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schreibidee (152)

klimawandel scheint dieses jahr auszufallen, was natürlich nicht bedeutet, dass er nicht doch demnächst wieder die hitze in uns steigen lässt. nachdem also nach gut zwei wochen der dauerfrost beendet ist und die weiße pracht in matsch zerfließt, ist es an der zeit „tauwetter-texte“ zu verfassen.

vorraussetzung für tauwetter-texte ist es, dass etwas schmilzt. deshalb sollten die teilnehmerInnen der schreibgruppe erst einmal auf jeweils einer halben seite das schmelzen von dingen beschreiben. so kann ein herz dahinschmelzen, käse, eis, schnee oder zum beispiel blei, stahl, sand zu glas und dergleichen mehr. je nach zeitrahmen sind also mehrere schmelzprozesse kurz zu beschreiben.

anschließend ist ein schmelzendes ding auszuwählen, zu dem eine geschichte, ein text verfasst wird. dazu kann ein cluster erstellt werden. nun wird die geschichte verfasst, doch es gibt vorgaben zum stil. wie es bei schmelzenden gegenständen der fall ist, sind sie vorher fest, hart, bis die wärme ihnen zusetzt. ähnlich soll es sich mit dem text verhalten. er beginnt, hart, scharf, kantig und verwandelt sich in geschmeidig fließende worte. wie die schreibenden dies erreichen, bleibt ihnen überlassen. anschließend werden die texte vorgelesen.

sollte dann noch etwas zeit zur verfügung stehen, kann mit der schreibgruppe gemeinsam blei gegossen werden. die entstandenen kleinen skulpturen dienen als assoziationshilfe und anregung für eine weitere geschichte, die nichts mehr mit dem dahinschmelzen zu tun haben muss.