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biografisches schreiben und arbeit

hier habe ich schon öfter die bedeutung der arbeit für die eigene lebensgeschichte thematisiert, z.b. unter den überschriften „biografisches schreiben und … – … arbeiterbewegung – … arbeitsleben – … arbeitsverhältnisse“. die posts können hier über die suchfunktion aufgerufen werden. doch dieses mal möchte ich mich der frage widmen: wie viel arbeit macht biografisches schreiben?

viel, wenn man möglichst viele aspekte des eigenen lebens darstellen möchte. wie so oft steht hier die frage im vordergrund, wozu man seine eigene lebensgeschichte aufschreiben möchte. dies muss einem vor dem schreiben nicht bewusst sein, doch irgendwann gerät man an den punkt sich die frage zu stellen, wie viel arbeit man in seine biografie investieren möchte und warum.

wenn ich nur bestimme aspekte und lernerfahrungen meines lebens an andere generationen weitergeben möchte, kann ich mich inhaltlich beschränken. wenn ich nur die wichtigsten ereignisse für verwandte und bekannte auflisten möchte, kann ich mich auch beschränken. möchte ich aber meine persönliche entwicklung nachzeichnen, wird man schnell feststellen, dass dies ausufern kann. fängt man nämlich einmal an, das erlebte, das wahrgenommene und das gedachte zu notieren, wird man feststellen, dass es sich um viel mehr handelt, als man annahm. und wenn man noch genauer hinschaut, dann wird man feststellen, wie viele erlebnisse und ereignisse mit entscheidungen und überlegungen verknüpft sind.

nicht selten kommt das gefühl bei biografisch schreibenden im laufe der zeit auf, dass die eigene entwicklung nicht darzustellen ist, wenn man ein paar ereignisse unter den tisch fallen lässt, wenn man nur ausschnitte der eigenen gedanken und überlegungen wieder gibt. beläst man sie aber im text, wird es ein langer und eventuell für außenstehende langweiliger text. viel anstrengender und in arbeit ausartend ist aber der aspekt, dass man von hölzchen auf stöckchen kommt und den ausstieg aus der eigenen biografie nicht findet.

empfehlen kann man da zum beispiel: suchen sie eine thematik, einen aspekt aus, an dem sie ihr leben aufreihen. zum einen haben sie dadurch einen roten faden, zum anderen kann man auch ein einem detail die anderen entwicklungen festmachen, aber man beschränkt sich automatisch ein wenig.
oder sie entscheiden für sich „ich möchte mir die arbeit machen“. dann nehmen sie sich genug zeit für die überarbeitung. geben sie bekannten oder verwandten das unfertige werk zur rückmeldung. fühlen sie sich nicht persönlich getroffen, wenn das „zu viel“ zum thema wird. lesen sie sich ihre texte laut vor, um ein gespür für längen zu bekommen. gewichten sie ihre abschnitte mit einem punktesystem, um die abschnitte, die am wenigsten punkte erhalten, Weiterlesen

liste (123) – verwandlung

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um die „verwandlung“.

die drei ereignisse, die die stärksten veränderungen in meinem leben ausgelöst haben:

meine liebsten verwandlungen:

bekannte, die sich am stärksten verwandelt haben:

diese drei verwandlungen hätten wirklich nicht sein müssen:

drei verwandlungen, die ich noch an mir vornehmen möchte:

schreibidee (360)

wenn man anfängt nach schreibanregungen zu suchen, dann fängt man auch meist an, mit offeneren sinnen durch die welt zu laufen. man betrachtet dinge, die man erlebt hat, auch unter dem aspekt, ob diese eine geschichte wert sind. und je öfter man mit den ausgefahrenen antennen durch die welt läuft, um so häufiger nimmt man ereignisse und anekdoten wahr. darum dieses mal eine schreibanregung zu „anekdoten-sammlungen“.

diese schreibidee benötigt eigentlich einen längeren vorlauf, macht also in schreibgruppen sinn, die sich regelmäßig treffen und in denen gern auch mal kleinere aufgaben übernommen werden. dann kann man die gruppenteilnehmerInnen dazu einladen, sich ein notizbuch anzulegen, das sie möglichst immer mit sich herumtragen. in dieses notizbuch werden über einen längeren zeitraum alle erlebnisse, eindrücke oder szenen notiert, die einem „geschichtsträchtig“ scheinen.

ob es nun im öffentlichen nahverkehr, auf der strasse, am arbeitsplatz oder im nachtleben ist, es gibt immer wieder ereignisse, die einen schmunzeln lassen, einen empören oder vielleicht einen tief bewegen. solche momente sollten in dem notizbuch vor allen dingen festgehalten werden. wenn die aufgabe von der schreibgruppe konsequent verfolgt wird, dann sammeln sich im laufe der zeit eine ganze menge geschichten (und notizen) an.

