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wortklauberei (106)

„food-magazin“ – „ernährungspartner“

eigentlich ist der ablauf seit der erfindung des feuers identisch: erst einkaufen oder jagen, dann das gekaufte und gejagte zubereiten und danach allein oder mit anderen essen und verspeisen. im verlauf der jahrtausende hat sich aber die form der zubereitung und die form der kommunikation untereinander verändert. doch anscheinend verschwimmen langsam die grenzen, zumindest sprachlich, zwischen den feldern „kaufen – kochen – essen“.

da wird die zeitschrift „essen & trinken“ zum food-magazin (ich kann mich nicht erwehren, ich denke bei „food“ immer an „futter“) und der lebensmittelhändler „rewe“ wird zum ernährungspartner bei der fussball-em. was bedeutet das für unsere gespräch?

„hast du lust, gemeinsam unser food zu zu bereiten?“
„au ja, ich bin dabei. welches food wollen wir den zubereiten?“
„ich weiß noch nicht genau. ich schau noch mal schnell in mein food-magazin.“
„am besten entscheidest du dieses mal. und wenn du weisst, was wir machen, dann ruf mich noch mal an. sag mir was ich mitbringen soll. werd dann auf dem weg zu dir noch schnell bei meinem ernährungspartner und discount vorbeifahren und alles einkaufen.“
„ok, so machen wir das.“

die beiden, die da gemeinsam kochen wollen, sind eigentlich auch ernährungspartner. hier ist das partnerschaftliche noch zu verstehen. doch worin besteht die partnerschaft zwischen mir und rewe? wahrscheinlich gibt es keine – da ich für einen handel bezahlen werde. ernährungspartner könnte ein begriff sein, der nur verwendet wird, wenn nicht bezahlt werden muss. so liefert rewe die lebensmittel für die fussballnationalmannschaft wahrscheinlich für lau.

und bei „food“ muss ich dann doch immer wieder an science-fiction denken. mir geht der satz „soylent green ist menschenfleisch“ aus dem film „soylent green“ nicht aus dem sinn. hatte auch irgendetwas mit food-ernährungspartnerschaft zu tun.

liste (111) – genuss

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um den „genuss“.

das kann ich so richtig gut genießen:

und das verdirbt mit regelmäßig das genießen:

beim essen genieße ich am liebsten:

das gehört für mich zum genießen auf alle fälle dazu:

meine besten strategien, um zeit zum genießen zu haben:

schreibidee (361)

eine schlichte idee, die trotzdem beim durchführen von schreibgruppen für abwechslung sorgen kann und dabei viel spaß macht. der frühling beschert uns auch die ersten süßen früchte des jahres. das spielt zwar keine große rolle mehr, da wir beim verzehr von obst inzwischen jahreszeitenungebunden sind, aber frisch gepflückte erdbeeren schmecken meist besser als importierte. darum heute eine schreibanregung zu „obst-korb-stories“.

die schreibgruppenleitung organisiert vor dem gruppentreffen je nach anzahl der teilnehmerInnen unterschiedliche obstsorten. diese werden auf einer platte oder in einem korb präsentiert. nun suchen sich alle teilnehmerInnen jeweils eine sorte aus, über die sie schreiben möchten. sollte es zu keiner einigung kommen wird gelost oder es wird ein obst-quiz veranstaltet und je nach ranking darf gewählt werden. zum einstieg notieren die teilnehmerInnen zu ihrer obstsorte ein paar eigenschaften und assoziationen.

im anschluss wird ein kurzer text (maximal zwei seiten) in form einer obst-beschreibung verfasst. um was für ein obst handelt es sich? wie wächst es? wie schmeckt es? wann wird es geerntet? wie schmeckt es? … bei dieser beschreibung kann viel mit metaphern zu geschmack, farbe, aussehen gearbeitet werden. das jeweilig obst wird in einer kleinen präsentation der schreibgruppe vorgestellt.

nun wird eine längere geschichte geschrieben, in der die obstsorte eine wichtige rolle spielt. was für eine story kann zum beispiel von einer kiwi handeln? was passiert bei einem bananen-blues? es gibt keine vorgaben, welche rolle das obst spielen muss. anschließend werden die geschichten vorgelesen und es findet eine feedbackrunde in der schreibgruppe statt. da das obst nicht nur zum anschauen da sein soll, bereitet die schreibgruppe gemeinsam einen obstsalat zu.

