Schlagwort-Archive: entschuldigung

liste (68) – verzeihen

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „verzeihen„.

dinge, die ich mir schwer fallen, zu verzeihen:

menschen, denen ich inzwischen verzeihen kann:

menschen, denen ich nie verzeihen werde:

hoffentlich können diese menschen mir irgendwann verzeihen:

unverzeihliches, das ich getan haben:

bei diesen situationen ist mir absolut unklar, woher der konflikt kommt:

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schreibidee (307)

es gibt dinge, die möchte man nicht machen. sie machen angst oder keinen spaß und somit schiebt man sie auf die lange bank. doch im hintergrund nagt das gewissen, das einem sagt, jetzt aber mal ran an den kram. andere fragen dann schon mal nach, wann man endlich in die pötte kommt. hier braucht es eine gute ausrede. es gibt gute und es gibt schlechte ausreden. die besten ausreden kommen von der arzthelferin „linda“ in der fernseh-comedy „becker“. sie kommt jedesmal zu spät zum dienst, aber ihre ausreden sind vom feinsten. darum und damit das leben ein wenig entspannter wird eine schreibanregung zu „ausrede-texten

die schreibgruppenteilnehmerInnen erstellen zu beginn eine liste mit fünf situationen, in denen sie eine ausrede benötig(t)en. in wenige stichworten notieren sie den anlass und die schwierigkeiten, das schlechte gewissen zu dieser situation. anschließend notieren alle jeweils eine ausrede (maximal eine halbe seite) für ihr eigenes verhalten. die fünf punkte und die ausreden werden in der schreibgruppe vorgestellt.

nun werden noch einmal fünf ausreden notiert. ausreden, die bar jeder logik sind. so konnte man zum beispiel das haus nicht verlassen, da eine elchkuh vor der tür stand und den weg versperrte oder ufos einen entführt haben. die schreibgruppenteilnehmerInnen werden aufgefordert, keine absurdität auszulassen.

und nun wird in kleingruppen weitergearbeitet. man stellt sich gegenseitig seine fünf ausreden vor und die anderen in der kleingruppe wählen die beste ausrede aus. zu dieser ausrede gibt es ein ausführliches feedback, wie weit man sie noch ausbauen und ausschmücken könnte. dann setzen sich alle schreibgruppenteilnehmerInnen abermals hin und schreiben an der einen ausgewählten ausrede weiter. sie entwickeln eine geschichte / begründung von minimal einer seite.

man trifft sich abermals in der kleingruppe und es wird zu der ausgeschmückten ausrede noch einmal ein feedback gegeben. anschließend wird ein letztes mal an der ausrede gefeilt. und zum abschluss werden alle ausreden in der gesamten schreibgruppe vorgestellt. wenn interesse besteht könnte gemeinsam aus der schreibgruppe heraus ein ratgeber für die besten ausreden erstellt werden, der als pdf-datei aus dem internet heruntergeladen werden kann. wenn die schreibgruppe dies nicht machen möchte, sollte sie sich zumindest eine gute ausrede einfallen lassen, warum nicht 😉

schreibberatung und nicht entschuldigen

wenn jemand bei uns professioneller hilfe oder beratung benötigt, dann liegt oft eine entschuldigung auf den lippen, warum dies notwendig ist. es fällt immer noch schwer, damit zu leben, dass man nicht alles im griff hat, es der hilfe durch andere bedarf.

als die gesellschaft noch solidarischer war, war es eine selbstverständigkeit, dass man sich für dinge, die man nicht selber leisten kann, unterstützung sucht. oft erhielt man die unterstützung aus dem privaten umfeld, schloss man sich zu gruppen und vereinigungen zusammen. heute ist aus hilfe und unterstützung die welt der dienstleistungen gewachsen. dienstleistungen sind auch ein zeichen einer entsolidarisierten gesellschaft.

aber es gibt die unterstützung. und auch wenn sie etwas kostet, so ist sie doch voll und ganz auf den kunden ausgerichtet. es spricht sich schnell rum, wenn eine dienstleistung schlechten service bietet. der anbieter kann sich dann nur halten, wenn er beinahe-monopol-stellungen inne hat, wie die bahn. jedenfalls kann man sich die unterstützung suchen.

doch je mehr der mensch im glauben aufwächst, er sei für all seine situationen, für seinen lebenserfolg selbstverantwortlich, um so schwerer fällt es ihm, zuzugeben, dass er unterstützung benötigt. also entschuldigt er sich. meist erst einmal bei den dienstleisterInnen, zum beispiel den schreibberaterInnen. er entschuldigt sich dafür, dass er seine texte, sein schreiben nicht allein bewältigt. er nennt diverse gründe, warum das gerade auch nicht gehen kann.

