Schlagwort-Archive: ideal

selbstbefragung (171) – alter

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um das „alter“.

  • wie alt möchten sie werden? warum?
  • wie sieht ihr ideales leben im alter aus?
  • wovor haben sie angst, wenn sie ans älter-werden denken?
  • worauf freuen sie sich, wenn sie ans älter-werden denken?
  • haben sie schon einmal einen menschen gepflegt? warum?
  • wie möchten sie sterben?
  • was möchten sie alles machen, wenn sie in rente sind?
  • welcher alte mensch ist für sie ein vorbild?
  • haben sie eine patientenverfügung erstellt? warum?
  • ab wann ist man in ihren augen alt? warum?

die letzten 150 selbstbefragungen sind als links hier gebündelt: https://schreibschrift.wordpress.com/2012/01/05/1500-fragen-zur-selbstbefragung-aus-diesem-blog/

web 2.0 und lust

es ist lust, ob es einem gefällt oder nicht, wenn im internet die seiten mit pornografie boomen und vielfach gesucht und angeklickt werden. das auge lüstelt mit (anscheinend eher bei männer, denn bei frauen (obwohl mir auch frauen bekannt sind, die sagen, das wäre eine mär)). jedenfalls macht das netz in bezug auf die lust ein reichhaltiges angebot.

erheiternd daran ist, dass keiner da gewesen sein will, also anscheinend niemand diese seiten angesurft haben will, viele nur aus versehen durch den falschen klick mit der maus dort gelandet sind und wiederum andere dachten, bei dem homepage-titel würde züchtiges gezeigt werden. ende der 70er und in den 80er Jahren des letzten jahrhunderts gab es solche selbsterweckungs-artikel wie „ja, ich habe …“.

manchmal wünschte ich mir, dies würde es zu der aussage: „ja, ich habe pornoseiten im netz angesurft!“ geben. das würde die ganze doppelzüngige debatte über den kinder- und jugendschutz im netz, über die gelebten sexualitäten entspannen und auf ein realistisches niveau bringen. doch dem ist leider nicht so. ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es gesellschaftliche diskurse schaffen, auf der einen seite die vermarktung der sexualität zu verteufeln und gleichzeitig werbung, internet und köpfe pornografisch zu besetzen.

dagegen spräche nichts, würde es nicht so verschämt gehandhabt. es geht anscheinend um lust. könnte der diskurs darüber offen geführt werden, wäre sie nicht gar so schambesetzt und vor allen dingen dann wäre sie auch nicht so erniedrigend. warum nicht im größten kommunikationsmedium lust kommunizieren? die muss nicht sauber und brav sein, lust hat immer auch einen „versauten“ und gierigen moment. aber die lust sollte menschlich sein.

bestes beispiel: die idealisierung der potenz, der körperlichen verfasstheit. die abgebildeten ideale im lust- und pornografie-zusammenhang sollten erkannt werden, dann würden sich menschen Weiterlesen

selbstbefragung (147) – ästhetik

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „ästhetik“.

  • was passt für sie im alltag überhaupt nicht zusammen?
  • was verstehen sie unter ästhetik? beschreiben sie.
  • welche drei farben kombinieren sie am liebsten?
  • welches gemälde ist für sie sehr ästhetisch?
  • welche fotografien sind für sie ein ästhetischer ausdruck?
  • das gesicht von wem finden sie sehr ästhetisch oder auch „schön“?
  • gibt es für sie eine landschaft, die ihnen ebenmäßig vorkommt?
  • wie wichtig ist ihnen ein ästhetischer ausdruck beim kleiden, wohnen oder schreiben?
  • was fanden sie in ihrem leben am unästhetischsten?
  • schönheit ist relativ – oder? begründen sie.

hier können sie weitere 1000 fragen als pdf-datei runterladen.

selbstbefragung (106) – schönheit

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „schönheit„.