auch schreibend wird nun ein obstsalat verfasst. ideal wäre es, wenn die jeweiligen obst-beschreibungen während der salatzubereitung vervielfältigt werden können. alle halten nun die kurzbeschreibungen der obstsorten in der hand. während der salat zieht, wählen die teilnehmerInnen für sich die beste obstsalat-kombination aus den früchten aus und schreiben eine kürzere geschichte dazu. während der salat verzehrt wird, werden die jeweiligen geschichten zum abschluss vorgetragen.

kreatives schreiben und schreiben

erstaunlich, dass ich gedanken über das eigentliche schreiben beim kreativen schreiben noch nicht im blog festgehalten habe. wahrscheinlich ist es so selbstverständlich, dass man beim kreativen schreiben schreibt, dass es mir gar nicht in den sinn kam. doch es viele aspekte, die mir beachtenswert erscheinen.

das fängt mit dem schreibwerkzeug an: da es beim kreativen schreiben vor allen dingen darum geht, die schreibkonventionen in den hintergrund treten zu lassen und der eigenen kreativität mehr raum zu geben, sollte man ein werkzeug wählen, dass einem gut gefällt. das schreibwerkzeug sollte nicht den schreibfluss behindern. es gibt keine allgemeingültige regel, mit welchem schreibwerkzeug man kreativer ist. manche behaupten, handgeschrieben wäre für sie das nonplusultra und sie könnten sich kaum vorstellen am computer kreativ zu sein.

erfahrungswerte diverser schreibender menschen sehen anders aus. sie schreiben nur noch am computer. und sie widersprechen mit ihren texten der vorstellung, nur das schreiben von hand animiere bestimmte gehirnregionen, die der kreativität und intuition vorschub leisten. also spüre man einfach für sich nach, was sich beim schreiben am besten anfühlt. der schlichte bleistift, ein kugelschreiber, der edle füller, das laptop oder inzwischen die ganzen pads und phones. hauptsache man fühlt sich durch das gerät nicht gestört.

dann sollte man auch keinen großen gedanken daran verschwenden, wo man schreibt. auch hier gilt wieder: man suche zum schreiben den ort auf, der einem angenehm erscheint. kurze notizen lassen sich überall notieren, hauptsache ein schreibgerät steht zur verfügung. dies erscheint darum so wichtig, da schreibideen innerhalb kürzester zeit wieder verfliegen können. für längere texte suche man einen ort auf, an dem es möglichst wenige Weiterlesen

schreibidee (283)

neben dem trinken ist das essen überlebenswichtig, obwohl man länger hungern denn dürsten kann. und wie sich gerade wieder zeigt, ist die nahrung auf der welt sehr ungerecht verteilt. unsereiner lebt in saus und braus im vergleich zu vielen anderen menschen. zu diesem luxus gehört es, dass sich mit anderen menschen zusammen oft fröhlicher speisen lässt als allein. und daraus wurde eine dienstleistung gemacht: das restaurant. da wir menschen sehr verschiedene geschmäcker haben und alles gern einem ranking unterwerfen, gibt es die restaurantkritik. sie ist, wie jede bewertung, subjektiv und unfair, aber sie hat einen hohen stellenwert. darum eine schreibanregung zur „restaurantkritik„. guten appetit 😛

die schreibgruppe kann gemeinsam in ein restaurant gehen und es testen. doch dies sollte man vielleicht vorher mit den wirtInnen absprechen. es könnte ärger geben, wenn an einem tisch mehr als fünf personen sitzen und sich ständig notizen zum essen machen oder sich laufend über das gegessene austauschen 😉 aber man kann das ganze auch anders gestalten: alle gruppenteilnehmerInnen suchen kurz vor der schreibgruppe ein anderes restaurant auf. direkt danach findet das treffen der schreibgruppe statt.

zum einstieg notieren sich alle schreibgruppenteilnehmerInnen ihr schönsten und ihr gruseligstes restauranterlebnis auf jeweils einer seite. diese kurzkritiken werden vorgelesen. anschließend trägt man seine gedanken und notizen noch einmal in drei unterpunkten zu dem eben besuchten restaurant zusammen. zum einen das essen, dann die atmosphäre und zum schluss der service. gestartet wird damit, in einem satz den eindruck wiederzugeben.