dabei verliert der/die ratsuchende aus den augen, dass jeder mensch in solch einer situation landen kann. jeder mensch kann keine lösung und keine möglichkeiten mehr für seine schwierigkeiten sehen. Weiterlesen

web 2.0 und entschuldigungen

das internet füllt sich minütlich mit persönlichen statements. abseits der ganz subjektiven befindlichkeiten, die ausgebreitet werden und manchmal detailversessen sind (heute habe ich … gefrühstückt), wird stellung zu allen gesellschaftlichen fragen bezogen. es werden filme, musik, bücher, theaterstücke, fernsehprogramme und personen des öffentlichen lebens bewertet, kritisiert oder gefeiert. und wie sich in den nordafrikanischen ländern gezeigt, wird politik gemacht, werden ganze gesellschaften umgewälzt, ganze systeme und regime verändert.

es zeigt sich, dass das geschriebene wort weiterhin macht hat, auch wenn alle welt von der visualisierung der gesellschaften schreibt und spricht. ohne ein paar geschriebene worte, ohne aufrufe, ohne geschriebene statements erreichte man nur die halbe wirkung. doch gerade bei den kritiken und statements verrutscht im web 2.0 gern mal die sprache. geschriebene gewaltige worte treffen manche(n) härter als daher gesagtes. die äußerungen lösen reaktionen aus, die wieder über kommentare oder eigene posts einen diskurs entfachen.

besonders schön kann man das bei diskussionsforen über computer- oder digitale anwendungsprobleme feststellen. plötzlich geht es nicht mehr um das eigentliche problem. es geht um die kenntnisse der person, es geht um die fähigkeiten oder um das auffassungsvermögen. und der rest des forums streitet sich dann über tonfall, die umsetzung der problemlösung und die verteidigung der eigenen kompetenzen. hier wird es persönlich.

manche schreibenden mögen kurz darauf, wenn sie noch einmal ihr statement durchlesen, feststellen, dass sie zu stark formuliert haben, dass sie sich getäuscht haben, dass es einen schritt zu weit ging. aber man findet selten im internet, dass sich jemand für das geschriebene entschuldigt. eher das gegenteil ist der fall: man legt noch einmal nach, wenn man kritisiert und angegriffen wird. anscheinend schafft die virtuelle distanz einen rahmen, hinter dem man sich verstecken kann.

das bietet vorteile (siehe nordafrika) aber auch den nachteil, dass oft genug gegenseitige verletzungen im internet stattfinden. Weiterlesen

schreibpädagogik und entschuldigen

eine etwas seltsame überschrift. man muss sich ja für eine schreibgruppenteilnahme oder eine schreibgruppenleitung sowieso nicht entschuldigen. also was hat das entschuldigen mit den angeboten zum schreiben, zum schreiben können, zu tun?

eine sehr beliebte form, den eigenen text in gruppen vorzutragen, besteht darin, eine erklärung oder eine untertreibung voranzustellen. als erste reaktion tritt bei den anderen teilnehmerInnen oft das gefühl, es gehe um fishing-for-compliments, auf. man erklärt seinen text vorher schon einmal für nicht so gelungen, benennt knackpunkte und vorweggenommene urteile. man macht für das in den eigenen augen mittelmäßige ergebnis die knappe zeit, den gerade vorherrschenden persönlichen stress oder auch nur die tagesform verantwortlich.

eigentlich entschuldigt man sich für seinen eigenen text, den man den anderen zu gehör bringt. damit senkt man die erwartungen und versucht einer kritik vorzubauen. im gleichen atemzug macht man aber seine eigene kreative schöpfung zunichte und wertet sie ab. ich mache mich klein und überhöhe die anderen zum jüngsten gericht. ich nehme vermutetes feedback vorweg. durch die entschuldigung, mache ich es anderen schwer, sich gelassen mit meinem text auseinanderzusetzen. sie sind aufgefordert, mir zu widersprechen, wenn sie den text nicht so schlecht finden, wie ich ihn beschrieben habe.

