Schlagwort-Archive: ereignis

schnickschnack (121)

140 zeichen, die die welt bewegen können. zumindest wurden schon manche twitter-äußerungen zu einer schlagzeile. für die verbreitung von schnellen nachrichten und berichten bietet sich twitter an. schnell ins handy und smartphone getippt, schon im netz, in den redaktionen und im umlauf. zeitungsredaktionen verfolgen inzwischen nachrichtenagenturen ebenso wie tweets.

die folge: revolutionen, die erst durch die schnellen anchrichten eine bündelung erfahren konnten. wahlen, deren ergebnisse noch vor der öffentlichen bekanntmachung die runde machten. infos aus sitzungen, die nicht für die öffentlichkeit bestimmt waren. und eine gerüchteküche, die die 1:1 übernahme der tweets nicht sinnvoll erscheinen lässt. letztes beispiel: eine verunglückte satire zu grass-gedicht über griechenland. dort wurde behauptet, das gedicht sei von der satirezeitschrift „titanic“ lanciert worden. und schon machten die tweets darüber die runde. bis sich herausstellt, die eigentliche nachricht war die satire.

eine webseite nimmt sich der ereignisse, die tweets auslösen können an. in anlehnung an die 140 zeichen verfolgt die seite „140 sekunden“ von tim klimeš und mia meyer die geschichten zu den tweets. man kann hier einiges über die wirkweise des netzes erfahren. denn bis heute wird es oft unter- und überschätzt. nicht jede twitter-nachricht wird zu einem scoop und doch gibt es manche tweets, die ein leben oder ein ganzes land verändern können. die homepage „140 sekunden“ ist der interessante versuch einer nachbereitung in einer sehr schnelllebigen welt.

zu finden ist die seite unter: http://140sekunden.de/ . und falls sie selber eine tweet-geschichte zu erzählen haben, wenden sie sich an die macherInnen dieser webseite.

liste (116) – zufall

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um den „zufall“.

positive zufälle, die mein leben am meisten veränderten:

negative zufälle, die mein leben am meisten veränderten:

zufällige bekanntschaften, die mich veränderten:

das möchte ich in zukunft gern zufällig erleben:

was ich am häufigsten mache, um die richtung meines lebens zu beeinflussen:

biografisches schreiben und störung

neben den störungen beim schreiben, erlebt der mensch im laufe seines lebens beständig störungen. das gehört zum leben dazu. man versucht meist einen plan, ein konzept, ein ziel oder den nächsten schritt zu verfolgen. doch wie das leben so ist, es kann immer etwas dazwischen kommen. für viele menschen ist dies schwer auszuhalten. sie versuchen, kontrolle über ihre lebensbedingungen zu erhalten.

beim biografischen schreiben sind genau diese momente interessant. ein blick darauf, wann die lebensplanung in richtungen abdriftete, die man nicht wollte, die man aber im nachhinein positiv empfand, zeigt einem, wie viel man selbst bestimmen kann und was man nicht im griff hat. bei negativen erlebnissen stellt sich zusätzlich ein starkes gefühl von ohnmacht ein, das für alle menschen schwer auszuhalten ist. auch hier lohnt ein blick.

welche strategien hat man entwickelt um mit positiven oder negativen unwägbarkeiten umzugehen? kann es für andere interessant sein, darüber zu lesen. oder ist es für einen selber noch einmal eine zusätzliche form, das eigene bisher verbrachte leben aufzuschlüsseln und neue ziele zu benennen. störungen der unberechenbaren art sind also meist die extremen entwicklungspunkte in der lebenslinie eines menschen.

nehmen man nur einmal das klassische beispiel des unberechenbaren todes. eigentlich ist die vorstellung vom tod auch die motivation für viele lebensimpulse. so entsteht bei manchen menschen die vorstellung, dass man jeden tag so intensiv wie möglich verbringen sollte, da man nie weiß, wann einen der tod ereilt. andere lebenskonzepte verwirklichen die vorstellung, dass man im jetzigen leben möglichst positive Weiterlesen

schreibidee (345)

stellen sie sich vor, sie laufen auf einem waldweg dahin, genießen die natur und kennen den weg nicht. sie haben auch keine karte dabei, wollen einfach nur so rumlaufen. dann kommt eine weggabelung – kein schild, kein hinweis, nichts. gehen sie nach rechts oder nach links? ähnliches geschieht uns täglich. wir entscheiden in unserem alltag laufend, was wir als nächstes tun, wie wir handeln wollen oder was wir sagen. meist stehen wir vor entscheidungen, wie „ja!“ oder „nein!“, wie „links“ oder „rechts“. auch beim schreiben von texten tauchen solche momente auf. darum eine schreibanregung zu „überraschenden wendungen“.