  • finden sie sich schön? warum?
  • welchen menschen finden sie schön? warum?
  • welches schönheitsideal gefällt ihnen?
  • welches schönheitsideal gefällt ihnen nicht?
  • was ist einfach nur schön? beschreiben sie.
  • was ist für sie ästhetik?
  • wie weit lassen sie sich bei ihrer vorstellung von schönheit durch moden und die gesellschaft beeinflussen?
  • wie weit bemühen sie sich, ihre schönheit zu verändern? wie anstrengend finden sie das?
  • wann hat ihnen das letzte mal jemand gesagt, dass er/sie sie schön findet?
  • wann haben sie das letzte mal jemandem gesagt, dass sie ihn/sie schön finden?

schreibpädagogik und suche

was kann man mit schreibgruppen suchen?
ich werde hier ein paar beispiele auflisten, auf welche suchen man sich begeben kann:

auf der suche nach dem idealen schreibort. in schreibgruppen kann man schritt für schritt das jeweils eigene schreibverhalten der teilnehmerInnen analysieren und daraus schlüsse ziehen lassen, wie der ideale schreibort zuhause gestaltet sein sollte. was lenkt ab und fördert?
aber man kann noch einen schritt weiter gehen und mit der gruppe in der stadt, in einer schönen landschaft, in verschiedenen gebäuden kleine schreibübungen durchführen. diese orte dienen nicht nur der schreibanregung, sondern können auch unter dem blickwinkel „wie gut kann man an diesen orten schreiben?“ betrachtet werden. so finden die teilnehmerInnen eventuell für sich den idealen schreibort außerhalb der eigenen vier wände.

auf der suche nach des rätsels lösung. schreibgruppen sind meist freizeitgruppen, die dem sozialen kontakt und dem vergnügen dienen. da ist es eine wunderbare abwechslung, wenn zu einem treffen ein schreib-rallye veranstaltet wird. entweder organisiert man in den gruppenräumen stationen, die zu durchlaufen, zu entschlüssen und zu bedienen sind oder man begibt sich wieder nach draußen und lässt die teilnehmerInnen einem vorher organisierten pfad durch die stadt, eine landschaft folgen. diese rallye ist gespickt mit schreibanregungen, die sich nach der lösung einer aufgabe ergeben. so wird das spielerische mit dem schreiben verbunden.

auf der suche nach dem historischen einfluss. man kann mit schreibgruppen historisch bedeutsame orte, friedhöfe oder museen besuchen, um die ausstrahlung der orte und der dahinter liegenden geschichte zur schreibanregung zu nutzen. man kann die schreibgruppe mit historischen stadtführungen oder museumsführungen verknüpfen und anschließen geschichten und texte verfassen lassen. oder man gibt selber einen kurzen abriss von den geschichten der vergangenheit, damit sich die teilnehmerInnen besser in die ehemalige atmosphäre versetzen können.

auf der suche nach dem idealen feedback. in regelmäßigen abständen kann in schreibgruppen eine reflexion über die bisher erfolgten feedbacks durchgeführt werden. Weiterlesen

biografisches schreiben und faszination

dinge oder menschen können einen faszinieren. dies merkt man daran, dass sie einen, wenn man ihnen einmal begegnet ist oder von ihnen gehört hat, gedanklich nur noch schwer loslassen. eigentlich kann faszination eine form ausgeprägter neugierde sein oder es ist die form einer idealisierung eines gegenstandes oder einer person, da sie den eindruck hinterlassen, sie würden bedürfnisse erfüllen, die man schon lang ersehnt.

das muss nicht immer ein trugschluss sein, es ist oft auch intuitiv stimmig und es stellt sich im laufe der zeit heraus, dass an den eigenen vermutungen etwas dran ist. beim betrachten der eigenen lebensgeschichte sollte man also auch einmal den blick auf die dinge werfen, die einen sehr fasziniert haben. was wollte man immer haben, wenn lernte man kennen und war sofort begeistert? wie entwickelte sich die neugierde. wurden die eigenen bedürfnisse erfüllt oder war es eine enttäuschung? und wie ist man mit der enttäuschung klar gekommen?

