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schreibidee (388)

unsere zeit wird immer knapper (siehe posts vom 02.08.12), die erschöpfungszustände der menschen nehmen zu, die psychosomatischen erkrankungen und störungen steigen an und viele menschen fühlen sich ständig gehetzt. kaum haben sie urlaub, fällt es vielen schwer, sich überhaupt wieder runterzubringen und zu regenerieren. dabei gibt es so vielfältige möglichkeiten wie sauna, meditation, genussvoll essen, faulenzen, … darum eine schreibanregung zu „regenerationstexten“.

was benötigen wir zur regeneration? diese einstiegsfrage wird den schreibgruppenteilnehmerInnen gestellt. alle notieren sich ein paar stichpunkte und wählen anschließend drei punkte aus. zu diesen punkten entwerfen sie einen werbeslogan oder ein werbegedicht. zum beispiel: „neben flora und fauna, hilft zum entspannen auch die sauna!“. die slogans werden in der schreibgruppe vorgestellt.

im nächsten schritt wählen die teilnehmerInnen für sich aus, welche form der regeneration ihnen am besten gefällt. dabei können die werbesprüche, vielleicht auch anderer teilnehmerInnen, als überschrift aufgegriffen werden, um nun einen längeren text über diese regeneration zu schreiben. dabei sollen, wie in einem werbetext die vorzüge und benefits blumig geschildert werden. diese texte dürfen auch gern satirische züge annehmen. anschließend stellen alle teilnehmerInnen ihre lieblingsform in der schreibgruppe vor. es findet eine kurze feedbackrunde statt, in der auch eine rückmeldung gegeben wird, wie sehr man sich vom werbetext angesprochen fühlt.

nun sollen aber eigentliche regenerationstexte verfasst werden. hierzu kann im vorfeld in der schreibgruppe eine kurze diskussion geführt werden, ab welchem moment texte vielleicht zur regeneration beitragen. so kann es sich zum beispiel um meditationstexte oder „wohlfühl“texte handeln. es kann sich um kraftspendendes handeln oder um beruhigendes, positiv gedachtes und vieles mehr. es gibt keine weiteren vorgaben für den zu schreibenden text, die geschichte. anschließend werden die texte, eventuell auch in einem besonderen tonfall, ja nach idee, in der schreibgruppe vorgetragen. es findet eine ausführliche feedbackrunde statt, in der alle teilnehmerInnen benennen können, wie diese form der regeneration auf sie wirkt.

zum abschluss gibt es noch eine kleine persönliche schreibübung. alle schreibgruppenteilnehmerInnen formulieren für sich eine kurze list, in die sie ihre ganz persönlichen regenerationswünsche für die nächste zeit eintragen. dabei können auch gern daten genannt werden, wann diese form der regeneration umgesetzt werden soll. die liste wird nicht in der gruppe vorgetragen, sondern mit nach hause genommen und vielleicht umgesetzt.

liste (111) – genuss

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um den „genuss“.

das kann ich so richtig gut genießen:

und das verdirbt mit regelmäßig das genießen:

beim essen genieße ich am liebsten:

das gehört für mich zum genießen auf alle fälle dazu:

meine besten strategien, um zeit zum genießen zu haben:

kreatives schreiben und reisen (2)

es gibt erkenntnisse, die urlaub und reisen nicht nur als erholung darstellen. zum einen fühlen sich etliche menschen, wenn plötzlich mehr ruhe in ihr leben einkehrt, nicht unbedingt besser. der beginn eines urlaubs kann davon belastet sein, dass erst einmal all die gedanken und dinge verarbeitet werden müssen, die in der stressigen berufszeit beiseite geschoben wurden. wenn sich dann jemand auf reisen begibt und auch dabei kaum ruhephasen hat, dann sorgen die zusätzlichen vielen neuen eindrücke für ein zusätzliches stresspotential.

