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schreibidee (157)

schreibideen, kurze nachrichten, einkaufslisten oder adressen werden gern einmal auf kleine zettelchen, alte rechnungen, leere briefumschläge oder servietten notiert. später dies alles zusammenzutragen kann schwer sein. bei dieser schreibidee wird der umgekehrte weg gewählt, ein großes blatt wird in kleine abschnitte unterteilt und die darin notierten ideen zu einer „faltpapier-geschichte“ verbunden.

alle teilnehmerInnen erhalten zu beginn ein din-A3- oder sogar din-A2-blatt. sie werden aufgefordert dieses blatt kreuz und quer und auf keinen fall geordnet zusammenzufalten. dies sollte möglichst so geschehen, dass die falten relativ scharf und beim auseinanderfalten sichtbar sind. die falten können zur besseren orientierung auch noch mit einem stift nachgezogen werden.

in jedes durch falten begrenzte feld sind nun kurz-kurz-geschichten zu notieren. dabei kann es sich um kleine beobachtungen, dialoge oder auch handlungen handeln. es werden also viele verschiedene kurze geschichten auf dem großen blatt nebeneinander stehen. alle teilnehmerInnen der schreibgruppe geben ihr blatt anderen teilnehmern. diese lesen sich die kurzen geschichten gar nicht durch, sondern nummerieren nur die einzelnen „falt-felder“ nach belieben durch.

die durchnummerierten blätter werden nun den autorInnen zurückgegeben. entlang der zahlen schreiben die teilnehmerInnen der schreibgruppe aus den kurz-kurz-geschichten eine längere, zusammenhängende geschichte. dabei sollte möglichst nichts ausgelassen werden und wenn möglich sogar der o-ton der jeweiligen kurz-kurz-geschichte verwendet werden. die entstandenen texte werden in der schreibgruppe vorgetragen und es wird ein feedback gegeben.

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schreibspiel (02) – falt- und knicktexte (2)

 

erste varianten, falt- und knicktexte als spielerischen umgang mit der sprache zu verwenden, wurden hier im blog (https://schreibschrift.wordpress.com/2009/03/21/schreibspiel-01-falt-und-knicktexte-1/) schon vorgestellt. nun möchte ich noch ein paar weitere varianten vorstellen.

variante 5: hier wird es ein wenig schwer in der beschreibung. es geht um versetztes schreiben, das beständig lücken im text für die nächsten schreiberInnen lässt. und zwar wird von der ersten person der erste und der dritte satz notiert, von der nächsten der zweite und fünfte, dann der vierte und siebte satz und so weiter. das bedeutet, die nächsten schreibenden haben die aufgabe einen satz in eine lücke zu setzen und eine neue lücke zu schaffen. hier ist die anpassung an die vorgaben der anderen noch stärker gefordert, damit der text ansatzweise einen sinn ergibt.

variante 6: bei dieser variante wird mit der menge des zu schreibenden variiert. so kann gesagt werden, dass jede person einen absatz formuliert, bezogen auf den letzten absatz, der sichtbar ist. so können aus den federn einer schreibgruppe diverse geschichten entstehen. für dieses spiel ist einige zeit notwendig und sicherlich auch mehr als ein blatt papier.

variante 7: nun wird das genre gewechselt, es geht darum mit knicken und falten gemeinsam lyrik oder ähnliches zu verfassen. so kann man zum beispiel elfchen verfassen, wobei man nur die letzte zeile kennt (also erst ein wort, dann zwei, drei, vier und wieder eins). oder es wird ein schneeball geschrieben, also erst eins, dann zwei, drei, vier, drei, zwei, ein wort. es kann auch vorgegeben sich reimende vierzeiler entstehen zu lassen. diese vorgehensweisen können beinahe unendlich variiert werden.

variante 8: als letzte idee soll hier der versuch, zu vielen dialoge zu verfassen, vorgeschlagen werden. es bleibt also während des schreibens beständig die reihenfolge „person a“ sagt etwas, dann „person b“, dann wieder „person a“. als schreibende(r) sieht man immer nur die letzte aussage im gespräch und reagiert darauf, dann wird wieder umgeknickt und weitergegeben. hier kann auch vorgegeben werden, über was gesprochen werden soll, wieviel gesagt wird oder in welchem tonfall usw..

alle spielvarianten können sowohl zu sehr amüsanten zufallstexten führen als auch manchmal zu erstaunlich lyrischen oder zusammenhängenden werken. das kann nie vorhergesagt werden, macht aber am schluss bei der auflösung der texte meist viel spaß.

schreibspiel (01) – falt- und knicktexte (1)

eine rubrik, die bis jetzt hier fehlte. abseits der anregung zum kreativen oder biografischen gibt es noch die möglichkeit, einfach spielerisch mit der sprache umzugehen. eine schöne variante ist das schreibspiel. in unregelmäßigen abständen möchte ich hier ein paar möglichkeiten für schreibspiele aufzeigen.

gleich zu beginn die bekannteste und schlichteste variante, der einfache falt- oder knicktext. eine gruppe von menschen sitzt beisammen, am besten im kreis, und hat lust zu schreiben. jede person besitzt ein unbeschriebenes din a4-blatt und einen stift.

variante 1: es gibt keine vorgaben, es wird von jeder person nur ein satz oben auf das papier geschrieben, ein satz, der gerade einfällt. dann werden in der runde die blätter nach links weitergegeben. nun schreiben alle einen weiteren satz unter den ersten satz. ein bezug der sätze sollte zueinander bestehen. anschließend, wird der erste satz umgeknickt. das blatt wird wieder eins weiter nach links gegeben. für alle ist nun nur der zuletzt geschriebene satz sichtbar. an diesen fügen sie alle wieder einen satz an, knicken den vorher sichtbaren satz um und geben wieder weiter nach links. diese variante lässt sich so lang durchführen bis das blatt voll ist. im anschluss werden die blätter aufgefaltet und die texte vorgelesen.

variante 2: es gibt eine inhaltliche vorgabe für die zu schreibenden sätze. diese kann darin bestehen, nur zu einem gewissen thema zu schreiben. dies kann zum beispiel die aufforderung sein, über die natur, die liebe oder den supermarkt zu schreiben.

variante 3: es kann aber auch die textform vorgegeben werden. so sind dann von den teilnehmerInnen dialoge zu verfassen. oder es werden manifeste, liebesbriefe, werbetexte und kleinanzeigen miteinander verfasst. die vorgehensweise bleibt die selbe aber die ausdrucksform variiert.

variante 4: die vorgaben können verfeinert und kombiniert werden. so wird jedesmal bevor ein weiterer satz notiert wird, der buchstabe vorgegeben, mit dem die wörter beginnen müssen. dazu ist dann der satz noch im manifest-stil zu notieren. oder es dürfen zwei sätze geschrieben werden, die auch noch bestimmte worte enthalten müssen.

fortsetzung folgt