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Craig & Karl – BUNT – BUNTER – AM BUNTESTEN

FRÜHLING – OSTERN – BUNT – IT SUCKS

Craig & Karl.

auch der blog liefert noch ein paar blickfänge.

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liste (103) – kombinieren

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „kombinieren“.

meine liebsten farbkombination:

meine liebsten cocktails:

zwei ereignisse meines lebens, die ich am liebsten miteinander kombinieren würde:

die absurdesten kombinationen von dingen, ereignissen, musik, literatur, essen …, die mir gefallen:

meine liebsten musik-remixe:

wortklauberei (101)

„männer färben nicht – männer tunen“

jawoll ja, das ist doch mal ein satz, der wäre auch zu kaisers zeiten angekommen, wenn zu dieser zeit ebenso viele anglizismen durch den raum schwirrten wie heute. ja, es ist ein satz aus großvaters zeiten, als sie alle glatze hatten, die männer, einen gezwirbelten schnurrbart und seltsame hüte trugen. schon damals bauten sie an ihre kutsche breitreifen und einen flotten heckspoiler.

aber nein, es ist der spot für ein haarfärbemittel, das männer kaufen sollen. wir erinnern uns sofort an bundeskanzler, der nicht gefärbt hat. wir erinnern uns an haarteile die leider jedem menschen sichtbar werden. wir erinnern uns an die vielen glatzen und halbglatzen, die mit seiten- und hinterhaar zugedeckt werden sollen. an die blonden strähnchen die in den 80ern des letzten jahrhunderts auch männer verschämt auf ihrem kopf erstellen ließen. „tunen“ bedeutet so viel wie „abstimmen“. doch womit wird abgestimmt, was wird abgestimmt?

man kann das auto-tuning vielleicht zu raten ziehen: da wird der motor aufgemotzt (das haar fluffig gemacht), die karosserie lackiert (eben farbe ins haar gebracht), die breitreifen montiert (durch haareinpflanzungen der schopf dichter bestückt) und der heckspoiler angebracht (ich schreibe nur vo-ku-hi-la). ich glaube, nicht die ollen kamellen der macker-welt nerven so an dem werbspruch. es sind die verschämtheiten der männer, die erst solche sprüche möglich und den verkauf des haarfärbemittels zunehmen lassen.

dem kann man nur entgegen halten: liebe männer färbt eure haare so oft und so abgestimmt (auf eure kleidung, euren hund oder euer auto), wie ihr wollt. was ist schon dabei? früher habt ihr euch kriegsbemalung ins gesicht geschmiert – auch das war make-up!

wortklauberei (83)

„dumpf-muffiger fehlton“

wieder etwas dazugelernt. es war einmal, dass man sagte „der wein hat korken“, wenn sich beim genuss des gekelterten getränks ein seltsamer geschmack durchschlich und den genuss beeinträchtigte. wie mich des nächtens eines wissenssendung aufklärte nennt diesen geschmack und geruch der weinwissenschaftler einen „dumpf-muffigen fehlton„.

denn es ist anscheinend nicht der korken, der diesen geschmack verursacht, sondern ein schimmelpilz in den weinherstellungsräumen, der einen stoff tca produziert, den man auch „mufftonsubstanz“ nennen kann. ich bin begeistert von dieser wortwahl. ein muff ist ja eigentlich so ein handwärmer, ein kleidungsstück meist aus pelz in röhrenartiger form. wahrscheinlich kommt dann der begriff muffig daher, dass der muff hauptsächlich von älteren damen mit schwitzigen händchen verwendet wurde und wird. früher nannte man wohl muffig auch mefitisch.

aber ein „dumpf-mefitischer fehlton“ kommt längst nicht so gut. es ist das zusammenspiel von „mpf“ mit dem „u“, der dem ganzen so einen nekrophilen beigeschmack gibt. stellen sie sich die ausweitung der beschreibung vor: auch bei farben könnte man von einem „dumpf-muffigen fehlton“ sprechen, wenn man dunkel-beige oder ein tristes grau meint (obwohl uns loriot, was die grautöne betrifft, eigentlich eines besseren belehrt hat – na gut, nehme ich ein tristes braun). oder nehme man die literatur: welches buch erzeugt einen „dumpf-muffigen fehlton“? wortmeldungen werden hier gern veröffentlicht. musik: wie klingt der „dumpf-muffige fehlton“? gruftig!

