Schlagwort-Archive: engagement

der schreibgruppen-tüv

ich weiß nicht, ob andere auch schon diese information von ihrem gewerbeamt oder der ähnlichen behörde vor ort erhalten haben? es gibt einen beschluss des wirtschaftsministeriums, dass ab anfang mai 2012 alle anbieterInnen von schreibgruppen sich der kontrolle der schreibräume unterziehen müssen.

dabei sollen vor allen dingen die sitzmöbel und die schreibgeräte geprüft werden. es sei auch in anderen berufsgruppen so, dass bestimmte maßstäbe für die ausübung der tätigkeiten vorgegeben seien. dies müsse man im sinne der kunden und verbraucher auch bei schreibgruppen ernst nehmen. unbequeme und den rücken belastende sitzmöbel seien ebenso problematisch beim regelmäßigen besuch einer schreibgruppe, wie stifte oder kugelschreiber, die schlecht in der hand lägen.

zusammen mit den größten krankenkassen des landes habe man einen katalog einer angemessenen schreibgruppen-einrichtung erstellt. sollten sich viele mängel bei einer überprüfung ergeben, könne die schreibgruppe geschlossen werden, ganz gleich, ob es sich um ein professionelles oder ein privates angebot handle.

was soll das nun schon wieder? da gibt es büros zu hauf, in denen die sitzmöbel eine katastrophe sind, aber niemand überprüft sie. da werden diverse esoterische, religiöse oder politische gruppentreffen angeboten und niemand kontrolliert, wie die menschen sitzen. kaum bilden sich im kreativen bereich interessante angebote, sind auch schon irgendwelche behörden und ministerien zur stelle.

man kann doch davon ausgehen, dass alle sich bemühen, ein angenehmes ambiente für schreibgruppen zu schaffen, da sie selber daran teilnehmen und mitmachen. wieso sollten sie sich irgendwo hinsetzen und schreiben, wo sie sich selber nicht wohl fühlen und es nicht annähernd bequem ist. hier wäre eigentlich gerade vom fdp-regierten ministerium andere handlungen zu erwarten, wenn man schon mehr freiheit im bürgerlich engagierten sektor haben möchte. es nervt.

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liste (98) – soziales gewissen

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „soziale gewissen“.

in diesen situationen muss ich andere menschen helfen und kann nicht anders:

hierbei finde ich unsere gesellschaft am ungerechtesten:

diese dinge finde ich ethisch überhaupt nicht vertretbar:

in diesen situationen komme ich immer in gewissenskonflikte:

am meisten solidarisch fühle ich mich mit diesen menschen:

wortklauberei (93)

verfassungsschutz

„freiheitlich demokratische grundordnung“ ist das zauberwort. wer dagegen agiere und sich äußere, der oder die sei beobachtungswürdig, lassen die vertreterInnen des verfassungsschutzes verlauten. und wie vorgestern im fernsehen zu vernehmen war, sei die unterstellung man sei auf dem rechten auge blind, eine unverschämtheit. wie das mit phrasen so ist, sollten sie gefüllt werden, bevor ein urteil gefällt wird.

wir haben eine verfassung und daraus folgend eine „freiheitlich demokratische grundordnung“. doch ab welchem moment agiere ich dagegen? ab dem moment, ab dem ich mich für politisches und soziales asyl einsetze? ab dem moment, ab dem ich mich gegen so genannten „turbo-kapitalismus und globalisierung“ wehre? vor wem schützt der verfassungsschutz die verfassung?

in erster linie vor menschen, die sich für eine humanere, sozialere und solidarischere welt einsetzen. leider werden nicht die beobachtet, die in den letzten jahren immer wieder unser grundgesetz angetastet haben. auch nicht die, die vom verfassungsgericht mit brief und siegel das urteil erhalten haben, dass sie gegen unsere verfassung mit ihren gesetzgebungen und verordnungen verstoßen. es geht eben nicht um die „freiheitlich demokratische grundordnung“, es geht um den status quo, der nicht zu großen veränderungen unterworfen sein soll.

der zweite absatz des artikels 14 sagt aus: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. nirgends im grundgesetz und unserer verfassung steht, dass ein agieren gegen die kapitalistische grundordnung gleichzeitig ein agieren gegen die freiheitlich demokratische grundordnung sei. sehr wohl steht aber im grundgesetz, dass niemand aufgrund der herkunft, der religion, der politischen anschauung oder des geschlechts benachteiligt werden darf, ja ein recht auf körperliche unversehrtheit hat.

wenn also diskutiert wird, was ein verfassungsschutz zu schützen hat, dann sollte auch diskutiert werden, was unser grundgesetz eigentlich sagt, denn nur dieses kann grundlage der „freiheitlich demokratischen grundordnung“ sein und nicht die verfasstheit politischer führung. es zeigt sich jedenfalls in der debatte, dass wortungetüme kaum mehr hinterfragt werden, sondern die definitionsmacht bei der schutzbehörde liegt. und es zeigt sich, wie weit unsere gesellschaft von der eigenen verfassung entfernt ist, ganz abgesehen von den menschenrechtskonventionen.

