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wortklauberei (105)

„planespotter“

nein, es handelt sich hierbei nicht um einen schreibfehler und somit auch nicht um „spötter“ über die peinliche verschiebung der flughafeneröffnung in berlin (obwohl mir hierzu reichlich stoff einfallen würde). es handelt sich um eine hobby erwachsener menschen. die faszination der technik veranlasst sie, maschinen und fahrzeuge in aktion zu beobachten, zu fotografieren und zu genießen.

es gibt die trainspotter (erinnernd an einen film), die gern züge in betrieb fotografieren: einfahrt in den bahnhof, ausfahrt aus dem bahnhof, zug in landschaft, zu in stadt, zug auf erster fahrt, zug auf letzter fahrt, … das wird fotografiert, gefilmt und in vorträgen oder diashows wiederum anderen transportiert. inzwischen hat auch das fernsehen die züge für sich entdeckt und sendet in lücken die schönsten bahnfahrten (oder führerstandsmitfahrten).

so wie man züge beobachten kann, kann man auch flugzeuge beobachten. und um flughäfen herum tummeln sich die so genannten „planespotter“. auch hier wird gestaunt, betrachtet, fotografiert und gefilmt: flugzeug beim landen, flugzeug beim starten und wenn es möglich ist, flugzeug auf dem rollfeld. schwieriger wird es da bei „flugzeug in der landschaft“ (dann ist es meist abgestürzt) oder bei „flugzeug in der stadt“ (nur wenn man neben dem flughafen tempelhof in berlin zum beispiel wohnte). „flugzeug im himmel“ wiederum lässt sich schwer fotografieren und ist aufwendig.

zwei gedanken zu dem hobby und wort: warum nicht planespotter in der nähe von landebahnen ansiedeln? jeden tag sein hobby erleben – ein paradies (und nun doch noch zur eröffnung des flughafens in berlin – das wären dann mal freundInnen des fluglärms).
und eigentlich sind die planespotter nur modernisierte nachfahren der birdwatcher, die bird spotting betreiben (ein vor allen dingen britisches hobby: http://www.rspb.org.uk/advice/watchingbirds/ ). da tschilpt was im busch und hundert kameras sind auf das kleine tier gerichtet. jedoch die birdwatcher betreiben das hobby schon viel länger als die freunde der blechvögel.

beide, birdwatcher und planespotter, haben etwas mit fliegen zu tun. bleibt die frage, welches hobby schöner ist? oder doch train spotting?

wortklauberei (96)

„for you. vor ort“

hallelujah, ein wortspiel, das seinesgleichen sucht. wenn man das liest, dann spürt man die verzweiflung der insolvenzverwaltung darüber, dass der drogeriemarktkette die kunden wegbleiben. menschen mit einer schreibschwäche werden sich durch diesen kurzen spruch bestätigt fühlen, dass man „vor“ auch mit „f“ schreiben kann und sich keiner daran stört. also greife ich diese grandiose aussage auf und erweitere sie um folgende:

  • for sex. vor spiel
  • for me. vor fahrt
  • for books. vor wort
  • for us. vor stellung
  • for jobs. vor stand
  • for peace. vor marsch
  • for children. vor schule
  • for you. vor schrift
  • for flowers. vor garten

weitere vor schläge (for fight 😉 ) werden gern entgegen genommen. for text. vor bringen.

buy, bei, bay, bai, bye!

schnickschnack (105)

nun, wenn ich dann schon einmal bei der deftigen und starken wortwahl bin, dann wäre die frage, wie es denn mit den klaren worten in anderen sprachen ist. vor allen dingen die doppeldeutigkeit von begriffen kann die kommunikation erschweren, witze und anspielungen werden nicht verstanden.

auch hier hilft das internet ab, zumindest in der englischen sprache. es gibt das wunderbare, so genannte „urban dictionary„, das es einem erleichtert einen slang, schlüpfrigkeiten, deftiges und zweideutiges zu verstehen. viele begriffe werden hier reichhaltig umschrieben und beschrieben. sollte man also über einen text stolpern, bei dem einem nicht mehr so klar ist, ob man die worte auch richtig übersetzt, lohnt sich ein blick ins wörterbuch.

zu finden ist das „urban dictionary“ unter http://www.urbandictionary.com/ . viel spaß mit den englischen sprachspielen 😉 .

web 2.70 – longform.org

ja, es gibt sie, die langen texte im netz, die man nicht unbedingt am computer, im browser lesen will. und im englischsprachigen raum gibt es auch die webseite, die sie sammelt, sortiert und verlinkt – longform.org. dabei werden artikel aus angesagten zeitungen und zeitschriften veröffentlicht, jeden tag zwei oder drei. man kann sie sich aufbereiten lassen zu, um sie am iphone (obwohl mir dann nicht einleuchtet, weshalb man sie nicht lieber im browser etwas größer liest) am ipad oder mit kindle zu lesen.

