Schlagwort-Archive: furcht

selbstbefragung (130) – wildnis

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die “wildnis“.

  • waren sie schon einmal in der wildnis? warum?
  • wann waren sie das letzte mal in der wildnis? warum?
  • welche wildnis gefällt ihnen am besten? beschreiben sie.
  • was würden sie unter „menschlicher wildnis“ verstehen? beschreiben sie.
  • lassen sie in ihrem garten, auf ihrem balkon wildwuchs zu?
  • ab wann ist etwas für sie wildnis?
  • wie viel natur darf es in ihrem leben sein?
  • was macht ihnen in der wildnis angst? warum?
  • wen möchten sie gern mit in die wildnis nehmen?
  • mit wem waren sie in der wildnis?
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web 2.0 und angst

ja, das internet kann angst machen. je mehr meldungen durch die welt schwirren, wie hoch die kriminalität im netzt ist, wie sie anwächst, wem gerade wieder daten gestohlen wurden und dergleichen mehr. dazu vorab zweierlei: das netz wird immer häufiger genutzt, die zahl der nutzer und die verweildauer nehmen zu. in dieses verhältnis wären die vorfälle zu setzen. außerdem wäre es sinnvoll einmal zu schauen, wie weit staat und anbieter nicht die gleichen mittel verwenden, an informationen zu kommen, den nutzer zu erfassen. oder andersrum gefragt: warum wird per se von staatlicher seite vor allen dingen im internet so wenig unternommen, den bürger zu schützen.

doch wie nun umgehen (mit der vielleicht nicht ganz so großen) bedrohung? sich zurückhalten ist die devise. dazu gehört: wenn jemand schon auf der startseite von mir verlangt die cookies freizuschalten, dann sollte ich am besten, wenn ich auf die seite nicht angewiesen bin und den anbieter nicht ganz bewusst ausgewählt habe, diese seite einfach verlassen. dann gibt es die möglichkeit über versuche, an daten zu gelangen, jemanden unter druck zu setzen, zu berichten. das wäre zum beispiel eine aufgabe des staates, öffentlichkeit zu schaffen.

zur zurückhaltung gehört auch, sich nicht in eine welt zu begeben, die man nicht kennt. das soll heißen, wenn ich nicht genau weiß, wie weit ich einem forum vertrauen kann, wer mich alles liest, dann sollte ich zurückhaltend mit privaten informationen sein. ich verschicke ja auch nicht an menschen briefe, die ich nicht kenne. warum sollte ich das im netz machen?

außerdem sollte man sich überlegen, weshalb man immer noch konzerne unterstützen, die ihre angebote nicht wirklich offenlegen, die vor lauter kleingedrucktem kaum mehr zu erkennen sind? warum ihnen auch noch das gefühl geben, dass der laden trotzdem brumme? Weiterlesen

selbstbefragung (97) – angst

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „angst„.

  • wovor haben sie eigentlich angst? was ist das schlimmste, was passieren könnte?
  • wie oft wurde ihnen früher als erziehungsmittel angst gemacht?
  • welche angst tragen sie heute noch mit sich rum?
  • können sie sich selbst ihre angst nehmen? wie?
  • können sie anderen die angst nehmen? wie?
  • wovor sollten sie wirklich angst haben, haben sie aber bis heute nicht?
  • welche menschen machen ihnen am meisten angst? warum?
  • welche ereignisse machen ihnen am meisten angst? warum?
  • in welchen momenten finden sie ihre angst hilfreich und sinnvoll? warum?
  • wann ergreifen sie die flucht? beschreiben sie.

was kann kreatives schreiben nicht leisten?

nachdem ich hier die hymne auf das kreative schreiben verfasst hatte, ist es an der zeit einen kritischeren blick auf die möglichkeiten zu werfen. denn kreativität ist eine form des ausdrucks, es ist aber auch eine form, die immer die deutungshoheit den anderen überlässt. kreatives schreiben kann nicht nur positive effekte haben. hier seien ein paar fragwürdigkeiten aufgelistet:

  • das schreiben in metaphern, die umschreibung von situationen und gefühlen, eine schöne sache, in der sich andere wiederfinden können. doch manches bleibt in der uneindeutigkeit hängen. kreatives schreiben ist kein klartext. es gibt aber sehr wohl situationen im leben, in denen klartext notwendig ist.
  • kreatives schreiben kann deshalb auch als fluchthilfe dienen. wenn die angst zu groß ist, eindeutigkeit zu formulieren, lässt sich vieles hübsch verpacken. gleichzeitig lässt es aber die leserInnen im unklaren und übergibt ihnen die aufgabe, das geschriebene zu entschlüsseln. unversehens wurde in diesem moment ein machtverhältnis aufgebaut.
  • ich äußere mich, äußere mich aber nicht wirklich. die aufforderung lautet: strengt euch an, mich zu verstehen. zumindest wenn die texte direkt an bekannte personen gerichtet sind. das kann ein schönes, intimes spiel sein. es kann aber auch ein aufmerksamkeit erheischendes ritual werden. ab diesem moment ist die furcht vor sanktionen zu vermuten. würde ich schreiben, was ich wirklich denke und fühle, muss ich damit rechnen, dass die anderen mich bestrafen.
  • für einen selber kann kreatives schreiben auch der versuch sein, nicht genau hinzuschauen. wenn ich nahegehende erlebnisse in schöne märchen verpacke, dann kann dies eine brücke zu meinem selbst sein, ebenso aber auch ein minenfeld. verdrängung fällt leichter, so lang ich selber nicht offen ausspreche, was mich eigentlich bewegt. auch diese medaille hat wieder zwei seiten. ohne verdrängung könnten menschen gar nicht existieren, selbstschutz ist notwendig, zu viel beiseite geschoben, entfremdet einen aber von den eigenen bedürfnissen.
  • so kann kreatives schreiben auch zu beschwichtigenden „sucht“ werden, wie beinahe alles andere im leben auch. auch das ist erst einmal nicht „schlimm“, da es in diesen momenten notwendig scheint. und doch scheint es sinnvoll, darauf zu achten, wann man nur noch in metaphern kommuniziert und vergisst, dass man eigentlich auch direkt sprechen kann. dies wird einem spätestens dann bewusst, wenn andere signalisieren, dass sie einen nicht mehr verstehen oder wenn die interpretationen der anderen vollständig an dem vorbeigehen, was ich ausdrücken wollte.
  • kreatives schreiben ist erst einmal „nur“ ein ausdruck, es beseitigt nicht die eigentlichen ängste. die ansprüche hat das schreiben auch nicht, wird aber gern so verwendet. um ängste abzubauen, muss ich nicht nur gründe benennen, sondern handlungsmöglichkeiten gedanklich durchspielen und vor allen dingen dann handeln. Weiterlesen

biografisches schreiben und ängste

eine den menschen stark beeinflussende emotion ist die angst. sie spielt in vielen lebenszusammenhängen, ob bewusst oder unbewusst eine große rolle. viele der menschlichen handlungen basieren auf ängsten, indem sie zu ausweichhandlungen, zu vermeidungen oder zu gegenreaktionen führen. so scheint es angeraten, einmal einen blick auf die eigenen ängste zu werfen.

dies kann in der kindheit beginnen, indem man einmal überlegt, wann man das erste mal bewusst richtig angst hatte. wurde einem dabei geholfen, fühlte man sich als kind allein gelassen oder fand man damals schon eine lösung der angst zu begegnen? wieweit haben eltern in ihrer erziehung ängste geschürt oder reduziert? der gelernte umgang mit der angst trägt sich oft weiter in das spätere leben.

traumatische erfahrungen können natürlich die ängste verstärken. erst einmal ist angst nichts negatives, da sie die grundlage von selbstschutz und körperlicher unversehrtheit bilden kann. doch ebenso hinderlich kann sich angst manifestieren, indem sie einen hindert, den eigenen lebensvorstellungen zu folgen, sich einzuschränken oder entwicklungen zu verhindern. es ist nicht leicht, einen blick auf die eigenen ängste zu werfen, sichtbar werden für einen aber sowieso nur die bewussten. es geht auch nicht darum, sie noch einmal zu durchleben, sondern beim betrachten der eigenen lebensgeschichte, sich zu fragen, wie weit ängste die eigene geschichte beeinflussten.

es gibt noch viele andere einflüsse auf die eigene biografie, jedoch sind ängste eine starke triebfeder. deshalb kann es zusätzlich von interesse sein, einen blick darauf zu werfen, inwieweit die eigenen ängste sich verändert haben, wie der eigene umgang mit ihnen sich gewandelt hat, ob man manche existierende angst bewältigen konnte und auch inwieweit man sich wegen seiner ängste selbst geschützt hat. parallel zur eigenen biografie ließes sich so eine eigenen kleine angstbiografie verfassen und in die große lebensgeschichte einflechten.

selbstbefragung (12) – furcht

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „furcht„.

  • was ist für sie der unterschied zwischen furcht und angst?
  • wovor fürchten sie sich momentan am meisten? warum?
  • wer oder was hat ihnen immer wieder ihre furcht genommen?
  • würden sie gern ein leben ohne furcht führen? begründen sie?
  • erinnern sie sich an fürchterliche dialoge in ihrem leben? wie verliefen diese?
  • manches erscheint aus der ferne furchtbar und wenn man näher rangeht wird es klein und unbedrohlich. in welchen zusammenhängen haben sie dies erlebt?
  • welche menschen fürchten sie und warum?
  • welche ereignisse fürchten sie und warum?
  • fürchten sich menschen vor ihnen? welche und warum?
  • haben sie sich schon einmal vor sich selber gefürchtet? was war passiert?