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„frei geschrieben“ von judith wolfsberger – ein buchtipp

auch dieses buch widmet sich dem wissenschaftlichen schreiben wie das vor kurzem vorgestellte buch. aber die herangehensweise der autorin ist eine völlig andere. hier werden schreibübungen und schreibanregungen zu den einzelnen arbeitsschritten gegeben, die ihre nähe zum kreativen schreiben nicht verleugnen können.

das buch von judith wolfsberger enthält schon im titel eine idee vom lustprinzip beim wissenschaftlichen arbeiten: „frei geschrieben – mut, freiheit & strategie für wissenschaftliche abschlussarbeiten„. es zeigt die schwierigkeiten, in die man beim verfassen einer wissenschaftlichen abschlussarbeit geraten kann, offen und unverblümt auf. und die autorin nimmt kein blatt vor den mund, wenn sie die situationen an den hochschulen beschreibt. die situationen, die es zusätzlich erschweren, eine interessante und spannende wissenschaftliche abschlussarbeit zu verfassen.

judith wolfsberger regt zu einer unkonventionelleren herangehensweise an, die vor allen dingen darauf ausgerichtet ist, für sich selber eine angenehmes zeitmanagement zu finden, in einen schreibfluss zu kommen und gleichzeitig fantasie und kreativität in die eigenen wissenschaftlichen texte einfließen zu lassen. dabei gibt sie schreibanregungen, die in kurzer zeit umzusetzen sind.

am besten eignet man sich das buch einige zeit vor dem verfassen einer abschlussarbeit an, um genug zeit für die umsetzung zu haben. dies wird einem später große vorteile bringen: die angst vor dem verfassen einer wissenschaftlichen abschlussarbeit könnte verflogen sein. das buch bietet viele beruhigungen und vor allen dingen anregungen zur zeitstrukturierung an. ein durchweg empfehlenswertes buch. es ist bei utb 2009 in der 2ten auflage erschienen. ISBN 978-3-8252-3218-4

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„wissenschaftlich schreiben leicht gemacht“ von martin kornmeier – ein buchtipp

dieses buch ist hilfreich und ärgerlich zugleich.
hilfreich ist es, da es eine fülle von hinweisen und tipps zu den verschiedenen formen des wissenschaftlichen arbeitens und somit auch schreibens bereit hält. vor allen dingen bei den fragen welche form des forschungssettings man wählt oder wie aussagen und thesen formuliert sein sollten bietet das buch einen wunderbaren überblick. martin kornmeier hat in „wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für bachelor, master und dissertation“ alles zusammengetragen, was heutzutage in wissenschaftlichen arbeiten verlangt und erwartet wird.

sollte man also unsicher sein, welche zutaten man für eine wissenschaftliche arbeit benötigt (der autor vergleicht das schreiben einer arbeit mit dem backen eines gugelhupfs), kann man in dem buch gut nachschlagen.

ärgerlich wird es aber, wenn man zu den vorstellungen des autors zur akademischen welt und zum wissenschaftlichen schreiben an sich gelangt. hier wird die aktuell in deutschland existierende form des wissenschaftlichen arbeitens als non plus ultra dargestellt. ein blick auf ted.com würde zeigen, dass man an wissenschaften auch anders herangehen kann. und zum wissenschaftlichen arbeiten gehört für den autor, dass es schwierig sein muss. so zeigen für ihn die schreibprobleme und schreibkrisen in der akademischen welt nur, dass das leben kein kindergeburtstag ist und qualitativ hochwertiges eben weh tun muss.

das ärgert, da entdecken, erforschen und neu kombinieren auch ein sehr kreativer, lustvoller und einfach entspannter akt sein kann. warum sollte dann das zu papier bringen anstrengend sein und in ausschließlich in ein strenges korsett gefasst werden. der umgang mit wissen war bei vielen großen entdeckern und wissenschaftlern oft viel chaotischer und kreativer als es einem dieses buch nahelegen möchte.

darum finde ich, lohnt sich der hohe gehalt an (grund)informationen, die in diesem buch vermittelt, wissenschaftliches schreiben bietet aber noch viel mehr spielräume als hier abgedruckt. das buch ist in dritter auflage im haupt-verlag, zur verlagsarbeitsgemeinschaft utb gehörend, 2010 erschienen. ISBN 978-3-8252-3154-5 .