Schlagwort-Archive: erkrankung

wortklauberei (73)

„rumgurken“

ja, man darf jetzt wieder wie man lustig ist. jedenfalls seit heute wird offiziell verkündet, dass die gurke nicht mehr bedrohlich scheint. die letzte zeit wusste man wahrlich nicht mehr genau, wie man sich verhalten sollte. in der zeitung wurde schon die werbung abgebildet, dass nun gurkenfreies sushi angeboten werde.

dies veranlasste mich eigentlich dazu, mir gedanken zu machen, wie gurkenfreies schreiben aussehen könnte. doch die tagesereignisse waren schneller und jetzt ist die sprosse verdächtig. da wäre es wahrscheinlich hilfreich nur noch bambussprossen aus der dose zu reichen.

nein, witzig ist das nicht, zeigt es doch abermals, wie anfällig der mensch ist. das ist nicht schlecht, denn es lässt einen realisieren, dass versuche der absoluten kontrolle und fehlerbeseitigung ein traum sind, den die natur nicht gelten lassen wird. das kann auch entspannen. damit meine ich nicht die gleichgültigkeit gegenüber allen unbilden der natur, wohl aber eine gewisse gelassenheit.

und es ist schön, dass die gurke wieder eine möglichkeit der ernährung wird. bleibt die frage, was denn nun rumgurken ist. es erklärte sich wahrscheinlich einmal aus der nicht-handelsklasse-1-gurke, die gern in alle himmelsrichtungen wächst, wenn man sie nur lässt. also die formschöne gurke wurde ja jetzt offiziell abgeschafft, dann gab es kurz den versuch, wildes wachstum zu ermöglichen. aber das reduziert sich inzwischen auf wenige exemplare, da doch eher die gerade gurke gekauft wird und die krumme liegen gelassen wird. allein die küchenmaschinen haben mit krummen gurken ihr problem, da sie nicht in die einfüllschächte passen, um geschnitten zu werden.

also bleibt das rumgurken wohl nur eine bezeichnung für zielloses herumfahren oder -laufen an irgendwelchen orten. ziellose gewächse sind nicht so beliebt.

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wortklauberei (60)

„amt warnt vor asthma durch babyschwimmen“

tja, kinder zu wasser zu lassen, ist ja eine hippe angelegenheit. der säugling soll ja wie ein fischlein im wasser unterwegs sein, irgendwie wegen der vorgeburtlichen taucherfahrungen und überhaupt dem überlebenswillen. also werden immer öfter die lieben kleinen ins becken gebracht und dürfen sich da an die wasseroberfläche strampeln.

doch die süddeutsche zeitung hat es am 11.01. (seite 9) auf den punkt gebracht: alle anderen sollten in dieser zeit das wasser verlassen. denn anscheinend kann man durch die schwimmenden babys asthma bekommen. nachdem man diese überschrift gelesen hat, springt auch sofort die fantasiemaschine an. was passiert dort denn um himmelswillen? nun, nicht ganz neu ist: man setze einen menschen in kuschelig warmes wasser, schon könnte er den dran verspüren selber wasser zu lassen.

es sind also die abgesonderten körperflüssigkeiten der kleinen kinder, die die luft so schwängern, dass es zu asthmaanfällen kommen kann. oder es sind die vielen staubtrockenen supersaugfähigen und beweglichen windeln, die abgelegt und die feinstaub-belastung in der schwimmhalle extrem erhöhen. es könnten aber auch die vielen mütter (und teils väter) sein, die während ihre kleinen zum tauchgang starten, mal eben eine fluppe ziehen. so ist der gemeinschaftsraum neben der schwimmhalle nichts für asthmatiker. ach, ich vergaß, hier darf ja gar nicht mehr geraucht werden.

und beim weiterlesen stellt sich heraus: das wasserlassen und das chlor bilden einen profunden chemiecocktail, der allergische babys zur schnappatmung animiert, nicht die umwelt. aber so weit weg war die fantasie dann doch nicht.

schreibpädagogik und psychische erkrankungen

 

zwei aspekte ergeben sich für die leitung von schreibgruppen im zusammenhang mit psychischen erkrankungen. zum einen kann es passieren, dass unter den teilnehmerInnen während der durchführung der gruppe psychische erkrankungen zu tage treten können. zum anderen können spezielle schreibgruppen für menschen mit psychischen erkrankungen angeboten werden.

in bezug auf den ersten punkt kann es zu schwierigkeiten kommen, die teils schwer zu bewältigen sind. schreiben, egal ob biografisch oder kreativ, kann bei menschen emotionen auslösen, die sie in eine krise bringen oder eben eine psychische störung auslösen. das schreiben an sich, verursacht dies nicht, es muss im vorfeld schon etwas vorgefallen sein, schon zu einer erkrankung gekommen sein und durch das schreiben müssen dann nur die emotionen transportiert werden. deshalb sollte im vorfeld einer schreibgruppe sehr klar formuliert werden, ob sie auch therapeutische aspekte berücksichtigt oder nicht. sollte man als leitung keine ausbildung in diese richtung erfahren haben, sollte man auf alle fälle weiter verweisen, wenn es zu vorfällen kommt. wichtig scheint es, in momenten des zutagetretens von störungen, klare grenzen der gruppe zu formulieren und das einzelgespräch mit den teilnehmerInnen zu suchen. es scheint mir wichtig, dass nur dann eine lösung gesucht werden muss, wenn die erkrankung den ablauf der schreibgruppe stark beeinflusst. kleine störungen können auch so oder so in schreibgruppen auftreten. und das schreiben an sich, soll ja auch dazu dienen, sich seiner selbst zu vergewissern. warum sollte dies nicht auch ein mensch mit psychischen erkrankungen machen können?

womit wir beim zweiten der oben aufgeführten punkte wären, Weiterlesen

biografisches schreiben und erkrankungen

 

beinahe jeder mensch kennt im laufe seines lebens das gefühl der ohnmacht, einer körperlichen erkrankung ausgeliefert zu sein. da viele bestrebt sind, ihr leben selbst zu bestimmen und im griff zu haben, sind krankheiten ein moment, in dem man gewahr wird, dass dies nicht immer funktioniert. schon die zur zeit durch die lande ziehende grippewelle wirft viele für einige tage auf sich zurück.

abseits der kleinen erkältungen, gibt es sehr viele erkrankungen, die das gesamte lebenskonzept durcheinanderbringen können. so zwingt einen die so genannte „zuckererkrankung“ sein essensverhalten zu verändern, chronische erkrankungen können zur einschränkung der bewegungsfreiheit führen, der herzinfarkt kann eine warnung sein, sein gesamtes lebenskonzept zu überdenken.

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kreatives schreiben und krankheiten

 

es gibt eine menge erkrankungen, die das ganze eigene lebenskonzept durcheinanderbringen können. für viele chronisch erkrankte menschen ergibt sich daraus anfänglich das problem, sich und das eigene leben neu strukturieren zu müssen. es kann ein gefühl von ohnmacht oder hilflosigkeit entstehen (das muss natürlich nicht passieren).

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