hier wurden schon öfter vorschläge gemacht, geschichten zu schreiben, in denen eine handlung, den gesamten verlauf einer story verändert. doch dieses mal soll einen schritt weiter gegangen werden. und dieses mal werden in der schreibgruppe nur zwei längere geschichten geschrieben. zu beginn kann man eine inhaltliche oder stilistische schreibanregung für eine geschichte geben oder den teilnehmerInnen wird freigestellt, worüber sie schreiben. einzige vorgabe: es muss eine handlung geben, es muss etwas geschehen in der geschichte.

anschließend werden die geschichten nicht vorgetragen, sonder alle lesen ihre eigene geschichte noch einmal durch. dabei markieren sie fünf stellen, an denen etwas geschieht. also zum beispiel jemand eine tür schließt, einen brief liest, auf jemanden zugeht und so weiter. dann überlegen sie sich für jedes markierte ereignis, wie das absurdeste alternative ereignis aussieht. dies wird notiert (es können auch mehrere vorschläge sein). so rennt jemand weg anstatt auf jemanden zu zu gehen, wie es die vorliegende variante beschreibt. oder jemand tanzt tango mit sich allein und tanzt auf die andere person zu. oder jemand holt ein sandwich aus der tasche und isst es genüsslich oder …

als nächste wird die eigene geschichte an einen nachbarn in der schreibgruppe weitergegeben. die nachbarInnen markieren ebenso fünf ereignisse oder geschehnisse und notieren auf einem blatt für die jeweiligen stellen absurde alternative vorkommnisse oder handlungen. geschichte und notizen werden an die ursprünglichen autorInnen zurückgegeben.

jetzt wird die geschichte ein zweites mal geschrieben. an insgesamt fünf stellen (man hat die fünf eigenen und die fünf von kollegInnen notierten alternativen zur auswahl) nimmt die geschichte den absurden verlauf. und doch sollte die geschichte nicht vollständig verlassen werden, also keine ganz neue entstehen. es sollen nur einzelne momente durch das unerwartete, wendungen erfahren. es wird sich zeigen, dass stories durch absurde momente nicht selten lebhafter und anregender werden. die neuen geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen und du veränderten stellen werden aufgezeigt. anschließend findet eine feedbackrunde statt.

schreibidee (330)

man kann wild essen oder auch wild schreiben, vor allen dingen bald in der weihnachtszeit. doch ebenso in den besinnlichen zeiten, lässt sich mild essen und mild schreiben. was besser gefällt lässt sich wahrscheinlich erst nach dem jeweiligen versuch sagen. darum eine schreibanregung „mild vs. wild“ für die nächste zeit.

man kann sich ein wenig an den „stilübungen“ von raymond queneau als einstieg orientieren. man nehme eine kurze knappe beschreibung einer alltäglichen begebenheit. diese erhalten die teilnehmerInnen der schreibgruppe als kopie. nun ist von der beschreibung eine milde version und eine wilde version zu verfassen. die texte werden im anschluss in der gruppe vorgelesen und man kann einen kleinen vergleich anstellen, wie die attribute „mild“ und „wild“ jeweils umgesetzt werden.

im anschluss werden keine vorgaben mehr gemacht. die teilnehmerInnen wählen für sich aus der letzten woche drei begebenheiten aus, die sie in einer ausführlichkeit von maximal einer halben seite möglichst neutral notieren. zu allen begebenheiten zusätzlich eine milde und eine wilde version notiert. eine der begebenheiten wird an andere teilnehmerInnen weitergegeben, die nun auch jeweils eine milde und eine wilde version dazu verfassen. die texte werden nicht vorgetragen, sondern dienen nur der fingerübung.

nun wird der anfang einer geschichte den teilnehmerInnen der schreibgruppe ausgeteilt. die fortsetzung der geschichte ist zu schreiben. dabei wiederum zwei varianten, mild und wild. eine variante wird nach dem schreiben ausgewählt und in der gruppe kurz vorgetragen, es findet keine feedbackrunde statt.