„engagiert euch!“ von stéphane hessel – ein buchtipp

nach dem kleinen aber feinen büchlein „empört euch!“ (hier im schreibschrift-blog besprochen) hat der franzose, oder besser, hat sein verlag nachgelegt. nun gibt es das büchlein „engagiert euch! – stéphane hessel im gespräch mit gilles vanderpooten„.

zwei drittel des buches macht das interview aus. es dreht sich um die menschenrechte, die entwicklungspolitik, ökologie und umweltschutz und natürlich um alternativen, die globalen krisen zu bewältigen. hessel bleibt in diesem interview ein unerschütterlicher optimist, der gleichzeitig klaren und durchdachten widerstand fordert. er sieht in den momentanen krisen eine große chance, dass der mensch es schaffen könnte, die welt menschlicher zu machen. dabei beruft er sich auf seine lebenserfahrungen, die ausführlicher in dem buch „empört euch!“ dargestellt sind und die ich in der damaligen buchbesprechung aufgegriffen habe.

ein drittel des buches besteht aus der wiedergabe der „allgemeinen erklärung der menschenrechte„, die 1948 von der uno verabschiedet wurde. es ist spannend, die hehren ziele der damaligen diplomatInnen zu lesen. sie haben an ihrer gültigkeit nichts verloren. und wenn man sie liest, dann wird man feststellen, dass kein land der welt die menschenrechte vollständig umsetzt. aber vielleicht lohnt es sich, dem ideal einer gerechten welt immer näher zu kommen.

das buch ist 2011 im ulltein buchverlag in berlin erschienen. ISBN 978-3-550-08885-8

biografisches schreiben und politik (2)

viele menschen würden von sich sagen, dass sie politisch nicht aktiv seien, dass sie keinen sinn darin sehen, man könne ja sowieso nichts verändern und dass sie gar keine zeit dafür hätten. sie verkennen in diesem moment, dass sie genau mit dieser haltung, politisch aktiv sind, in einem passiven sinne. sie lassen geschehen. interessant in diesem zusammenhang ist es, wie mensch zu der entscheidung kommt, die teilhabe an der gesellschaft aufzugeben.

der blick in die eigene biografie oder lebensgeschichte, offenbart vielleicht eine begründung für den gedanken, keinen einfluss auf sein eigenes umfeld zu haben. die vorstellung sich gesellschaftlichen prozessen entziehen zu können, die trügt schon an jeder roten ampel. denn die gesellschaften haben absprachen getroffen, welche regeln sie im straßenverkehr einsetzen. also, bleibt die frage, warum man glaubt, gesellschaft laufe an einem vorbei. es sei anstrengender sich zu engagieren und zu äußern, denn zu schweigen.

doch psychologisch betrachtet, ist das aushalten von ohnmacht und sind die steten verdrängungen zum einen zwar schutz, zum anderen aber auch eine enorme anstrengung. es gibt sicherlich auch die kehrseite: nichts lässt einen unberührt und man weiß überhaupt nicht mehr, wo man sich noch alles engagieren soll. auch hier dreht sich wieder vieles um die persönliche ein- und abschätzung, die ihre wurzeln in der eigenen lebensgeschichte haben. das biografische schreiben eröffnet die möglichkeit, dem ein wenig auf die spur zu kommen, wenn man möchte.

welchen entwicklungen und bedingungen im gesellschaftlichen zusammenleben gibt man vorrang und welche spielen für einen nur eine nebensächliche rolle? und warum gibt man manchen ereignissen den vorrang? bei diesen fragen landet man schnell bei den eigenen ethik- und moralvorstellungen und bei der frage, Weiterlesen

selbstbefragung (115) – politik

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „politik„.