als erstes werden bei dem anekdoten-sammlung- schreibgruppentreffen von allen teilnehmerInnen ihre notizbücher durchforstet. nun notieren sich die teilnehmerInnen die szenen noch einmal in einem kleinen abschnitt von ein paar sätzen. der schwerpunkt liegt noch nicht darauf, eine geschichte daraus zu machen, sondern in ein paar worten das erlebte wiederzugeben.

anschließend stellen alle teilnehmerInnen ihre abschnitte in der schreibgruppe vor. die schreibgruppe wählt aus dem persönlichen pool der ereignisse pro person zwei beispiele aus, zu denen sie später eine geschichte hören möchte (dies macht man am besten per stimmzettel oder durch kurze abstimmungen per handaufzeigen). nun schreiben die teilnehmerInnen zu den gewählten notizen zwei geschichten. die geschichten werden anschließen in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

zum abschluss wählt die schreibgruppe aus den jeweils zwei dargebotenen geschichten noch einmal eine aus. und aus allen ausgewählten geschichten kann eine anekdoten-sammlung der schreibgruppe erstellt werden. entweder veröffentlcht man diese gemeinsam im internet, man kopiert oder druckt ein kleines büchlein oder man veranstaltet eine lesung dazu. der titel könnte zum beispiel lauten „die letzten drei monate in xy – anekdoten, die das leben schrieb“.

natürlich können die kurzbeschreibungen der notizen auch ausgetauscht werden und andere gruppenteilnehmerInnen schreiben eine geschichte dazu, oder man wählt selber die bevorzugte geschichte aus. die sammlung lässt sich über einen längeren zeitraum fortführen und es werden immer wieder neue geschichten von den schreibenden beigesteuert. der alltag bietet zumindest anregungen ohne ende.

biografisches schreiben und kombinieren

wenn man sich seine lebensgeschichte anschaut, dann gab es mit großer wahrscheinlichkeit immer wieder ereignisse, die sich ähnelten aber jedesmal unterschiedlich verliefen, je nachdem, welche menschen aufeinander trafen, was in der folge passierte. selbst wenn man sich bemüht, alle äußeren bedingungen identisch zu gestalten, hat jedes ereignis seine ganz eigenen regeln und verläufe. es lässt sich nichts vorhersagen.

beim biografischen schreiben kann man den blick auf die ereignisse werfen, die einen am meisten erstaunten. man dachte, man weiß, was passieren wird, ahnte die folgen der kombination und wurde überrascht. listen sie doch einmal die überraschungen ihres lebens auf. und schauen sie, wie sie mit den überraschungen umgingen. die spontanen reaktionen sind oft die spannendsten, wenn man sich selber noch ein wenig kennenlernen möchte.

natürlich kann man sich noch ganz andere kombinationen des eigenen lebens anschauen. welche menschen brachte man gern zusammen, mit welchen menschen brachte man sich selber gern zusammen und welche menschen passten gar nicht in einen raum? woran lag es, was geschah?

oder blicken sie auf ihre ästhetische welt: welche farben, welche muster und welche kleidung haben sie gern zusammengebracht, wurden zu ihren erkennungszeichen? warum gefielen ihnen die kombinationen? wie reagierten andere Weiterlesen

liste (103) – kombinieren

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „kombinieren“.

meine liebsten farbkombination:

meine liebsten cocktails:

zwei ereignisse meines lebens, die ich am liebsten miteinander kombinieren würde:

die absurdesten kombinationen von dingen, ereignissen, musik, literatur, essen …, die mir gefallen:

meine liebsten musik-remixe:

biografisches schreiben und lust (2)

über die lustvollen erlebnisse im eigenen leben wurde hier schon nachgedacht und darüber wie man sie in die eigene biografie einbinden könnte (siehe https://schreibschrift.wordpress.com/2009/06/15/biografisches-schreiben-und-lust/). doch dieses mal möchte ich den blick auf die lust am biografischen schreiben lenken, denn die beschäftigung mit dem eigenen leben hat auch eine sehr angenehme komponente, mit der wenige rechnen.

beim biografischen schreiben geht es nicht nur darum, vergangenheiten aufzuarbeiten, verdecktes offenzulegen und erinnerungen zu reaktivieren. es geht auch darum, sich seiner zu vergewissern, also für sich selbst eine haltung zu finden, die nicht mit vergangenem hadert. oft wird erklärt, dass der schritt dorthin anstrengend und schwer sei. sich all die widrigkeiten zu vergegenwärtigen, um sie loszulassen, koste viel energie und es gehe einem dann nicht immer gut. das ist möglich, doch oft genug ist das gegenteil der fall.

die schönen momente im leben vergessen wir gern schneller, als die widrigen. das schmerzhafte und problematische bleibt anscheinend besser im langzeitgedächtnis haften und scheint leichter abrufbar zu sein. fragen sie einmal andere menschen, welches die eindrücklichsten erlebnisse in ihrem leben waren und sie bekommen oft traumatische ereignisse geschildert. viele schreibtechniken des biografischen schreibens können aber auch darauf angewendet werden, sich verstärkt an die schönen dinge der eigenen biografie zu erinnern.

