Schlagwort-Archive: erotik

schreibideen der erotischen art

nachdem ich den blog die letzten tage beinahe ausschließlich mit schreibideen gefüllt habe, um die 350 voll zu bekommen, gleich noch ein hinweis auf weitere schreibanregungen im netz. es wurde hier schon vor einiger zeit erwähnt, dass ines witka ein schreibprojekt startet, bei dem wöchentlich schreibanregungen zum erotischen schreiben gegeben werden.

seit einigen wochen können in ihrem blog (siehe http://www.gatzanis.de/blog.html ) schreibideen zu den verschiedensten bereichen der erotik gefunden werden. diese schreibübungen sind ein novum, da sie sich ausschließlich der lustvollen seite des menschen widmen. erstaunlich, dass es solch ein angebot nicht schon früher gegeben hat. hier finden sich anregungen zu den themen fetisch, eros, wesen, sexualität, dirty talk, weihnachten und vielem mehr. beständig kommt neues hinzu.

man kann sich über die kommentarfunktion beteiligen und eigene texte einstellen. und man kann sich dabei mit den eigenen erotischen fantasien auseinandersetzen. jetzt ist das so eine sache, persönliche fantasien zu veröffentlichen, doch man muss es ja nicht unter dem eigenen namen tun.

es ist faszinierend, dass menschen zwar ihren gesamten tagesablauf und jegliche regungen ins netz stellen, aber bei erotik und sexualität wird es heikel. dabei zeigen genug untersuchungen, dass wir menschen mehrmals am tag an die körperlichen lüste denken. unsere gesellschaft hat ein skurriles gedankengebäude aus scham, moral und beichte gebaut. zum einen sind medien und werbung over-sexed, zum anderen tun es alle, aber schöne geschichten darüber zu schreiben, scheint eines der schwersten unterfangen zu sein.

wird zeit, dass sich daran etwas ändert. der blog von ines witka ist eine gute gelegenheit dafür, mehr erotik in das eigene leben zu lassen, und sei es nur in gedanken.

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web 2.0 und lust

es ist lust, ob es einem gefällt oder nicht, wenn im internet die seiten mit pornografie boomen und vielfach gesucht und angeklickt werden. das auge lüstelt mit (anscheinend eher bei männer, denn bei frauen (obwohl mir auch frauen bekannt sind, die sagen, das wäre eine mär)). jedenfalls macht das netz in bezug auf die lust ein reichhaltiges angebot.

erheiternd daran ist, dass keiner da gewesen sein will, also anscheinend niemand diese seiten angesurft haben will, viele nur aus versehen durch den falschen klick mit der maus dort gelandet sind und wiederum andere dachten, bei dem homepage-titel würde züchtiges gezeigt werden. ende der 70er und in den 80er Jahren des letzten jahrhunderts gab es solche selbsterweckungs-artikel wie „ja, ich habe …“.

manchmal wünschte ich mir, dies würde es zu der aussage: „ja, ich habe pornoseiten im netz angesurft!“ geben. das würde die ganze doppelzüngige debatte über den kinder- und jugendschutz im netz, über die gelebten sexualitäten entspannen und auf ein realistisches niveau bringen. doch dem ist leider nicht so. ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es gesellschaftliche diskurse schaffen, auf der einen seite die vermarktung der sexualität zu verteufeln und gleichzeitig werbung, internet und köpfe pornografisch zu besetzen.

dagegen spräche nichts, würde es nicht so verschämt gehandhabt. es geht anscheinend um lust. könnte der diskurs darüber offen geführt werden, wäre sie nicht gar so schambesetzt und vor allen dingen dann wäre sie auch nicht so erniedrigend. warum nicht im größten kommunikationsmedium lust kommunizieren? die muss nicht sauber und brav sein, lust hat immer auch einen „versauten“ und gierigen moment. aber die lust sollte menschlich sein.

bestes beispiel: die idealisierung der potenz, der körperlichen verfasstheit. die abgebildeten ideale im lust- und pornografie-zusammenhang sollten erkannt werden, dann würden sich menschen Weiterlesen

kreatives schreiben und lust (2)

oft genug habe ich betont, wie lustvoll kreatives schreiben sein kann, darum kein wort darüber. nein, es soll um die darstellung von lust beim kreativen schreiben gehen. die gratwanderung zwischen literatur, erotischer literatur und pornografie wird gerade wieder diskutiert, nachdem das buch „haus der löcher“ von nicholson baker erschienen ist. wie also lust darstellen?

am besten lustvoll. es ist erstaunlich, dass es uns menschen leichter fällt, mord, massaker und folter schriftlich darzustellen als eine lustvolle und intime begegnung. man mag es scham nennen, was uns davon abhält, zu sehr ins detail zu gehen. aber eigentlich müssten wir diese form der scham auch gegenüber erniedrigungen und gewalttätigen situationen empfinden. tun wir aber nicht.

darum könnte eine rolle des kreativen schreibens sein, die waagschale wieder in die andere richtung zu verschieben. entweder in allen bereichen mehr scham walten zu lassen, doch dies würde nicht unseren gesellschaftlichen entwicklungen entsprechen. oder dann doch auch beim beschreiben und schreiben von lust, mehr zu wagen. wir haben die worte dafür und sie wurden zu manchen zeiten auch reichlich verwendet.

doch momentan überkommt einen das gefühl, die gesellschaft wolle, neben der verschämten nutzung von pornografie im internet, im öffentlichen leben nur noch gewalt und dramatik raum geben. in diesen momenten verschwinden die körper der einzelnen im hintergrund und spielen keine rolle mehr. sie spielen nur noch eine rolle, wenn sie für ein körperliches ideal zugerichtet werden.

vielleicht sollte man damit anfangen den eigenen körper oder den der partnerInnen detailiert zu beschreiben. nicht nach mankos suchen, sondern der natur ein wenig raum geben. dies kann man erweitern um die beschreibung Weiterlesen

„52 Wochen über Erotik schreiben“ – Ein Schreibexperiment von Ines Witka

Mitmachen – Mitschreiben – Ausprobieren – Sich einlassen.

