Schlagwort-Archive: fernsehen

„freedom writers“ – ein fernsehtipp für heute abend

laut beschreibung des films schafft es eine lehrerin in ihrer schule, die mitten in einem sozialen brennpunkt liegt, mit hilfe des tagebuchschreibens konflikte zu vermeiden. die geschichte basiert auf dem buch „the freedom writers diary: how a teacher and 150 teens used writing to change themselves and the world around them“. in deutschland ist das buch 2007 im autorenhaus verlag unter dem titel „freedom writers: wie eine junge lehrerin und 150 gefährdete jugendliche sich und ihre umwelt durchs schreiben verändert haben“ erschienen. (ein wahrlich deutscher titel 😉 ) ISBN 978-3866710177

der film läuft heute auf pro 7 von 22.50 uhr bis 01.10 uhr oder morgen auf pro 7 von 13.20 uhr bis 15.30 uhr. auch wenn der titel kitschig und heroisch klingen mag, so sprechen doch die kritiken für den film. sicherlich sah die realität ein wenig hässlicher und unprätentiöser als im film aus, aber trotzdem eine sehenswerte sache (und ein nachahmenswertes projekt – nicht nur mit „gefährdeten“ jugendlichen).

bleibt wieder die frage: warum so spät, warum samstag abend?

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dokumentation über facebook – ein fernsehtipp

facebook bewegt die gemüter. auf der einen seite schwören manche auf die vorzüge und möglichkeiten des sozialen netzwerks. auf der anderen seite sehen manche eine datenkrake ihr unwesen treiben, der kaum einhalt zu gebieten ist. und facebook macht einfach weiter, millionen menschen nutzen es.

so lässt sich insgesamt schwer ein umfassendes bild der diskussion und der vorgehensweise von facebook zeichnen. ein dokumentarfilm hat es gestern in der ard versucht. dabei lief es nicht auf ausschließliches facebook-bashing hinaus, was meiner ansicht nach ganz hilfreich ist. man bekommt in der doku eine menge informationen über die arbeitsweise von facebook. leider sind die vorgestellten userInnen des netzwerks sehr naiv. ich bin mir sicher, es gibt eine menge kritischere. und ich bin mir sicher, die verführbarkeit der menschen aus werbepsychologischer sicht wird teilweise überschätzt.

aber zur anregung eines sinnvollen diskurses kann die doku bestimmt hilfreich sein. man kann sie noch 7 tage in der mediathek der ard sehen unter: http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9520608 .

nabelschau (58)

meine tv-zeitschrift versteht mich nicht mehr. es gibt momente, in denen zweifelt man an der welt. sie kommen unverhofft, sie tauchen schnell auf und manchmal verschwinden sie dann auch ganz schnell wieder. doch der moment, in dem meine tv-zeitschrift abdriftete begann mit der letzten ausgabe und hört bis jetzt nicht auf.

es kann vorkommen, dass man zwischen den jahren, an den feiertagen viel arbeiten und tun muss. es ist anstrengend, es ist müde machend, es macht spass. und wenn man dann das tagwerk vollbracht hat, dann möchte man nur noch auf das sofa fallen und vielleicht einen hübschen krimi sehen. also schlägt man die zeitschrift auf, die einem bis jetzt ganz gute tipps gegeben hat.

einen gewissen anspruch hatten die kritiker der tv-zeitschrift immer. so bleibt ihnen zwischen den jahren und den ganzen schmonzetten, die in dieser zeit laufen, nicht viel übrig, als das meiste gesendete nicht zu empfehlen. doch da gab es eine krimireihe, die in gotland spielte und die durch die bank schlecht bewertet wurde. also ließ man die finger die davon. und dann gab es einen tipp des tages, eine mankell-verfilmung von drei stunden. das versuchte man sich anzuschauen.

unglaublich, was das für ein käse war. deutsche und österreicher drehen einen krimi, der hauptsächlich in schweden spielt. laut meiner tv-zeitschrift bleibe man an dem film dran, auch wenn er ein wenig holprig ist. ich blieb nur dran, weil ich dachte, das wird jetzt noch besser. wurde es nicht. wenn schweden mit österreichischem slang sprechen, wenn eine verfolgung in die länge gedehnt wird, wenn der hintergrund des gemetzels schon nach der ersten rückblende klar ist, aber noch 20 rückblenden der gleichen Weiterlesen

beinahe-wildnis auf arte – ein fernsehtipp

skandinavien hat noch viele flecken auf denn kein mensch lebt. auch wenn in manchen regionen die holzbewirtschaftung, der bau von staudämmen und der tourismus der wildnis in den ländern sehr zusetzt, es gibt regionen, die dem menschen kaum zugänglich sind. es gibt zum beispiel einen wanderweg, den man nur betreten darf und sollte, wenn man sich vorher anmeldet. jährlich sterben dort weiterhin menschen, da die wildnis wild bleibt.