und plötzlich fällt menschen auf, wie viele schöne momente sie erlebt haben. es geht mir hier nicht um vorstellungen des „positive thinking“, sondern um das gleichgewicht Weiterlesen

biografisches schreiben und schreiben

beim biografischen schreiben geht es ebenso um ein angenehmes schreiben, wie beim kreativen schreiben. und doch steht die kreativität nicht so im vordergrund, scheinen nicht alle gestalterischen und künstlerischen freiheiten sinnvoll. denn das biografische schreiben verfolgt vor allen dingen eine linie, den eigenen erinnerungen auf die spur zu kommen.

dabei kann manchmal ein recht strukturiertes schreiben hilfreich sein. es geht darum, beim schreiben reihenfolgen herzustellen, eventuell zeitintervalle zu betrachten. in diesen momenten tritt das schreibwerkzeug ein wenig in den hintergrund und es scheint wichtiger, die abfolge der ereignisse nicht zu vertauschen, möglichst wahrhaft die eigene lebensgeschichte wiederzugeben. so kann man sich tabellen anlegen, karteikarten füllen oder sich an datenreihen entlang bewegen. erst wenn die daten stimmig sind, dann können schreibweisen und schreibwerkzeuge gewählt werden.

doch auch hierbei gibt es eine sinnvolle vorüberlegung: vielleicht am computer schreiben, da sich dort am leichtesten in die abfolgen neue erinnerungen einfügen lassen. das eigene leben bildet sich oft wie ein patchwork-teppich ab, die wieder zusammengefügt werden will. natürlich lassen sich die texte handschriftlich vorformulieren, aber letztendlich zusammenfügen und ein leben abbilden lässt sich leichter am pc.

der einstieg in die eigene biografie kann auch ganz ohne schreiben erfolgen. professionelle biografie-schreiberInnen führen interviews. dies kann man ebenso für sich selber nutzen. man lade junge menschen Weiterlesen

schreibidee (334)

es gibt tage, da wacht man auf, erinnert sich an wilde träume, man fühlt sich verspannt, hat leichte kopfschmerzen, steht sozusagen mit dem linken bein auf. im laufe des tages geschehen einem absurde kleinigkeiten, gleich zu beginn verschüttet man den kaffee, die filtertüte zerreisst, während man sie in den mülleimer werfen möchte. die milch ist sauer, das brötchen fällt auf die beschmierte seite … man schaut in den kalender: entweder ist vollmond oder freitag, der 13te. zu letzterem die schreibanregung für „freitag-den-13ten-geschichten“.

gleich zu beginn werden von den schreibgruppenteilnehmerInnen zwei kleine geschichten geschrieben. beide sollen von alltagsbegebenheiten handeln, die an manchen tagen gern gehäuft auftreten und die „murphys gesetzen folgen“. sie verlaufen nach dem motto: wenn sie sich in einer kassenschlange anstellen, können sie davon ausgehen, dass es in ihrer schlange am längsten dauert und alle anderen kassenschlangen sich schneller fortbewegen. so kann zum beispiel die hektik wegen eines wichtigen termins beschrieben werden, in der während des schuhe anziehens die schnürsenkel reissen o. ä.. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen.

anschließend werden am flipchart weitere klassische begebenheiten gesammelt, bei deren häufung man glauben könnte, jemand habe etwas gegen einen. anschließend werden noch zeichen des aberglaubens am flipchart gesammelt. auch zu jeweils einem zeichen sollte eine maximal zwei seiten lange geschichte geschrieben werden. die geschichten werden vorgelesen.

denn dann wird die eigentliche „freitag-den-13ten-geschichte“ geschrieben. es soll sich dabei um eine geschichte handeln, die an die filme erinnert, bei denen man denkt: schlimmeres kann jetzt aber nicht mehr passieren, doch die autorInnen haben noch eins draufgesetzt und die nächste katastrophe passiert. diese aneinanderreihung ergibt erst den gedanken, an diesem tag müsse etwas übernatürliches sich gegen einen gerichtet haben. die schreibgruppenteilnehmerInnen dürfen in alle fantasietöpfe greifen, die ihnen einfallen, seien die ereignisse noch so absurd.

zum abschluss werden die geschichten vorgetragen und es wird in einer feedbackrunde ein kleines ranking erstellt, wer die absurdeste abfolge von ereignissen beschrieben hat. vielleicht wollen dann alle noch eine kurze geschichte darüber schreiben, wie man dem aberglauben begegnen und ihn außer kraft setzen kann, damit am nächsten freitag, den 13ten einem die tote taube, die vor die füße fällt, keinen schrecken einjagt 😉

liste (79) – schicksal

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „schicksal“.