„Nach 52 Wochen wisst ihr, dass Erotik ein Versprechen ist, das die Sexualität umspielt. Die seelischen Empfindungen, Überraschungen, Metaphern, Irritationen spielen bei der Erotik die Hauptrolle. Darüber lässt sich viel schreiben und es ist spannender als Sex. Ihr entwickelt eine eigene Sprache für euer erotisches Empfinden und erhaltet nebenbei viele Tipps für anregende Unternehmungen.“
So formuliert die Autorin Ines Witka die Einladung, bei ihrem Webblog auf den Seiten des Gatzanis Verlags, mitzuschreiben:

http://www.gatzanis.de/blog/cat/erotik.html

Witka, die in ihrem Buch Die Nacht der Masken den Leser auf die exklusivste Erotikparty der Welt entführt und in „Stell dir vor, ich bin deine heimliche Geliebte“ Frauen und Männer zu einer besonders anspruchsvollen Form der käuflichen Erotik, dem Escort-Service, interviewt hat, erklärt ihre Idee zum Blogkonzept: „Es ist ein Textwerkstatt für das Schreiben von erotischen Szenen, die nicht nach einer Gebrauchsanweisung klingen. Erotik und gute Literatur widersprechen sich nicht, beides erfordert Leidenschaft und Fantasie, genau das kann man hier lernen.“
Der Blog motiviert zum Mitschreiben nach den Methoden des Kreativen Schreibens, die Witka im Masterstudiengang für Biografisches und Kreatives Schreiben kennengelernt hat. Ihr Blog selbst ist wie ein ABCDarium, das sich der Welt der Erotik und des Schreibens zuwendet.
Neben Schreibimpulsen und daraus entstandenen Geschichten, finden sich dort aktuelle Tipps über Ausstellungen, Accessoires für sinnliche Momente, Bilder und weiterführende Links. Die ausgewählten Anregungen verleiten, sich weiter umzusehen und dienen gleichzeitig als Impuls.
Ines Witka ist überzeugt, dass gute Erotik in Texten nur spannend wird, wenn der Verfasser erotisch fühlt: „Wichtig ist, dass du deine eigene Einstellung zum Thema Erotik findest, dich an erotische Orte begibst, dich in eine sinnliche Stimmung versetzt, bevor du in den Schreibprozess einsteigst. Nicht im passiv konsumieren, sondern im aktiven Handeln liegt das Geheimnis. Erotik zu entdecken und zu offenbaren ist aufregend.“

Dieses Vergnügen erfährt jeder, der das Schreibexperiment begleitet. Zu jedem Buchstaben, von A-Z, wird es circa drei Beiträge geben. Alle zwei Wochen springt die Autorin einen Buchstaben weiter. „Probier es aus, schreibe mit und entdecke dein eigenstes Geheimnis wieder.“

(von Ines Witka)

selbstbefragung (62) – sex

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um den „sex„.

  • welche sexuelle spielart mögen sie am meisten? beschreiben sie.
  • wie lebt es sich in einer sexualisierten welt?
  • mit wem hätten sie gern sex, auch wenn es nie dazu kommen wird?
  • wie können sie sich aufgeilen oder was geilt sie auf? beschreiben sie.
  • welche ihrer sexuellen begegnungen verunglückte gehörig?
  • wie gehen sie oder wie würden sie mit „sexuellem versagen“ umgehen? wie sieht dies für sie aus?
  • welche menschen in ihrem umfeld finden sie unattraktiv? benennen sie.
  • welchen körperteil finden sie bei ihren sexualpartnerInnen am erotischsten?
  • haben sie zu viel oder zu wenig sex? warum?
  • warum ist ihnen sex nur so wichtig?

schreibidee (27)

huih, nun schreibe ich schon seit drei monaten hier und habe sogar schon einmal bemerkt, dass zwar viel getaggt wird, aber unglaublich wenig zum thema sex. aber selber hab ich auch noch nichts zu sex und erotik geschrieben. das muss sich dringend ändern, denn, wie untersuchungen zeigen, denkt der mensch recht häufig am tag an sex. so für sich. in seinem kämmerlein.

auch das kreative schreiben spart gerne mal sex und erotik aus. liebe, ja, sehnsucht auch oder trennung, darüber wird viel geschrieben. doch sex und erotik sind anscheinend zu intim, um sie schreibend zu erfassen. obwohl etliche werke der weltliteratur sich diesem thema gewidmet haben.

also ist es an der zeit, worte für das geschubber zweier menschen zu finden. ein schöner einstieg könnte ein abc-darium zur sexualität sein. von allen schreibgruppenteilnehmerInnen jeweils verfasst und vorgestellt. bei dieser übung ist es wichtig vorher anzukündigen, dass sie später vorgestellt werden sollen. dann wählt jede(r) einen begriff aus dem abc-darium aus, der gefällt.

von allen teilnehmerInnen werden die begriffe zusammengetragen und notiert. und anschließend ist ein text zu verfassen, in dem alle zusammengetragenen begriffe auftauchen.

eine weitere möglichkeit wäre es, den text ein zweite mal zu verfassen, dieses mal aber alle direkten sexuellen begriffe entweder durch metaphern oder erotische umschreibungen zu ersetzen. gleiches könnte man natürlich mit den abc-darien machen. so wäre für dieses mal der profane und teils überbewertete sex in literarische fassung gebracht worden. ❗