dann werden für jede rubrik fünf metaphern gesucht, die den persönlichen eindruck wiedergeben. diese werden kurz aufgelistet. nun kann aus den metaphern (es müssen natürlich nicht alle verwendet werden) und den kurzen sätzen, zu jeder rubrik ein halbseitiger text geschrieben werden. diese werden nicht vorgelesen.

es werden stattdessen die drei kurzen texte in einen langen erlebnisbericht vom restaurantbesuch zusammengeführt. die aussagen und bewertungen werden in den gesamten bericht eingeflochten. die abschließende restaurantkritik wird in der gruppe vorgetragen. es findet eine feedbackrunde statt. waren alle teilnehmerInnen im selben restaurant, kann über die jeweiligen eindrücke diskutiert werden, waren alle in verschiedenen restaurants, sollten aufgrund der restaurantkritik am schluss zwischen einem und fünf sternen vergeben werden.

biografisches schreiben und essen

essen beschäftigt uns in zweierlei hinsicht. zum einen dient es dazu, unsere grundversorgung aufrecht zu erhalten, zum anderen ist essen ausdruck des genusses, unserer vorlieben oder auch unserer psychischen probleme. am essen entzünden sich viele aktuelle lebensgefühle.

so kann die betrachtung des eigenen essverhaltens beim biografischen schreiben einen einblick in die eigene seelenlandschaft geben. am eindrücklichsten in diesem zusammenhang sind natürlich die essstörungen. sie drücken etwas aus, das einem selber in diesem moment oft gar nicht bewusst ist. wer zum beispiel im laufe seiner lebensgeschichte einmal an einer essstörung gelitten hat, kann sich noch sehr genau an diese zeit erinnern, weiß, wie er sie überwunden hat und hat sich in dieser zeit sicherlich intensiv mit sich selber auseinandergesetzt.

oder erinnern sie sich an die fresswelle in den 50er jahren, die gesellschaftliche bewegung als ausdruck der überwundenen hungerzeiten? dann das aufkommen von „exotischen“ gerichten wie spaghetti oder toast hawaii. und heute an den überbordenden luxus einer extremen auswahl an lebensmitteln, die schon dekadente züge annimmt. dazwischen noch die fastfood-ernährung, die manche von uns vor allen dingen in den jungen jahren zelebrierten.

werfen sie doch einfach mal einen blick auf den speiseplan ihres lebens Weiterlesen

liste (32) – essen

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um „essen„.

menüs, die ich am meisten mag:

menschen, die ich am liebsten zum essen einlade:

meine momentanen lieblingsrestaurants:

gerichte, dich ich als kind nicht mochte:

gerichte, die ich heute nicht mag:

das kann ich am besten kochen:

kreatives schreiben und essen

essen kann genuss sein, neben der zufuhr von lebensnotwendiger nahrung. schreiben kann genuss sein, neben der beruflichen notwendigkeit. da scheint es eine logische folge zu sein, dass man beides öfter miteinander verbinden sollte. so kann es ein genussreicher moment sein, erst gemeinsam zu schreiben, dann gemeinsam zu kochen und als dessert gemeinsam texte vorzulesen.

aber kreatives schreiben und essen lassen sich noch ganz anders miteinander verbinden. man kann zum beispiel restaurantkritiken mit elementen des kreativen schreibens erstellen. also seine formulierungen und assoziationen über die bekannten schreibtechniken erlangen. oder auch gemeinsam essen gehen und später darüber schreiben.

allein das thema „geschmack“ bietet eine unglaubliche bandbreite für kreative ideen. eine der eindrücklichsten übungen besteht zum beispiel darin, mit verbundenen augen gefüttert zu werden. die geschmackssensationen werden viel intensiver erlebt, die spannung ist enorm. nicht ohne grund sind viele menschen von den restaurants begeistert, die in absoluter dunkelheit ihr essen anbieten.

und man schaue sich einmal die arbeitsweise der großen köchInnen an. in den berühmten küchen herrscht ein großes kreatives potential. letztendlich baut sich ein neues rezept ähnlich auf, wie ein neuer text: es werden bekannt dinge in unbekannter weise miteinander kombiniert. daraus entstehen durch experimentieren und erproben sensationelle gerichte. warum also nicht einmal in beiderlei hinsicht experimentieren: Weiterlesen

selbstbefragung (90) – kochen und essen

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „kochen und essen„.