arte stellt nun in einem porträt die skandinavischen länder und ihre menschen vor. dazu gehören natürlich auch städte und zivilisation. aber schon in folge 1 der 15 folgen von „europas hoher norden“ werden die lofoten an der westküste norwegens vorgestellt. eine region, die aussieht, wie wenn jemand die alpen ins meer geschmissen hätte. leider sind hauptsächlich bilder aus dem winter zu sehen, dabei sehen die lofoten vor allen dingen im sommer sehr wild aus und sind es auch.

also, tolle bilder, interessante länder, viel natur, eine menge wildnis und interessante porträts. ach ja, und wer bis jetzt folgen verpasst hat, sie werden wiederholt und man kann sie im internet anschauen. mehr infos hier: http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Europas-hoher-Norden/4293566.html . es lohnt sich.

wortklauberei (89)

„der breite widerstand ist friedlich“

ja, manchmal fragt man sich, welche vorstellungen eigentlich inzwischen in dieser welt der dienstleistungen und des wohlverhaltens rumgeistern. oder man fragt sich, welche haltungen manche menschen in meinungsbildenden institutionen vor sich hertragen. am samstag wurde von den reaktionen auf den atommüll-transport nach gorleben in der „tagesschau“ berichtet. dabei brachte es die reporterin fertig, nach einem kurzen abstecher zu den gleisblockierern, die als sie geräumt werden sollten mit steinen warfen, folgenden satz zu äußern: „der breite widerstand ist friedlich.“

sorry, aber wie soll das gehen. sprachlich geht es jedenfalls gar nicht. ein blick in das deutsche wörterbuch der brüder grimm zum wort „widerstand“ und es findet sich folgende auflistung: „widerwärtigkeit, behinderung, widerstreben, gegenwehr, weigerung, fähigkeit zum widerstande, gegner„. dann ein blick in den thesaurus zum begriff „friedlich“ und es finden sich folgende wörter: „einträchtig, friedfertig, friedliebend, geruhsam, sanft, verträglich, friedfertig, gutmütig, pazifistisch, versöhnlich, glimpflich, harmlos, mild, sanft, weich, mild, sanft, seelenruhig, zahm„.

zuerst einmal: sprachlich geht dieser satz nicht, da er ein widerspruch in sich ist. auch wenn wir in einer widersprüchlichen welt leben, „widerstand“ und „friedlich“ gehen nicht zusammen oder heben sich gegenseitig auf. entweder ist es dann kein widerstand mehr oder es ist nicht mehr friedlich (da zum beispiel „ziviler ungehorsam“). wir widerstehen, indem wir genau nicht das tun, was man von uns teilweise erwartet, da wir unbeugsam sind. damit ist aber eine aktion verbunden, die eben nicht einträchtig, sanft und verträglich ist. sonst wäre es kein widerstand mehr.

aber das schlimme daran ist, dass mit dieser aussage noch etwas ganz anderes transportiert wird: widerstand ist nur erlaubt, wenn er eigentlich keiner mehr ist. und das in einer „neutralen“ nachrichtensendung.
diese debatten sind alt, da schon damals das blockieren von zufahrtswegen zu atomraketen-depots, das sich auf die strasse setzen als gewalt bezeichnet wurde. dagegen war das wegtragen durch die exekutive per politischer definition keine. dabei war entweder beides eine aktion und somit nicht gewaltfrei oder beides war friedlich und somit gab es keinen widerstand.

doch in der aussage der journalistin spiegelt sich eine vorstellung von widerstand wieder, die politischer nicht sein kann. man kann trefflich darüber streiten, auf welcher seite man steht, der der widerständigen oder der nicht-widerständigen, man kann aber nicht in einer berichterstattung verbreiten, die mehrheit leiste friedlichen widerstand (und im hintergrund mitschwingen lassen, das seien die „guten“). widerstand hat immer eine gewalttätige komponente, da muss man sich dann schon entscheiden, wenn man eine stellungnahme abgibt, ob man für den widerstand oder dagegen ist.

na ja, es wurde ja eine stellungnahme abgegeben, sie war gegen den widerstand. nur hat das etwas in einer nachrichtensendung verloren? ein einfacher bericht hätte genügt.

selbstbefragung (125) – sport

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um den „sport„.

