Schlagwort-Archive: genuss

liste (111) – genuss

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um den „genuss“.

das kann ich so richtig gut genießen:

und das verdirbt mit regelmäßig das genießen:

beim essen genieße ich am liebsten:

das gehört für mich zum genießen auf alle fälle dazu:

meine besten strategien, um zeit zum genießen zu haben:

schreibidee (358)

wir menschen verhalten uns stark beeinflusst von unseren gefühlen. wir versuchen selbstfeindliche situationen zu vermeiden, wir weichen schmerz aus und wir wollen im sozialen miteinander mit anderen menschen teilhabe an der welt verwirklichen. vor vielen unserer wichtigen handlungen reflektieren wir die situation, durchdenken sie und kommen zu einem hoffentlich vernünftigen ergebnis. so der idealfall. doch meist kommen emotionen in die quere, die uns zur unvernunft anstiften. eine schreibanregung zu „geschichten der unvernunft“.

zum einstieg werden zwei kurze texte von maximal zwei seiten länge geschrieben. beiden ist die überschrift vorgegeben. der eine ist übertitelt mit „als ich das letzte mal unvernünftig war“, der andere mit „ich wäre so gern unvernünftig und …“. beide texte werden nicht in der schreibgruppe vorgetragen, da sie eventuell sehr persönlich sind.

im zweiten schritt wird eine tabelle erstellt. erst füllen die tabelle die schreibgruppenteilnehmerInnen allein aus und dann werden die ergebnisse in der gruppe zusammengetragen. in die tabelle werden in die eine spalte unvernünftige handlungen eingetragen (z.b. mit über 200 km/h auf der autobahn fahren) und in die zweite spalte werden mögliche gründe für das verhalten eingetragen. hier darf der fantasie nachgegeben werden. es geht nicht darum „entschuldigungen“ für eigenes verhalten zu finden, sondern die begründungsmuster nachzuvollziehen (die nicht logisch sein müssen).

nun wird eine kurze geschichte von allen verfasst, in der eine person unvernünftig ist. die geschichte besteht einzig aus den gedanken der person, aus ihren abwägungen, einschätzungen und selbstreflexionen. gleich darauf wird eine zweite kurze geschichte verfasst. sie soll die folgen des unvernünftigen handels aufgreifen. dies kann eine kleine katastrophe sein, es können formulierte selbstzweifel oder das genussreiche ausbrechen aus einer rationalen welt sein. beide geschichten werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen. es findet keine feedbackrunde statt.

nach diesen vielen vorarbeiten wird zum abschluss eine längere geschichte der unvernunft verfasst. es gibt nur eine einzige vorgabe: es muss eine unvernünftige handlung im mittelpunkt der geschichte stehe. wie sie umgesetzt, dargestellt, begründet, durchdacht oder entschieden wird, bleibt den schreibgruppenteilnehmerInnen überlassen. anschließend wird die geschichte in der gruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt, in der auch über den genuss am ausbruch aus der vernünftigen welt und deren gefahrenpotential diskutiert werden kann.

und bevor alle teilnehmerInnen nach hause gehen, notieren sie auf einen zettel in einem satz, welche unvernünftige handlung sie in der nächsten woche umsetzen wollen. diesen zettel nehmen sie mit nach hause.

was für´s auge und was für´s hirn – ein shopping-tipp

normalerweise gebe ich hier keine shopping-tipps. ist ja auch etwas schwierig, wenn es sich nicht um ein online-angebot handelt. aber dieses mal mache ich eine ausnahme. der grund? seit über 20 jahren ist das kiosk-angebot der weltstadt berlin ein trauriges. es gibt zwar an jeder ecke einen kiosk, aber die auslagen entsprechen eher einem discounter-angebot, denn der lese- und blickfreude. man musste weit fahren, um zeitungen und zeitschriften zu finden, die nicht nur den massengeschmack bedienen.