  • kochen und essen zählen heute zu den führenden sozialen kompetenzen. bei ihnen auch? begründen sie.
  • was kochen sie am liebsten?
  • was essen sie am liebsten?
  • mit wem essen sie am liebsten?
  • ab welchem moment ist essen für sie kein genuss mehr? beschreiben sie.
  • was schmeckt ihnen überhaupt nicht? warum?
  • wie viel geben sie in der woche für lebensmittel aus?
  • ging bei ihnen schon einmal liebe durch den magen?
  • wenn sie kochen, kochen sie lieber allein oder dürfen andere mitmachen? warum?
  • wohin gehen sie am liebsten, wenn sie zum essen ausgehen?

schreibidee (221)

kälte bewältigt der mensch durch einen erhöhten verbrennungswert im körper. gleichzeitig schützen ihn körperbehaarung und fettschicht für einen gewisse zeit vor dem erfrieren. hört man auf seinen körper, signalisiert er zu beginn des winters, dass seine nahrungszufuhr mehr fettiges essen benötigt. nicht ohne grund sind die feiertagsmenüs am jahresende recht gehaltvoll. aber auch in anderen lebenszusammenhängen verwenden wir öle und fette. so kurz vor frühlingsbeginn darum noch schnell eine schreibidee zu „fettigem„.

einstieg soll dieses mal ein abd-darium sein. zu jedem buchstaben des alphabets sollen die schreibgruppenteilnehmerInnen einen begriff finden, den sie mit „fettig“ assoziieren. die abc-darien werden in der schreibgruppe kurz vorgetragen. man kann gern für sich begriffe anderer übernehmen, die einem besser gefallen, als die eigenen assoziationen. anschließend soll aus allen begriffen eine kurze „fett-geschichte“ von maximal zwei seiten geschrieben werden. die geschichten werden ebenso kurz ohne feedback in der schreibgruppe vorgetragen.

nun wählen sich alle teilnehmerInnen einen begriff aus, den sie am ansprechendsten finden. dieser begriff, dieses wort bildet die überschrift der nun zu verfassenden geschichte. dabei ist die textform freigestellt. es steht zum schreiben relativ viel zeit zur verfügung. anschließend werden die texte vorgelesen und es wird ein feedback gegeben.

um sich dem thema auch real anzunähern, werden nach der feedbackrunde butterstullen gemeinsam gegessen. im anschluss daran werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, einen aufruf gegen die kalorienzählerei und für den genuss von fettigem zu verfassen. das kämpferische vortragen der aufrufe bildet den abschluss dieses schreibgruppentreffens. anschließend können noch kochrezepte mit hohem kaloriengehalt und fettigen zutaten ausgetauscht werden. vor diesem treffen wurden alle teilnehmerInnen aufgefordert, ein solches rezept auszuwählen.

nabelschau (35)

fallobst – streuobst – kernobst. das leben ist ein großer fruchtkorb. und wenn man sich ein wenig mühe gibt, kann ein leckerer obstsalat daraus werden. es ist jedoch zu unterscheiden, zwischen den früchten, die angedadscht und gammelig sind und den früchten, die reif und süß in aller pracht genuss versprechen.

im leben gelten andere regeln als auf der obstwiese.

  • fallobst, das bei ernten gern verschmäht und den wespen überlassen wird, ist im alltag nicht selten ein übersehener leckerbissen. es fiel auf die seite, fiel in dem ganzen wirrwarr runter und blieb liegen. aber eines tages fällt es einem in die hände. man betrachtet es, streicht die kleinen dellen glatt und kann sich an der verspäteten ernte genüsslich tun.
  • streuobst(wiesen) erinnern sprachlich zuerst an die streubombe oder das aktuell knappe streusalz, ist aber meist viel leckerer. ob nun aufgesammelt für schnäpse, most und ebbelwoi oder eben als kunterbunte mischung verschiedener baumsorten, die sich auf einer wiese verteilen, streuobst(wiesen) stehen für lowtech-pflanzenbau. oft finden sich darunter alte, nicht mehr gezüchtete pflanzensorten. im leben sind sie die fantasien und ideen, die ungerichtet plötzlich irgendwo auf den gedankenwiesen stehen und nur abgeerntet werden müssen.
  • das kernobst wiederum gehört zu den rosengewächsen. auch wenn die blüten unscheinbarer sind, die früchte haben es in sich. beim verspeisen stösst man auf den kern der (gedanken)frucht. es muss nicht immer nur ein kern sein, häufig sind es viele, sich pudelwohl nebeneinander gruppierende kern, die man nicht einfach schlucken sollte. sie wollen gesammelt, in die erde gebracht und gegossen werden. im laufe der zeit wachsen sie zu prächtigen bäumen heran.