neben „keck“ wird „dumpf-muffig“ mein zweite lieblingswort werden. es sollte nie aus dem wortschatz verschwinden und der beschreibung männerbündischer langeweile immer angehängt werden, war es doch mal dumpf-muffig unter den talaren 😉

schreibidee (262)

es ist die zeit der blüte, der feierlichkeiten und vor allen dingen der blumensträusse. es wird geheiratet, konfirmiert, gefirmt oder einfach nur zum grillfest geladen. und zu all diesen anlässen werden gern bunte blühende gebinde mitgebracht. das angebot in den läden und beeten an blühenden pflanzen scheint zur zeit unerschöpflich und bietet anlass zu „blumenstrauss-geschichten“ anzuregen.

zu beginn werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, ihre lieblingsfarbkombination zu erstellen. welche farben gefallen ihnen am meisten. damit dies nicht in einem malkurs endet, sollen für die jeweiligen farben (maximal 5) kleine eigenschaftszuschreibungen von fünf zeilen verfasst werden.

anschließend wählt man blumen aus, die diese farben vertreten. dazu kann entweder das internet, diverse pflanzenführer oder auch das floristische wissen einzelner teilnehmerInnen genutzt werden. so gibt es zum beispiel rosen und gerbera in sehr verschiedenen farben. auch pflanzen weisen einen eigenen charakter auf. zu jeder pflanze soll von den schreibenden jeweils eine halbseitige charakterstudie verfasst werden.

nun haben die schreibgruppenteilnehmerInnen alle zutaten zu ihren sträussen beisammen. die kurzen texte sollen in einer geschichte zusammengebunden werden. es geht nicht darum die charakteristiken der farben und pflanzen zu vereinen, sondern eine passende geschichte zu verfassen, die den strauss versinnbildlicht. die charakterstudien dienen nur der anregung. anschließend werden die geschichten vorgelesen und im feedback geklärt, ob der strauss passend erscheint.

aus den geschichten und den charakteristiken können nun noch „blumenstrauss“-haikus verfasst werden, die in kurzer knapper umschreibung das gebinde darstellen. und als abschluss können alle teilnehmerInnen, wenn sie möchten, in einen blumenladen gehen, um sich ihren jeweiligen strauss binden zu lassen. dieser kann dann mit der geschichte zusammen verschenkt werden. natürlich lässt sich dies auch noch später nachholen oder umgekehrt praktizieren (erst einen strauss binden lassen und dann eine geschichte dazu schreiben). die empfängerInnen der sträusse wird es freuen, eine passende geschichte zu erhalten, denn die verblüht nicht so schnell.

schreibidee (196)

bei „momo“ von michael ende gab es die grauen männer, die einem die zeit stahlen. elefanten sind grau ebenso wie alle mäuse, mancher mensch ist grau-sam und das grau-en kann wie grau-pelschauer über einen kommen. der graue anzug soll geschägtigkeit signalisieren, wie der graupapagei, der ein sprachlicher virtuose ist. zeit, durch diese schreibidee „graue geschichten“ entstehen zu lassen.

eine der hervorstechenden eigenschaften von grau ist es, dass es, wenn es die einzige farbe ist, tristesse ausstrahlt, doch kommt nur ein kräftiger farbtupfer hinzu, es diesen noch verstärkt. als einstieg kann dieses mal in der schreibgruppe entweder gemalt werden: eine graue landschaft, in die zum schluss ein knalliges element eingefügt wird. oder es werden am flipchart zeichen der tristesse gesammelt und auf einem weiteren blatt begriffe oder situationen, die diese tristesse aufbrechen können.

dann werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, eine triste orts- oder situationbeschreibung zu verfassen. diese beschreibungen werden in der gruppe vorgetragen und von allen teilnehmerInnen gibt es rückmeldungen, wie die situation oder der ort noch trister wirken können. anschließend ist die beschreibung in eine geschichte einzubinden, in der eine einzelne person oder handlung diese tristesse aufbricht. die geschichten werden ohne feedback vorgelesen.

zu nächsten übung soll ein material anregen, das das sinnbild einer grauen welt ist, beton. die schreibgruppe wird aufgefordert jeweils ein cluster zum begriff beton zu erstellen. daraus sollen längere geschichten entstehen, in denen beton eine wichtige rolle spielt. anschließend wird zum abschluss der beton „gesprengt“. nun sollen geschichten geschrieben werden, die die vorherige situation vollkommen verändern. dies kann eine fortsetzung des vorherigen textes sein oder auch eine umgeschriebene variante. die beiden ergebnisse werden nacheinander vorgetragen.