erst jetzt habe ich mitbekommen, dass es seit ein paar jahren, eine alternative gibt: „doyoureadme?!“ (man kommt so selten nach „mitte“). also, es gibt einen laden (besser geschrieben irgendwie inzwischen zwei), der print-produkte in zeitschriften- und buch-form anbietet, die ihren schwerpunkt auf erscheinungsbild und inhalt legen. für meinereinen ein kleines paradies, das es in dieser stadt noch viel öfter geben könnte.

und wie es sich gehört, findet sich auch für nicht-berlinerInnen eine umfassende homeapage zum waren- und ladenangebot. ich gehe einfach mal davon aus, dass es auch in anderen regionen nicht unbedingt eine größere auswahl an besonderen zeitungen und zeitschriften gibt. dabei bietet die welt (die so globalisiert sein soll) viel mehr. das internet hat sicherlich ein übriges dazu getan, dass man zumindest feststellen kann, was andere länder und regionen bieten. also, jedenfalls gibt es eine homepage, die einen (subjektiven) überblick über die schönen und interessanten print-erzeugnisse gibt. es lohnt, den blog anzuschauen und je nach interesse den internetauftritt der zeitschriften zu suchen. da bekommt man einen überblick, was alles möglich und interessant ist.

und sollte man in berlin leben, kann man einen der beiden läden besuchen und mal stöbern. mehr infos finden sich hier: http://www.doyoureadme.de/ .

selbstbefragung (112) – erfolg

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um den „erfolg„.

  • womit hatten sie in ihrem leben am meisten erfolg? beschreiben sie.
  • nein, ich meinte nicht ausschließlich beruflich, ich meinte auch ihr privatleben. also noch einmal: womit hatten sie privat am meisten erfolg? beschreiben sie auch hier.
  • was verstehen sie unter „erfolgreich sein“?
  • und wer ist für sie maßstab beim erfolg?
  • können sie ihren erfolg genießen? warum?
  • hat ihnen jemand bei ihren erfolgen geholfen? wer?
  • welche erfolge möchten sie noch erleben? warum?
  • was tun sie, um in ihren augen „erfolgreich“ zu sein? beschreiben sie.
  • brauchen sie ständig erfolge?
  • wie wäre ihr leben verlaufen, wenn sie an dem ihnen wichtigsten punkt erfolglos gewesen wären? spielen sie dies in gedanken durch.

schnickschnack (92)

das internet ist inzwischen auch ein hort der modernen kunst und ästhetik geworden. noch nie ließen sich so schnell kreative ergebnis in der ganzen welt verbreiten. es muss sich nur jemand die mühe machen, künstlerische ergebnisse und ausdrücke zu sammeln und zu bündeln. schön, dass auch dies immer öfter stattfindet.

eine sehr ausführliche und ansehnliche webseite ist „iGNANT„. hier werden alle möglichkeiten der präsentation und berichterstattung über fotografie, design, malerei, werbung und andere künstlerische ausdrücke genutzt. die palette an dargebotenem ist riesig. garniert wird das ganze von interviews, filmen und bildern ohne ende. dazu noch ein paar blicke hinter die kulissen der kunst- und kulturschaffenden, aber auch von bloggerInnen.

die homepage kommt schlicht daher, doch einen klick weiter und man befindet sich in einer galerie, wenn nicht sogar in einem museum. das schlichte erscheinungsbild lenkt die aufmerksamkeit auf die vorgestellten künstlerInnen und ihre digitalen exponate. und wie immer bei solchen vielfältigen webseiten, sind sie auch eine schöne anregung für jeden schreibenden menschen, so er sich visuell anregen lassen möchte. ganz abgesehen von dem genuss.

zu finden ist die seite unter http://www.ignant.de .