trägt man alle früchte zusammen, schneidet sie klein, süsst sie mit honig und wartet ein wenig ab, dann bekommt man seinen eigenen unvergesslichen fruchtsalat, der meist nicht nur einem selber mundet, sondern andere zum mitessen anregen kann.

viele menschen vergessen, ihr obst zu ernten. sie sehnen sich nach exotischen früchten, die sie schwerlich vor ihrer tür finden. sie begeben sich auf große reisen, während unter ihren bäumen und auf ihren wiesen das obst vor sich hin fault. dabei hätten sie so gute salate machen können.

web 2.48 – mundraub.org

auch wenn es kaum schneit, wir befinden uns im tiefen winter. die beste zeit, um planungen für den gartenbau und die ernte vorzubereiten. es gibt abseits der eigenen scholle orte in deutschland, an die mal jemand obstpflanzen setzte, aber dort nicht mehr erntet. doch niemand fällte oder kaufte diese kleinen fruchtlieferanten. also kann sich jeder, der lustig ist, in verträglichen maßen daran bedienen.

gebündelt werden informationen über pflück- und ernteorte auf der homepage http://www.mundraub.org . mundraub versteht sich als von der pflanze in den mund, also einzig für den eigenen bedarf. beim öffnen der seite wird die zustimmung der leserInnen für die geschäftsbedingungen verlangt. das erscheint sinnvoll, da es menschen gibt, die gern gleich die ganze ernte einfahren, wenn es etwas für lau gibt. darum abermals auch hier der hinweis: es geht um pflücken für den eigenbedarf.

doch dann kann man in den süssesten früchten schwelgen: beeren, äpfel, birnen, mirabellen, pflaumen und dergleichen mehr. ortsbeschreibungen und hinweise auf die qualität der früchte liegen vor. in manchen regionen finden sich viele möglichkeiten in anderen beinahe nichts. ich schätze, das hängt weniger mit dem angebot zusammen, denn mit der freundlichkeit, dies auch ins netz zu stellen.

also, man kann sich „mundraub.org“ in den kalten monaten darauf vorbereiten, was nach den heißen monaten ernten möchte. woran man sich laben will und wie weit man sich dafür auf den weg machen muss. zumindest verspricht der klimawandel eine gehörige süße. und sollte man eine leckere quelle kennen, kann man dies bei mundraub.org melden, um andere am genuss teilhaben zu lassen.

selbstbefragung (42) – genuss

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „genuss„.

  • welchen genussmitteln sind sie verfallen? keinen? finden sie ihr leben nicht ein wenig langweilig?
  • wie sieht ein genussvoller perfekter tag für sie aus? beschreiben sie.
  • was halten sie von askese?
  • wann waren sie das letzte mal so richtig exzessiv, maßlos, ausschweifend, hemmunglos? beschreiben sie.
  • wen empfinden sie in ihrem umfeld als genussbremse? begründen sie.
  • wird genuss irgendwann für sie zur belastung? warum?
  • welches war ihr genussvollster moment?
  • wonach sind sie süchtig? leben sie gut mit ihrer sucht?
  • wann werden folgende dinge für sie zum genuss? beschreiben sie:
    1. essen
    2. trinken
    3. sex
    4. drogen
    5. kultur
    6. arbeit
    7. kommunikation
  • wozu gibt es überhaupt genuss? beschreiben und begründen sie.

wortklauberei (33)

„bunte eier aus bodenhaltung“

es ostert. es ostert schon seit wochen. im rahmen dieser osterei bot eine supermarkt kette folgende nahrungsmittel feil: „bunte eier aus bodenhaltung„. in diesem moment fragt sich der lesende kunde: kann man die essen?

allein der begriff „bodenhaltung“ ist ein verwirrender, wenn der moderne mensch nicht das pendant der „käfighaltung“ und die erweiterung der „freilandhaltung“ kennt. also boden ist nicht gleich land, land nicht gleich freiland, aber land auch boden, wobei boden und land wiederum nichts mit käfig zu tun haben. und in luft und wasser wird nichts gehalten. obwohl das so auch nicht stimmt, zumindest nicht für den lachs, den karpfen oder die forelle im wasser. mit der luft wird es ein wenig schwierig, isst der mensch doch sehr wenig, das richtig fliegen kann. die enten und die gänse, die wir verzehren bleiben am boden haften und die geschichten von fliegenden kühen und schweinen sind märchen. taubenbraten kommt selten auf den tisch und selbst das rebhuhn schafft gerade mal ein paar meter durch die luft, bis es wieder landet.