  • sport ist mord – oder? was ist sport für sie? beschreiben sie.
  • wann haben sie zum letzten mal sport gemacht?
  • wie war der sportunterricht in der schule für sie?
  • welche sportarten machen sie? benennen sie.
  • welche sportarten würden sie gern noch machen? benennen sie.
  • wie weit sind sie bereit, sich beim sport zu quälen?
  • wie überwinden sie ihren inneren schweinehund, wenn sie eigentlich keine lust auf sport haben?
  • schauen sie sport im fernsehen oder im internet an? warum?
  • was denken sie über sportliche wettkämpfe?
  • haben sie schon einmal an sportlichen wettkämpfen teilgenommen? warum?

interview mit philip roth auf arte – ein fernsehtipp

einer der großen literarischen querdenker aus den usa, philip roth, gibt normalerweise kaum interviews, will sich nicht zu seinen büchern äußern. aber wie es aussieht, hat er im jahr 2010 william karel lange rede und antwort gestanden und sich begleiten lassen.

daraus ist das porträt eines schriftstellerlebens geworden, wie sie in letzter zeit öfter auf arte gezeigt werden. ob man für sich selber als schreibender mensch, etwas daraus ziehen kann oder die person philip roth nur interessant ist, kann ich nicht sagen. wahrscheinlich sollte man einfach mal heute abend gegen 23.00 uhr reinschauen, ausschalten kann man ja immer noch. hier die informationen, die auf der homepage von arte zu finden sind: http://www.arte.tv/de/Kultur-entdecken/Philip-Roth–ohne-Beschwerden/4115664.html . es sind eine ganze menge informationen.

„romane made in new york“ – ein fernsehtipp

warum schreiben schriftstellerInnen? weil etwas geschehen ist, sie etwas erlebt haben oder ihre gedanken zu ereignissen in eine idee fließen. es gibt noch viele andere gründe, die schreibende meist erst offen legen, wenn sie gefragt werden (manch eine(r) kann die gründe gar nicht benennen). wenn dann geschrieben und veröffentlicht wurde, versuchen die lesenden, kategorien für das geschriebene zu finden.

es wird gern von „generationen“ der schriftstellerInnen gesprochen. eine doku aus dem jahr 2008 versucht sich den schriftstellerInnen in new york nach dem 11ten september anzunähern. dabei soll wohl darüber reflektiert werden, was die schreibenden bei diesem ereignis bewegt hat und wie viel davon in ihre geschichten eingeflossen ist. außerdem wird eben der versuch unternommen, eine „neue generation“ von schriftstellerInnen in new york vorzustellen. kann ganz spannend werden, jonathan franzen und jonathan safran foer sind dabei.

der film „romane made in new york“ von sylvain bergère und nelly kaprielian läuft auf arte am montag, den 18ten juli um 22.40 uhr (laut arte-tv-zeitschrift) oder um 22.50 uhr (laut arte-homepage). bin gespannt, warum diese „generation“ von schriftstellerInnen schreibt?

nabelschau (43)

zur strecke bringen. die wortwahl ist eine vertrackte sache. da versucht man die ganze zeit, menschen habhaft zu werden, die anderen etwas angetan haben, um sie, wie man so schön sagt, „einer gerechten strafe zu zu führen“. als innenminister ist man der chef derjenigen, die den straftätern auf der spur sein sollten. soweit die gesellschaftliche abmachung, der konsens vieler.

und dann wird da ein weltweit gesuchter terrorist umgebracht. man kann geteilter meinung sein, wie weit dies nun ein gesellschaftlicher erfolg ist oder auch nicht. doch man kann schwerlich sagen, dass es gut sei, einen menschen umzubringen, dazu muss man nicht christlichen glaubens sein. wir haben aus guten gründen keine todesstrafe mehr. leider muss man immer wieder daran erinnern, dass demokratische gesellschaften auch manche dinge aushalten müssen, weil diese gesellschaftsform unserer meinung nach den archaischen überlegen ist.