durch das entschuldigen setzt man andere schreibgruppenteilnehmerInnen und die gruppenleitung unter druck. ähnliches suggerieren gruppenleitungen, die schon zu beginn zu verstehen geben, dass sie dieses mal leider schlecht vorbereitet sind oder dass ihre tagesform eingeschränkt ist. es geht nicht darum, unterstützung durch die gruppe zu erfahren, es geht darum, jegliche kritik im keim zu ersticken. denn was kann man darauf noch sagen? wer sagt schon „ja aber du bist die gruppenleitung, du müsstest vorbereitet sein.“? das mag man denken, doch offen ausgesprochen wird es selten.

eigentlich hätte der titel dieses post „schreibpädagogik und nicht-entschuldigen“ lauten müssen. denn es geht mir darum, zu zeigen, wie man als leitung oder als teilnehmerIn diese vorgehensweise aushebeln kann. man könnte mit einer überspitzung der situation reagieren und sagen: „ja, dann lies doch deinen schlechten text vor. wir haben keinen zweifel daran, dass der wieder nichts geworden ist, so wie wir das schon von dir gewöhnt sind.“. Weiterlesen

selbstbefragung (84) – entschuldigungen

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „entschuldigungen„.

  • mit wem würden sie sich gern wieder versöhnen? warum?
  • bei wem sollten sie sich entschuldigen, schaffen es aber nicht? beschreiben sie.
  • wer muss sich noch bei ihnen entschuldigen? warum?
  • wie gehen sie damit um, wenn keine entschuldigung kommt, obwohl sie sie erwarten?
  • wann versäumten sie, sich zu entschuldigen, und jetzt herrscht unversöhnlichkeit? warum?
  • wie entschuldigen sie sich am liebsten?
  • wann ist versöhnung für sie am schönsten?
  • wie lange warten sie, bis sie den kontakt abbrechen? warum warten sie so lang?
  • sind sie zu empfindlich?
  • können sie ihrem gegenüber eine blöße zeigen? wann geht das nicht?

kreatives schreiben und entschuldigungen

so, da sitzt man nun und möchte eine entschuldigung schreiben. eigentlich steht schon fest, für was man sich entschuldigen sollte. aber der einstieg klappt nicht. es ist so verteufelt schwer, die richtigen worte zu finden. dabei würden wahrscheinlich zwei, drei einfache sätze genügen, um sich zu entschuldigen. man möchte noch ein wenig erklären, ein wenig in interaktion mit dem gegenüber treten. und man hat angst davor, die entschuldigung abzusenden. was, wenn das gegenüber nicht reagiert? wenn es sich viel zeit lässt und man sich fragt, ob die entschuldigung überhaupt angekommen ist?

diese situation kann durch das kreative schreiben vielleicht ein wenig entschärft werden. oft ist die entschuldigung ohne große umschweife das beste. und natürlich liegt die letztendliche entscheidung, ob die entschuldigung angenommen werden kann, beim gegenüber. das ist nun mal so. vielleicht sollte man erst noch einmal ein freewriting zu der frage, weshalb man sich überhaupt entschuldigen möchte oder was man mit einer entschuldigung erreichen möchte, aufschreiben. denn vielleicht stellt man dann fest, dass man eine gegenleistung für eine entschuldigung haben möchte. man möchte, dass das gegenüber sich auch entschuldigt. dann sollte man es lieber bleiben lassen.

man kann ebenso freewritings zum entschuldigungstext machen. man kann also mehrmals fünf minuten einfach eine entschuldigung schreiben, ohne lang darüber nachzudenken. dann vergleicht man die entstandenen texte und wählt den ansprechendsten aus. den überarbeitet man, feilt ihn aus und versendet ihn. man kann aber auch in einem freewriting darüber reflektieren, warum es einem so schwer fällt, sich eine blöße zu geben, also einen schritt auf jemanden zu zu machen, ohne eine reaktion erwarten zu können.

abseits der ganzen selbstfindungsprozesse, die das kreative schreiben unterstützt, kann man auch am gesamten text arbeiten. eine entschuldigung lässt sich in eine geschichte verpacken, man kann ein gedicht schreiben oder einen treffenden slogan dafür finden. eine schön verpackte entschuldigung erweicht das herz Weiterlesen

liste (26) – entschuldigungen

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um „entschuldigungen“.

für diese ereignisse und aussagen möchte ich unbedingt noch entschuldigen:

die sollten sich bei mir entschuldigen:

meine schönsten versöhnungen:

da helfen auch keine entschuldigungen mehr:

diese ereignisse und aussagen werden mir noch ewig leid tun:

biografisches schreiben und entschuldigungen

anlass dieses posts sind die suchbegriffe, die zum schreibschrift-blog führen. immer wieder wird danach gefragt, wie entschuldigungstexte zu schreiben sind. man könnte sagen, man möge einfach „entschuldigung“ oder „tut mir leid“ oder „sorry“ schreiben. doch es hängt mehr an einer entschuldigung. es ist selbstreflexion und selbsterkenntnis notwendig, um sich entschuldigen zu können. und in diesem moment berühren sich biografisches schreiben und entschuldigungstexte.