aber auch champignons und pfifferlinge, ebenso wie der spargel kommen aus der bodenhaltung. nun hat man aber bisher noch nichts davon gehört, dass dies bei „bunten eiern“ der fall ist. bis jetzt stellte sich eigentlich nur die frage, wer zuerst da war, die henne oder das ei. aber es stand nie außer frage, dass es einen originären zusammenhang zwischen henne und ei gibt. ohne henne kein ei. als kind hörte man davon, dass der osterhase mit seiner familie diese eier der henne bunt bemalt. aber dass hennen bunte eier legen oder sie selbst bemalen, während sie ihr dasein auf dem boden fristen ist doch eine neue erkenntnis. in manchen zeitschriften war zu lesen, dass durch zufütterung das eigelb gefärbt werden kann. nun, man lernt nie aus. nur ob man bunte eier aus bodenhaltung essen sollte, wird hier nicht beantwortet. in diesem sinne frohe, bunte ostern.

wortklauberei (32)

„creativ catering“

es war eine ungeplante kulinarische nacht. auf den nachtbus wartend, leuchtete von der werbetafel an der haltestelle, dass „butter lindner“ ein feinkost-unternehmen, „creativ catering“ anbietet. also etwas holprig übersetzt gibt es nun kreative bewirtung, lebensmittellieferung oder verpflegung. davon ausgehend, dass essen in erster linie schmackhaft und bekömmlich sein sollte, fragte ich mich frierend, was das kreative an den nahrungsmitteln sein sollte. es kann nur die verarbeitung sein. doch was unterscheidet in diesem moment das kreative von dem herkömmlichen buffet?

wahrscheinlich kommt in diesem moment nicht mehr das petersiliensträusschen auf die schnittchen, sondern eine essbare orchideenart oder ein gelee aus trüffelessig mit einem hauch vanille oder so. kombinatorisch ist heute in der küche alles möglich. wo früher kleine fähnchen im käse prangten, gibt es inzwischen sicherlich einen vielfarbigen schokoüberzug über denselben. das schnittchen wird zur geschmacksexplosion und das ziermesser zur stickstoffschockfrostung.

da die rohstoffe zwar meist die gleichen bleiben, das catering und kochen aber im hightech-umfeld stattfindet, darum fuhr in besagter nacht auch ein lieferwagen an der haltestelle vorbei, der für zwei dienstleistungen warb: „entsorgung von speiseabfällen und elektronikschrott„.

denn irgendwann geht doch alles wieder den irdischen weg und wird zu dem, was es vorher einmal war. der speiseabfall besteht hauptsächlich aus naturprodukten, auch wenn mancher heutzutage auf die sondermülldeponie gehört. und der silizium-chip wird wieder zu sand am strand der meere, das eisen kehrt ins blut und in die böden zurück, selbst glas versandet in den gezeiten. ob sich in jahrhunderten noch irgendjemand an „creativ catering“ oder „feinkost“ erinnert?

biografisches schreiben und essen

der zusammenhang zwischen der eigenen lebensgeschichte und der ernährung erscheint erst einmal seltsam. was haben die eigenen speise-vorlieben in einer biografie zu suchen?

sie bilden zum einen die eigenen möglichkeiten der versorgung ab. beinahe alle menschen, die kriegszeiten miterlebt haben, erzählen im nachhinein geschichten, welche anstrengungen zur eigenen versorgung, vor allen dingen nach dem krieg, unternommen werden mussten, um sich ernähren zu können. plötzlich tritt ein vitales bedürfnis in den vordergrund, das in unseren gesellschaften als gesichert gilt. ebenso geht es menschen, die von hartz vier oder anderen staatlichen unterstützungen leben müssen. am ende des monats fehlt das geld für eine angemessene ernährung. der mangel wird bestimmend für das eigene leben.

