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kreatives schreiben und wasser

im beitrag zum biografischen schreiben und dem wasser habe ich schon einige schreibideen aufgezeigt. beim kreativen schreiben scheint mir „wasser“ unendliche möglichkeiten anzubieten. da wasser so eine enorme bedeutung für uns menschen hat, taucht es auch überall auf. man kann geschichten zu allen aspekten und formen des wassers schreiben.

und doch scheint das wasser immer erst eine form annehmen zu müssen, um es wirklich gefasst zu bekommen. es ist so verwandlungsfähig. im gegensatz zu den elementen wind, erde und feuer scheint die vielfalt beim wasser größer. und um dem ganzen die krone aufzusetzen, ist das schlichte wasser schriftlich ebenso schwer zu fassen wie für die naturwissenschaftler. die gründe für die konsistenz von wasser waren schwer zu entschlüsseln. und warum wasser zum beispiel bei vier grad celsius die grösste dichte hat, warum eis oben schwimmt, warum schneeflocken so auskristallisieren, wie sie kristallisieren, bleibt weiterhin schwer zu erklären.

darum scheint mir das kreative schreiben gefragt, um mit fantasie anstatt mit wasserstoffbrücken, märchen über das wasser zu erfinden. es können nicht nur drei atome sein, die so viel hervorbringen. da muss ein zauber wirken, eben wie frau holle oder eiswesen, da muss es wassergeister und meeresgötter geben. warum schafft es der mond ebbe und flut mit dem wasser zu erschaffen, aber keine kleinen erdhügel oder größere flammen im kamin?

warum kann wasser gestein zerbersten lassen, aber ein stein ins wasser geworfen nur ringe und keine löcher verursachen? warum kann wind wellen verursachen aber wasser keine luft schlucken? warum Weiterlesen

schreibidee (106)

es gibt gedanken, die man lieber nicht öffentlich denken möchte, die man gern einmal aufschreibt, um sie am besten gleich wieder zu vernichten. es gibt geheimnisse und abgründe, die nicht ignoriert werden können aber auch nicht für andere bestimmt sind. und doch ist das niederschreiben solcher gedanken eine form der befreiung vom unausgesprochenen. diese gedankentexte sollen dieses mal „in flammen aufgehen„.

für diese schreibanregung ist ein ort notwendig, der es ermöglicht ein feuer zu entzünden. darum bietet sich auch eine jahreszeit an, die den aufenthalt und eventuell das schreiben draußen möglich macht.

zu beginn werden alle teilnehmerInnen der schreibgruppe aufgefordert, sich in stichworten gedanken zu notieren, die sie selber als abwegig oder unmoralisch betrachten, die ihnen aber in den sinn kommen. die liste sollte auf zehn stichworte beschränkt bleiben. danach besteht die möglichkeit, die drei unwichtigsten gedanken zu streichen. dann können abermals drei neue gedanken hinzugefügt werden. aus dieser liste werden anschließend die drei drängenden oder wichtigsten gedanken ausgewählt. zu ihnen wird jeweils ein cluster in zwei minuten erstellt.

aus den drei clustern wird das ausgewählt, das einen am meisten beschäftigt. dieses cluster kann nun noch erweitert werden. anschließend ist ein text zu dem gedanken oder geheimnis zu verfassen. dafür kann von den teilnehmerInnen länger zeit in anspruch genommen werden, da von den schreibgruppenleiterInnen nun das feuer entfacht wird. wenn das feuer brennt, versammeln sich alle teilnehmerInnen drumherum. sie bekommen verschiedenfarbige kleine zettel. als erstes werden pro zettel stichworte von dingen und begebenheiten notiert, die man loswerden möchte. diese zettel werden ins feuer geworfen. wer möchte, kann kurz vorher seine stichworte vorlesen. dann werden auf weiteren zetteln wünsche für die nächste zeit notiert. auch diese werden ins feuer geworfen und vielleicht vorher mitgeteilt. und als letztes kommt der text, der in flammen aufgehen soll dran. wer den text doch behalten möchte, müsste ihn vorher abschreiben, denn ein text sollte auf alle fälle ins feuer geworfen werden. auch hier besteht die möglichkeit, den eigenen text vorher vorzulesen. dies sollte aber gut bedacht sein und darauf von der leitung hingewiesen werden, dass es bis jetzt gedanken waren, die niemand erfahren sollte.