zum abschluss findet dann eine längere schreibübung statt. dieses mal wird nur das thema oder die überschrift vorgegeben. die schreibenden können selbst wählen, ob sie für eine geschichte noch assoziationstechniken anwenden wollen, oder ob sie gleich eine geschichte dazu verfassen möchten. es ist nicht notwendig, eine neutrale version zu schreiben. ziel sind zwei versionen ein und derselben geschichte: die milde und die wilde variante. dies sollte sich nicht nur in der wortwahl widerspiegeln, sondern kann auch einfluss auf die gesamte handlung neben. am ende des treffens werden jeweils beide geschichten hintereinander vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt. beim feedback werden vor allen dingen die kontraste zwischen mild und wild und die angewendeten schreibstile betrachtet.

kreatives schreiben und vielfalt

es gibt nichts, worüber man im kreativen schreiben nicht schreiben kann. aus jedem atemzug kann eine geschichte, ein text oder ein elfchen gemacht werden. selbst über uhrzeiten, zentimeter oder beton lässt sich schreiben. alles kann zum leben erweckt werden. das ist ein großer vorteil der menschlichen fantasie: wir sind fähig toten, bedeutungslosen und störenden dingen, ein neues kleid zu geben und aus ihnen plötzlich eine handlung mit emotionen oder eine story mit spannung zu machen.

der weg dort hin mag manchmal ein wenig holprig sein, aber eigentlich bietet auch hierfür das kreative schreiben eine vielfalt an techniken. vor allen dingen die assoziationstechniken verknüpfen jedes detail oder jeden gegenstand mit eigenen gedanken. ich muss nur eine sache auswählen, meine gedanken darauf fokussieren und sie dann frei fließen lassen, schon entstehen geschichten. in diesen momenten kann das kreative schreiben einen meditativen charakter bekommen, sich auf eine sache zu konzentrieren den eigenen gedanken dann den nötigen raum geben.

der vorteil besteht darin, dass der stoff für geschichten eigentlich nicht ausgeht. auch wenn der mensch für bestimmte menschliche dramen, happy-ends und konflikte ein faible hat, so ist der ort des geschehens doch austauschbar und sorgt für die jeweils eigene nuance. was machen zum beispiel zwei betonwände, die auf gedeih und verderb nebeneinanderstehen und sich entweder lieben, aber nicht näher kommen können oder sich nicht verstehen und leider nicht gegenseitig ausweichen können? und wie geht es den wänden, wenn das gebäude, das sie tragen, dann gesprengt wird?

es lässt sich also aus jeder sache eine persönliche geschichte machen. jedes detail einer geschichte kann plötzlich eine hauptrolle bekommen und andere details bleiben unerklärt am rand liegen. diese unerschöpfliche vielfalt stellt für schreibende gleichzeitig die krux dar: Weiterlesen

schreibidee (252)

neben der liebe gibt es noch ein phänomen, das schwer einzuordnen ist. der mensch ist fähig zu objekten und situationen eine enge beziehung aufzubauen. die lustbefriedigung ist ohne diese objekte oder situationen nicht vorstellbar. man braucht diese emotionale „brückentechnologie“, um lust und leidenschaft positiv erleben zu können. dies wird in der schreibanregung aufgegriffen, um „fetisch-geschichten“ zu schreiben.

alles kann zum fetisch gemacht werden. darum werden zum einstieg die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, sich einen ausgefallenen gegenstand oder ein alltägliches ereignis auszuwählen. so können zum beispiel eine zitronenpresse oder die hektik am fahrkartenautomat gewählt werden. nun sollen eine zweiseitige liebeserklärung oder ode an die gegenstände und ereignisse verfasst werden. diese werden anschließend vorgetragen.

in der folge wird eine geschichte geschrieben, in der das fetischobjekt eine zentrale rolle spielt. so kann es zum beispiel zu einer liebesgeschichte kommen, an deren rand bei jeder lustvollen begegnung der protagonistInnen die zitronenpresse dabei sein muss. vielleicht werden während der körperlichen begegnung zitronen ausgepresst oder auch nur über das objekt der begierde gestreichelt. auch hier sind der fantasie keine grenzen gesetzt. anschließend werden die geschichten vorgetragen und es gibt eine feedbackrunde.

da fetische erst einmal unproblematisch sind, aber doch für schwierigkeiten sorgen können, wenn sie zu außergewöhnlich sind, soll im anschluss noch eine kurze geschichte geschrieben werden, in der der fetisch zum stolperstein der beziehung wird. so finden sich zum beispiel seltsame rollenspielwünsche oder bekleidungswünsche wieder, die es den partnerInnen schwer machen, nähe gemeinsam zu erleben. diese geschichten werden zum abschluss vorgetragen.