aber unser innenminister friedrich äußerte sich zur „erfolgreichen“ terroristenjagd in den tagesthemen vor etlichen tagen beständig mit dem satz, er sei „zur strecke gebracht worden„. da diskutiert das land, ob sich die bundeskanzlerin freuen dürfe, und im gleichen atemzug verwundert niemanden die formulierung des ministers, der der strafverfolgung vorsteht. ich assoziiere mit „zur strecke bringen“, die waidmännische vorstellung, tiere im wald abzuknallen, wild zu erlegen. am schluss wird ihnen ein zweiglein tannegrün in den mund gesteckt.

nun kann sich ein mensch ja mal verplappern, die falschen worte wählen. wenn man diesen ausdruck aber in einem interview immer wieder verwendet, vor allen dingen als politiker, der sich normalerweise sehr wohl der wortwahl bewusst ist, dann sagt dies schon etwas über die geisteshaltung aus. und gelinde geschrieben, das klingt problematisch. unsere gesellschaft hat dem abgeschworen, menschen zur strecke zu bringen. wir wollten auch keine kriege mehr führen, sondern uns nur verteidigen, wenn wir angegriffen werden. auch dann kann es nicht darum gehen, jemanden zur strecke zu bringen.

man kann dies als übertriebene krittelei abtun. aber gerade die verwendete sprache ist oft ein zeichen für gesellschaftliche veränderungen, die parallel verlaufen. es stimmt einfach bedenklich.

nabelschau (36)

fremdschämen. eigentlich denkt man, irgendwann hat man sich daran gewöhnt. das muss doch mal klappen, dass man diese sendungen im fernsehen sehen kann, ohne recht schnell umschalten zu müssen. doch das geht nicht. nein, es wird eher schlimmer. von mal zu mal denkt man sich, wie können menschen sich so zum affen machen. man möchte ihnen nicht zusehen, wie sie all ihre selbstachtung über den haufen werfen und sich von jemandem öffentlich beschimpfen oder vorführen lassen.

casting, dschungel, kampfschlösser oder einsame inseln, ja sogar container bieten genug platz für fremdschäm-reize. wie sagte einer der moderatoren und richter in der eigenen werbung? „euern träumen und tränen werde ich ein zuhause geben.“ aua, auuuuaaaa, das hält man doch nicht aus. ein zuhause beschützt und behütet mich, es ist der rückzugsort gegenüber all den anmutungen von außen. doch das hier propagierte zuhause ist kein schutzraum. genau das gegenteil ist der fall.

beim fremdschämen mag es immer der fall sein, dass die personen, die die scham bei einem auslösen, alles gar nicht so tragisch sehen. aber von außen betrachtet möchte man es einfach nicht betrachten. der vorteil vom fernseher: man kann umschalten. im alltag wird das schon schwerer. da merkt man, wie jemand vollständig aus der rolle fällt. da möchte man dazwischen springen und „stopp!“ rufen. doch keine chance, es geht weiter.

in diesen momenten hat man einzig die möglichkeit, den raum oder ort zu verlassen, sich der situation nicht mehr auszusetzen. doch das ist leichter geschrieben als getan. man kann ja menschen nicht einfach stehen lassen. doch man kann schon. Weiterlesen

die transmediale aus berlin auf arte.tv – ein tipp

arte hatte schon immer eine recht informative homepage zu den einzelnen filmen und sendungen, die im programm standen. da werden hintergrundinformationen zu themenabenden gegeben oder es gibt links zu weiterführenden seiten im netz. da werden die filme genauer beschrieben und seit einigen jahren können auch etliche sendungen sieben tage lang im internet angeschaut werden.

seit anfang diesen jahres geht arte einen schritt weiter und bietet raum für kreative aus aller welt, um kreatives vorzustellen, abzubilden, zu entwickeln und zu veröffentlichen. zu finden ist die seite unter http://creative.arte.tv . diese seite soll beständig wachsen. sie soll eine interaktive plattform für kreative sein. die anfänge klingen vielversprechend und sehen interessant aus.

und auf dieser homepage findet sich auch in den nächsten tagen „transmediale.tv„. bis jetzt nur mit einem einzigen beitrag vertreten, sollen während der transmediale nächste woche diskussionen, beiträge und filme auf die seite gestellt werden. es lohnt für interessierte an digitaler kunst ein blick auf die seite. zu finden ist sie unter: http://creative.arte.tv/de/space/transmediale_tv/messages/ .