denn ich betrachte vor der entschuldigung die vergangenheit. ich lasse ereignisse und mein erinnertes verhalten revue passieren. das betrachten der eigenen biografie und der eigenen lebensgeschichte erstreckt sich nicht ausschließlich auf lang zurückliegende ereignisse. es kann sich auch auf vor kurzem geschehene dinge beziehen. das biografische schreiben bietet auch für diese momente genug techniken, um zu einer selbstreflektiven haltung zu kommen. und ganz abgesehen davon, entschuldigen sich manche menschen für ereignisse, die schon jahre oder jahrzehnte zurückliegen.

der erste schritt besteht sicherlich darin, für sich festzustellen, wann es einen konflikt, eine diskrepanz oder einen kontrast zwischen, gesagtem, gedachtem und reaktionen gab. dies kann einem beim nachdenken auffallen, beim tagebuchschreiben oder bei unterhaltungen, wenn man erlebtes berichtet.

im zweiten schritt stellt man fest, dass etwas unangemessen war. kam es zum beispiel zu körperlicher gewalt, dann fällt diese erkenntnis vielen menschen sehr leicht (manchen leider überhaupt nicht). doch oft finden die verletzungen in der alltäglichen kommunikation statt. sie werden unterschwellig und unbeabsichtigt verursacht. erst die reflexion macht einem klar, was geschehen ist oder erst die reaktion des gegenübers zeigt einem, was man getan hat.

im dritten schritt muss man an den punkt gelangen, dass es einem wichtig erscheint, den eindruck des gegenübers zu relativieren, zu korrigieren. hier wäre es nun angebracht, einfach „entschuldigung zu sagen, oder zu schreiben. auch dafür halten das biografische und das kreative schreiben einige möglichkeiten parat. aber so einfach funktioniert es oft nicht, denn neben der verletzung des anderen, geschehen zwischen menschen in der kommunikation noch ganz andere dinge. Weiterlesen

schreibidee (130)

die erwartung, sich perfekt zu verhalten, ein gutes soziales wesen zu sein und kompetent mit konflikten umzugehen ist inzwischen gesellschaftlicher standard. ganz gleich welche berufsgruppe, welche zusammenhänge, mensch wird erzogen zu einem besseren und alle bemühen sich. doch so sehr man sich bemüht, manche lebenssituationen verrutschen und laufen schief. auch dies kennt jeder, man hat etwas getan, was man nie tun wollte. die schreibanregung wird dieses mal die möglichkeit bieten, „entschuldigungs-texte“ zu verfassen.

als einstieg in die schreibanregung notieren alle teilnehmerInnen der schreibgruppe situationen, von denen sie das gefühl haben, unfair gewesen zu sein oder jemanden verletzt zu haben. es werden listen aufgestellt. anschließend wählen alle das für sie dringlichste ereignis, von dem sie meinen, sie müssten sich auf alle fälle entschuldigen. dann wird ein brief verfasst, der zu beginn die situation noch einmal wiedergeben sollte, um dann in eine entschuldigung zu münden.

wenn der brief fertig ist, wird ein zweiter text von einer seite geschrieben, in dem man darüber reflektiert, was es bedeutete diesen brief zu schreiben. wie ging es einem damit? nach diesen vorarbeiten wird eine geschichte geschrieben, die die situation widerspiegelt, die man erlebte (sie kann natürlich verfremdet werden, da diese geschichte vorgelesen werden soll), und die anders verläuft als damals. die geschichte beschreibt, was passiert wenn man sich anders, fairer verhalten hätte.

nachdem die geschichten gegenseitig vorgetragen wurden, wendet sich die schreibgruppe den größeren konflikten zu. ältere generationen leben gern auf kosten der nächsten generation. deshalb sind nun noch „entschuldigungs-texte“ an die nächste generation zu verfassen. in diesen texten entschuldigt man sich für das, was auf die jüngeren zukommt. alle teilnehmerInnen sollten versuchen, erklärungen dafür zu geben, weshalb die gesellschaft sich so verhalten. vielleicht lassen sich dadurch generationskonflikte auflösen 😉