schreibidee (214)

schreiben kann katharsis sein, also der entlastung dienen. dies geschieht dann, wenn man sich etwas von der seele schreibt. ab diesem moment kann schreiben einen therapeutischen effekt haben. es sollte aber nie ein „muss“ sein. schreiben kann einfach auch nur mit schreibtechniken den eindruck eines kathartischen effekts vorspielen. diese schreibanregung bietet dazu beim verfassen von „anspannungstexten“ die möglichkeit.

krimis, aber auch spielfilme leben manchmal davon, dass eine katastrophe nach der anderen eintritt. der alltag hält solche momente auch bereit. man denkt, jetzt kann eigentlich nichts mehr passieren, da wird noch einer drauf gesetzt. diese abfolgen fesseln die leserInnen. darum soll es dieses mal gehen. als einstieg schreiben alle teilnehmerInnen eine ein-seitige schilderung einer kleinen alltäglichen katastrophe. diese ereignisse werden kurz vorgetragen und als stichwort auf dem flipchart notiert.

anschließend wählen sich die schreibgruppenteilnehmerInnen aus der liste fünf kleine katastrophen aus, die sie in eine kurze geschichte packen und ihre protagonistInnen erleben lassen. dabei soll versucht werden, dass die zuhörerInnen oder leserInnen selber von dem nächsten ereignis überrascht werden. die kurzen geschichten werden in der gruppe ohne feedback vorgetragen.

nun überlegen sich alle jeweils fünf weitere kleine alltagskatastrophen, die ihrer bisherigen geschichte oder einer neuen geschichte eine weitere steigerung verpassen. es wird ein text mit zehn aufeinander folgenden, überraschenden momenten verfasst . der text soll bei den leserInnen eine anspannung entstehen lassen, die mit dem gedanken „was kann denn jetzt noch passieren, wann hört das denn auf?“ verbunden ist. die texte werden anschließend vorgetragen und im feedback wird rückgemeldet, wie gut es gelang, anspannung zu erzeugen. danach macht die ganze schreibgruppe eine entspannungsübung 😉

schnickschnack (86)

es ist wieder so weit, heute startet die berlinale. es bleibt, auch wenn sich die modalitäten für eine kinokarte verschärft haben und die chancen, viele filme eigener wahl zu sehen, komplizierter geworden sind, eines der wenigen großen filmfestivals mit einer so umfassenden publikumseinbindung.

das besondere sind nicht die blockbuster, die im wettbewerb auftauchen, das besondere sind die ausgefallenen filme im panorama und im forum, die wahrscheinlich nie die deutschen kinos oder fernsehsender erreichen werden. selbst arte und 3sat zeigen viele von ihnen nicht.

doch genau diese „ausgefallenen“ filme zeigen, was kreativität alles vollbringt, wie vielfältig die möglichkeiten des geschichten erzählens, der dokumentation und des abbildens sind. da wagnis sich abseits der berlinale-trampelpfade zu bewegen wird meist reichlich belohnt. doch die nischen werden eher kleiner denn größer. die berlinale ist auch eine verkaufsveranstaltung, das sollte man nicht übersehen. was dieses jahr geboten wird findet man unter http://www.berlinale.de .

schreibidee (148)

hochsommer- und vollmondnächte verbindet der teils unruhige schlaf. auslöser können hitze, langer besuch eines biergartens oder die wirkung des mondes sein. unruhiger schlaf geht nicht selten mit träumen einher, die sich in eine richtung entwickeln, die man als träumender schwer steuern kann und die sehr emotional leider in die negative richtung sind. manche literarischen werke bedienen sich dieser traumsequenzen. deshalb dreht sich dieses mal die schreibanregung um „albtraumgeschichten„.

zu beginn mögen die teilnehmerInnen der schreibgruppe zwei bis drei sehr schöne sequenzen aus ihrem leben auf jeweils einer seite umschreiben. das können selbst erlebte dinge sein oder auch geschichten aus ihrem umfeld. die beschreibung soll nur das ereignis wiedergeben und die protagonisten benennen. sollten keine ideen zu hand sein, kann man auch das happyend eines romans oder einer kurzgeschichte nehmen und diese noch einmal mit eigenen worten umschreiben.