  • wie viel raum nimmt politik in ihrem leben ein?
  • engagieren sie sich politisch? warum?
  • wann waren sie das letzte mal auf einer demonstration? warum?
  • was wünschen sie sich von politik? was soll sie erfüllen und was nicht?
  • wie würden sie selber ihre politische richtung beschreiben?
  • wann geht ihnen politik auf die nerven?
  • wie demokratisch finden sie unsere gesellschaft?
  • wenn sie eine partei gründen würden, was wäre das für eine partei?
  • bei welchen politischen themen würden sie gern direkter mitreden können? beschreiben sie.
  • welche politikerin, welcher politiker ist für sie am glaubwürdigsten?

biografisches schreiben und arbeiterInnenbewegung

anlässlich des „tag der arbeit“ morgen, möchte ich den blick einmal auf die verschiedenen berufswege lenken und vor allen dingen auf das engagement in einer gewerkschaftlichen organisation. bei der betrachtung der eigenen lebensgeschichte sind auch momente von bedeutungen, in denen man vom mitspracherecht gebrauch machte.

war man zum beispiel klassensprecher, schulsprecher oder in jugendorganisationen der parteien. menschen mit einer ddr-biografie mussten sich meist in der fdj organisieren, andere waren eher in christlichen jugendorganisationen. anschließend bestand je nach arbeitsplatz und beruf die möglichkeit, sich in einer gewerkschaft oder einem verband zu organisieren. wollte man dies oder hatte man kein interesse daran?

noch viel interessanter scheint mir in diesem zusammenhang, was man im laufe seiner mitarbeit bei der arbeiterInnenbewegung für sich gelernt hat. das kann sehr hilfreich beim weiteren umgang mit autoritäten oder vorgesetzten gewesen sein, es können aber auch enttäuschende erfahrungen sein, wie zum beispiel den arbeitsplatz nicht retten zu können oder sich in langen diskussionen aufgerieben zu haben. welche auswirkungen hatten die erfahrungen auf das weitere engagement und vor allen dingen auf das eigene leben? denn gerade im zusammenhang mit der eigenen gewerkschaftlichen arbeit oder arbeit in anderen mitspracheorganisationen, kann die eigene einstellung zum sozialen miteinander verändern. so formulieren viele ehemalige ddr-bürgerInnen, dass auch die zwangsverbände in gewisser weise ihnen vieles beigebracht haben. im westen organisieren auch heute noch gewerkschaften bildungsangebote und fortbildungen.

der soziale zusammenhalt unter arbeitnehmerInnen hat stark abgenommen, er erscheint nicht mehr sehr attraktiv, nur noch in wirklichen notlagen. das ist eventuell ein fehler, da eine gewisse steigerung des selbstwertgefühls allein durch die erfahrung eines engagements und eventuell eines erfolgs viel verändern kann. das schreiben darüber kann einem noch einmal offenbaren, wie oft man sich in mitbestimmenden positionen wiedergefunden hat. denn einmal angefangen, fällt es vielen schwer, damit wieder aufzuhören. und wie man gerade wieder sieht, gerecht war die arbeitswelt noch nie.

web 2.37 – die fes und web 2.0

jede partei hat ihre eigene stiftung, bei der spd ist es die friedrich-ebert-stiftung (fes), die sich immer wieder mit aktuellen gesellschaftlichen entwicklungen beschäftigt. so kommt die politik schon lang nicht mehr drumherum, sich mit der entwicklung des internet auseinanderzusetzen. die hat die fes aufgegriffen und auf ihren seiten der „akademie für management und politik“ informationen zusammengetragen.

darunter findet sich ein interview mit dem strategieberater rené märtin. es greift die aktuellen entwicklungen auf, im anschluss finden sich etliche links und informationen zu diversen aspekten des web 2.0. wer sich also in die auseinandersetzung mit aktuellen meinungsentwicklung und dem web begeben möchte, dem sei diese seite empfohlen. sicherlich nur ein blickwinkel, den man auf die aktuellen entwicklungen haben kann, aber auch ein anreiz zum diskurs.

zu finden ist die seite unter: http://www.fes-mup.de//index/themen/yes/TOKEN/aMKgKyGAZOvWgszonsrDeSaN9Cg/M/D-60bQ .

biografisches schreiben und gesellschaftliches engagement

 

immer mehr menschen engagieren sich in sozialen und gesellschaftlichen bereichen. die meisten tun dies auf ehrenamtlicher basis und übernehmen in diesem zusammenhang sehr anspruchsvolle tätigkeiten. viele ehrenamtlerInnen ersetzen mit ihren tätigkeiten festangestellte, da die gelder für eine gute versorgung fehlen.

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