schreibidee (195)

schwarz ist eine ganz besondere farbe, denn eigentlich ist es die abwesenheit von farbe. doch um schwarz auf weiß zu bekommen, benötigt es doch farbe oder eben kein licht. schatten kann also auch schwarz erscheinen. was können denn dann „schwarze texte“ sein? dies herauszufinden, versucht diese schreibidee.

vor kurzem waren bei den schreibideen „dunkle geschichten“ zu schreiben, doch sie sollten sich unterscheiden von „schwarzen texten“. wenn man schwarz als eine farbe begreift, die alles zudeckt, dann sind schwarze texte, texte, die das verborgene hinter dem schatten und der dunkelheit sichtbar machen. es soll also weniger um einen psychischen zustand, denn um die schattenseiten und ein starkes schwarz gehen, also das böse, das zudeckende, das versteckte gehen.

ein guter einstieg könnte die aufforderung sein, sich in die rolle eines psychopathen zu versetzen und einen einseitigen inneren monolog dieses menschen zu verfassen. bevor überhaupt assoziiert wird, werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, alles ihnen in den sinn kommende „böse“ in den monolog einfließen zu lassen. die texte werden anschließend nicht vorgelesen, sondern es wird ein zehnminütiges fokussiertes freewriting verfasst, das sich der frage widmet, warum es einem so schwer oder leicht fiel, böses zu schreiben. denn es ist damit zu rechnen, dass wirklich böses kaum zu papier gebracht wird.

nicht nur schreibende befallen hemmungen, abgrundtief böse zu sein. der mensch ist erst einmal ein soziales wesen, dem es schwer fällt, absolut asozial zu denken und zu handeln. im anschluss wird nur eine kurze gesprächsrunde zum freewriting durchgeführt. wie gestaltete sich die schreibübung für die teilnehmerInnen?

dann werden auf dem flipchart stichworte gesammelt, was im alltag, in situationen durch schwarz versteckt werden kann. was verbirgt sich eventuell unter der schwarzen schicht? die teilnehmerInnen wählen je ein Stichwort aus, zu dem sie eine längere geschichte verfassen. in dieser geschichte, soll im laufe der handlung, die schwarze farbe abgetragen und das darunter liegende sichtbar werden, Weiterlesen

schreibidee (194)

es wird kalt, es gibt zuhauf jahresendzeitfeierlichkeiten, firmenfeste, jahresabschlüsse. es wird gegessen (oft über die maßen), es wird getrunken. und so mancher stolpert blau aus der kneipe, aus dem hausflur in die kälte. ist der alkoholgehalt hoch genug, spürt er die kälte nicht so. doch trifft er dann zuhause ein, stellt er fest, dass er schon beinahe blaugefrorene hände und ein bläuliches gesicht sein eigen nennt. zeit für „blaue geschichten“ in der schreibidee.

da die schreibgruppe ja kein alkoholikertreff sein sollte, kann man sich erst einmal anderen blauen phänomenen zuwenden. die leicht thematisierbare materie ist das wasser. welche assoziationen verbinden die teilnehmerInnen mit blauem wasser? angefangen mit der lagune, dem blautopf in süddeutschland bis zum arktischen meer, alles bietet ein starkes blau. die schreibgruppenteilnehmerInnen werden aufgefordert, einen blauen, fließenden text von zwei seiten zu verfassen. wie der fluss des textes erreicht wird, bleibt den teilnehmerInnen überlassen. die texte werden gegenseitig vorgelesen. es wird kein feedback gegeben.

im anschluss teilt die leitung der schreibgruppe eine abbildung des wasserkreislaufs auf der erde aus, wie man ihn vielleicht aus der schule kennt. dadurch gibt es blaues gewässer, blauen himmel und vieles mehr zu sehen. alle teilnehmerInnen erhalten jeweils eine abbildung. in den kreislauf können an jeder stelle assoziationen notiert werden. nach einer weile werden die teilnehmerInnen aufgefordert, die assoziation auszuwählen, die sie am stärksten zu einer geschichte anregt. nun wird eine längere geschichte geschrieben, die anschließend in der gruppe vorgetragen wird. beim feedback achten alle darauf, wie stark der blaue charakter der geschichte vermittelt wird.