die artikel kommen teilweise zeitversetzt auf die homepage und doch lohnt sich ein blick in die archive. denn es handelt sich nicht um den üblichen nachrichtenartikel, der hier zur verfügung gestellt wird. es sind eher essays, reportagen oder eben lange berichte. das archiv geht zurück bis in die 1960er jahre und bietet auch aus dieser zeit interessantes. man kann sich ebenso einen langen artikel im vollen textformat pro woche zusenden lassen.

wer also interesse an lesestoff aus den angesagten, vor allen dingen, amerikanischen zeitungen und zeitschriften hat, der möge sich einmal auf der seite http://longform.org/ umsehen, die archive durchstöbern (es gibt viele verschiedene suchkriterien) und in ruhe das für ihn interessante lesen. es lebe der lange text 😉

web 2.66 – PoemHunter.Com

nicht dass man sich immer auf die deutschsprachige literatur konzentrieren müsste. vor allen dingen in der lyrik bekommen die schriftstellerischen werke aus dem englischsprachigen raum eine ganz eigene melodie, die mit der übersetzung nicht aufrecht erhalten werden kann. gerade bei wortspielen und verschiedenen bedeutungen einzelner wörter, etwas, das in der lyrik eine große rolle spielt, gerade in diesen momenten kann übersetzung selten ein vollständiges deutschsprachiges pendant finden.

darum lohnt sich das lesen von gedichten in den jeweiligen mutter/vater-sprachen. und im internet gibt es eine umfassende und vielfältige sammlung englischsprachiger poesie. die homepage „poemhunter.com“ bietet suchfunktionen, datenbanken, vorsortierte und nagelneue gedichte zuhauf an.

auch diese seite kann man nicht vollständig erfassen. man kann sie nur zum nachschlagen verwenden oder sich einfach treiben lassen, durch die fülle sich reimender, melodiöser und ausdrucksstarker literatur.

zu finden ist die seite unter: PoemHunter.Com – Thousands of poems and poets.. Poetry Search Engine.

wortklauberei (51)

„black puty“

holldrioh, die waldfee!! manchmal sitzt man vor der glotze und fragt sich, für wie blöd halten die einen eigentlich. da fängt eine schwarze plastepackung mit irgendeinem fleischigen inhalt an, auf dem tisch zu tanzen. im lauf der werbung stellt sich heraus, dass geflügel, in diesem falle pute (und sicherlich auch puterich, also truthahn, also großes geflügel, also thanksgiving-kram) in scheibchen verarbeitet wurde, noch anderweitig behandelt wurde und eben nun in schwarz daher kommt.

um der neuen verpackung und dem neuen produkt eine überschrift zu geben, waren die pr-strategen unglaublich witzig, also german-tv-witz, und nannten das ganze „black puty“. mir kommt bei dem wortspiel als erstes der russische nebenpräsident in den sinn. hat wohl was mit der lautmalerei zu tun. danach finde ich in meinem bildungsbürgerlichen oberstübchen noch das pferd, also eigentlich „black horsy“, das mal in einen roman und in einen film gepackt wurde und damals junge menschen zum mitfühlen anregte. noch weiter hinten im oberstübchen findet sich auch die us-amerikanische bürgerrechtsbewegung, die vor jahrzehnten „black ist beautiful“ skandierte.

doch inzwischen tanzt „black“ „putyful“ auf dem holztisch rum, weil es ja so lecker ist. verstehen kann man nur einen sprachkalauer. nicht verstehen kann man die kaufstrategie und vor allen dingen die sprachverirrungen. denn würde man dem englischen frönen, dann müsste das produkt „black turkey“ heissen. aber in diesem moment kommt das land der elenden migrationsdebatten richtig ins schwitzen, würde dies nicht nur „schwarze pute“, sondern auch „schwarze türkei“ in der übersetzung heißen. aber „puty“ gibt es nicht nur „to put“ oder „to putt“. also, alles in allem schwebt da essbarer „schwarzer schwachsinn“ über den bildschirm, pute an sprachkauderwelsch.

wortklauberei (31)

„karriere lounge“

geahnt hat man es ja schon immer. der streit um die bonus-zahlungen für bankmanager hat es nur noch einmal bestätigt: einmal in einer bestimmten position, karriere gemacht, fließt das geld automatisch zu den menschen. man kann nur noch die treppe rauffallen und nur sehr selten abstürzen.

da passt es ganz gut, dass ein großer bekleidungskonzern im rahmen seines „general management programm“ eine „karriere lounge“ anbietet. das kann man so oder so verstehen. laut deutscher definition handelt es sich bei einer „lounge“ um einen aufenthaltsraum, einen wartesaal oder ein wartezimmer. momentan kann man da eventuell ganz schön lange warten, bis man karriere im management machen kann. werden doch eine ganze menge manager zur zeit dem arbeitsmarkt wieder überantwortet, wie man es so schön formulieren kann.

man kann es aber auch anders übersetzen: das englische „to lounge“ heißt übersetzt „faulenzen“. mal karriere gemacht, ein sicherlich zeitaufwendiges unterfangen, kann man den rest seiner arbeitstage faulenzen. das hübscheste daran ist, und hier schweife ich von den banken ab, man kann den größten bockmist bauen, in den seltensten fällen wird man zur verantwortung gezogen. Weiterlesen