Schlagwort-Archive: eskalation

schreibidee (364)

es wird ja immer frauen angedichtet, doch männer können es genauso gut, da gibt es keinen geschlechtsunterschied mehr. das beleidigt sein, das gekränkt sein und seinen frust nicht zeigen. nein, man wendet andere mittel an. man zieht sich zurück und spricht nicht mehr. man lässt „aus versehen“ das essen anbrennen, man tobt durch die wohnung, wenn die partnerin ein wenig ruhe haben möchte, man zeigt schon morgens einen gesichtsausdruck, der selbst am nachmittag erschreckend wäre. nur in den konflikt geht man nicht. darum eine schreibanregung zu „passiv-aggressiven geschichten“.

als erstes sammeln alle schreibgruppenteilnehmerInnen für sich formen der passiven aggressivität – dabei geht es um so etwas wie sabotage, rückzug, verweigern von kommunikation, wunden aufreissen … . im anschluss werden die verschiedenen mechanismen der passiven aggression am flipchart gesammelt. nun haben alle einen schönen überblick, um beim ersten text des treffens, einen gedanklichen monolog eines passiv-aggressiven menschen zu verfassen. da ist wut, da ist verzweiflung, da sind rachegedanken und zum beispiel selbstabwertungen oder ausreden, warum kein streit begonnen wird.

die texte werden in der schreibgruppe vorgetragen, es findet aber keine feedbackrunde statt. denn nun wird der gedankliche monolog einer person, gegen die die passiven aggressionen gerichtet sind, notiert. darin können auch ein paar gesprächsfetzen auftauchen, mit denen der versuch unternommen wird, in den konflikt Weiterlesen

selbstbefragung (17) – wut

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „wut„.

  • was macht sie besonders wütend? nennen sie ein paar beispiele.
  • wie äußert sich bei ihnen wut? richtet sie sich nach außen oder eher nach innen? warum?
  • waren sie schon einmal so wütend, dass sie nicht mehr wussten, wohin mit sich?
  • werden sie oft wütend? was glauben sie, liegt es an ihnen oder an ihrer umwelt, dass sie so selten oder so oft wütend werden?
  • kennen sie rachegedanken? warum nicht?
  • was brauchen sie, um ihre wut in den griff zu bekommen? wollen sie das überhaupt?
  • sind sie anderen menschen gegenüber schon einmal handgreiflich geworden?
  • wie fühlen sie sich, wenn sie wutauslösende situationen einfach verlassen? oder bleiben sie immer im konflikt?
  • können sie fluchen? welches sind ihre besten flüche?
  • können sie dazwischen gehen, wenn andere menschen aufeinander losgehen? begründen sie.

schreibidee (126)

es gibt da etwas unter den menschen, das mit macht und uneinsichtigkeit zu tun hat. es ist schwer dagegen anzukommen, da das gegenüber beständig der meinung ist, es könnte sein gesicht verlieren. es beginnt mit einem streit und endet im krieg. dabei handelt es sich um eskalation. nur nicht nachgeben, nichts verändern, der status quo muss geschützt werden. darum dieses mal die schreibanregungen zu „eskalationsgeschichten„.

zu beginn wird zusammengetragen, wie die konsequenzen von eskalationen aussehen können. denn krieg ist nicht die einzige folge, schon im subjektiven alltag können konflikte, die sich hochschaukeln, zu nervenzusammenbrüchen, handgreiflichkeiten oder schlimmerem führen. darum sollten die ideen auf dem flipchart gesammelt werden und allen angeboten werden.

nun ist es an den teilnehmerInnen, sich eine form der eskalation auszuwählen und am unteren ende eines blattes zu notieren. danach soll eine eskalationskette erstellt werden. dazu kann entweder von unten nach oben in stichworten notiert werden, wie sich schrittweise alles hochschaukelt oder man macht sich als erstes gedanken, wie der auslöser der eskalation aussah und notiert in der folge die kette bis zur eigentlichen katastrophe.

im anschluss ist eine geschichte zu notieren, die die eskalation schildert. dies kann in form eines dialogs geschehen, in einer geschichte oder auch als protokoll, wie es zum beispiel bei einsätzen diverser organisationen verfasst wird. die geschichten werden sich anschließend in der schreibgruppe gegenseitig vorgelesen und beim feedback berücksichtigt, wie schlüssig die ereignisse klingen. dies dürfte nicht so schwer sein, da eskalationen nicht unbedingt logischen mustern folgen.

um einen friedlichen abschluss für die schreibgruppe zu finden, wäre nun die geschichte ab einem bestimmten punkt umzuschreiben. den wählen alle teilnehmerInnen für sich aus, wenn sie ihre eigene eskalationsgeschichte betrachten. dabei wird an dieser stelle die eskalation durch eine handlung, ein ereignis oder einen zufalle durchbrochen und das ereignis geht glimpflich aus. diese geschichten werden zum schluss vorgetragen.