in diesen momenten hat mich das schicksal am härtesten getroffen:

in diesen momenten hat mich das schicksal am glücklichsten getroffen:

so reagiere ich am ehesten, wenn mich schicksalsschläge (negativ oder positiv) treffen:

dieses schicksal möchte ich nie erleiden:

manche dinge, die andere als schicksal ansehen, sehe ich eher so:

kreatives schreiben und finden

beim kreativen schreiben sucht man ein thema, eine schreibidee, eine geschichte. im wahrsten sinne des wortes liegen die meist auf der strasse. einmal durch zwei strassen tagsüber gegangen, ein wenig nach links und rechts geschaut, und es bieten sich diverse geschichten an. ob es nun die zwei älteren damen sind, die sich gegenseitig unterhaken und darüber klagen, wie sehr die zu uns kommende polarluft sie zwingt, die heizung anzuschalten.

oder die zwei jungs, die sich darüber unterhalten, wie cool ihr neues digitales ballerspiel ist und auf welchem level sie sich gerade befinden. dann gibt es da den älteren mann, der jeden tag sehr hektisch zum einkaufen schreitet, um immer mit ungefähr einem kilo orangen zurück zu kommen. oder die jüngere frau, die übergewichtig zwei mini-hunde ausführt. die beiden hunde kläffen alles an, was sich bewegt. dies bedeutet tagsüber, sie kläffen eigentlich nur.

dann ist da die frau, die vor einem hauseingang steht aber nicht klingeln kann. sie ist zu früh vor der tür ihre therapeuten, der gerade noch eine andere sitzung abhält. sie kaut ihre fingernägel, ihr geht es heute nicht gut. der heizungsinstallateur, der seine mittagspause am strassenrand im auto verbringt, seine stulle ist und laut den schlagersender hört. am liebsten würde er dazu tanzen, aber das wäre nicht sehr männlich in seinen augen.

zu allen ereignissen und menschen kann man geschichten finden, kann sich ihr zuhause vorstellen, das letzte telefongespräch, das sie geführt haben, als dialog aufschreiben oder das auf der strasse mitgehörte laute telefongespräch wiedergeben. man kann die personen aufeinandertreffen lassen. was passiert, wenn sich die kleinen kläffer in den beutel mit orangen Weiterlesen

schreibidee (299)

der stete wandel der gesellschaft vollzieht sich schnell, im laufe der jahre für viele menschen zu schnell. es ist wahrscheinlich sowohl eine alterserscheinung als auch realität, dass man das gefühl hat, der wandel beschleunige sich stetig. dazu kommt, dass im alter gefühlte zeit schneller vergeht. es gibt untersuchungen dazu, dass dieses gefühl bei allen älteren menschen früher oder später aufkommt. und gleichzeitig verstärkt sich die vorstellung, mit dem gesellschaftlichen wandel nicht mehr mithalten zu können. die vergangenheit erscheint häufiger gülden und rosa, die gegenwart wirkt fremd und schal. eine schreibanregung zur aussage „früher war alles besser„. (eine aussage, die heute auch schon gern von 30-jährigen getroffen wird.)

diese schreibanregung ist eher biografischer natur. es wäre in der schreibgruppe vorher zu klären, ob interesse daran besteht. dann kann zum einstieg notiert werden, welche dinge, gegenstände und verhaltensweisen man aus früheren zeiten vermisst. manches davon existiert heute weiter (zum beispiel das brausepulver), manches ist verschwunden (die klebenden spülmittelblumen). von generation zu generation werden dies verschiedene erinnerungen sein. die stichworte sollten in der schreibgruppe vorgestellt werden, da man entweder andere generationen kennenlernen kann oder parallelen zu den anderen schreibgruppenteilnehmerInnen finden kann.

nun sind zwei kurze texte zu verfassen: zum einen ein maximal zweiseitiger text voller unverständnis für die heutige zeit. welche entwicklung, welcher wandel strengen einen an, kann man nicht nachvollziehen? und zum anderen eine auch maximal zweiseitige hymne auf das güldene zeitalter vor etlichen jahren. was vermisst man heute, was hat einem damals besonders gefallen oder was würde man gern neu beleben?. auch diese texte werden kurz vorgetragen, es findet keine feedbackrunde statt.

anschließend wird eine längere geschichte oder betrachtung zu der aussage „früher war alles besser“ geschrieben. natürlich darf man dieser behauptung widersprechen. trotz allem sollte der text recht persönlich gehalten werden, also nicht unbedingt übergreifende philosophische betrachtungen angestellt werden. die geschichte wird anschließend vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt. in der runde können nur aussagen zur schriftlichen umsetzung der eindrücke getroffen werden, es können keine persönlichen eindrücke verhandelt werden.

