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kreatives schreiben und fliegen

schon als kind gefiel mir die idee in der geschichte von nils holgerson, mit den gänsen mitzufliegen, oder wie pippi langstrumpf im auto abhob. auch harry potter absolvierte so manche flüge. dieses doch oft wiederkehrende thema taucht in literatur für erwachsene nicht mehr ganz so häufig auf. eigentlich schade. aber wahrscheinlich sind wir erwachsenen zu abgeklärt, um den traum vom fliegen ohne entsprechende gerätschaften (raumschiff enterprise) zu träumen.

das kreative schreiben bietet die möglichkeit, dem fliegen wieder mehr raum zu geben. lassen sie doch einmal drachen steigen und stellen sie sich vor, auf dem drachen zu sitzen. ziehen sie in gedanken mit den zugvögeln durch die welt. schauen sie den film „birdy“, der eine szene zeigt, in der der protagonist glaubt mit einem seiner kanarienvögel durch die strasse zu fliegen (in diesem film bekommt der wunsch zu fliegen eine außergewöhnliche bedeutung).

leider gibt es keine vögel, die so groß sind, dass sie einen mit auf den flug nehmen können (im gegensatz zu schwimmen und den delphinen oder zum reiten). aber dafür haben wir menschen dann doch das drachen- und gleitschirmfliegen erfunden. sollten sie das gefühl also live erleben wollen, bevor sie es zu papier bringen, dann nutzen sie die angebote. ansonsten stellen sie es sich vor, seien sie kreativ in ihrer vorstellung. kinder breiten die arme aus, machen geräusche und rennen los, um ein gefühl vom fliegen zu bekommen.

beim kreativen schreiben kann man seine gedanken ausbreiten, sie aufsteigen lassen, die perspektive verändern (sollte dies schwerfallen, rufen sie „google earth“ auf und blicken aus dem weltall auf ihr haus). breiten sie ihre arme aus (mental), spüren sie den wind an den fingerspitzen, lassen sie sich Weiterlesen

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schreibidee (275)

wir haben wege, straßen, trampelpfade, schienen und schilder, die uns die wege weisen. unsere fortbewegung wird kanalisiert, gelenkt und geebnet. das macht es leichter, strecken zurückzulegen und es lässt uns schneller sein. das problem der gelenkten bewegung zeigt jeder stau: wenn zu viele den gleichen weg einschlagen, dann wird es eng. und zwischendurch möchte man ausbrechen aus all diesen festgefügten pfaden. diese schreibanregung bietet die chance zu „querfeldein-geschichten„.

kaum hat sich die schreibgruppe getroffen, verlässt sie auch schon wieder den treffpunkt, um sich dieses mal hinaus ins „umfeld“ zu begeben. am besten zu fuss, am besten mit kompass und leichten, handlichen schreibutensilien. zum einstieg eine kurze kreuz-und-quer-strecke ab dem treffpunkt. es werden gemeinsam jeweils und schritte gegangen. nach diesen hundert schritten notieren sich alle teilnehmerInnen der schreibgruppe drei dinge, die ihnen an diesem ort auffallen. dann wird von einem teilnehmer, einer teilnehmerin die richtung vorgegeben. man geht gemeinsam hundert schritte weiter, notiert wieder drei beobachtungen und danach gibt jemand anderes die richtung vor.

wenn alle schreibgruppenteilnehmerInnen einmal die richtung vorgegeben habe, dann sucht man sich einen platz, ein cafe oder ähnliches, um aus den ganzen notierten begriffen entweder einen, mehrere oder alle auszuwählen für eine kurze, maximal zweiseitige geschichte. die geschichten werden direkt vor ort vorgelesen. mit großer wahrscheinlichkeit orientierte sich die gruppe weiterhin an wegen und straßen. dies ist nun vorbei.

im nächsten schritt wird eine himmelsrichtung gelost oder bestimmt. dafür der kompass, denn im anschluss wird versucht, sich ausschließlich in diese richtung zu bewegen. natürlich kann es sein, dass häuser, zäune oder baugruben den weg versperren, aber es sollte versucht werden die hindernisse einfach zu umrunden. und es wird mit zeit gearbeitet. drei mal oder vier mal fünf minuten geht die gruppe konstant in die richtung. dann wird unterbrochen, es werden kurze notizen zu den eindrücken gemacht und es geht weiter. auch hier wird zum schluss eine geschichte zu den notizen geschrieben. auch diese geschichte wird vor ort gleich vorgetragen.

nun kann man die schreibanregung je nach gruppe und ort Weiterlesen