kreatives schreiben kann eine möglichkeit sein, eindrücke im urlaub zu verarbeiten und als anregung zu nutzen. zwar stellt auch das schreiben nicht unbedingt eine ruhephase dar, aber es kann entlastende wirkung haben. außerdem ist das immer so eine sache mit den fotografien von reisen. sie können visuelle eindrücke wiedergeben, aber nicht die gefühle und empfindungen, die man dabei hatte. wie wäre es also, etwas über den urlaub zu schreiben. angefangen bei einem reisetagebuch, morgenseiten, zu denen man im alltag keine zeit findet, einen reisebericht oder auch nur geschichten und ereignisse, die man am wegesrand erlebt?

man kann auch noch einen schritt weitergehen und eine reise ausschließlich dem schreiben widmen. man kann für sich entscheiden, dass man einen schreiburlaub macht. man wählt sich einen ort, der einem ruhe vermittelt, man lässt die modernen kommunikationsmittel zuhause Weiterlesen

schreibidee (268)

bald starten die sommerferien in berlin. noch diese woche schule, dann ab in den urlaub. und im urlaub entspannen, sich umschauen, einen blick auf sich selbst werfen und möglichst wenig konflikte erleben. aber das ist oft leichter gesagt als getan. denn alle fahren in urlaub, die flieger sind voll, die züge sind voll, die autobahnen sind voll, die urlaubsgebiete sind voll. da ist es vielleicht entspannend, sich den frust hinterher von der seele zu schreiben. darum eine schreibanregung zu „urlaubsfiasko-geschichten„.

die schreibgruppenteilnehmerInnen werden als erstes aufgefordert, auf maximal zwei seiten, ihren schlimmsten urlaub oder ihr schlimmstes urlaubserlebnis zu beschreiben. diese kurzen berichte werden in der schreibgruppe vorgetragen.

im zweiten schritt werden drei kleine (urlaubs)geschichten erzählt: eine geschichte über menschliche zwistigkeiten im urlaub, eine über widrigkeiten der natur (zum beispiel einen sprung in quallen-übsäte gewässer) und eine über (verkehrs)technische probleme (also zum beispiel ausgefallene klimaanlagen im zug). die geschichten sollten jeweils nicht länger als eine seite sein. anschließend werden auch diese kurzen ereignisse in der schreibgruppe ohne feedback vorgestellt.

aus allen geschichten wird sozusagen ein geschichtepool gebildet. man darf sich eine geschichte, die einem persönlich am meisten zusagt, auswählen. diese geschichte muss nicht von einem selber vorher entworfen worden sein. alle stellen also ihre geschichten allen zur verfügung. nachdem eine kurze geschichte ausgewählt wurde, wird darüber eine lange geschichte geschrieben. entweder fügt man noch weitere fiasköse ereignisse hinzu, oder alles löst sich zum schluss in wohlgefallen auf. der wichtigste aspekt bleibt, dass es in der urlaubszeit geschieht. die geschichten werden anschließend in der gruppe vorgetragen und es gibt eine feedbackrunde.

zum abschluss noch ein kurzer text: alle teilnehmerInnen schreiben auf, wie ihr noch nicht erlebter traumurlaub aussieht. auch diese texte werden zum ende der schreibgruppe vorgetragen, vielleicht kurz bevor die sommerpause beginnt.

kreatives schreiben und pausen

das gegenteil der schreibblockade ist der nicht enden wollende schreibfluss. manches literarische werk ist angeblich ohne unterlass in tag-und-nacht-schreibexzessen entstanden. viele schreibende träumen von diesem glücksgriff, der sich nicht vorankündigt, sondern geschieht. einmal angefangen, der kreativität freien lauf zu lassen, sollte sie weitersprudeln und nie wieder versiegen.