nun wird in kurzen stichworten notiert, wie die geschichten aussehen würden, wenn sie sich in einen „albtraum“ verwandelten. es muss also überraschend an einer stelle der geschichte eingehakt werden, um eine garstige, böse und unangenehme wendung einzuführen. wichtig ist bei den stichworten, dass keine idee einer wendung zum guten verwendet wird. ein albtraum entwickelt sich selten zum guten, sondern lässt einen irgendwann aufwachen.

anschließend wählen die teilnehmerInnen der schreibgruppe für sich die idee aus, die ihnen am prägnantesten und grausamsten erscheint. nun wird eine längere geschichte um den albtaum geschrieben. wie aus schockerfilmen bekannt und den albtraum verstärkend empfiehlt sich ein einstieg über die beschreibung eines „harmonischen“ alltags oder eines kleinen, unbedeutenden problems. dann kann alles anwachsen und sich umkehren. im anschluss werden die geschichten in der schreibgruppe vorgelesen. beim feedback fließt mit ein, wie gut die ausweglosigkeit in der geschichte gefasst wurde.

schreibaufgabe (15)

hier schon einmal erwähnt wurde der moment, der ein ereignis verändern kann. das geschieht eigentlich jeden augenblick. würde ich nicht gerade tippen, würde ich wahrscheinlich etwas ganz anderes machen und sich daran andere ereignisse reihen. in der langfristigen schau, kann dies bedeuten, dass eventuell mein ganzes leben anders verlaufen würde, wenn ich jetzt nicht schreiben würde. dargestellt wurde dieser gedanke im film mit dem rauchen einer zigarette und dem nichtrauchen einer zigarette. doch bei der schreibaufgabe geht es um das motto „eine entscheidung, zwei texte„. dieses mal sind zwei kurze (oder auch längere) texte zu verfassen. eine situation muss darin vorkommen. das eine mal nimmt der protagonist, die protagonistin den bus, das andere mal geht er, sie zu fuß. wie verlaufen die geschichten nach der entscheidung über die fortbewegung. 

und nun kommt noch die zweite variante dieser ankündigung, wenn ich nicht gerade tippen würde: ………………….

biografisches schreiben und geräusche

der mensch hat manchmal ein gedächtnis, das ihn selber erstaunen kann. nichts ahnend geht man eine straße entlang und hört plötzlich ein geräusch, das einen an vergangene tage erinnert. oder die klassische situation, man führt ein gespräch und während des gesprächs hat man das gefühl, genau das gleiche gespräch, die gleiche situation schon einmal erlebt zu haben.

erinnern sie sich an ganz eindrückliche geräusche? erinnern sie sich an die musik, die sie mit ihrer einen großen liebe gehört haben? ein klassiker ist die entscheidung eines paares, ein musikstück zu „unserem lied“ zu machen. geräusche werden mit ereignissen oder gefühlen zusammen im gehirn abgespeichert. man denkt lang nicht mehr dran. dann begegnet einem nach langer zeit unerwartet das geräusch wieder und plötzlich sind die alten gefühle oder ist die alte erinnerung wieder da.

wenn sie nun dabei sind ihre eigene lebensgeschichte zu verfassen, überlegen sie doch einmal, welche geräusche sie beständig erinnert haben. zum beispiel die große standuhr ihrer großmutter, die läutete wieder big ben in london. oder die früher übliche fabriksirene, die über den ganzen wohnort erschallte, wenn schichtwechsel war. auf der suche nach geräuschen des eigenen lebens kann man erstaunliche entdeckungen machen und sich über den umweg der töne an begebenheiten erinnern. es kann sich dabei sowohl um positive als auch negative ereignisse handeln. um sie zu erinnern, müssen sie nur oft etwas in ihnen berührt haben. man erinnert sich anscheinend weniger an geräusche, die beständig zum alltag gehörten und keine weiteren ereignisse begleiteten. oder wissen sie noch, wie die straßengeräusche neben ihrer wohnung den alltag begleiteten?

noch spannender könnte es sein, sich einmal eine geräuschbibliothek anzuhören, wenn es so etwas irgendwo frei zugänglich überhaupt gibt und sich durch diverse alltagsgeräusche zu hören. welche geräusche erinnern einen an vergangene erlebnisse? heutzutage sind mit dem computer zumindest manche geräusche auf cd oder dvd zu kaufen. man kann sich ja mal auf gut glück durchklicken. um vom ohr zur vergangenheit zu gelangen.