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„als hitler das rosa kaninchen stahl“ von judith kerr – ein buchtipp

es gibt jugendbücher und jugendbücher. durch die einen huschen vampire und zauberer, die anderen basieren auf realen ereignissen, arbeiten historie auf und haben einen biografischen charakter. schon 1974 wurde der deutsche jugendbuchpreis an judith kerr für ihr buch „als hitler das rosa kaninchen stahl“ ausgezeichnet. es ist teil einer trilogie, die judith kerr als romane für jugendliche über die flucht mit ihren eltern vor den nazis verfasste.

das buch führe ich als gelungenes beispiel für die verankerung von „erinnerungsgegenständen“ in geschichten oder eben autobiografischen romanen hier an. das rosa kaninchen spielt nicht die hauptrolle in dem roman, aber es ist ein symbol für die kinder, die mit ihren eltern in die schweiz fliehen mussten. ein symbol für die flucht, das zurücklassen der vertrauten welt und der gegenstand hat eine enorme bedeutung, eventuell auch für die autorin, obwohl es sich um einen roman handelt, also auch ein fantasieprodukt.

interessant ist das buch aber noch aus einem anderen grund: hier wird die flucht einer jüdischen familie vor den nazis aus der sicht von kindern geschildert. dabei werden die ereignisse erst stück für stück von den kindern verstanden. das buch zeigt ganz gut, wie schwer die welt der erwachsenen zu verstehen ist, dass kinder eine flucht, eine politische verfolgung ganz anders erleben und sich die welt ihrer eltern erst stück für stück erschließen. doch dass etwas dramatisches geschehen ist, ist ihnen von anfang an bewusst. dies kristallisiert sich auch an dem zurückgelassenen kaninchen heraus. das kaninchen symbolisiert den überstürzten aufbruch.

ein buch, das man auch heute noch jugendlichen empfehlen kann, wenn sie einen einblick in die lebenrealität von verfolgten juden aus kindersicht erhalten möchten. es ist beim ravensburger verlag als taschenbuch erschienen. ISBN 978-3-473-58003-3

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liste (05) – erinnerungsgegenstände

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um „erinnerungsgegenstände„.

ich sammle (nach größe der sammlung):

die schönsten gegenstände in meiner wohnung sind:

die bedeutungsvollsten gegenstände in meiner wohnung erinnern mich an:

schlechte erinnerungen verbinde ich mit folgenden gegenständen (nach bedeutung aufgereiht):

biografisches schreiben und gegenstände

war ich doch gerade beim nutzen des monobloc-stuhls im letzten post, da fiel mir auf, dass es dinge im leben, im alltag gibt, die viele menschen kennen. so erinnern sich etliche generationen an die pril-blumen, einen werbegag, der plötzlich eine menge küchenkacheln verzierte. oder an den zauberwürfel, viele erinnern sich an die erste mondlandung und die übertragung im fernsehen, die moulinette, die rollerskates oder die clementine von ariel. manche wesen, gegenstände oder ereignisse sind heute noch präsent, doch manches vereint auch nur einzelne generationen. diese dinge, vor allen dingen gegenstände, können beim biografischen schreiben als anregung und anker für eine bestimmte zeit aufgegriffen werden. an was erinnern mich die gegenstände? in welchen zusammenhängen meiner lebensgeschichte spielten sie vielleicht eine rolle?

man kann aber noch einen schritt weitergehen. welchen gegenstand verbinde ich mit ganz intensiven erinnerungen? ein gegenstand vielleicht, den ich heute, jahrzehnte später noch habe, als erinnerungsstück. das fängt manchmal bei schmuckstücken an, die über generationen weitergegeben wurden. es können bücher oder bilder sein. es können aber auch nur steine, muscheln, die an einen tollen, romantischen urlaub erinnern oder eine dose, eine schachte, die kleine schätze aufbewahren, sein. diese gegenstände kann man in seiner wohnung suchen, sie vor sich hinstellen und aufschreiben, welche geschichten einem dazu einfallen. diese erinnerungsgegenstände können der schlüssel zu weiteren betrachtungen der eigenen lebensgeschichte werden.

bis jetzt habe ich nur positive beispiele genannt. natürlich kann man sich auch an gegenstände erinnern, die man gar nicht mehr besitzt, die aber gekoppelt sind mit traumatischen erfahrungen. Weiterlesen

schreibidee (182)

dieses mal ist die schreibidee eine sehr schlichte und einfache. sie bezieht sich auf das vorherige post, denn es sollen „geschichten zum monobloc-stuhl“ geschrieben werden.

der vorteil der schreibidee besteht darin, dass man einen gegenstand wählt, den wahrscheinlich schon jeder mensch gesehen hat. ähnliches könnte man wahrscheinlich mit einem billy-regal, mit einer cola-flasche oder einer nivea-dose machen. gegenstände, die einem schon einmal im alltag begegnet sind aufgreifen und in geschichten packen. spannend finde ich, dass es sich um ein möbel handelt.

eine ähnliche idee verfolgte vor etlichen jahren im sommer immer das magazin der süddeutschen zeitung, als sie schriftstellerInnen aufforderten eine kurze geschichte zu schreiben, die eines gemeinsam hat: eine blaue luftmatratze. sonst gab es keine vorgaben. genauso sollte es mit den „geschichten zum monobloc-stuhl“ sein. um zu einer solchen zu gelangen, kann man in die schreibgruppe vielleicht einen solchen stuhl mitbringen. man könnte vor dem nächsten treffen der schreibgruppe die hausaufgabe geben, im alltag einmal darauf zu achten, wo man einen monobloc-stuhl sieht, eventuell kann sogar ein foto davon gemacht werden. oder die schreibgruppenteilnehmerInnen schwirren während des treffens aus, auf der suche nach einem monobloc-stuhl.

darum bietet sich diese schreibidee eher für den sommer an. die wahrscheinlichkeit, dass man zum beispiel in einer stadt wie berlin einen solchen stuhl sieht, ist sehr groß. ansonsten kann natürlich ein gemeinsamer besuch auf der homepage von jens thiel (siehe vorheriges post) die schreibanregung darstellen. alle teilnehmerInnen wählen sich ein bild von der homepage aus, das sie zur grundlage ihrer geschichte machen. also die schreibidee ist eine schlichte, der gegenstand ein bekannter, doch bei den anregungen kann man wiederum seiner fantasie freien lauf lassen.