abgesehen davon, dass genau diese erwartung leicht eine schreibblockade verursachen kann, bleibt es sinnvoll, beim schreiben pausen einzulegen. so wie bei anderen dingen auch, ist pausenloses agieren nicht unbedingt qualitätsfördernd. irgendwann lassen einfach die kräfte nach. die idee muss deshalb nicht verschwinden, man kann mit stichworten den weiteren verlauf des geschriebenen skizzieren. aber man sollte ebenso, wie die eigenen ideen auch die reaktion des körpers ernst nehmen.

denn erschöpfung birgt in sich die gefahr, dass gedanken sich im kreis drehen, dass die außenwelt vollständig ausgeblendet wird und dass die entwicklung neuer ideen zum erliegen kommt. es fehlt einfach der input des durchatmens, des beobachtens und die möglichkeit des umdenkens über den verlauf des textes.

so scheint es hilfreich, entweder ein gespür für die reaktionen des eigenen körpers zu bekommen oder sich feste zeitabschnitte zu verordnen, in die ausführliche pausen integriert. oft ergeben sich die pausen schon automatisch, wenn der alltag noch geregelt und gestaltet werden muss. ob es der einkauf zwischendurch oder die grundreinigung der wohnung ist, es sind tätigkeiten, die den kopf ein wenig entlasten. natürlich kann man sich auch sagen, jetzt fließt es gerade so gut, ich mach einfach weiter. doch auch dann wird man vor der überarbeitung pausen entstehen lassen. es geht auch nicht darum, die begeisterung ob des schreibens zu bremsen. es geht einzig darum durch eine vollkommene erschöpfung die kreativität stück für stück auszubremsen.

schreibidee (136)

das tropische klima, die drückende hitze und die sich entladenden gewitter lassen die menschen ermatten. bald naht der sommerurlaub für viele (oder er hat schon begonnen) und mancher befindet sich in einem zustand der erschöpfung. erschöpfung kann etwas angenehmes habe, da sie auf vollbrachtes zurückblicken lässt, sie kann aber auch pure müdigkeit sein. bevor also alle den stift weglegen und keine lust mehr zum lesen haben, soll diese schreibanregung „geschichten der erschöpfung“ hervorbringen.

als einstieg dient in der schreibgruppe mal wieder der blick auf die eigenen lebenserfahrungen. die teilnehmerInnen werden aufgefordert, situationen aus ihrem leben zu notieren, nach denen sie sich sehr erschöpft fühlten. es sollten mindestens fünf begebenheiten notiert werden. dann sollte zu jeder situation notiert werden, ob es sich um eine angenehme oder unangenehme erschöpfung handelte. aus den beispielen werden zwei ausgewählt, je eine angenehme und eine unangenehme. die situationen, erlebnisse werden auf jeweils einer seite beschrieben. diese kurzen beschreibungen werden in der schreibgruppe vorgestellt.

nun wird sich von der eigenen erschöpfung abgewendet. es sind abermals beispiele der erschöpfung zu suchen, aber dieses mal welche, die anderen menschen widerfahren sind. situationen, in die man noch nicht selber geraten ist. es wird der vorgang von oben wiederholt, die einteilung in positiv und negativ und die beschreibung von zwei beispielen. diese werden auch vorgestellt in der schreibgruppe.

aus der palette von vorgestellten erschöpfungssituationen wählen sich alle teilnehmerInnen der gruppe je ein beispiel aus. dazu erstellen sie ein cluster mit dem begriff „erschöpfung“ in der mitte. aus diesem cluster heraus wird eine längere geschichte geschrieben. die geschichten werden in der gruppe vorgelesen. sollten dann noch nicht alle teilnehmerInnen der schreibgruppe erschöpft sein, kann ja noch gemeinsam durch den wald gejoggt werden 😉

biografisches schreiben und erholungsphasen

das leben ist ein anstrengendes. ob nun jobs, verantwortung, familie oder konflikte, die gestaltung des lebens benötigt energie. ob es heute anstrengender als früher ist, kann schwer gesagt werden, da die lebensumstände sich in den letzten jahrzehnten sehr gewandelt haben. sehr interessant scheint es daher, welche erholungsphasen ein mensch im lauf seines lebens benötigt und sich gönnt.

