Schlagwort-Archive: germanistik

web 2.81 – metaphorik.de

die metapher macht oft einen text erst interessant. und damit man metaphern erstellen kann, benötigt es ein wenig fantasie, ein recht großes vorstellungsvermögen und den mut, dinge sprachlich miteinander zu kombinieren, die einem unvorstellbar erschienen. die metapher ist in der deutschen sprache ein weites feld. und wen wundert es da nicht, dass für die freundInnen, liebhaberInnen und germanistInnen etc. ein eigenes angebot im internet existiert.

regelmässig wird auf „metaphorik.de“ eine online-zeitung zur bedeutung, verwendung und form der metaphern herausgegeben. ausserdem wird die metapher des jahres prämiert, benannt und beschrieben. es gibt verbindungen in verschiedene länder, betrachtungen zu anderen sprachen. also eine spielwiese für menschen, die sich mit den formen der metaphern und ihren teilweise gesellschaftlichen und politischen bedeutungen auseinandersetzen wollen.

zu finden ist die seite unter: http://www.metaphorik.de/ .

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schreibpädagogik und der spielerische umgang mit sprache

sprache dient aufgrund von regeln und konventionen dazu, dass menschen sich miteinander verständigen können. wenn jemand zu mir sagt: „das ist ein stuhl“, dann habe ich eine ungefähre vorstellung davon, was er mir gerade zeigt oder auf was er sich bezieht. und dies sogar, wenn der gegenstand, auf den er zeigt, nicht aussieht wie ein sitzmöbel. werden die regeln und konventionen der sprache beiseite gelassen und begriffe vertauscht, kann es schnell passieren, dass menschen sich nicht mehr verstehen.

das beste beispiel für konflikte, die aus sprachlichen veränderungen entstehen können, sind die generationskonflikte. wenn zum beispiel heute ein junger mensch seinen eltern von seinen tätigkeiten am computer oder im internet berichtet, kann es schnell der fall sein, dass er verständnislos angeschaut wird. ja, er muss sich erklären oder man lässt die aussagen einfach im raum stehen, doch eltern haben das gefühl, keine kontrolle mehr über die tätigkeiten ihres kindes zu haben.

darum scheint auch die diskussion über die veränderung der sprache immer so eine moralische und existentielle zu sein. angst vor kontrollverlust könnte dabei eine große rolle spielen. wiederum im gegenzug dient zum beispiel die sprache der juristen und der bürokraten dazu, eine distanz aufzubauen, die macht signalisiert. hier soll möglichst kein missverständnis aufkommen können und gleichzeitig signalisiert werden, dass es sich um normen handelt.

die schreibpädagogik bricht teilweise die sprachkonventionen auf. das macht sie angreifbar, da ihr die ernsthaftigkeit abgesprochen werden kann, bietet aber gleichzeitig die möglichkeit sich spielerisch dem wort, der sprache anzunähern. ein schönes beispiel, dass ich vor kurzem im buch „deutsch! – das handbuch für attraktive texte“ von wolf schneider gefunden habe, handelt von der suche nach einem vergleichbaren begriff für „satt“ bei der nahrungsaufnahme für die flüssigkeitsaufnahme. es gibt zwar „durstig“, aber ist der durst gestillt, gibt es keinen begriff mehr. robert gernhardt hat dafür „schmöll“ vorgeschlagen. hier wurde sprache neu erfunden, auch wenn sie sich nicht durchsetzen konnte und wir bis heute immer noch sagen „ich habe keinen durst mehr“.

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schreibpädagogik und fachliteratur

 

die schreibpädagogik ist ein uneindeutiges fachgebiet, da sie bis jetzt keine eindeutige definition hervorgebracht hat, was denn unter dieser richtung zu verstehen ist. das macht es schwer, so genannte fachliteratur zu finden. auch die suche nach büchern zu kreativem schreiben führt in vielen buchläden zu keinem ergebnis (wie gerade eine studentin mitteilte). in großstädten ist die chance fündig zu werden, etwas größer, aber dann meist auch unsortiert ein paar taschenbücher zu fragen „wie schreibe ich einen krimi“ oder „das haiku“ und vielleicht auch noch ein reimlexikon.

begibt man sich auf die suche im internet, wird man feststellen, dass der markt für kreatives schreiben und im weiteren sinne für schreibpädagogik gar nicht so klein ist. doch auch hier wird selten unterschieden zwischen „creative writing“ und kreativem schreiben. ebenso taucht selten das biografische schreiben in diesem zusammenhang auf, es findet sich dann meist unter dem begriff „biografie“.

außerdem lassen sich noch eine menge informationen bei der literaturwissenschaft und der germanistik finden.

selbst wenn man fachliteratur gefunden und gelesen hat, schleicht sich immer wieder das gefühl ein, dass alle autorInnen ihre eigenen vorstellungen davon haben, was schreiben eigentlich ist. das macht es zum einen spannend, da man sich selber das meiste zusammentragen kann, was man als hilfreich erachtet. es erschwert aber den austausch mit anderen schreibpädagogInnen, da das eigene konzept unhinterfragbar bleibt. so können sich alle auf die position zurückziehen, dass sie mit dieser und jener schreibanregung diese oder jene erfahrungen gemacht haben. erfahrungen können ausgetauscht werden aber nicht verglichen werden.

insgesamt wäre ein art kanon wahrscheinlich einmal hilfreich, Weiterlesen

kreatives schreiben und wortschöpfungen

sprache scheint dann am lebendigsten, wenn sie worte wählt, die up-to-date sind, wenn sie den zeitgeist in sich aufnimmt. das heißt nicht, dass der klassiker nicht mehr zu verstehen ist, doch gedanklich muss der aktuelle bezug hergestellt werden. dies unterstützt entweder die regie durch ihre inszenierung oder das eigene gedächtnis.

im kreativen schreiben kann es aber noch einen schritt weitergehen, durch die neukombination von bekanntem, von slang oder originalsprache ergeben sich neue worte. sprache ist dann lebendig, wenn sie sich ständig weiterentwickelt, das spiel mit den worten nicht scheut. doch was tun, wenn mir kein neues wort einfällt, der treffende ausdruck sich verflüchtigt hat?

auch hier bietet das internet abhilfe. die universitäre seite „wortwarte“ listet seit dem jahr 2000 neologismen der deutschen sprache auf. so kann der kreativ schreibende auf begriffe, wie:

Bumpernut, die

Fantastrilliarde, die

Goldfarming, das

Losership, das

Mobilsurfstation, die

Mobilweb, das

Powerleveller, der

Schlummergenerator, der

Spekulationsvehikel, das

Vaterschaftsanfechtungsverfahren, das

Vaterschaftsfeststellungsverfahren, das

Videoatlas, der

zurückgreifen. (die begriffe sind übrigens allein von letztem samstag.) er findet sogar den zusammenhang, in dem dieser begriff, dieses wort verwendet wurde.

und der katalog der wortschöpfungen bietet eine riesige spielwiese für schreibanregungen an. was will man mehr? zu finden ist die wortwarte unter: http://www.sfs.uni-tuebingen.de/~lothar/nw/