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nabelschau (21)

fussball regiert die welt. brot und spiele sind immer noch ein befriedungskonzept, das in den heutigen gesellschaften ganz gut funktioniert. eine zeitlang machte es den eindruck, dass das brot die überhand beim ruhigstellen gewinnt. doch gerade in letzter zeit stellt sich heraus, wahrscheinlich seit der finanzkrise, die den rubel nicht mehr so rollen ließ, dass das brot in den hintergrund tritt. fussball aus den arenen wird bestimmend.

woran sich das ablesen lässt? die ziehung der lottozahlen wurde zum beispiel verschoben. da interessiert es nicht, dass wahrscheinlich sehr viel mehr menschen der hoffnung auf den großen gewinn, auf einen riesigen laib brot folgen, als dem über den rasen getretenen ball. doch das spielt keine rolle, in der konkurrenz um die senderechte für die übertragungen wird alles andere im fernsehprogramm gekippt. das hat zur folge, dass die ziehung der lottozahlen an sich, schon zu einem lotteriespiel werden. denn im vorfeld laufen in zukunft solch bewegende sendungen wie das „musikantenstadl“, die generell unklare schlusszeiten haben. also folgt die ziehung der lottozahlen nicht unbedingt den zeitangaben der programmzeitschriften. alles nur, wegen diesem fussball.

ähnlich sieht es in berlin aus. die stadt schämt sich ein wenig dafür, dass ihre schnellbahn nur sehr eingeschränkt verkehrt. dies bedeutet für alle ihr tägliches brot verdienenden bei dreißig grad im schatten, sich in verkürzte züge zu drängen, um überhaupt den arbeitsplatz zu erreichen. doch wenn der heimatverein ein spiel in der liga hat, dann schafft es die s-bahn, sonderzüge einzusetzen, damit jeder zuschauer pünktlich das stadion erreichen kann. und dies, obwohl der spielort auch noch von der u-bahn angefahren wird. wenn das mal keine aufforderung ist, arbeit arbeit sein zu lassen und brot brot sein zu lassen, um sich nur noch dem spielen zu widmen. oder sich einfach mal bei der s-bahn zu beschweren, warum diese sonderzüge nicht im alltag eingesetzt werden können. alle nur, wegen diesem fussball.

schnickschnack (17)

die auseinandersetzung um die staatlich geförderten sendeanstalten veranlasst einen, einmal genauer hinzuschauen. und es zeigt sich, dass staatsfernsehen dann am besten ist, wenn es dem auftrag nachkommt, umfassend zu informieren.

in den letzten jahren steigen die einschaltquoten kontinuierlich wenn dokumentationen gesendet werden. auch dabei gibt es natürlich schlechtere und bessere. doch vor etlichen jahren hätte noch niemand geglaubt, dass zur primetime dokumentationen hohe einschaltquoten haben. nun, es wäre zu fordern, dass öffentlich-rechtliche sender sich erst in zweiter linie an einschaltquoten orientieren. das tun sie nicht. aber zumindest bieten sie inzwischen mit ihren mediatheken für einen selber die möglichkeit, sendungen dann zu schauen, wenn man die zeit dazu hat. und eine eigene qualitative auswahl zu treffen.

vorreiter in sachen mediathek ist die bbc, die inzwischen den großteil ihrer archive ins netz gestellt hat. diese sind zwar hier zu finden: http: //www.bbc.co.uk/archive/ doch leider nur in großbritannien zu empfangen. aber, wie zu lesen ist, soll dies im laufe der zeit geändert werden. und doch ist die bbc, was die aktuelle berichterstattung angeht, ein gutes pendant zu cnn und auf den aktuellen seiten sind etliche beiträge als stream zu empfangen: http://www.bbc.co.uk/

das zdf hat seine mediathek unter folgender adresse abgelegt: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/9602?inPopup=true

die ard ihre neue mediathek unter: http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/

und arte wurde hier schon einmal erwähnt, der link ist zu finden, wenn man in der suchfunktion „arte“ eingibt.

je unregelmäßiger arbeitszeiten werden, und das ist bei vielen der fall, umso hilfreicher sind die mediatheken. denn wer auf das nachtprogramm der sender angewiesen ist, fragt sich oft, ob es nicht doch besser wäre einfach ins bett zu gehen.