und wenn einem dann die tollen ideen kommen, dann kann man ja versuchen, sie für die kreativseite von arte zu produzieren und sie damit ins netz zu stellen 😉

nabelschau (34)

WARUM BRÜLLT IHR MICH EIGENTLICH IMMER AN??!! ist ihnen das auch aufgefallen: wenn im fernsehen werbeeinblendungen kommen, wird der ton automatisch lauter. die werbung wird lauter gesendet als die vorherigen und danach folgenden beiträge. schon dies hat wohl den sinn, dass man die botschaft auch noch auf dem klo vernimmt. aber nicht genug damit, in letzter zeit häufen sich die werbespots, die von den sprecherInnen nur noch gebrüllt werden. das lässt viele rückschlüsse zu:

  • die anbieter des produkts sind so verzweifelt, dass sie nur noch marktschreierisch ihre ware loswerden.
  • kundenbefragungen haben ergeben, dass der masochismus auf dem vormarsch ist und in anlehnung an die erotikwerbung „ruf an!“ und peitschenknallen, wird einem das produkt um die ohren gehauen, damit man unterwürfig kauft.
  • die hauptkundengruppe besteht aus techno-fans, die alle inzwischen schwerhörig sind und eine laute form der kommunikation bevorzugen.
  • irgendwer hat den begriff „guerilla marketing“ falsch verstanden, und meint, mit einer knarre am kopf ist der kunde besser zu überzeugen.
  • die produktbeschreibung ist kaum mehr steigerungsfähig. nach „mega“, „turbo“, „ultra“ und dergleichen mehr, fehlen einem die worte. nur die lautstärke setzt noch eins drauf.
  • alle produzentInnen von werbespots kommen aus hamburg und ihre agentur befindet sich in der nähe des fischmarkts. beim brainstorming für neue spots beeinflusst das soziale umfeld.

mir jedenfalls geht euer gebrüll auf den keks. ein grund euer produkt nicht zu kaufen. mir werden keine vorzüge mehr angeboten, mir wird nichts mehr mit humorvollem augenzwinkern nahegelegt, ich werde nur noch genötigt. dauerlichthupen lösen beim angehupten autofahrer eine trotzreaktion aus, jetzt extra langsam zu fahren. abseits der ausufernden werbezeit noch ein grund, schnell das programm zu wechseln.

schnickschnack (85)

grün steht auch für frische. frisch gebackene regisseure und regisseurinnen haben meist nicht das geld für einen ausgewachsenen spielfilm, darum widmen sie sich dem kurzfilm. (was für ein grandioser übergang vom letzten eintrag in diesem blog 😛 ) kurzfilme werden im fernsehen eigentlich nur von den öffentlich-rechtlichen randkanälen gezeigt, obwohl diese filmgattung wunderbare ergebnisse hervorbringt. man schaue bei arte nur ab und zu mal in die sendung „kurzschluss“. versucht man aber kurzfilme auf youtube zu finden, dann sucht man oft vergebens.

bei youtube werden zwar auch, oft mit schlichten mitteln gemachte kurzfilme gezeigt, die auch so einer gewissen berühmtheit gelangen können, aber sie sind nicht zu vergleichen mit den geschichten in professionellen kurzfilmen. also wurde es schon länger zeit, dass im internet eine plattform eingerichtet wird, die es ermöglicht, produzierte kurzfilme länger zur verfügung zu stellen.

solch eine plattform und ständig wachsende datenbank stellt nun das schweizer fernsehen zur verfügung. zu finden ist die sammlung von kurzfilmen unter dem bezeichnenden namen „frischfilm“ (s.o., womit ich also wieder beim „grün“ wäre). für diese plattform gab es auch den grimme online award. eine gute entscheidung, die vielleicht etliche junge regisseurInnen bekannter macht. zu finden ist diese kurzfilm-plattform unter http://frischfilm.sf.tv . vielleicht braucht man dann youtube kaum noch.

schreibpädagogik und fernsehen

da der fernseher eines der weiterhin bestimmenden medien ist, kann er ins schreibgruppen auch gut als anregung verwendet werden. dies ist in vielfältiger weise möglich.