wie oft sind sie an den punkt geraten, dass sie dachten, jetzt ist jegliche eigene energie aufgebraucht, ich muss neue tanken? und haben sie dann die möglichkeit oder die kraft gehabt, sich erholungsphasen zu gönnen? wer zum beispiel auf dem land auf einem hof aufgewachsen ist, dem erscheint urlaub zu machen als luxus, da es vielen kaum möglich war. unsere gesellschaft konnte sich erst im laufe der zeit immer mehr urlaub gönnen und wir unterscheiden uns darin auch weiter stark von anderen gesellschaften.

für die eigene lebensgeschichte kann es interessant sein, inwieweit man das gefühl hatte, die erholungsphasen für sich zu nutzen, sie als wohltuende abwechslung zu erfahren und sie vielleicht auch zu nutzen, um später das eigene lebens- und arbeitskonzept zu verändern. denn erst in den letzten jahren entstand für manche menschen die möglichkeit ein „sabbatical“ einzulegen, um sich den eigenen bedürfnissen zu widmen. ebenso wie erst seit kurzem auch für männer die möglichkeit besteht, elternzeit zu nehmen und sich der familie zu widmen.

erholungsphasen sind eine gute chance, sich seiner bewusster zu werden oder aber „nur“ durchzuatmen, um später wieder die arbeit aufnehmen zu können. gerade selbstständig tätige menschen haben mehr schwierigkeiten, diese phasen für sich zu organisieren. das kann aber sogar gesundheitlich konseqzenzen haben. vielleicht fällt einem beim betrachten der eigenen lebensgeschichte auch auf, dass man sich sich selbst zu wenig gewidmet hat. oder man entscheidet, nachdem man einmal seine erholungsphasen aufgelistet hat, dass es dringend an der zeit ist, diese nun direkt einzulegen. vielleicht möchte man aber auch nur schauen, welches für einen die schönste erholungsphase war.

wortklauberei (5)

„wellness“

ein wort, wie ein gefühl, nur seltsamerweise mit skurriler aussage. als erstes kann man damit „fitness“ oder „loch ness“ assoziieren. doch wellness ist inzwischen so gebräuchlich, dass man vom wohlfühlen überhaupt nicht mehr spricht. nur leider bedeutet die direkte übersetzung „gutheit“, „verbesserung“ nur leider nicht von was. gebräuchlich ist es natürlich in bezug auf die gesundheit und die mentale verfassung. die frage bleibt, wer den maßstab für diese befindlichkeit setzt.

denn sich gut zu fühlen ist eine sehr subjektive angelegenheit und deshalb auch sehr verschieden bei den menschen. besetzt wird der begriff aber vor allen dingen mit entspannungsanwendungen. so sind im wellness-urlaub vor allen dingen massagen, moorbäder, schlafen im heu, entspannungsübungen und fitnesstrainings angesagt. doch mensch könnte auch den besuch der kneipe, den konsum von drogen oder das mehrgängige essen als wellness empfinden. schön wäre es, dies auch so auszudrücken, doch hier sei der sorgende gesundheitssektor vor. mensch wird angehalten sich „vernünftig“ um sich zu sorgen. früher nannte man vieles, was heute wellness ist, einfach „kur“. und die kur wurde klar vom urlaub getrennt. der wellness-urlaub drückt die verlagerung der sorge um die befindlichkeit des arbeitnehmers in das private leben. es wird nicht mehr nach den ursachen des stresses gefragt, sondern nur noch vermittelt, dass es dem menschen besser gehen wird, wenn er sich der „wellness“ hingibt. interessant wäre die frage, was dann „worseness“ sein könnte.