ebenso kann der überfluss eine immer größere rolle spielen, wenn sich in bestimmten gesellschaftlichen kreisen, die freizeit nur noch um die gestaltung der angemessenen einladung mit auf hohem niveau selbstgekochtem dreht und die abendunterhaltung sich vor allen dingen um die bezugsquellen bestimmter zutaten dreht. aber auch von bekannten persönlichkeiten interessieren die gerichte, die sie gern gegessen haben. so wissen wir von helmut kohls saumagen von gerhard schröders currywurst und in berlin wird im brechtkeller gekocht, was helene weigel auf den tisch brachte.

das essen ist meist ein abbild unserer lebenssituation und nicht zu unterschätzen beim blick auf unsere eigene lebensgeschichte. meist stellt es nur eine zierde des verfassten dar, rundet aber das bild der lebensumstände ab. außerdem spielt es eine wesentliche rolle beim aufbau sozialer kontakte, die sich im laufe des eigenen lebens ergeben. da kann es hilfreich sein, zu notieren, welches gericht das liebste war, wozu gäste eingeladen wurden oder wie traditionell weihnachten in der familie verbracht wurde. oder man notiert abseits der biografie noch in ein büchlein die rezepte, die in der familie weitergegeben wurden. denn etliches der überlieferten zubereitungen findet sich in keinem kochbuch.

schreibidee (64)

schreiben über und mit gemüse. gemüse erfüllt im leben mehrere funktionen, als speisebeilage und als eigenständiges gewächs. so kann es auch in der schreibgruppe verwendet werden.

zum einen kann man sich bei einer geschriebenen geschichte über das literarische gemüse, also die beilagen unterhalten und sie entwerfen. wird zum beispiel in der schreibgruppe eine geschichte mit einem erzählstrang verfasst, ließe sich danach ein zweiter beilagen-strang entwickeln. die teilnehmerInnen sollten sich, einem speisenteller gleich überlegen, welche beilage ihnen zu der geschichte anderer teilnehmerInnen einfällt. dieser strang wird geschrieben und dann in die erste geschichte im reissverschlussverfahren eingefügt.

zum anderen lässt sich aber auch über das gemüse an sich schreiben. dazu ist es sinnvoll, dass die leiterInnen der schreibgruppe eine auswahl an verschiedenen gemüsesorten mit in die schreibgruppe bringen. nun ist es an den teilnehmerInnen, sich eines auszuwählen, es vor sich an den schreibplatz zu legen und assoziationen anzustellen. dann soll eine geschichte zu dem jeweiligen gemüse verfasst werden. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgestellt. während die geschichten vorgelesen werden, notieren sich alle anderen teilnehmerInnen assoziationen zu den vorgelesenen geschichten. denn zum schluss wird ein gemüseeintopf geschrieben. eine geschichte aus den assoziationen zu allen anderen gemüsegeschichten. und dann kann, wenn die möglichkeit besteht, gekocht werden.

kreatives schreiben und die internationale funkausstellung in berlin

kreative schreiberInnen suchen ja immer nach schreibanlässen. hier ist einer: begib dich auf die ifa, setz dich in den sommergarten und dann gehe davon aus, dass es sich bei den veranstaltungen um keine satire handelt. das ist so gemeint, wie es da aufgeführt wird. ehrlich geschrieben, ich war noch nicht da, aber das was im tv davon übrig bleibt scheint die andere seite berlins widerzuspiegeln. die preussische piefigkeit.

abseits davon bietet eine funkausstellung nicht allzuviele schreibanlässe, die sich sehr von einer anderen messe unterscheiden würden. aber das kreative schreiben wartet nicht nur auf anlässe. es benötigt ein angemessenes ambiente. und hier ist ab diesem jahr auf der ifa das paradies für alle schreiberInnen ausgebrochen. denn es werden zum ersten mal küchenmaschinen ausgestellt. was das mit funk zu tun hat, sei dahin gestellt, wahrscheinlich die tatsache, dass sie inzwischen über wlan oder so gesteuert werden können.

