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wortklauberei (95)

„ausgeflöckel“

mei, is unser wetter putzig. da stehen sie vor ihren deutschlandkarten, zeigen uns kleine windige pustereien in der animation, zählen temperaturen, sonnenstunden oder auch regenmengen schön zusammen, wie in der grundschule, und berichten eben von „ausgeflöckel“, das noch aus den restwolken auf uns hernieder schweben wird. es ist schon *klatsche, klatsche in die hände* ein wenig wie auf dem kindergeburtstag, wie sie mit uns reden.

nur noch eine berufsgruppe schafft es so hübsch, einem das gefühl zu geben, ein wenig minderbemittelt zu sein und ohne diese sprache nichts zu kapieren: psychologInnen. ich erinnere mich da an lehrfilme über familienaufstellungen. da wurde dem gesagten durch eine sprachmelodie und *klatsche, klatsche in die hände* durch die putzige wiederholung des gesagten mit den klientInnen gesprochen, wie mit kleinen kindern. es erinnert an das blicken in den kinderwagen, an das „putzi, putzi“ und vor allen dingen an die tatsache, dass ein baby das natürlich noch ganz ansprechend findet und begeistert reagiert. dies wiederum steigert die begeisterung der erwachsenen *klatsche, klatsche in die hände*.

peinlich wird es aber, wenn man nicht mehr realisiert, dass man vor lauter ausgeflöckel, in den sandkasten zurückgerutscht ist. da möchte man als zuschauer auf die kleinen fingerchen hauen und immer wieder flöten „nein, schön die finger davon lassen! nein, du sollst da nicht hinfassen! naheeein!“. aber die hören einen nicht, ebensowenig, wie die erwachsenen beim blick in den kinderwagen sich selber hören. putzi, putzi, heute gibt es wieder ein wetterchen mit ausgeflöckel 😉

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schreibpädagogik und diskurs

schreibgruppen leiten bedeutet auch, sich auf die diskussionen, die in der gruppe entstehen, einzulassen. in jeder gruppe gibt es früher oder später diskussionen über die vorgehensweise, über den inhalt oder über die beziehungen untereinander. dies lässt gruppen zusammenwachsen und sich weiterentwickeln.

oft werden aber diskurse als bedrohung empfunden, sowohl von der leitung als auch von manchen teilnehmerInnen. es ist hilfreich, wenn man von anfang an signalisiert, dass man bereit, diskurse zu führen. eigentlich kann diesen diskussionen manchmal nur eines im wege stehen, die zeitknappheit. doch man sollte in solchen momenten signalisieren, dass man die gespräche an einem geeigneteren zeitpunkt weiterführt. manchmal können diskurse auch ins internet verlagert und zum beispiel zwischen zwei gruppentreffen per mail weitergeführt werden.

gleichzeitig sollte man als schreibgruppenleitung die quadratur des kreises vollführen. möglichst vielen bedürfnissen der teilnehmerInnen gerecht werden, das eigene konzept nicht vollständig aus den augen verlieren, persönliche betroffenheiten oder zwistigkeiten in eine fruchtbare diskussion überführen, damit sie nach einer gewissen zeit abgeschlossen werden können, und unberechtigte kritiken erkennen und zurückweisen.

um dies zu schaffen, entwickelt man einer gruppe gegenüber eine form der empathie, wie man sie sonst zum beispiel in beratungsgesprächen, einer einzigen ratsuchenden person gegenüber entwickelt. eigentlich kann man viele der massgaben für beratungen auch auf gruppendiskurse übertragen: die menschen ausreden lassen, sie in ihren anliegen ernst Weiterlesen