Schlagwort-Archive: fremde

schreibidee (366)

da ich gerade im blog die begriffe „stärke“ und „schwäche“ genauer unter die lupe nehme, gehört auch der blick auf zwischenmenschliche beziehungen in dieses feld. ist es stark oder schwach, in einer beziehung treu zu bleiben? ist treue ein überlebtes ideal, das kein mensch leben kann? an diesem punkt gehen die meinungen sehr auseinander. beliebigkeite vs. festlegung. beschränkung vs. erweiterung. ein guter anlass, eine schreibanregung zu „fremdgänger-geschichten“ zu verfassen.

eigentlich steckt in der benennung des schreibanlasses schon eine unlautere bewertung, da „fremdgänger(in)“ bei uns negativ besetzt ist. darum werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, alternative bezeichnungen für lebenslust neben einer festen beziehung zu erfinden. dies können sowohl negative als auch positive oder (falls es jemand schafft) wertneutrale bezeichnungen sein. die bezeichnungen sollen in einem kurzen text beschrieben werden.

in einem zweiten schritt sollen neben der üblichen bedeutung des „fremdgängertums“ weitere bedeutungen gefunden und erfunden werden. was kann fremdgehen noch alles sein? auch hier soll von den schreibenden eine idee in einem kurzen text genauer beschrieben werden. beide kurzen texte werden vorgestellt, um im anschluss eine längere geschichte zum thema „fremdgehen in beziehungen“ zu verfassen. dabei ist die einzige vorgabe, dass es zu einem beziehungskonflikt im laufe der geschichte kommen soll. wie dieser konflikt ausgeht, bleibt den schreibenden überlassen. anschließend werden die geschichten in der schreibgruppe vorgetragen und findet eine feedbackrunde statt.

im letzten schritt wird eine längere geschichte zum erweiterten begriff des „fremdgehens“ geschrieben. dabei bleibt es wiederum den schreibenden überlassen, was sie unter „fremd“ oder „fremde“ verstehen. hier ist die bandbreite unerschöpflich, was für jemanden fremd ist und was es dann bedeutet „fremd zu gehen“. da kann es sein, dass jemand einfach nur einmal einen anderen weg zur arbeitsstelle einschlägt und dies einen effekt auf sein leben hat. oder dass jemand seine glaubensgemeinschaft verlässt. man kann aber auch jemanden die eigene gesellschaftsschicht verlassen lassen, in fremde länder reisen lassen und vieles mehr.

die geschichten werden zum abschluss vorgetragen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt, in der vielleicht geklärt werden kann, was jeweils unter fremde verstanden wird (oder ob der begriff nicht ein überflüssiger ist).

gebündelt kann man die schreibideen in einem extra-blog finden: http://schreibideen.schreibboutique.de .

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schreibpädagogik und fremde

viele verschiedene schreibgruppen bieten sich im zusammenhang mit der „fremde“ an. angefangen bei schreibreisen, die man in der gruppe oder auch allein unternehmen kann und die man mit texten zur reise begleiten kann, über schreibgruppen für menschen, die neu in deutschland angekommen sind und versuchen, sich zurecht zu finden, bis zu gruppen für menschen mit migrationshintergrund, die teilweise zwischen baum und borke sitzen und sich manchmal in ihren beiden lebensländern irgendwie „fremd“ fühlen.

je globalisierter die welt wird, um so leichter kann man „fremde“ orte aufsuchen, dort hinziehen (obwohl viele einreisebestimmungen, die immer noch verhindern) oder weit umherziehen. das kreative oder auch das biografische schreiben (z.b. tagebuch) bieten viele möglichkeiten, die eigenen eindrücke auszudrücken.

so kann man selbstreflexive texte verfassen, die widerspiegeln, wie man versucht fuss zu fassen, wie man erste kontakte knüpft, wo die unterschiede zur bisherigen „heimat“ liegen, welche schwierigkeiten einem begegnen und darüber wie man sich durch die äußeren einflüsse verändert, was man dazulernt, was einem gefällt und welchen spaß man in der „fremde“ hat.

oder man verwandelt die eigenen eindrücke in geschichten, transportiert sie in etwas kreatives. das kreative gibt weniger die eigene gefühlslage wieder, sondern lässt sich durch das neue, aufregende beeinflussen. man wird zu entdeckerInnen, die neue welten Weiterlesen

liste (76) – fremde

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um der, die, das „fremde„.

das ist mir besonders fremd:

das gefällt mir an dingen, die mir fremd sind, besonders:

fremdes macht mir immer dann angst, wenn …

in diese fremde möchte ich unbedingt noch reisen:

in diesen situationen fühle ich mich besonders fremd:

die für mich schlimmsten formen der fremdenfeindlichkeit:

biografisches schreiben und fremde

reisetagebücher sind eigentlich notizen aus der fremde, biografische notizen. reisetagebücher beschreiben meist nicht nur die die fremden landschaften, gesellschaften und gebräuche, sondern ebenso die befindlichkeit der reisenden. oder wie man heute so schön formulieren würde: was macht die reise mit mir?

das biografische schreiben kann verschiedene hintergründe haben, sich der „fremde“ anzunähern, die angenehmste ist sicherlich das reisen. als nächstes kann der freiwillige auslandsaufenthalt entweder während der ausbildung oder aus beruflichen gründen auch noch zur angenehmen seite gezählt werden.

schwieriger wird es da schon bei der „gastarbeit“ oder den wanderarbeiterInnen. denn diese bewegung in die fremde ist selten ganz freiwillig. oft spielt die eigene schlechte finanzielle situation eine rolle, in die fremde zu ziehen. im besten fall halten sich bei der gastarbeit vor- und nachteil die waage. von vorteil ist es sicherlich, wenn eine finanzielle verbesserung mit der fremde einhergeht, von nachteil bleibt es, dass diese verbesserung nur in der fremde zu finden ist.

die weiteren gründe, in die fremde zu gehen, sind negativ zu sehen: flucht, vertreibung, verfolgung, hungersnot oder andere katastrophen vertreiben einen aus dem bekannten lebenszusammenhang. das schmerzt, macht oft hilflos und erschwert den kontakt mit der fremde. die situationen beinhaltet auch, dass es oft kein zurück mehr gibt, im gegensatz zu den reisenden und studierenden. menschen landen an orten, in die sie nie wollten.

das biografische schreiben kann sowohl im rückblick auf die eigene lebensgeschichte die konfrontation mit der „fremde“ und den „fremden“ bearbeiten als auch das arrangement, das man in den situationen trifft, abbilden. so kann die fremde eben auch zur neuen heimat werden und das neue lebensumfeld sehr positiv erlebt werden. das biografische schreiben bietet zumindest etliche techniken, die eigene haltung zu Weiterlesen

selbstbefragung (129) – fremde

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um der-die-das „fremde„.

  • wo fühlen sie sich fremd? beschreiben sie.
  • was ist ihnen fremd? warum?
  • was ist ihnen fremd, sollte es aber nicht mehr sein?
  • welche verhaltensweisen finden sie befremdlich?
  • welche „fremde“ würden sie gern bereisen?
  • wann macht ihnen fremdes angst? beschreiben sie.
  • was tun sie, wenn sie sich irgendwo fremd fühlen?
  • wie gehen sie auf fremde menschen zu?
  • auf welche menschen wirken sie wohl fremd?
  • wie vorsichtig sind sie, wenn sich ihnen „fremdes“ annähert? warum?