zum abschluss dann noch einen blick weiter zurück. mensch verklärt nicht nur gern die eigene vergangenheit, auch etliche zeitalter werden idealisiert. so feiern die einen das mittelalter, die anderen die zeit der römer, der griechen oder der azteken. bei genauerer betrachtung wird man schnell mit grausamkeiten konfrontiert, die man heute in unserer gesellschaft nicht mehr erleben möchte. alle schreibgruppenteilnehmerInnen wählen sich ein zeitalter und formulieren in einem maximal zweiseitigen text, warum dieses zeitalter keinen spaß machte. historisch muss das nicht ganz stimmig sein, fantasie und kreativität dürfen gern eingesetzt werden. die texte werden in der gruppe vorgetragen.

schreibidee (294)

wie sieht ein tag im leben einer eintagsfliege aus? recht abwechslungsreich und vielfältig, wenn man den tierdokumentationen glauben kann, die im fernsehen laufen. wie sieht aber der alltag eine menschen? viele würden sagen, dass der alltag oft etwas eintöniges und in wiederholungsschleifen verharrendes. blickt man jedoch ins detail, dann offenbaren sich meist kleine, intensive und überhaupt nicht von routine geprägte momente. darum die anregung zu „one-day-stories (ods)„.

zu beginn muss sich die schreibgruppe darauf einigen, wie detailreich sie einen tagesablauf beschreiben möchte. dazu sollen zeitfenster benannt werden. man kann sich entweder an einteilungen wie „morgen“, „mittag“ und „abend“ orientieren, man kann uhrzeiten benennen oder kriterien wie „aufstehen“, „frühstück“ und „arbeiten“. hat man sich auf die details geeinigt beginnt die wahl der charaktere. diese schreibanregung ist keine form des biografischen schreibens, obwohl dies eine weitere variante wäre.

alle schreibgruppenteilnehmerInnen erfinden jeweils drei charaktere, die sie in einem kurzen steckbrief beschreiben. in diese vorstellung fließen schon ideen zum tagesablauf ein, da zum beispiel beruf oder familienstand festgelegt werden. die steckbriefe werden in der schreibgruppe vorgestellt und die schreibgruppe stimmt darüber ab, welcher charakter in der folge von den schreibenden verwendet werden soll.

dann startet die erste zeitetappe: fünf minuten lang werden kurz stichworte notiert, was in diesem zeitabschnitt passiert. anschließend wird die geschichte dieses einen tages gestartet: auf maximal zwei seiten wird der erste zeitabschnitt in einen bericht oder eine geschichte eingebunden und beschrieben. dieser kurze text wird in der schreibgruppe vorgetragen, auch als anregung für die anderen teilnehmerInnen, es findet keine feedbackrunde statt.

nun werden schritt für schritt (mit zeitvorgaben für den schreibprozess) die anderen zeitetappen geschrieben. hierbei können besondere details herausgearbeitet werden oder auch die eintönigkeit im text niederschlag finden. die weiteren abschnitte werden nicht vorgelesen, sondern beiseite gelegt. sind alle zeitabschnittte der one-day-story geschrieben, werden sie zusammengeführt, falls notwendig. es ist keine vorgabe vorher, dass der tagesablauf in einem stück verfasst wird, somit können nun noch übergänge und brücken zu den anderen zeitabschnitten verfasst werden. zum abschluss wird dann noch die überschrift „ein tag im leben von xy“ vorangestellt. dann werden die tagesabläufe vorgelesen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt.

als erweiterung dieser schreibidee ist es vorstellbar, dass man mehrere tagesabläufe verfasst und sich dabei charaktere, die man entwickelt hat, verschränken und verstricken. somit entsteht im laufe der zeit ein gewebe eines tages, an dem sich die wege verschiedener menschen kreuzen und wieder trennen. zum abschluss kann man diese episoden verschachteln und collagenartig zusammenfügen ohne weitere übergänge zu schaffen. dies ist die schriftliche variante der episodenfilme, die einen festen zeitraum umreissen.

liste (36) – freude

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um die „freude„.

diese dinge würden mir heute viel freude bereiten:

und das alles würde mir generell die größten freuden in meinem leben bereiten:

menschen, die mir immer wieder freude bereiten:

so drücke ich meine freude am liebsten aus:

das waren bis jetzt meine freudigsten momente:

biografisches schreiben und freude

gern schaut man auf die dramen, probleme und schwierigkeiten in der eigenen lebensgeschichte. sie lassen sich meist schnell benennen, sie fallen gleich ein, wenn man seine biografie aufschreibt. praktisch gesehen, lassen diese schwierigen momente sich leichter beschreiben, man hat klarere anhaltspunkte. sei es ein konflikt, ein ereignis oder auch nur eine entwicklung.