zum abschluss kann dann noch ein blick in die blauen augen geworfen werden. es gibt zum beispiel das musikstück der neuen deutschen welle „blaue augen“. hierzu können kurz-kurz-geschichten oder gedichte verfasst werden. diese werden zum abschluss kurz vorgetragen.

liste (11) – farben

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um „farben„.

meine lieblingsfarben, der wertigkeit nach aufgereiht:

was bräuchte ich, damit mein leben noch bunter würde?

farben, die ich überhaupt nicht ab kann:

orte und dinge, die mir zu trist und grau sind. hier könnte mal jemand ins farbtöpfchen greifen:

schreibidee (193)

neid, missgunst, spiegelei – gelb. die farbe gelb symbolisiert was fruchtiges (man überlege mal, wie viele früchte gelbes fruchtfleisch haben), aber eben auch eine gewisse schieflage in der sozialen interaktion. gelb kann sehr sonnig, fröhlich daherkommen. auf der anderen seite hat pures gelb was schneidendes, schreiendes. oder, wenn es ins bräunliche geht, kann gelb auch zahnbelag oder rauchrückstände an wänden, also einen schmutzfilm abbilden. ob klebrig wie honig oder fein wie blütenstaub, es sollen in dieser schreibidee „gelbe texte“ geschrieben werden.

als einstieg in die schreibidee lassen sich verschiedene varianten vorstellen: entweder man bietet allen einen ausschließlich gelben fruchtsalat an und lässt eine kurze geschichte zum thema frucht schreiben. oder es gibt spiegelei für alle schreibgruppenteilnehmerInnen und man widmet sich der lebensgeschichte eines eigelbs.

anschließend werden am flipchart früchte und beläge gesammelt (in bezug auf fruchtfleisch und schmutzfilme). sie müssen nicht alle gelb sein, doch gelb ist der auslöser für diese suche. nun wählen sich die teilnehmerInnen wieder jeweils einen begriff aus. aus der frucht und dem belag wird anschließend eine geschichte geschrieben, die sich um beide dinge dreht. die geschichten werden bei weiterem obstsalat vorgelesen und es gibt eine feedbackrunde.

nun wendet sich die schreibgruppe dem begriff „neid“ zu. eines der großen gefühle im sozialen zusammenhang. die teilnehmerInnen erstellen zwei listen. zum einen fünf personen, auf die sie neidisch sind mit ein paar stichworten, warum dies so ist. und eine liste mit fünf personen, die auf sie neidisch sind, auch mit stichworten. anschließend wird jeweils ein neidverhältnis ausgewählt, das in eine kurz-kurz-geschichte einfließen sollte. dabei darf es zu allen fiesheiten im menschlichen zusammenleben kommen, die neid verursachen kann. die texte werden zum abschluss ohne feedback vorgetragen.

auch bei dieser schreibidee sollte die raumdekoration dem thema angepasst werden. nur mit den rauchrückständen an den wänden sollte sparsam umgegangen werden. nicht jeder mag die patina eines kettenrauchers.

schreibidee (192)

was ist gerade beinahe vollständig verschwunden und wird in ein paar wochen in vielen wohnzimmern wieder auftauchen? GRÜN. eine farbe, die frische signalisiert, irgendwie auch staatsmacht und operationen in krankenhäusern. grün changiert gern ins türkise und ins gelbe, je nach mischungsgrad. und es kann so richtig knallig daherkommen, beinahe dem pink ähnlich. also ist es zeit, „grüne geschichten“ in die riege der schreibideen aufzunehmen.

als einstieg in die schreibübung kann man ein paar frische kräuter mit in die schreibgruppe bringen und die teilnehmerInnen auffordern eine einseitige kräutergeschichte zu schreiben. dazu lässt man die kräuter in der gruppe herumgehen. die geschichten werden ohne feedback kurz vorgelesen.

dann werden assoziationen zu grün auf dem flipchart gesammelt. dieses mal wird zwischen nomen und adjektiven unterschieden. anschließend wählen sich die schreibgruppenteilnehmerInnen aus den beiden listen jeweils einen begriff aus. diese sind zusammen die grundlage für ein cluster. aus dem cluster soll eine längere geschichte entstehen, die sich neben der entstandenen idee, immer wieder um die farbe grün dreht. die geschichten werden anschließend in der gruppe vorgelesen und beim feedback wird berücksichtigt, welches wohl die grünste geschichte ist.