zum einen kann einfach nur hintergrundinformation gegeben werden. wenn man zum beispiel verschiedene stilrichtungen des schreibens anwendet, dann gab es eventuell einmal eine dokumentation über das schreiben im romantischen zeitalter oder über einzelne schriftstellerInnen. diese dokumentationen kann man als intro eines gruppentreffens oder zum abschluss zeigen. beim biografischen schreiben bieten sich manche historischen dokumentationen regelrecht an.

aber es kann auch, wie bei dem eben vorgestellten schreibspiel, der fernseher verwendet werden um stilanregungen zu geben. die verwendung der sprache in der sendung als vorgabe für das weitere schreiben. hier muss man keine collagen und spiele machen, vielleicht genügt auch nur eine sendung als anregung. für das journalistische schreiben könnte sich zum beispiel der vergleich der nachrichtenmeldungen auf verschiedenen kanälen eigenen. wie werden diese nachrichten moderiert, wie sind sie abgefasst, welcher unterschied zeigt sich?

ebenso kann der fernseher als pure schreibanregung verwendet werden. ist das wetter zum beispiel schlecht und es ist kalt, so dass man sich ungern auf plätze setzt und menschen beobachtet, um charaktere zu entwickeln, dann bietet der fernseher eine alternative. die gruppenteilnehmerInnen betrachten die verschiedenen mitarbeiter der tv-shopping-kanäle und entwerfen deren lebensgeschichten. oder man schaut eine serienfolge und entwirft anschließend einen eigenen plot.

dann gibt es noch die experimentalfilme, Weiterlesen

schreibspiel (12) – zapping-collagen

eigentlich ist dieses schreibspiel ein spiel mit stilübungen, das sich am fernsehen orientiert und das medium als brücke heranzieht. man zappt sich so zu sagen durch verschiedene sprach- und somit schreibstile. dies lässt sich ganz real durchführen wenn man einen fernseher mit diversen programmen zur verfügung hat. am schluss werden schriftliche „zapping-collagen“ entstanden sein.

im vorfeld wird vielleicht eine schreibanregung zu einem thema gegeben. man kann aber auch schlicht den fernseher anschalten und aus dem ersten gesehenen die schreibanregung machen. man greift das thema der sendung auf, erstellt ein cluster und beginnt eine geschichte zu schreiben. dazu gehört der auftrag, die geschichte im stil der sendung zu verfassen. sollte es sich zum beispiel um eine nachrichtensendung handeln, wird im stil einer nachrichtenmeldung die geschichte begonnen.

sollte man dieses spiel in gruppen spielen, muss im vorfeld ein spielleiter bestimmt werden. dieser spielleiter hat das recht, in ein anderes programm zu schalten. die gruppe kann im vorfeld festlegen, ob das umschalten einem zeitrhythmus oder dem bauchgefühl des leiters zu folgen hat. zweiteres scheint mir spannender. in dem moment, in dem in ein anderes fernsehprogramm geschaltet wurde, muss auch im stil der dort zu sehenden sendung die geschichte weitergeschrieben werden.

so kann auf den stil der nachrichtensendung, der von „aktenzeichen xy“ folgen oder der eines krimis (zum beispiel die kurzen, knappen sehr bedeutungslosen sätze der „csi“-serien). anschließend ist der comedy-ton anzuschlagen, um dann in die soap zu wechseln. die spielerInnen sollten aber an dem roten faden ihrer geschichte festhalten, auch wenn die wendungen durch das gesehene beeinflusst werden können. es läuft also während des schreibens der fernseher beständig nebenher. und wenn die werbeunterbrechung folgt, dann wird auch der schreibstil unterbrochen und verändert.

für schreibgruppen kann man diese spiel ausführlicher vorbereiten und schon die sendungen zusammenschneiden, die man als stilanregung wählen möchte. denn oft ist es ja so, dass auf vier kanälen gleichzeitig sehr ähnliche sendungen kommen. nach einer festgelegten zeit wird die geschichte beendet und die jeweils entstandenen zapping-collagen werden vorgelesen. dann kann man in die nächste runde starten, eine neue spielleiterin festlegen und sich abermals den stilvorgaben der glotze überlassen. man glaubt gar nicht, wie viele verschiedene sendungen existieren. übrigens lässt sich das gleiche inzwischen auch mit hilfe des internets und einem beamer durchführen.