freude dagegen ist schwerer zu fassen. wie umschreibe ich einen freudigen moment, wenn es nicht gerade ein lottogewinn oder eine hochzeit ist? und vor allen dingen, wie beschreibe ich solche schöne momente, damit sie auch für andere nachvollziehbar sind. seltsamerweise sind die schlimmen dinge für viele leichter nachzuvollziehen, denn die schönen. wie wenn die freude viel subjektiver sei, als das leid. es kann aber auch sein, dass die worte, die für leidenden momente verwendet werden, für viele nachvollziehbarer sind. wenn etwas schmerzt oder quält, dann lässt sich das gefühl nachvollziehen.

doch wenn etwas freut, dann sieht die eigentliche freude bei menschen sehr verschieden aus. die einen tanzen durch die wohnung, andere kugeln sich vor lachen und wiederum andere schmunzeln in sich hinein. so scheint es beim biografischen schreiben notwendig, beschreibende worte für die freude zu finden. was ist geschehen? wie fühlt es sich für einen an, wenn freude aufkommt? und wie verleiht man seiner freude ausdruck?

also dies ist natürlich keine verpflichtung. Weiterlesen

schreibidee (231)

wer führt nicht gern ein leben, in dem wirklich was los ist? manch einer freut sich über einen alltag, der abwechslungsreich, spannend und lebhaft ist. dabei sind einige dinge das eigentliche salz in der suppe. abermals kann hier nicht verallgemeinert werden. für jeden mensch schmeckt anderes salzig. darum dreht sich diese schreibanregung um „salzige geschichten„.

als einstieg gibt es verschiedene salz“typen“ zur auswahl darüber zu schreiben. es werden glaubersalz, streusalz, meersalz, jodiertes salt und dergleichen mehr zur auswahl gestellt. alle schreibgruppenteilnehmerInnen wählen sich einen salztyp aus und schreiben eine kurze geschichte von maximal zwei seiten dazu. die geschichten werden vorgelesen. es gibt keine feedbackrunde.

anschließend bewegt sich diese schreibanregung in die richtung des biografischen schreibens. die schreibenden notieren für sich ereignisse ihres lebens, die für sie das salz in der suppe darstellen. sie erstellen eine kurze liste und beschreiben die ereignisse jeweils mit einer viertel seite. es kann sich dabei um alltägliche begebenheiten oder auch um einmalige situationen handeln, die das persönliche leben lebhaft machen. diese listen werden nicht vorgestellt.

anschließend wird das ereignis ausgewählt, das einen heute noch am meisten beschäftigt und vielleicht die größte freude macht. dazu wird eine längere geschichte geschrieben (es muss sich dabei um keinen biografischen text handeln, die teilnehmerInnen können ihrer fantasie freien lauf lassen). die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen und es gibt ein feedbackrunde.

zum schluss greifen wir noch einmal tief in das salztöpfchen. denn nun wird noch eine kurze geschichte verfasst, die von der versalzenen suppe handelt. denn zu viel salz in der suppe kann den geschmack zum kippen bringen. also sollte noch ein text, der nicht mehr als zwei seiten umfassen sollte. was geschieht, wenn ein essen versalzen ist? warum wurde es versalzen? wie sieht ein versalzenes leben aus? auch hier gibt es wieder viel raum für kreative einfälle. die texte werden ohne feedback in der gruppe vorgetragen.

schreibidee (206)

kaum hat man einmal angefangen, aufmerksamer auf der suche nach kleinen begebenheiten und geschichten durch die welt zu laufen, fällt einem auch immer mehr auf. man notiert auf kleine zettelchen, in kladden oder auf blöcke. dazwischen schieben sich diverse schreibideen und all dies liegt auf halde. denn man kann gar nicht so viel schreiben, wie man möchte. irgendwann sammeln sich diese notizen wie fallobst in allen winkeln der wohnung an. zeit eine schreibanregung für „fallobst-geschichten“ zu geben.

vor dem treffen der schreibgruppe werden die teilnehmerInnen aufgefordert, all ihre übrig gebliebenen ideen, die sie auch anderen zur verfügung stellen wollen, mitzubringen. als einstieg werden alle aufgefordert den sitznachbarInnen links von ihnen, eine schreibanregung zu überreichen, die sie extra für sie ausgewählt haben. wie die anregung (eben eine begebenheit oder eine schreibidee) dann umgesetzt wird, bleibt den teilnehmerInnen überlassen. sind die texte fertiggestellt, werden sie in der schreibgruppe vorgetragen. beim feedback dürfen die ideenlieferantInnen eine rückmeldung geben, ob sie sich die umsetzung ihrer anregung so vorgestellt haben.