zum abschluss kann nun in die farbtöpfe gegriffen werden. grün entsteht ja durch die mischung von blau und gelb. die schreibgruppenteilnehmerInnen sollen nun ein grünes gedicht verfassen. dabei sollten auch blau und gelb eine rolle spielen. in welcher kombination dies geschieht bleibt den schreibenden überlassen. so können sich zum beispiel blaubeere und banane treffen, und aus ihrer romantischen affäre entsteht grüner spargel, oder so.

vor der schreibgruppe sollte der raum grün gestaltet werden, um das thema zu unterstreichen und ein gefühl für eine „grüne atmosphäre“ zu geben. vielleicht kann man die teilnehmerInnen, bei einer länger verlaufenden schreibgruppe, animieren, grüne kleidung zu tragen.

biografisches schreiben und farben

in welchen farben ist ihre wohnung gehalten? was sagt das über sie aus? allein diese zwei fragen, geben einen anhaltspunkt über einen selber. man wählt sich sein umfeld nicht ohne grund. beim betrachten der eigenen biografie lohnt ein blick auf das eigene farbempfinden, um sich seiner selbst bewusster zu werden oder auch nur eine beschreibung für sich zu finden. man werfe einmal einen blick um sich herum, wenn man am schreibtisch sitzt: was sticht einem ins auge? welche farbe hat dieser gegenstand, dieser blickfang?

aber man kann noch einen schritt weiter gehen. welche farben verbindet man mit den einzelnen, wichtigen lebensabschnitten? diese überlegungen liefern vielleicht eine gute möglichkeit, worte für das erlebte, für die situation zu finden. umschreiben sie die kapitel ihrer existenz mit farbpaletten und fragen sie sich, was sie damit assoziieren. oder überlegen sie sich, an welche farben sie sich intensiv erinnern. welche farbe hatte ihr lieblingsspielzeug? in welcher farbe war ihr elternhaus gehalten? hatten sie eine bunte oma oder passte sich ihre kleidung der grauen haarfarbe an?

abgesehen davon gibt es menschen, die zum beispiel farben schmecken oder riechen können. das sind zwar sehr spezielle fähigkeiten, aber sie bieten als grundlage noch einmal eine ganz andere betrachtungsweise der eigenen lebensgeschichte. welchen geschmack, welchen geruch verbinde ich mit bestimmten farben? und in der folge, warum ist das eventuell so? habe ich bestimmte erinnerungen in diesem zusammenhang? diese überlegungen können einen an verschüttete erinnerungen heranführen. wichtig dabei ist nur, dass man sich nicht unter druck setzt, etwas assoziieren zu wollen. es kann auch sein, dass es einfach keine eindeutigen bilder gibt. und man sollte sich frei von gesellschaftlichen vorstellungen machen. grau kann zum beispiel eine sehr schöne farbe sein. man stelle einmal verschiedene grautöne nebeneinander und schon befindet man sich in einer bunten welt, ein anderes bunt.

eine weitere aufschlüsselungsmethode wäre es zum beispiel, seine lebenskurve nicht nur mit höhen und tiefen darzustellen, sondern gleichzeitig mit farben. dazu müsste man jeder farbe eine bedeutung geben. auch ein genogramm kann mit farben gestaltet werden. die verbindungen zu ihrem umfeld werden in farben ausgedrückt. die charaktere der einzelnen menschen, die sie kennen und kannten, fassen sie in farben. Weiterlesen

selbstbefragung (67) – buntes

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um was „buntes„.

  • wie bunt ist ihr leben?
  • was würden sie noch bunter gestalten wollen?
  • welches ist ihre liebste farbkombination aus mindestens zwei farben? warum?
  • in welchen momenten erschien ihnen ihr leben nur grau in grau? beschreiben sie.
  • was löst ein regenbogen in ihnen aus?
  • in welcher farbe möchten sie leben?
  • mit welcher farbe würden sie momentan ihre seelenlage beschreiben? warum?
  • wann wird es ihnen zu bunt? nennen sie beispiele.
  • welche farben gefallen ihnen bei blüten am besten?
  • wen nehmen sie in ihrer umwelt am buntesten wahr? warum?

