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selbstbefragung (142) – milde

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „milde“.

  • wann haben sie milde walten lassen? warum?
  • was ist für sie in ihrem leben milde gewesen?
  • wann waren sie zu milde und bereuen es heute?
  • wie schmeckt für sie milde?
  • was ist ihnen in ihrem leben zu mild gewesen?
  • was ist ihnen in ihrem leben zu hart gewesen?
  • wem gegenüber wären sie lieber milder, schaffen es aber nicht? beschreiben sie.
  • wem gegenüber würden sie gern öfter „nein“ sagen können, schaffen es aber nicht? warum?
  • wo sollte unsere gesellschaft mehr milde walten lassen? begründen sie.
  • wann war jemand ihnen gegenüber zu mild gewesen? gab es solch einen moment überhaupt?

hier können sie weitere 1000 fragen als pdf-datei runterladen.

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schreibidee (235)

was lässt menschen in ihren begegnungen zu anderen menschen hart werden? ein panzer, den sie sich zugelegt haben, um niemanden zu nah an sich rankommen zu lassen, zum beispiel. dabei zeigt sich, dass oft erfahrene verletzungen diese härte haben entstehen lassen. und somit gibt es sie, die gestrengen, unerbittlichen und knallharten protagonisten in büchern und filmen, die meist sich selbst noch mehr verletzen als ihr gegenüber. daran orientiert sich diese schreibanregung, denn es sollen „harte geschichten“ erzählt werden.

am anfang ist der erfindungsreichtum gefragt. die schreibgruppenteilnehmerInnen werden aufgefordert drei protagonistInnen zu erfinden, die „harte“ verhaltensweisen an den tag legen oder eine harte ausstrahlung haben. sie sollen ein kurze (viertelseitiges und stichwortartiges) psychogramm erstellen. darin sollen vor allen dingen auch die gründe benannt werden, die die person so hart werden ließen. diese personen werden in der schreibgruppe kurz vorgestellt.

alle teilnehmerInnen wählen sich eine person aus (dies kann auch eine person der anderen teilnehmerInnen sein). sie schreiben eine geschichte, in der die härte und vor allen dingen die selbstverletzung durch die harte haltung sichtbar werden. mehr vorgaben gibt es nicht. es sollte genug zeitraum zum schreiben der geschichte gewährt werden. anschließend werden die geschichten vorgetragen und es wird in der feedbackrunde rückgemeldet, wie stark die härte der person wirkt.

dieses mal soll diese härte zum abschluss weder reduziert noch aufgeweicht werden. denn nun werden zwei charaktere ausgewählt. man kann auf die eben schon dargestellte person zurückgreifen aber auch zwei vollständig neue protagonistInnen aus dem vorher erstellten pool verwenden. diese zwei personen begegnen sich und führen einen erbarmungslosen dialog. die schreibgruppenteilnehmerInnen schreiben den dialog nieder. anschließend werden die dialoge zu zweit vorgetragen und es wird abermals feedback gegeben. dabei sollte betrachtet werden, durch welche wortwahl die härte erreicht wurde.

erst danach dürfen die schreibgruppenteilnehmerInnen sich wieder versöhnlich geben 😉

schreibidee (234)

federleicht und weich umfängt einen manchmal das leben. da gibt es keine eckigen und kantigen reaktionen, keine schwierigkeiten und probleme. die dinge nehmen ihren lauf, wie von allein, man fühlt sich gut gebettet und umhüllt. auf dauer mag dann zwar das gefühl aufkommen, weichspüler geschluckt zu haben und man wünscht sich wieder das knallharte leben mit seinen aufregungen, aber zwischendurch lässt weichheit durchatmen. darum eine schreibidee für „weiche geschichten„.

zum beginn soll ein kleines, kurzes märchen geschrieben werden: „die geschichte vom weichei“. in dieser geschichte ist weichei kein negativer begriff. es geht darum, das märchen konträr zum schimpfwort zu gestalten, denn es ist ja ein märchen. zur einstimmung werden die kurzen märchen vorgetragen. es gibt kein feedback.

im anschluss werden „weichspüler“geschichten verfasst. dazu gibt es einen vorschreib-gang. die schreibgruppenteilnehmerInnen bemühen sich, eine weiche geschichte zu schreiben. diese soll sich klar von kitsch oder den hier vor einer weile vorgeschlagenen „süssen stories“ unterscheiden. es geht darum wenig dramatik, wenig spannung oder konflikte in die geschichte zu packen und trotzdem eine handlung zu produzieren. die teilnehmerInnen verfassen möglichst geschichten oder texte, die trotzdem berühren. diese geschichten werden nicht vorgelesen, sondern auch hier werden die texte weitergegeben.

denn heutzutage kommt weichspüler nicht mehr allein daher, er enthält viele zusätze, meist duftstoffe. am flipchart wird gesammelt, welche zusätze der weichspüler haben kann (hier darf man von den üblichen verkaufsangeboten ab“weichen“ und eigene zusätze erfinden). anschließend wählen die schreibenden einen zusatz für sich aus der liste aus. mit diesem zusatz versehen sie die weiche geschichte. sie können sie umstellen, umschreiben oder etwas hinzusetzen. anschließend lesen sie die weichspülergeschichte mit ihrem zusatz vor. es gibt eine feedback-runde.

zum abschluss wird ein von der schreibgruppenleitung im vorfeld ausgewähltes „hartes“ gedicht neu verfasst. es wird aufgeweicht oder soll herzerweichend werden. dabei soll das gedicht nicht umgestellt oder erweitert werden, es soll vollständig neu geschrieben werden, nur mit einer weicheren grundmelodie. die so entstandenen gedichte werden vorgetragen und in kurzer feedback-runde wird über den weichheits-faktor des jeweiligen gedichts abgestimmt.