in der zweiten runde werden alle (oder zumindest ein großteil) der mitgebrachten ideen und anregungen auf dem flipchart gesammelt und allen zur verfügung gestellt. alle schreibgruppenteilnehmerInnen können sich die anregung auswählen, die ihnen am besten gefällt, und verfassen dazu eine geschichte. die fallobst-geschichten werden anschließend, nach einer längeren bearbeitungzeit vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

am schluss des schreibgruppentreffens sollte überlegt werden, ob man die schreibanregungen aller teilnehmerInnen nicht in einer liste sammelt, notiert, und beim nächsten treffen verteilt. so haben alle einen großen pool an schreibideen, den sie für sich nutzen können, wenn sie lust dazu haben. es kann natürlich auch sein, dass sich ihre fallobst-menge danach einfach nur erhöht hat. aber, man kann ja immer darauf zurückgreifen, wenn einem mal nichts einfällt, worüber man schreiben könnte.

biografisches schreiben und fernsehen

die digitale revolution verändert unser leben. aber davor war das fernsehen. das medium fernsehen vollzog seinen siegeszug durch die gesellschaften noch schneller als das radio. dabei war das radio schon schneller als die zeitungen. jedesmal wurde diskutiert, dass das eine medium das andere medium verdrängt und dieses zur verarmung des sozialen austausches führt. jedesmal hat sich dies nicht bewahrheitet. dass teilweise niveaulose kost durch die glotze rauscht, scheint andere gesellschaftliche ursachen zu haben.

so ist inzwischen auch beinahe jeder mensch mit einem fernseher im hintergrund, mit den samstagabenshows, mit dem wort zum sonntag oder mit der tagesschau aufgewachsen. das gesehene wurde zum tagesgespräch, die einschaltquoten der meist drei staatlichen sender waren enorm. das fernsehen klärte auf, führte debatten, bildete den alltag ab oder holte die weltereignisse ins wohnzimmer. da wäre es verwunderlich, wenn der umgang mit dem medium keinen einfluss auf die lebensgeschichte, die eigene biografie gehabt hätte. das fernsehen bot neben dem buch, die möglichkeit dem alltag zu entfliehen, es bot aber ebenso die möglichkeit gesellschaftliche proteste abzubilden und zum eigenen protest anzuregen. das fernsehen war ruhiger und es war politischer.

die treffen gleichaltriger wenden sich in den gesprächen gern den nostalgischen erinnerungen an „daktari“, „pipi langstrumpf“, den „tschechischen märchen“ oder „mondbasis alpha 1“. vor vierzig jahren sind die ersten generationen mit der „sesamstraße“ aufgewachsen. oder vor ungefähr dreissig jahren saß die halbe nation vor der serie „holocaust“, um abermals das dritte reich zu verstehen. gern schaltete sich auch der bayerische rundfunk aus dem gemeinschaftsprogramm der ard aus, wenn zu provokante filme und debatten gezeigt wurden. eine heute unvorstellbare tatsache. in den usa führten die bilder über den vietnamkrieg zur veränderung der politischen landschaft, in deutschland war es die friedensbewegung und ihr medialer effekt.

es waren also viele an der nutzung eines mediums zur gleichen zeit beteiligt. heute splittet sich das immer stärker auf. Weiterlesen

biografisches schreiben und loslassen

beim biografischen schreiben bekommt „das loslassen“ eine ganz andere bedeutung. natürlich geht es auch beim schreibprozess zur eigenen lebensgeschichte darum, die texte und geschichten loszulassen. doch hier steht diese entscheidung nicht im vordergrund, da oft nur für sich selber geschrieben wird, ganz klar ist, dass die intimsten details des eigenen lebens nicht für andere bestimmt sind.

bei aufschreiben der eigenen biografie stellt sich eher die frage, wann musste man was oder wen in seinem leben loslassen? eine frage, die meist nicht leicht fällt, ebenso wie das damalige loslassen schwer fiel. allein der begriff „loslassen“ beinhaltet ja schon, dass man etwas festhält. ursache scheint das festhalten an vorstellungen zu sein, die man während der eigenen entwicklung irgendwann über den haufen wirft. dabei kann es die vorstellung eines lebensziels sein oder die vorstellung von einer beziehung zu einem bestimmten menschen. es kann aber auch die idee sein, dass gerade alles ganz in ordnung ist und sich nichts ändern sollte.

aber das leben an sich ist tückisch und basiert auf dem prinzip des kommen und gehens. da der mensch fähig ist, darüber zu reflektieren, kann die erkenntnis darüber (zum beispiel beim tod eines geliebten menschen) eine erschreckende sein. Weiterlesen

ab wann habe ich eine lebensgeschichte?

der gedanke, erst im hohen alter lohne es sich, seine lebensgeschichte aufzuschreiben, ist weit verbreitet. viele menschen gehen davon aus, dass sie in jüngeren jahren noch nicht viel zu erzählen. sie leben in der erwartung, dass noch viel passieren wird. und erst wenn viel passiert ist, haben sie auch anderen etwas mitzuteilen. dabei kann es vorkommen, dass sie jahre später der meinung sind, es sei immer noch nicht viel in ihrem leben geschehen. und so finden sie sich dann in hohem alter in der situation wieder, dass sie der meinung sind, es sei nichts aus ihrer vergangenheit mitteilenswert.

