Schlagwort-Archive: erziehungswissenschaften

web 2.73 – herrlabig.de

es gibt sie, die lehrer, die das internet verstehen, es nutzen und sich gedanken rund um das lernen, das netz, die pädagogik, die literatur und das schreiben und lesen machen. herr labig ist einer dieser lehrer und betreibt einen blog, in dem viele informationen, links und meinungen zu oben genannten themen zusammengetragen werden.

es liest sich angenehm, was herr labig mitzuteilen hat. und es wird die bandbreite des internet auf der seite ausgeschöpft. da gibt es einen recht neuen podcast, die automatische übersetzung der seite, momentan den blick auf die buchmesse, die auseinandersetzung mit internetdiskussionen und immer wieder der bezug zur schule.

die seite ist auch für schreibpädagogInnen interessant, die mit schülerInnen arbeiten. denn einen überblick über die angebote zu den themen pädagogik und internet bietet die seite http://herrlarbig.de/ in umfassender und aufbereiteter form. einfach mal reinschauen, links nutzen und sich informieren.

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kreatives schreiben und gefahren – APRIL, APRIL

pädagogen sind sich inzwischen uneins darüber, ob kreatives schreiben ausschließlich „gut“ ist. in dem blog des bildungsservers (siehe http://blog.bildungsserver.de/)  hat sich eine debatte entsponnen, die gelinde geschrieben, als skurril bezeichnet werden kann. die deutsche gesellschaft für erziehungswissenschaften (dgfe) äußerte in einem statement, dass kreatives schreiben, neben computerspielen und fernsehen, den weltbezug der kinder und jugendlichen empfindlich stören kann. im original lautet die kritik am kreativen schreiben zum beispiel: “ es erscheint uns fraglich, ob beim kreativen schreiben allein kreative fähigkeiten gefördert werden. das verfassen eigener geschichten unterstützt die weltflucht vieler junger menschen. neben computerspielen und den modernen medien bietet das kreative schreiben zu viele möglichkeiten, sich der realität zu entziehen.

die gewerkschaft für erziehung und wissenschaft (gew) kritisiert die position der gesellschaft für erziehungswissenschaft. sie argumentiert, dass die anforderungen an kinder und jugendliche beständig zunehmen. da könne es nicht schaden, wenn mit hilfe von kreativen techniken die möglichkeit bestehe, sich diesen anforderungen zwischenzeitlich zu entziehen. kreatives schreiben stelle eine sinnvolle alternative zum komasaufen dar.

diese klare aussage rief in der folge viele pädagogen und pädagoginnen auf den plan, sich an der diskussion zu beteiligen. mir scheint, dass es sich schon wieder um eine stellvertreter-diskussion handelt, die es scheut, die eigentlichen gesellschaften bedingungen zu diskutieren. es empfiehlt sich, die debatte im o-ton nachzulesen, da es unglaublich scheint, dass erziehungswissenschaftlerInnen derart an überholten vorstellungen festhalten. besonders abstrus erscheint die argumentation eines verbandsfunktionärs, der die verbreitung des „creative writing“ in den usa in verbindung mit der finanzkrise bringt. oh je, wie soll das noch weitergehen ❓