schreibidee (232)

gibt es ein gegenteil zu „salzig“ aus der letzten schreibidee? „salzlos“. bei geschmacksrichtungen ist es mit den gegenteilen schwierig, hier gibt es kein „gut“ oder „böse“. darum wähle ich die alternative: „süss“. beinahe alle mögen süsses, kaum ein mensch kann dem zuckerigen geschmack widerstehen und inzwischen sehen dies viele als grundübel ihres daseins. diese kalorien, diese gewichtzunahme, das verführerische der süsse bildet den hintergrund für ganztagsbeschäftigungen. warum also nicht als alternative „süsse geschichten“ schreiben.

zu beginn der schreibgruppe wird eine große auswahl an süssigkeiten mitgebracht. darunter sollten süssigkeiten sein, die schon längere zeit auf dem markt sind, da sich die schreibgruppenteilnehmerInnen eine süssigkeit wählen sollten, die sie an frühere zeiten erinnern. ob das nun „saure stäbchen“, „kinderschokolade“, die „erfrischungsstäbchen“, brause oder bestimmte lutscher (sorry heute sagt man ja eher lolipops dazu) waren. zu dieser gewählten süssigkeit, auch wenn sie sich nicht in dem angebot der schreibgruppenleitung befindet, soll ein kurzer einstimmungstext verfasst werden. dieser text wird in der gruppe vorgetragen.

im anschluss wendet man sich dem „süssstoff“ zu. die süsse ist stärker, die kalorienzahl sehr viel geringer. diese ersatzsüsse ist grundlage eines clusters, das von den schreibgruppenteilnehmerInnen erstellt wird. aus diesem cluster soll eine geschichte generiert werden. die schreibgruppenteilnehmerInnen werden angeregt aus der interessantesten assoziation oder idee ihres clusters eine längere geschichte zu verfassen. daraufhin werden die geschichten vorgetragen und in der feedbackrunde wird sich über den „süssegrad“ der geschichte ausgetauscht.

dies ist dann auch die überleitung zur abschließenden schreibanregung. denn nun ist eine definitiv „süsse geschichte“ zu verfassen, die nicht länger als drei seiten sein sollte. es soll aus jeder pore der geschichte süsse hervorquellen, also eine „bambi“-like story verfasst werden. dies kann mit verniedlichungen, mit klebrigen dialogen oder ähnlichem erreicht werden. und wenn dann alle teilnehmerInnen sowieso schon zu viele der bereitliegenden süssigkeiten zu sich genommen haben, werden zum abschluss noch die süssen geschichten ohne feedbackrunde vorgetragen.

selbstbefragung (88) – saftig

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „saftiges„.

  • welchen saft mögen sie am liebsten? warum?
  • wann erscheint ihnen ihr leben besonders saftig? beschreiben sie.
  • welche deftige tat möchten sie in ihrem leben noch vollbringen? wann?
  • was tun sie, wenn sie voller energie sind und vor kraft strotzen?
  • ab wann werden für sie texte und bücher vulgär? erklären sie.
  • in welchen lebenssituationen reissen sie sich zu sehr zusammen, würden sie gern direkter sein?
  • wenn sie alle möglichkeiten der welt hätten, womit würden sie sich als erstes berauschen (hier sind keine drogen gemeint)?
  • was bringt sie in ekstase? beschreiben sie.
  • was frisst ihre energie und wie wehren sie sich dagegen?
  • welche menschen im umfeld führen ein saftiges leben?

web 2.48 – mundraub.org

auch wenn es kaum schneit, wir befinden uns im tiefen winter. die beste zeit, um planungen für den gartenbau und die ernte vorzubereiten. es gibt abseits der eigenen scholle orte in deutschland, an die mal jemand obstpflanzen setzte, aber dort nicht mehr erntet. doch niemand fällte oder kaufte diese kleinen fruchtlieferanten. also kann sich jeder, der lustig ist, in verträglichen maßen daran bedienen.

