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mein computer und ich – eine umgangslehre (07)

takt

die chips fuppen und wuppen immer schneller immer mehr. sie werden zudem in einzelnen rechnern gleich doppelt oder vierfach eingebaut, damit die taktfrequenz ihrer rechenleistung weiter steigt. genug ist nie genug. der hauptgrund für dieses ständige upgrade? vor allen dingen die modernen waffensysteme und computerspiele. die grafischen animationen und strategischen rechnungen benötigen mehr kapazitäten.

doch die konsequenzen sehen anders aus. im hintergrund wird der takt zum maßstab gemacht, mit bedeutung aufgefüllt und in unser arbeitsleben implantiert. dabei wird, wie bei vielen dingen, ein riesige milchmädchen-rechnung angestellt. die kommunikation in beinahe-echtzeit soll uns dazu anhalten, möglichst schnell auf ereignisse und entwicklungen zu reagieren. in manchen dingen sind wir schneller als der chip in anderen werden wir immer langsamer sein.

das war bis jetzt unser überlebensvorteil: wir haben unsere entscheidungen nicht vorschnell getroffen. heute sehen wir kaum mir aus dem wust von informationen auf, sollen aber entscheidungen viel schneller als früher treffen, da ja die kommunikation so wunderbar klappt. der mensch am anderen ende erwartet dies. schriftliches bekommt plötzlich per mail oder chat zwei reaktionsmuster: „blitzschnell“ reagieren zu müssen oder überhaupt nicht mehr zu antworten.

die schnelle reaktion würde uns wirtschaftliche vorteile bringen, heisst es in vielen wirtschaftswissenschaftlichen diskursen. und so plappern wir uns um kopf und kragen. denn die vorschnellen entscheidungen ohne ausführliche analysen schlagen inzwischen zurück. die börse ist das beste beispiel dafür. aber so treiben wir uns inzwischen in einem lebenstakt voreinander her, dass Weiterlesen

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web 2.0 und globalisierung der affekte

 

der affekt ist eine emotion oder ein gefühlsausbruch. da wundert es nicht, dass dieser durch das internet sowohl verbreitet als auch verstärkt werden kann. der französische philosoph paul virilio spricht in diesem zusammenhang von der „globalisierung der affekte in echtzeit“. dabei bezieht er sich nicht nur auf das internet, sondern vor allen dingen auch auf das fernsehen.

mir scheint da etwas dran zu sein. die weltengemeinschaft ist inzwischen so vernetzt, dass katastrophen, kriege oder andere emotionen auslösende ereignisse für jeden von zuhause aus abrufbar werden. selbst wenn im fernsehen gerade noch die faschingssendung gezeigt wird, habe ich die möglichkeit, mir über das internet die aktuellen ereignisse ins wohnzimmer zu holen. wer kabelfernsehen hat, schaltet noch „cnn“ dazu und schon ist man live dabei, wenn wirbelstürme über das land toben, bomben gerade explodiert sind oder ganze regionen abbrennen. unterfüttern kann man das ganze zusätzlich mit augenzeugenberichten, die „getwittert“ werden. so geschehen bei den terroristenanschlägen in bombay (mumbai).

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