aber mein augenmerk fällt dabei auf anderes. zuerst einmal die kaffeemaschine. nenne ich doch schon eine mein eigen, die dann startet, wenn die eingestellte uhrzeit erreicht ist. oder der kühlschrank der sich per internet selbst auffüllen soll, zumindest die bestellung aufgibt. und diverse andere produkte, die sozusagen selbstständig für die befriedigung der sinnlich-vitalen bedürfnisse wie essen und trinken sorgen. und es somit den schreibenden ermöglichen, die wohnung kaum mehr verlassen zu müssen und solche lästigen dinge wie kochen erledigen zu müssen. wer einen kleinen pc im kühlschrank integriert hat, der kann während er nachts noch einmal aufsteht und zu den fressalien schleicht, gleich während der unterkühlten völlerei ein traumtagebuch führen. vielleicht gibt es den kühlschrank auch schon mit drucker, und am nächsten morgen liegen die bulimischen texte gedruckt vor. mehr infos zur ifa sind hier zu finden: http://www.ifa-berlin.de

wen das alles nicht interessiert, da profane technik und den intellekt unterfordernd, der kann heute noch zur „langen-nacht-der-museen“ gehen. dazu gibt es hier aber keinen link, denn wer noch lange sucht wo er hinwill, der wird in einer oder zwei stunden das ende einer menschenschlange bilden, die es in der langen nacht gerade einmal schafft ein museum zu besuchen. das wetter ist so, dass die massen mehr zeit draußen verbringen können (und auch müssen) als in den museen selber. und ob dann die ausstellungsstücke gesehen werden können bleibt fraglich.

web 2.16 – notcot.org

im web 2.0 lässt sich viel sammeln. eine ganz besondere sammlung bietet „notcot.org“. eigentlich dreht sich alles um design und all die dinge, die das leben verschönern können. und es besteht die möglichkeit selber ideen und vorschläge dort zu versammeln. aber, und das ist sicherlich das interessante, es gibt inzwischen diverse ableger von „notcot.org“. so wird die mode bei „notcouture“ präsentiert, eigene fotoshootings und experimente bei „notlab“, getränke und vor allen dingen cocktailrezepte bei „liqurious“ und inzwischen wohl abgespalten, aber vormals dazugehörend „tastespotting.com“.

also es geht wirklich um genuss, aber auch um ideen. und davon gibt es reichlich, vor allen dingen auf der designebene, die aber auch grafikdesign präsentiert und eine anregung für schreibversuche oder das eigene layout bieten kann. ansonsten wird reichlich zu diversen anbietern verlinkt, also, sollte mal neben dem schreiben dem schönen leben gefrönt werden, kann sicherlich auch das eine oder andere produkt online bestellt werden. nur menschen mit kaufzwang sollten die seite meiden, sind die meisten produkte doch nicht wirklich preiswert. zu finden ist die seite unter: http://www.notcot.org und die mahlzeiten unter http://www.tastespotting.com .

schreibidee (22)

die meisten sinne wurden bei den schreibideen inzwischen angesprochen, aber einer fehlt bis jetzt. der geschmackssinn. er ist auch nicht ganz leicht in das schreiben einzubinden, obwohl viele beim verfassen von texten gern einmal etwas nebenher zu sich nehmen. ob nun fest oder flüssig.

so kann man in einer schreibgruppe wunderbar den geschmack einbeziehen. das benötigt aber ein wenig vorbereitung. sie sollten kleine teller (muss nicht porzellan sein) pro teilnehmerIn vorbereiten. dabei wird die gruppe geteilt, soll heißen für die eine hälfte bereiten sie teller mit fünf verschiedenen essbaren kostproben vor, für die andere hälfte fünf andere kostproben.

denn die teilnehmerInnen sollen sich gegenseitig füttern. dafür tun sich immer zwei schreiberInnen zusammen. der einen person werden die augen verbunden. erst dann bekommt die sehende person von ihnen ihren teller überreicht. sie muss nun ihre partnerIn mit den kostproben füttern. nach jeder kostprobe teilt die person mit den verbundenen augen fünf assoziationen mit, die von der fütternden person notiert werden. dann gibt es die nächst kostprobe. wieder werden fünf assoziationen notiert. sind alle kostproben durch wird gewechselt. nun stellen sie die teller der zweiten runde zur verfügung, die andere kostproben enthalten sollten als die vorherige runde. von extremen geschmäckern ist abzusehen und allergien sind abzufragen. die kostproben müssen nur klein sein. es geht um die überraschende geschmackssensation. da reicht schon eine kleine saure gurke oder ein stückchen käse.

anschließend bekommt jede(r) den eigenen zettel mit assoziationen und schreibt einen text dazu. es müssen nicht alle assoziationen genommen werden, es können auch fünf zu einer kostprobe sein.

die schreibidee kann auch im zusammenhang mit biografischem schreiben verwendet werden. welche erinnerungen verbindet man mit dem geschmack einer kostprobe?