in diesem gedanken steckt zum einen die vorstellung, es benötige dramatische entwicklungen, um etwas erzählen zu können. zum anderen wird davon ausgegangen, dass biografisches schreiben sich vor allen dingen an den leserInnen orientiere. letzteres habe ich hier schon thematisiert. ich möchte mich der frage zuwenden, ab wann ich davon ausgehen kann, eine „lebensgeschichte“ erlebt zu haben. auch hier ist die erste antwort kurz und knapp: ab dem moment, ab dem ich schriftlich beschreiben kann. fragen sie einmal ein kind, was es denn bis jetzt so erlebt hat und sie werden viele geschichten erzählt bekommen.

nur erwachsene fangen an, vieles erlebte als bedeutungslos zu bezeichnen. meist sind die wertungen über erlebtes gar nicht ihre eigenen, sondern annahmen, die sie aufgrund der urteile anderer machen. orientiere ich mich zum beispiel an einem extremsportler, erscheint mein leben in bezug auf körperliche anstrengungen und extremerfahrungen sicherlich nüchtern und langweilig. ich vergleiche in diesem moment aber birnen mit äpfeln. im vordergrund für das biografische schreiben sollte zu beginn die einfache frage stehen: was hat mich am meisten bewegt? es gibt keinen menschen, den nichts bewegt hat.

bewegen können einen „kleine“ ereignisse, wie ein kinoabend, an dem man einen film gesehen hat, der einen in den grundfesten der eigenen vorstellungen erschüttert hat. bewegen kann einen natürlich auch, eine traumatische situation erlebt zu haben, wie den tod eines geliebten menschen. kinder machen einem aber vor, dass ganz alltägliche begebenheit ebenso wichtig und bewegend erlebt werden können. natürlich entwickelt man in manchen zusammenhängen im laufe seines lebens eine routine. Weiterlesen

schreibidee (172)

der mensch teilt sich die zeit ein. die natur kennt zeit nicht, sie kennt ausschließlich abläufe. wir dagegen versuchen ein korsett für die abläufe zu finden. ein jahr ist ein schöner zeitabschnitt. doch ein jahrzehnt klingt gewichtiger und begründet meist eine neue generation in mode, musik, politik, kultur und dergleichen mehr. da erinnern wir uns, je nach alter, an das letzte jahrhundert, doch es fällt schwer dafür einen umfassenden begriff zu finden. doch mit den 40ern, den 50ern, 60ern und 70ern, 80ern, 90ern können wahrscheinlich alle etwas verbinden. es geht in der woche des biografischen schreibens um meine eigene persönliche verbindung zu den jahrzehnten. darum lautet die schreibidee auch „mein jahrzehnt„.

als einstieg werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, für jedes der jahrzehnte, das sie miterlebt haben, 10 assoziationen zu notieren. im anschluss gibt es die möglichkeit mit hilfe verschiedener recherchemöglichkeiten (internet, bücher, zeitungen, datenbanken…), die notizen zu den jahrzehnten zu erweitern. die teilnehmerInnen können sich noch ein paar ereignisse in die erinnerung rufen und sollten die eindrücklichsten zum jeweiligen jahrzehnt auswählen und notieren.

anschließend verfassen alle eine viertelseitige kurzbeschreibung zu den jeweils erlebten jahrzehnten. diese kurzfassungen werden in der schreibgruppe vorgelesen. sie können auch für die anderen teilnehmerInnen zusätzliche anregungen sein, sich zu erinnern. wenn alle beschreibungen vorgestellt wurden, suchen sich die teilnehmerInnen jeweils „ihr“ jahrzehnt aus. welches jahrzehnt war das wichtigste, das beeindruckendste für sie? im anschluss wird zum ausgewählten jahrzehnt ein cluster erstellt. dieses cluster konzentriert sich auf die persönlichen erlebnisse.

nun geht es darum, eine geschichte zum titel „mein jahrzehnt“ zu schreiben. um alles noch mehr unterfüttern zu können, wenn bedarf besteht, kann zum gewählten jahrzehnt weiter recherchiert werden. sind alle infos zusammengetragen, lässt sich vielleicht ein thema für das gewichtige jahrzehnt finden. es kann ein überblickstext, eine persönlich bedeutende geschichte geschrieben, eine entwicklung beschrieben oder ein kreative geschichte fantasiert werden. die texte werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen. das feedback sollte unter dem blickwinkel, wie treffend das jahrzehnt erfasst wurde, stattfinden. finden sich die anderen gruppenteilnehmerInnen auch in dem text wieder oder haben sie alles anders erlebt?

zum abschluss kann eventuell noch eine doku über die jeweiligen jahrzehnte angeboten werden. in einer biografischen schreibgruppe kann die schreibidee insoweit abgewandelt werden, dass zu einem festgelegten jahrzehnt texte verfasst werden.