigen.

und da fängt man an, sich zu fragen, ob die übertragung überhaupt geklappt hat. denn manche mail ist schon im netz verschütt gegangen, umgeleitet oder von anderen gelesen worden. offiziell gehen wahrscheinlich viel weniger mails verloren als behauptet wird. aber die verleugnung der ankunft vereinfacht die bewältigung der massenkommunikation. zum glück wurde inzwischen twitter erfunden. hier wird keine antwort mehr erwartet. wer die nachrichten liest, liest sie, der andere lässt es einfach sein. man kann reagieren, muss aber nicht. es ist ungerichtetes schreiben. wie schön, dass die verbindlichkeiten aus dem alltag verschwinden. eigentlich können wir es dann doch ganz sein lassen, uns zu schreiben. oder?

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schreibidee (82)

das schreiben eines persönlichen briefes ist inzwischen in den zeiten der mails für viele menschen etwas besonderes geworden. der mail wird weniger bedeutung geschenkt, da sie technisch daher kommt und meist von viel spam begleitet wird. also bieten schreibgruppen die chance, zurück zu den wurzeln zu kehren, und sich noch einmal dem brief zu widmen.

besonders klärend sind „briefe, die nie abgesendet werden“ und deren inhalt sich dem motto „was ich dir schon immer einmal schreiben wollte aber nie abzusenden wagte“ widmet. hier kommt es zu einer verquickung des biografischen und des kreativen schreibens. so soll als erstes ein sehr persönlicher brief verfasst werden, der wahrscheinlich nie abgesandt wird. die teilnehmerInnen sollten sich dazu ganz in ihre eigene geschichte vertiefen, altem groll oder unerwiderter liebe nachspüren. die briefe werden in der schreibgruppe nicht vorgelesen, sie verbleiben bei den verfasserInnen. die schreibgruppenleitung kann aber umschläge und briefmarken parat halten, falls doch jemand seinen brief in einem anfall von mut absenden möchte.

nach diesen kleinen befreiungsschlägen kann sich dem kreativen part der nie abgesendeten briefe zugewandt werden. die teilnehmerInnen wählen sich eine berühmte persönlichkeit aus, aus deren sich sie einen brief schreibt. das kann zum beispiel der abschiedsbrief von marilyn monroe sein oder ein entschuldigungsbrief von georg w. bush an seine nation. es kann sich dabei um liebesgeständnisse oder das beseitigen von streits handeln. diese briefe werden anschließend in kleingruppen vorgetragen. dabei soll sich das feedback darauf konzentrieren, an welchen stellen den persönlichen anliegen durch stilistische mittel noch mehr nachdruck verliehen werden kann und welche statements weggelassen werden können. anschließend werden die briefe noch einmal in großer runde als wiederentdeckte zeitzeugnisse verlesen. und es ist zu hoffen, dass der gewichtige brief, auch wenn er als elektronische mail daherkommt, nie aussterben wird. doch warum sollte er auch?

schreibtechnik (18)

die zeit ist knapp, also braucht die „snail-mail“ für viele inzwischen zu lang, wo es die e-mail doch schneller schafft. es werden also auf teufel komm raus mails versendet. doch was ist dabei zu beachten, wenn ich elektronische post versende?

als erstes wahrscheinlich, dass die anderen die mail auch lesen können. aus eigener erfahrung kann ich schreiben, wenn die anderen nur kryptische schriftzeichen empfangen, dann gerät die kommunikation ins stocken. also ein möglichst kompatibles mailprogramm verwenden.

was den stil und das schreiben in den mails angeht, da gibt es keine eindeutigen regeln. sind die mails doch eine mischung aus brief und chat. es ist also fast alles möglich. ich persönlich finde es immer ganz hübsch, wenn ich in der betreffzeile einen hinweis auf den nun folgenden text finde. denn die mail wird nicht nur schnell geschrieben und versendet, sondern auch meist schnell gelesen. bekommt man doch inzwischen, vor allen dingen bei der arbeit, eine unmenge von mails und newslettern zugesandt, die erst einmal durchgearbeitet werden müssen. auch kleine absätze im text machen freude. so ganz absatzlos geschriebene texte müssen sonst erst noch im kopf sortiert werden. also doch lieber zwischendurch auf die enter-taste drücken.

eine kleine gebrauchsanweisung für das schreiben von mails hat ein it-kenner (boris piwinger) verfasst und die findet sich hier: http://piology.org/mail/  .

ansonsten erlauben mails eigentlich fast alles und sind nicht so strikt reglementiert wie der geschäftsbrief. aber es kommt doch besser, wenn es bei der begrüßung und verabschiedung eine rolle spielt, an wen die mail gesendet wird. ich bevorzuge inzwischen ja die kleinschreibung, aber bei offiziellen mails finde ich auch die groß- und kleinschreibung noch sinnvoll. denn darin sollte es auf keinen fall zu missverständnissen kommen. ab und zu aber einen brief im briefkasten hat weiterhin eine andere bedeutung, wie eine mail im postfach.