gebündelt werden informationen über pflück- und ernteorte auf der homepage http://www.mundraub.org . mundraub versteht sich als von der pflanze in den mund, also einzig für den eigenen bedarf. beim öffnen der seite wird die zustimmung der leserInnen für die geschäftsbedingungen verlangt. das erscheint sinnvoll, da es menschen gibt, die gern gleich die ganze ernte einfahren, wenn es etwas für lau gibt. darum abermals auch hier der hinweis: es geht um pflücken für den eigenbedarf.

doch dann kann man in den süssesten früchten schwelgen: beeren, äpfel, birnen, mirabellen, pflaumen und dergleichen mehr. ortsbeschreibungen und hinweise auf die qualität der früchte liegen vor. in manchen regionen finden sich viele möglichkeiten in anderen beinahe nichts. ich schätze, das hängt weniger mit dem angebot zusammen, denn mit der freundlichkeit, dies auch ins netz zu stellen.

also, man kann sich „mundraub.org“ in den kalten monaten darauf vorbereiten, was nach den heißen monaten ernten möchte. woran man sich laben will und wie weit man sich dafür auf den weg machen muss. zumindest verspricht der klimawandel eine gehörige süße. und sollte man eine leckere quelle kennen, kann man dies bei mundraub.org melden, um andere am genuss teilhaben zu lassen.

nabelschau (31)

spielverderber. wer kennt sie nicht? die asketen, die puritanisten, die bedenkenträger, all die menschen, die es in kurzer zeit schaffen, einem ein schlechtes gewissen zu machen. nicht dass man ihren lebensstil teilen würde, nicht dass man ihren bedenken zu viel raum geben würde. es ist ihre haltung, die sie zu spielverderbern macht.

nehmen wir einmal an, man befindet sich gerade in hochstimmung, man feiert, freut sich oder genießt die welt, wie sie sich einem eben präsentiert. die menschen um einen herum teilen die stimmung, da schiebt sich jemand vor einen, blickt einem vorwurfsvoll ins gesicht und erklärt, dass dies ja gerade gar nicht gehe. ob man denn nicht mitbekommen habe, dass zur zeit auf der welt so viel schlecht verlaufe? wie könne man in solchen momenten nur feiern und genießen? wo nehme man diese verdrängung der bedrohung der menschheit nur her?

man kann sich zwar über den bedenkenträger und mahner lustig machen, aber der stachel sitzt. ja, wie kann man nur so verantwortungslos sein und das leben genießen, obwohl leid und elend herrscht? um sich diese frage zu stellen, benötigt es keine globalisierung, damit all die katastrophen auf der welt näher rücken. schon früher genügte ein blick in die nächste umgebung, um festzustellen, es gibt viel schlimmes um einen herum.

asketen und puritanisten setzen noch eins drauf. sie gehen davon aus, dass man mit seinem genusssüchtigen und rücksichtslosen verhalten die ursache des ganzen elends ist. sie formulieren ihren vorwurf direkter, machen einen sündiger. ob nun schlechtes gewissen oder direkte anfeindung, man kann nicht mehr so gelassen weiter machen, wie man es bis dahin tat. der fluss der freude ist unterbrochen.

nichts anderes haben spielverderber im sinn. denn die diskussion, ob man wegen der weltlage tag und nacht in sack und asche durch die gegend laufen muss, hat man für sich selbst schon geklärt. gesellschaftskritik darf mit lebensfreude einhergehen. und es ist ein deutsches phänomen, dass engagement und politik immer mit leid und verzicht einhergehen müssen. aber spielverderber lassen einen nach der eigenen persönlichen entscheidung nicht in ruhe. Weiterlesen

„die kunst, frei zu sein“ von tom hodgkinson – ein buchtipp

was für ein hoher anspruch im titel des buches. „frei sein“, eine wendung, die jeder mensch woanders verorten würde. doch es gibt gemeinsamkeiten, die wir in den industrieländern wahrscheinlich teilen, die uns daran hindern, sich frei zu fühlen. ein beispiel ist in den letzten posts angesprochen worden, die zeitknappheit unter der viele leiden. hodgkinson hatte sich in seinem buch „anleitung zum müßiggang“, das hier auch schon vorgestellt wurde, diesem thema gewidmet.

