Schlagwort-Archive: hiv

nabelschau (12)

suchanfragen für blogs geben interessante auskunft über das wissen der gesellschaft. bloggen bei wordpress.com hat zum beispiel den vorteil, dass man im administratorbereich auch eine liste erhält, durch welche suchanfragen die jeweilige homepage finden. an den fragen lässt sich teilweise ablesen, was die menschen beschäftigt. diesen blog hier findet man teils über recht skurrile anfragen, wie ich hier schon einmal beschrieben habe. noch interessanter ist aber die homepage des jugendbereichs einer meiner arbeitsstellen: http://www.jungschwuppen.de .

diese seite klärt unter anderem zum thema schwulsein auf. weshalb menschen mit fragen zu diesem thema auch die seite finden. und anscheinend ist die sexuelle orientierung weiterhin für viele ein rätsel mit sieben siegeln. die direkteste frage lautete: „wie funktionieren schwule?“. nun, solch eine frage reizt den kenner natürlich zu kleinen bösartigen antworten, zum beispiel schwule funktionieren nur, wenn sie die farbe pinkt in ihrer nähe haben. oder, einwandfrei nie, da nicht alle schwule frisöre sein können. doch es ist ja nun einmal eine aufklärungsseite. aber das erstaunen meinerseits ist groß: wie kommt jemand auf so eine frage? wie sollen schwule denn funktionieren? um welche vorstellung geht es dabei.

etwas kritischer kommt dann die folgefrage zum funktionieren von schwulen daher: „lieben schwule männer überhaupt?„. auch eine frage, die schon die vorstellung beinhaltet, das können nicht sein. auch hier wieder meine frage: woraus entsteht so ein bild?

und dann gibt es die fragen, die mit den eigenen ängsten, ja der uninformiertheit zu tun haben. so zum beispiel die suchbegriffe „eltern, freund, vorstellen, schwul„; „angst davor zum ersten mal in ein lesben…“ oder „wie wird ein junge schwul?„. erstaunlich dass es weiterhin öffentliche einrichtungen und geldgeber gibt, die glauben homosexuelle seien inzwischen emanzipiert und in der mitte der gesellschaft angekommen. Weiterlesen

Werbeanzeigen

„erinnerungsbücher“ für so genannte „aidswaise“ (2)

sie wurden hier schon einmal erwähnt, die „memory books“, die vor allen dingen in afrika von hiv-positiven und an aids erkrankten eltern ihren kindern hinterlassen werden, damit diese noch erinnerungen an ihre eltern und die familiengeschichte haben. diese books sind eine mischung aus tagebüchern und biografischem schreiben. angeleitet wird die eigene lebensgeschichte der eltern verfasst.
gestern zum weltaidstag wurde die recht neue dokumentation „memory books – damit du mich nie vergisst“ gezeigt. der dokumentarfilm wird im laufe der nächsten zwei wochen noch zweimal auf arte wiederholt. leider kann sie nur dort empfangen werden, wo man früh morgens und nach drei uhr nachts noch arte sehen kann. mancher kabelkunde geht dabei leer aus. aber es gibt auf der homepage von arte weitere informationen zu dem film und dem themenabend. andere dokus des themenabends können noch sieben tage lang auf der homepage von arte angesehen werden. und man kann, wenn man den film im laufenden sendeprogramm sucht, per mail daran erinnern lassen, wenn der film noch einmal ausgestrahlt wird. zu finden sind die ersten informationen unter: http://www.arte.tv/de/Willkommen/2307146.html .

den vorherigen beitrag in diesem blog kann man unter https://schreibschrift.wordpress.com/2008/04/19/erinnerungsbucher-fur-sogenannte-aids-waisen/ finden.

blog zu hiv

es gibt den versuch eine infektion mit hiv in einem blog zu protokollieren. ein sicherlich nicht ganz einfaches unterfangen, da sich die beschäftigung mit erkrankungen oder infektionen im internet immer im laufe der zeit etwas recht persönliches bekommt.

dabei kann sich aber noch eine ganz andere schwierigkeit ergeben. man wird immer wieder an den körperlichen zustand erinnert, auch wenn sich gerade einmal die situation stabilisiert hat und bei hiv die viruslast unter die nachweisgrenze gefallen ist. aus der tätigkeit in einer beratungsstelle zu hiv ist mir die aussage positiver bekannt, dass sie eigentlich ein ganz normales leben führen könnten, wenn sie die medikamenten-einnahme in der kombinationstherapie nicht jeden tag daran erinnern würde, dass da etwas sei.

auf der anderen seite ist dies aber bei blutdrucksenkenden mitteln auch nichts anderes. hier spielt sicherlich bei hiv noch mit, dass das unangenehme eigentlich an der übertragungsmöglichkeit durch sex liegt. also die koppelung von etwas sehr angenehmem mit unangenehmem. um so mutiger und aufklärerischer ist es, eine eigene hiv-infektion im internet darzustellen. ist diese infektion doch auch immer noch stigmatisiert. zu finden ist der blog unter: http://posithiv.wordpress.com/