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schreibaufgabe (21) – ein ergebnis

tullern: (verb), ein synonym für „weinen“, zusammengesetzt aus „tränen“ und „kullern“. wird vor allen dingen umgangssprachlich verwendet. so bedeutet „tuller dich nur aus“ eher „kotz dich nur aus“, als „wein dich aus“. das adjektiv „tullerig“ bezeichnet vor allen dingen männer, die der männerrolle widersprechen. früher wurde der begriff „heulsuse“ dafür häufig verwendet, der, da er einen weiblichen namen verwendet, inzwischen verworfen wurde. unter einer „tullergruppe“ versteht die umgangssprache selbsthilfegruppen.

 

leise

tullert er

vor sich hin

da sie ihn verließ

neunzehnhundertfünfundachtzig

 

uschelig: (adj.), uschelig bezeichnet das gegenteil von „wuschelig“. lange gab es nur bezeichnungen wie „glattes haar“, „ordentlich gekämmt“ oder „gescheitelt“. da wildes, krauses, ungekämmtes haar heute wieder als zeichen für jemanden steht, der sein leben nicht im griff hat und sich den gesellschaftlichen anforderungen verweigert, stellt uschelig eine sehr positive bezeichnung für konformes verhalten dar. wogegen „wuschelig“ gleichzusetzen ist mit dem alten adjektiv „schlampig“. deshalb sind „uscheler“ die vertreterInnen des jungen managements im rahmen der gesellschaftlichen ökonomie.

 

da!

eine locke

die unbezähmbar scheint

die schere kappt widerständiges

uschelig

 

(christof, januar 2009)

schreibaufgabe (21)

sprache lebt davon, dass sich immer wieder neue worte bilden. dies geschieht natürlich meist in zusammenhängen der gesellschaftlichen veränderungen. und so werden jahr für jahr „worte des jahres“ und „unworte des jahres“ bestimmt. aber reine fantasieworte finden selten verwendung in der alltagssprache. diese schreibaufgabe möchte einmal den versuch unternehmen, fantasieworte einzuführen.

vorgeschlagen werden von mir „tullern“ oder „uschelig„. zu einem der wörter oder einem fantasiewort eigener wahl ist ein lexikonbeitrag zu verfassen, der dieses wort erklärt. und nach der lexikalischen definition ist ein text (egal ob gedicht, geschichte oder haiku) zu verfassen, in dem das neue wort in seiner definierten variante verwendet wird und eine rolle spielt.

ich bin gespannt auf die „plaschigen“ texte.