das neue buch von tom hodgkinson, „die kunst, frei zu sein – handbuch für ein schönes leben„, ist die konsequente fortsetzung des vorherigen buches. wenn ich einmal anfange festzustellen, dass mir ständig zeit gestohlen wird, stellt sich unweigerlich die frage, was raubt mir eigentlich diese lebensgrundlage. geht man nun schritt für schritt weiter, bekommt man einen blick für die inzwischen gesellschaftlich verordneten korsetts, denen schwer zu entgehen ist. hodgkinson stellt sich ihnen in seinem buch und versucht sich in einem alternativen leben. das ist nichts neues, „downshifting“, „entschleunigung“ und dergleichen mehr sind schon länger angesagt.

doch hodgkinson geht noch weiter. er schaut genau hin, welche lebenskonzepte ihn beständig einschränken, eigentlich dem zu folgen, was ihm spaß macht und für ihn lebensqualität ausmacht. er findet viele dinge. angefangen bei staatlichen verordnungen, banken und krediten, arbeitsverhältnissen, nahrungsmitteln bis zu schuldbewusstsein und erziehungskonzepten. er versucht sich dagegen zu wehren und wirft bei den schilderungen alternativer möglichkeiten immer einen blick zurück, meist ins mittelalter. denn dort haben seiner ansicht nach und der nach der meinung etlicher historiker, viel entspanntere lebensvorstellungen geherrscht. erst mit dem aufkommen puritanistischer, religiös unterfütterter vorstellungen, legte sich der mensch immer mehr korsetts an.

letztendlich landet der autor bei einem anarchischen lebensprinzip, das möglichst viel freiheit verwirklichen soll, das zwar manche einschränkung fordert dafür aber emotionalen reichtum bietet. teilweise klingt das leichter geschrieben als getan, aber der logik des buches kann man sich schwer entziehen. das buch bedient die vorstellung, dass es ja so nicht für immer weitergehen kann. es bietet anregungen, sich der fremdbestimmung stück für stück zu entziehen, kooperativere und solidarischere lebenskonzepte wieder zu verwirklichen und vor allen dingen wieder mehr spaß zu haben. das buch liest sich flüssig und angenehm und regt auf alle fälle zum weiterdenken an, wenn nicht zum umkrempeln des eigenen lebens. und man kann sich nach der lektüre sicher sein, man ist nicht allein mit dem wunsch nach mehr selbstverfügung über die lebensbedingungen. lesenswert.

das buch ist bei heyne 2009 als taschenbuch in münchen und als hardcover bei rogner & bernhard 2007 in berlin erschienen. ISBN 978-3-453-63004-8 (taschenbuch)

selbstbefragung (42) – genuss

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „genuss„.

  • welchen genussmitteln sind sie verfallen? keinen? finden sie ihr leben nicht ein wenig langweilig?
  • wie sieht ein genussvoller perfekter tag für sie aus? beschreiben sie.
  • was halten sie von askese?
  • wann waren sie das letzte mal so richtig exzessiv, maßlos, ausschweifend, hemmunglos? beschreiben sie.
  • wen empfinden sie in ihrem umfeld als genussbremse? begründen sie.
  • wird genuss irgendwann für sie zur belastung? warum?
  • welches war ihr genussvollster moment?
  • wonach sind sie süchtig? leben sie gut mit ihrer sucht?
  • wann werden folgende dinge für sie zum genuss? beschreiben sie:
    1. essen
    2. trinken
    3. sex
    4. drogen
    5. kultur
    6. arbeit
    7. kommunikation
  • wozu gibt es überhaupt genuss? beschreiben und begründen sie.