kreatives schreiben und farben

es fängt schon bei der tinte des füllers an, die gern in verschiedenen farben verwendet wird. dann stellt sich die frage, welche farbe das papier haben soll, das man für die notizen oder geschichten beschreibt. geht man noch einen schritt weiter, kann die wandfarbe im schreibraum die entstehung des textes beeinflussen. platt geschrieben, farben haben eine wirkung. gut, man muss nicht gleich so weit gehen, wie die farbpsychologie und behaupten, dass bestimmte farben, bestimmte wirkungen bei allen menschen haben. die geschmäcker sind verschieden.

denn würde man den verallgemeinerungen der farbpsychologie glauben, dann müsste man sich ernsthaft im herbst und winter um unsere gesellschaft sorgen machen. die vielen grau-, dunkelblau- und schwarztöne stimmen bedenklich. farben unterliegen ebenso moden wie ganz persönlichen stimmungen. doch die kann man für das kreative schreiben nutzen. man kann sich zum beispiel mit gruppen auf eine farbe einstimmen, indem man den raum dementsprechend gestaltet. an diese farbe kann man dann im weiteren schreibprozess anknüpfen.

farben bieten eine gute grundlage für assoziationen. so wie zum beispiel gelb immer noch mit der post, rot mit der feuerwehr oder blau mit himmel und alkohol assoziiert werden, so kann man die farbe als anlass für schreibanregungen verwenden. man versuche doch einmal metaphorisch farben zu umschreiben oder einer farbe menschliche eigenschaften zu zu ordnen. so werden umgangssprachlich gelb oder grün mit neid verbunden, rot mit der liebe und schwarz mit dunklen stimmungen. aber auch politische richtungen lassen sich in einer farbskala verankern.

interessant könnte es beim kreativen schreiben auch sein, farben konträr zu den gesellschaftlich üblichen verknüpfungen zu verwenden. Weiterlesen

schreibidee (191)

ein gern verwendete ausdrucksform ist die farbe. ob bei der kleidung, an den wänden oder auf dem auto, der mensch drückt sich auch über farben aus. da diese heutzutage in allen nuancen gemischt und kombiniert werden können, ist es ein einfaches, der eigenen stimmung ausdruck zu verleihen. die vielfältigste variante ist „bunt“, also eigentlich keine farbe, sondern eine beliebige kombination von farben. um dem herbstgrau etwas entgegenzusetzen, werden in dieser schreibidee anregungen zu „bunten texten“ gegeben.

einstieg wird dieses mal schon gleich ein längerer text sein. im vorfeld sollen keine großen assoziationsübungen oder ideensammlungen durchgeführt werden, sondern die schreibgruppenteilnehmerInnen beginnen sofort mit dem verfassen einer geschichte, die ihnen gerade durch den kopf geht. einzige aufgabe ist es, vor möglichst jeden gegenstand, jede person eine farbeigenschaft zu setzen, die der stimmung des textes entspricht. da trifft also der rothäutige karl auf die dunkelblonde sabine, um bei einem grünen tee über die gelbe leidenschaft beim grauen theaterbesuch zu reden.

die texte werden jeweils vorgetragen, aber nicht weiter kommentiert. anschließend sollten farbpaletten aus heimwerker- oder inneneinrichtungsmärkten vorhanden sein. aus diesen paletten suchen sich alle teilnehmerInnen jeweils ihre lieblingsfarbe aus und verfassen einen einseitigen text, der die stimmung der farbe wiedergibt. nun wird kombiniert oder gemischt. im nächsten schritt werden „passende“ zusätzliche farben hinzugenommen. man kann sich entweder an farbdesign-paletten, am persönlichen geschmack oder an mischungsverhältnissen für farben orientieren. aus allen verwendeten farben soll eine geschichte entstehen, die die buntheit aufgreift und entweder in der stimmung oder in den gegenständen abgebildet wird.

im anschluss tauschen zwei personen jeweils ihre ganz persönliche farbpalette aus und nehmen die zusätzlichen farben zu ihren eigenen für eine weitere, dieses mal sehr ausführliche geschichte hinzu. die verwendung ist freigestellt, aber es sollten alle gewählten und übergebenen farben verwendet werden. diese texte werden in der schreibgruppe vorgetragen und es wird der bunteste text beim feedback gekürt.

sollte in der gruppe interesse bestehen, kann bis zum nächsten treffen, der versuch unternommen werden, die texte zur buntheit passend am computer zu layouten. wie die farbmischung umgesetzt und dargestellt wird, bleibt den teilnehmerInnen überlassen. entweder wird aus allen texten zum abschluss eine präsentation gefertigt oder aus den ausdrucken eine kleine ausstellung organisiert.