biografisches schreiben und fernsehen

die digitale revolution verändert unser leben. aber davor war das fernsehen. das medium fernsehen vollzog seinen siegeszug durch die gesellschaften noch schneller als das radio. dabei war das radio schon schneller als die zeitungen. jedesmal wurde diskutiert, dass das eine medium das andere medium verdrängt und dieses zur verarmung des sozialen austausches führt. jedesmal hat sich dies nicht bewahrheitet. dass teilweise niveaulose kost durch die glotze rauscht, scheint andere gesellschaftliche ursachen zu haben.

so ist inzwischen auch beinahe jeder mensch mit einem fernseher im hintergrund, mit den samstagabenshows, mit dem wort zum sonntag oder mit der tagesschau aufgewachsen. das gesehene wurde zum tagesgespräch, die einschaltquoten der meist drei staatlichen sender waren enorm. das fernsehen klärte auf, führte debatten, bildete den alltag ab oder holte die weltereignisse ins wohnzimmer. da wäre es verwunderlich, wenn der umgang mit dem medium keinen einfluss auf die lebensgeschichte, die eigene biografie gehabt hätte. das fernsehen bot neben dem buch, die möglichkeit dem alltag zu entfliehen, es bot aber ebenso die möglichkeit gesellschaftliche proteste abzubilden und zum eigenen protest anzuregen. das fernsehen war ruhiger und es war politischer.

die treffen gleichaltriger wenden sich in den gesprächen gern den nostalgischen erinnerungen an „daktari“, „pipi langstrumpf“, den „tschechischen märchen“ oder „mondbasis alpha 1“. vor vierzig jahren sind die ersten generationen mit der „sesamstraße“ aufgewachsen. oder vor ungefähr dreissig jahren saß die halbe nation vor der serie „holocaust“, um abermals das dritte reich zu verstehen. gern schaltete sich auch der bayerische rundfunk aus dem gemeinschaftsprogramm der ard aus, wenn zu provokante filme und debatten gezeigt wurden. eine heute unvorstellbare tatsache. in den usa führten die bilder über den vietnamkrieg zur veränderung der politischen landschaft, in deutschland war es die friedensbewegung und ihr medialer effekt.

es waren also viele an der nutzung eines mediums zur gleichen zeit beteiligt. heute splittet sich das immer stärker auf. Weiterlesen

liste (10) – tv

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um „tv„.

die fernsehsendungen, die mir am intensivsten im gedächtnis blieben (z.b. die mondlandung…):

meine lieblingsserien:

meine besten alternativen zum fernsehen:

bei diesen sendungen wollte ich schon immer einmal mitwirken:

kreatives schreiben und fernsehen

abseits der fernsehsendungen mit schlichtem konzept, gibt es wunderbare fernsehspiele, die nicht versuchen, dem spielfilm gleich zu ziehen. sie bilden den alltag ab, zeichnen die verirrungen und verwirrungen der menschen nach und leben oft von sehr einfachen dialogen, die aber eine ganz andere wirkung erzeugen.

drehbuchautorInnen begeben sich nicht anders auf die suche nach themen, als manche kreativ schreibende menschen, durch verstärkte beobachtung der umwelt und des alltags. schon kleine begebenheiten auf einem platz, in einem bus oder kurze meldungen in zeitungen können die grundlage für einen plot darstellen. das fernsehen hat im gegensatz zum theater, das dafür andere mittel nutzt, die möglichkeit die realität sehr authentisch abzubilden.

im fernsehspiel muss es keine großen helden geben. gut, die geschichte sollte, wie eine kurzgeschichte, einen spannungsbogen enthalten. doch selbst fernsehspiele ohne wirklichen spannungsbogen lassen den zuschauer denken: „ja, genau so ist es. das kenne ich.“. so kann das fernsehen der gesellschaft einen spiegel vorhalten und das, was man da sieht, kann anlass für diskussionen sein. warum also mal nicht in der schreibgruppe anstatt einer kurzgeschichte, einen plot für ein fernsehspiel verfassen oder dialoge von der strasse zu einer geschichte werden lassen?

andersrum wird aber auch ein schuh draus. warum nicht einmal ein sehr gutes fernsehspiel als schreibanregung verwenden. Weiterlesen

schreibidee (190)

und doch, die glotze wird angemacht (oder der pc, um das, was in der glotze lief und läuft anzusehen). da wird dann gern geschimpft über das so genannte „unterschichtsfernsehen“. doch gleichzeitig zeigen untersuchungen, dass vor allen dingen das bildungsbürgertum gut beteiligt ist an den einschaltquoten des billig-tv. man sollte einmal genauer schauen, wem man die quoten und damit das miese programm zu verdanken hat. doch bis das so weit ist, greifen wir einfach die „soap“ in der schreibidee auf und begeben uns in die drehbuchstube der schlichten dialoge und klischeehaften ereignisse. es werden „soap-texte“ geschrieben.