kreatives schreiben und schrift

 

schreibanregungen in schreibgruppen zum kreativen schreiben werden meist direkt umgesetzt und zwar handschriftlich. da meist die zeit zum schreiben vorgegeben ist, versuchen sich viele teilnehmerInnen im schnellschreiben, da die vorhandene idee auch umgesetzt sein will. dabei mutiert bei manchen die handschrift zu einem unleserlichen gekrakel, das beim späteren vorlesen nicht mehr zu entziffern ist. das ist schade, da die idee so gut war.

einfacher wird es, wenn anregungen des kreativen schreibens im internet gegeben werden und die aufgabe am computer gelöst werden kann. ähnlich sieht es aus, wenn das handgeschriebene so weit entziffert werden kann, dass es nach der schreibgruppe in den computer übertragen wird.

doch dann tritt die qual der wahl auf. welchen schrifttyp, welchen zeilenabstand und welche buchstabengröße möchte ich wählen? es gibt so viele angebote und sie passen nur zu bestimmten texten. sonst wäre doch lieber eine andere schrift zu wählen. aber kann die schrift auch von anderen mit anderen textverarbeitungsprogrammen gelesen werden oder sehen die nur kryptische kleine kästchen? vielleicht möchte ich meinen text schon von anfang an in einer anderen schrift schreiben, denn das auge schreibt ja mit. das ist sicherlich möglich, doch ich sollte in diesem moment spüren, welche schrift für meine idee die angenehmste ist. und meist lässt sich nicht vorhersagen, wohin der text sich bewegt. auf der anderen seite kann die passende schrift das schreiben zu einem genuss machen, der wiederum förderlich auf die kreativität und den schreibprozess einwirkt.

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wortklauberei (12)

die genuss-molkerei

die milchpreise sinken wieder, die bauern fühlen sich übergangen und unter druck gesetzt und die produzenten von milchprodukten verlagern ihr geschäft auf die wohlfühl-ebene. dadurch entstehen solche wortungetüme wie die „genuss-molkerei„. nun stellt sich die frage, wie genuss gemolken oder zumindest weiter verarbeitet werden kann.

der kuh verschafft das melken an sich ein wenig erleichterung, ist sie doch inzwischen so hochgezüchtet, dass das euter eine große belastung darstellt. doch erleichterung ist noch nicht genuss. anschließend durchläuft heutzutage die milch einen verarbeitungsprozess, der am schluss eine weiße flüssigkeit oder andere produkte zu verfügung stellt. bei diesem prozess, wird der milch erst einmal das fett entzogen, dass zumindest für geschmack sorgt, aber auch nicht für genuss. übrigens wird der vollmilch später wieder das fett hinzugefügt.

den restlichen milchprodukten wird auch vieles zugefügt, aber nicht unbedingt genuss. zum beispiel geschmacksstoffe, die nicht den früchten entnommen sind, die sie vermitteln sollen. auch die fruchtstückchen müssen nicht fruchtstückchen sein. und im trend befinden sich die fettfreien milchprodukte. möglichst sahne ohne fett, butter, die nur noch gestrichen werden kann, aber nicht mehr butter ist oder dergleichen mehr. anscheinend besteht der genuss im fett-mangel. könnte man da nicht einfach eine andere weiße flüssigkeit nehmen, die kuh würde es danken. so wie beim kaffee-weißer, der gar nicht mehr den anspruch erhebt mit milch etwas zu tun zu haben. die folge bestünde aber darin, dass es gar keine molkerei mehr gäbe. das will ja auch keiner. so ist zu vermuten, dass der genuss der molkerei darin besteht, dass sie weiter eine existenzberechtigung hat. und falls mal jemand eine technik erfindet, wie man genuss abzapfen und abfüllen kann, wird es alle freuen. dann würde der name genuss-molkerei erst seiner bestimmung gerecht werden.