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biografisches schreiben und essen

essen beschäftigt uns in zweierlei hinsicht. zum einen dient es dazu, unsere grundversorgung aufrecht zu erhalten, zum anderen ist essen ausdruck des genusses, unserer vorlieben oder auch unserer psychischen probleme. am essen entzünden sich viele aktuelle lebensgefühle.

so kann die betrachtung des eigenen essverhaltens beim biografischen schreiben einen einblick in die eigene seelenlandschaft geben. am eindrücklichsten in diesem zusammenhang sind natürlich die essstörungen. sie drücken etwas aus, das einem selber in diesem moment oft gar nicht bewusst ist. wer zum beispiel im laufe seiner lebensgeschichte einmal an einer essstörung gelitten hat, kann sich noch sehr genau an diese zeit erinnern, weiß, wie er sie überwunden hat und hat sich in dieser zeit sicherlich intensiv mit sich selber auseinandergesetzt.

oder erinnern sie sich an die fresswelle in den 50er jahren, die gesellschaftliche bewegung als ausdruck der überwundenen hungerzeiten? dann das aufkommen von „exotischen“ gerichten wie spaghetti oder toast hawaii. und heute an den überbordenden luxus einer extremen auswahl an lebensmitteln, die schon dekadente züge annimmt. dazwischen noch die fastfood-ernährung, die manche von uns vor allen dingen in den jungen jahren zelebrierten.

werfen sie doch einfach mal einen blick auf den speiseplan ihres lebens Weiterlesen

wortklauberei (18)

„kinderleicht-regionen“

es ist schwer, im wahrsten sinne des wortes, sich vorzustellen, was „kinderleicht-regionen“ sein könnten. als erstes kommt man auf die idee, dass es in schulbüchern abschnitte gibt, die als kinderleicht-regionen bezeichnet werden. dann fragt man sich, ob es sich um regionen in deutschland handelt, die in der pisa-studie am besten abgeschlossen haben. nichts dergleichen ist der fall.

also schaut man sich seinen computer an und fragt sich, ob es kleine programme sind, die keine großen computerkenntnisse voraussetzen. oder es könnten die angebote des web 2.0 mit ihrer blog- und bild-verwaltungssoftware sein. doch auch der binäre code hat nichts mit kinderleicht-regionen zu tun.

also einen blick ins impressum der broschüre, die der tv-zeitung eingeheftet war, werfen. herausgeber ist das bundesministerium für ernährung, landwirtschaft und verbraucherschutz. da kommt man auf dumme gedanken, wenn man von den regionen hört. wie wäre es mit gebieten, in denen die meisten essstörungen auftreten, also magersüchtige überdurchschnittlich oft vertreten sind. oder vielleicht die möglichkeit, dass es sich um regionen handelt, in denen es kinderleicht ist, die zutaten von lebensmitteln zu entziffern, die auf den packungen stehen.

naja, und irgendwann kommt man natürlich auf die idee, dass es sich wohl um gegenden handelt, die sich bemühen, übergewichtige kinder zu verhindern (was nicht unbedingt vor essstörungen schützt). hier macht ein ministerium etwas, das eigentlich aufgabe, des gesundheitsministeriums ist. doch das nur am rande, wer diesen titel verbrochen hat, steigerte das ganze nur noch mit dem titel der homepage http://www.besseressenmehrbewegen.de . und diese wortverbrechen nur um dicke und fette kinder regional zu verhindern, ist doch „kinderleicht“ 😳