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schreibaufgabe (17) – ergebnis

anstalt

 

soll´s geordnet sein, geregelt

widrigkeiten ausgepegelt,

lassen wir´s verwalten

mit hilfe von anstalten.

 

so wundert es den bürger nicht,

dass dieser tage,

der börsenkurs wurd´ grad zur plage,

´ne neue anstalt kommt ans licht.

 

das geld und die finanz,

sie gaben einen totentanz

und schien´ von tag zu tag labiler

gefolgt vom ruf: macht es stabiler!

 

die banken riefen: uns geht´s gut,

auch wenn der kurs nach unten stürzte,

die gewinnmargen erheblich kürzte,

nur den immobilien fehlt der mut.

 

jedoch, es fehlte das vertrauen,

in die worte dieser grauen

herren mit den großen boni

und schreibtischen aus mahagoni.

 

inzwischen war´n miliarden verzockt,

manches haus stand vor der pleite,

kunden suchten schon das weite,

aber es wurde jeder weitere kredit geblockt.

 

denn es ging um psychologie.

auch wenn sie alle riefen: nie!!

futsch war das vertrauen,

alle über´s ohr gehauen.

 

wer nun glaubte, es wird besser,

denn die vollständige deutsche staatgewalt

schuf die finanzmarktstabilisierungsanstalt,

glaubt auch an menschenfresser.

 

´ne halbe billion geschenkt,

kfz-steuern gesenkt,

die renten vergeigt,

keiner wurde angezeigt.

 

das system, das rattert weiter,

konsum, meint ein siemens-boss, sei „normal“,

co zwei und klimawandel erscheinen egal,

wo bleibt hier nur der anstaltsleiter?

 

(christof)

schreibaufgabe (17)

nun, auf zur nächsten aufgabe. dieses mal ist moderne lyrik zu aktuellen ereignissen gewünscht. basis des von euch zu verfassenden gedichts soll abermals die „finanzmarktstabilisierungsanstalt“ sein. ist sie doch zur zeit teil eines noch nicht beendeten kapitels. und das wortungetüm bietet sich für das reimen und dichten geradezu an. ob ihr reimt oder nicht, ist natürlich euch überlassen.

wortklauberei (11)

„finanzmarktstabilisierungsanstalt“

wenn menschen nicht mehr weiter wissen, dann gründen sie anstalten, damit niemand mehr anstalten macht, sich daneben zu benehmen. so wurden irrenanstalten, haftanstalten, behindertenanstalten oder lehranstalten gegründet. anstalten sind in keinem guten ruf und wie foucault zeigte basieren sie gern auf ausgeklügelten kontroll- und machtmechanismen. bei anstalten denkt man an backsteingebäude, die ende vorletztes jahrhundert oder anfang letztes jahrhundert gebaut wurden.

und da die banken den bevölkerung auf den nasen rumtanzten, meint der staat, sie jetzt in anstalten stecken zu müssen. denn ihr verhalten soll korrigiert werden, fragt sich nur, wer der wärter wird in der finanzmarktstabilisierungsanstalt. sie existiert seit gestern und verwaltet eine halbe billion unterstützung für die zöglinge. welche lehranstalt träumte nicht von solchen summen. nur einen markt in eine umerziehungs- oder stabilisierungsanstalt zu stecken geht einfach nicht. da würde sich eher eine regulierungsbehörde anbieten, denn eine anstalt, die etwas virtuelles stabilisieren soll, einen markt. wie das dann aussieht kann kein mensch sagen. wann ist ein markt stabil? wenn er fleißig handelt. das tut der markt zur zeit, wenn auch nicht so, wie mancher mensch sich das vorstellt. also eigentlich ist der markt stabil in die verluste gerutscht. unter stabilisierung versteht die regierung also ein anwachsendes ergebnis, einen aufwärtstrend. soll heißen, die aktienkurse konsequent steigen zu lassen, ein traum, der schon immer geträumt wurde. oder soll die anstalt das vertrauen der banken untereinander stabilisieren? was stabilisiert vertrauen. das wissen wir aus jeder beziehung: ehrlichkeit, authentizität und zuverlässigkeit. na dann handelt es sich bei der finanzmarktstabilisierungsanstalt um ein großes psychologisches projekt für eine halbe billion. wow, also doch eine überdimensionale irrenanstalt für ökonomen 😛