als einstieg kann für die schreibgruppe eine folge einer soap gewählt werden. die auswahl ist groß, die geschichte der soap-operas ist alt und wirklich gekoppelt an seifenwerbung. also alle mal zuschauen, und sich nebenher schon ein paar ideen für einen plot notieren.

nun gibt es zwei möglichkeiten. entweder entscheidet man sich in der schreibgruppe, direkt an dieser soap weiterzuschreiben oder man sammelt die zutaten für eine eigene soap am flipchart. beide varianten führen über zur formulierung eines plots. die teilnehmerInnen werden aufgefordert, einen plot für eine folge einer soap zu erfinden und einen maximal anderhalb-seitigen entwurf zu schreiben. die entwürfe werden in der gruppe vorgestellt und es wird entschieden an welchem plot die gruppe arbeiten möchte.

anschließend sollen zwei folgen von der gruppe geschrieben werden. in der ersten variante, bekommen alle schreibgruppenteilnehmerInnen eine szene in auftrag. sie klären mit ihren vor- und nachschreiberInnen den jeweils letzten satz ab, bevor die szene geschrieben wird. anschließend werden die szenen geschrieben und hinterher nacheinander in der gruppe vorgetragen (gern mit verteilten rollen).

in der zweiten variante wird eine art kettentext geschrieben. diese übung ist etwas zeitaufwendiger und bietet anderen etwas pause. je nachdem, wie groß die schreibgruppe ist, müssen kleinere gruppen gebildet werden. allen teilnehmerInnen wird ein akteur der soap vergeben. man schreibt für seinen eigenen akteur die texte im dialog. die dialoge werden hintereinander runtergeschrieben. also müssen alle anderen warten, bis sie an der reihe sind, ihren protagonisten worte in den mund zu legen. der text wird dann gemeinsam mit den jeweils verteilten rollen vorgelesen.

diese schreibidee lässt sich auch wunderbar online weiterführen, also in der schreibgruppe von zuhause aus als kettenbrief oder -mail weiterführen. vielleicht kann man dann die szenen sogar spielerisch darstellen und filmen. auf youtube wird sie bestimmt zuschauer finden und ein weiteres free-tv ist gegründet 🙂 .

web 2.46 – fernsehkritik.tv

man kann sich sicher sein, das fernsehprogramm, auch das digitale, wird in den nächsten jahren nicht besser werden. gut, die auswahl wird größer, man kann also für sich wählen, was einem zusagt. doch dies erwartet vom zuschauer immer größere koordinatorische anstrengungen. denn das „qualitätsfernsehen“ verteilt sich auf mehr und mehr programme. wer dann keine lust hat, sich alles im internet zusammen zu suchen, der ist zum beispiel kabelanbietern ausgesetzt, die mit vorliebe shopping-kanäle einspeisen. und wer einen blockbuster ohne zuzahlung sehen möchte, der braucht eine halbe stunde länger wegen der werbeeinblendungen.

kurz und gut, fernsehen kann nerven. doch abseits der angebotsschwierigkeiten (ich möchte hier explizit arte und 3sat nicht dazu zählen) wird auch so viel schrott gesendet, dass es schon in den frühen abendstunden als unterhaltsame realsatire betrachtet werden kann. also an nachschub wird es holger kreymeier nicht mangeln. er betreibt regelmäßige fernsekritik auf seiner homepage http://www.fernsehkritik.tv und hat dafür den grimme-online-award erhalten. berechtigter weise, denn allein die ausdauer mit der man sich all diese ergüsse betrachten muss, um eine kritik zusammenschneiden und formulieren zu können, ist beachtenswert.

wer also mal so richtig über das fernsehen ablästern möchte und dafür ausgewachsen schlechte beispiele benötigt, der schaue auf der homepage vorbei. danach kann man sich gelassen im sessel zurücklehnen und sich sagen: früher war alles besser, sogar das fernsehen. oder er schickt den link an gute freunde, um eine lästergruppe zu gründen. das ist allemal unterhaltsamer als am frühen abend vor der glotze zu sitzen und sich das zeug reinzuziehen 😀 .