Schlagwort-Archive: gestank

leben neben der berliner feuerwehr (06)

bezahlte rücksichtslosigkeit können sich nur städtische beamte leisten. sonntag mittag 13.30 uhr. ein schöner sommertag, ruhe im hinterhof, auf den straßen, die menschen nehmen auf den balkonen ihr essen zu sich, ruhen sich von einer stressigen woche aus, bereiten sich auf das fussballspiel seelisch und moralisch vor.

doch da, auf einem kleinen fleckchen befinden sich städtische beamte, die nichts zu tun haben, aber einen ganzen batzen geld für ihre arbeit bekommen. da es wahre männer sind, die beinahe ihr fleisch noch selber jagen und zeigen müssen wo der hammer hängt, werfen sie mal wieder den grill an. nicht, dass sie dies erst am donnerstag gemacht hätten, der sonntag ist abermals willkommen. ein proteinshake macht nicht so schön auf sich aufmerksam und zieht nicht die gesamte umwelt mit in das eigene privatvergnügen.

um das ritual noch ein wenig zu steigern, wird die kohle nicht profan entzündet. man hat druckluft-gasflaschen, die man nach der spiritusgabe und dem ersten entflammen einsetzen kann, um dem glühprozess nachdruck zu verleihen. ja, unsere luft soll noch ein wenig verpesteter werden, dafür haben wir die städtische berufsfeuerwehr in berlin. eine leitung haben diese wachen anscheinend nicht, niemanden der sich verantwortlich fühlt. wer auf der einen seite angeblich um gut nachbarschaftliche verhältnisse bemüht ist, nervt den rest nicht, während der gesammelt auf seinem balkon sitzt, die fenster offen hat und versucht sich zu erholen. nein, hier möchte jemand einfach nur sein ding machen, scheiss drauf wie die reaktionen sind. ihm kann ja nichts geschehen, er ist ja beamter. beamter in einer behörde, die nicht einmal mehr ihre beschwerdestelle besetzt. das nenne ich preussische gutsherrenart.

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wortklauberei (34)

„das stinkt doch nach pfusch“

das kölner stadtarchiv ist eingestürzt. in letzter zeit ist es ruhig geworden, man hört nicht mehr viel von den konsequenzen. als die nachrichten im fernsehen voll waren von der berichterstattung über die katastrophe, wurde einmal eine aufnahmen eingeblendet, die futter für diese rubrik bot. jemand hatte ein handgeschriebenes bild an die einsturzstelle gestellt, auf dem zu lesen war: „das stinkt doch nach pfusch„.

wäre das schön, wenn pfusch stinken könnte. also kann er natürlich, aber nur wenn die kanalisation oder die kläranlage fehlerhaft konstruiert wurden. normalerweise stinkt pfusch leider nicht. also eigentlich wäre es nicht schön, wenn pfusch stinken würde. es ist zu vermuten, dass dann die gesamten städte der republik extreme ausdünstungen von sich geben würden. auch einzelne preiswerte elektroartikel, schlechte computerprogramme oder das vergiftete kinderspielzeug könnten die geruchsnerven belasten.

vielleicht wäre es doch schön, wenn pfusch stinkt. man müsste nur an produkten oder gebäuden schnuppern und schon wüsste man, wo gepfuscht würde. eine einmalige qualitätsinitiative wäre die folge. wenn dann auch noch dienstleistungen, versicherungen und diverser nepp stinken könnten, dann bräuchte es die stiftung warentest nicht mehr.

doch je länger ich mir das überlege, desto zweifelhafter scheint mir die möglichkeit. denn, wenn so viel stinkt, wie soll ich dann noch ausmachen, wo sich der pfusch wirklich befindet. das problem von gestank ist, dass er sich mit der luft ausbreitet. so müsste jeder mensch schnüffelnd durch die gegend laufen, um eine ahnung von der qualität zu bekommen. doch wie bekommt man danach den gestank wieder aus der nase. vielleicht sind vermehrte qualitätskontrollen einfach hilfreicher.