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selbsterkenntnis – wozu überhaupt?

wir strengen uns an. wir bemühen uns. wir verändern uns. wir versuchen uns anders zu verhalten. wir analysieren uns. wir durchleuchten uns. wir ergründen unsere handlungen. wir strukturieren uns. wir erkennen uns. all dies, so weit wir es uns gedanklich vorstellen können. und wir lernen, dass es nie genug sein kann. wir sind uns sicher, dass wir, wenn wir uns selber erkennen, genug baustellen finden, an denen wir arbeiten können und sollen. so sind wir aufgerufen immer weiter zu wühlen und zu graben, um endlich dem ideal des allumfassend selbstaufgeklärten menschen nahezukommen. verweigern wir uns diesem prozess, stehen schon mahner und warner parat, die uns darauf aufmerksam machen, dass es an der zeit sei, an uns zu arbeiten. wir gelten schnell als nicht sozial kompatibel, wenn wir unsere beweggründe nicht offen legen können. unsere handlungen sind immer begründet, doch wir müssen auch die gründe wissen.

muss das sein? wer stellt die regel auf, dass man sich selber kennen müsse? und wie hat das auszusehen? nun, heute verdächtigen sich viele menschen selber. sie vermuten, dass es in ihren tiefen, in den abgründen ihrer seelen, verstecke gibt, die sie noch nicht erschlossen haben. sie vermuten schlimmes, dunkles oder böses in sich. darum begeben sie sich auf die suche. die suche nach dem wahren kern, dem punkt, ist er einmal ergründet, der den weg zum glück versperrt. dabei übersehen sie gern, dass ihnen beständig von außen die sicht auf ein glückliches dasein verstellt wird. es ist nicht ihr verschulden, indem sie sich nicht zur genüge kennen. es ist höchstens ihr verschulden, dass sie sich die alleinige verantwortung für ihre lebenssituation aufbürden lassen. gern eingenommen werden zwei reaktionsmuster. das eine erkennt irgendwann die behinderungen von außen, resigniert ob der großen macht und formuliert: „ich kann ja sowieso nichts ändern.“ das andere muster verinnerlicht die selbstverantwortung, begibt sich auf die suche nach mehr selbsterkennen, analysiert, durchdringt und zerstückelt die eigene person und findet laufend neue fehler und schwächen, resigniert und formuliert: „ich bin ein schlechter mensch.“

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schreibpädagogik und lernen

 

die pädagogik an sich, oder wie manche sagen, die erziehungswissenschaften, setzt sich viel mit der frage auseinander, wie man wissen am besten vermitteln kann, so dass es beim lernenden auch einen effekt erzielt. um dies zu überprüfen, werden dann gern erfolgskontrollen angewendet, also prüfungen durchgeführt, tests gemacht oder wissenschaftliche arbeiten verlangt.

seltsamerweise werden die lernenden selten gefragt, was sie sich denn von der lehrveranstaltung erwartet haben und ob ihre bedürfnisse befriedigt wurden.

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