denn im laufe des lebens können eine menge enttäuschungen im zusammenhang mit den eigenen idealisierungen zum misstrauen gegenüber der eigenen faszination führen. die schwierigkeit besteht wahrscheinlich darin, sich eine gewisse naivität zu bewahren, die es einem ermöglicht immer wieder unbedarft an bestimmte entwicklungen heranzugehen. doch naivität hat bei uns einen schlechten ruf, da sie im widerspruch steht zu der vorstellung, was es bedeutet „erwachsen“ zu sein.

beim schreiben der eigenen biografie kann es interessant sein, zu schauen, wie weit intuitives handeln und naive faszination das eigene leben beeinflusst haben und einem vielleicht die entdeckung ganz besonderer dinge und menschen ermöglichte. unter „besonders“ ist zu verstehen, dass es ausschließlich für einen selber besonders war, verallgemeinern lassen sich diese erfahrungen nicht. also, was fasziniert sie?

biografisches schreiben und fehlverhalten

gern ausgeklammert bei der betrachtung der eigenen vergangenheit werden momente, in denen man sich nicht fair verhalten hat, eventuell sogar anderen menschen schadete. dabei kann wahrscheinlich jeder mensch in der kindheit anfangen, als er in der kita oder in der schule andere kinder hänselte, sie neckte oder vor anderen bloßstellte. es ist nicht neu, dass kinder ganz schön grausam sein können, und selten hat dieses unbeholfene einüben von sozialem verhalten jemand ausgelassen.

auf der zeitlinie des eigenen lebens lässt sich dieser gedanke weiter verfolgen. dabei fallen vielleicht die ersten partnerschaften ein, in denen man das gegenüber nicht besonders nett behandelt hat. oder man befand sich im konkurrenzkampf in der schule, in der ausbildung oder im studium. wie war das noch mal, als in der bibliothek die wichtigen stellen der lehrbücher geschwärzt wurden oder seiten rausgerissen (so etwas gibt es wirklich)?

dann gibt es da das thema klatsch und tratsch. wann hat man anvertraute geheimnisse ausgeplaudert oder über andere schlecht geredet? auch davor ist wahrscheinlich niemand gefeit. es gibt so viele lügen, die lang aufrechterhalten werden, um das gesicht nicht zu verlieren. im ersten moment würde wahrscheinlich jeder mensch von sich sagen, dass er sich so nie verhalten hat. im zweiten moment wird man erkennen, dass dies wohl die erste lüge ist.

es geht beim schreiben der eigenen lebensgeschichte und biografie natürlich nicht darum, in selbstgeißelung zu verfallen und letzte geheimnisse zu veröffentlichen. aber es kann bei genauerer betrachtung einem selbst offenbaren, dass vielleicht nicht alles so perfekt war, wie man es im ersten moment gern darstellen würde. dazu gehört natürlich auch die enttäuschung, von anderen nicht fair behandelt worden zu sein. aber vielleicht zeigen einem all die kleinen verfehlungen und verletzungen, wieweit das eigene leben auch dadurch beeinflusst wurde. und wie solche verhaltensweisen sich durch die „altersweisheit“verflüchtigt haben, da manche idealisierungen an stärke verloren haben.

biografisches schreiben und vorbilder

menschen suchen sich für ihre lebenskonzepte vorbilder. entweder handelt es sich dabei um menschen im näheren umfeld, die kennengelernt wurden und deren lebensweise bewundernswert erscheint. oder es handelt sich um bekannte persönlichkeiten, von denen man viel gehört hat, sich mit ihren positionen auseinandersetzte und deren ansichten einem einleuchteten. diese orientierung an anderen kann eine große hilfe sein, eigene ziele und erwartungen an das leben zu formulieren

doch es handelt sich dabei um ein zweischneidiges schwert. denn der hang unerreichbares als vorbild zu nehmen, kann das eigene selbstwertgefühl gehörig heruntersetzen. es werden dabei die eigenen qualitäten gern unter den tisch fallen gelassen, um einem ideal zu folgen, das in der eigenen lebenssituation schwer umsetzbar sein wird. und selbst wenn man dem ideal sehr nahe kommt, kann man noch einen drauf setzen und weiterhin der meinung sein, nie das zu erreichen, das man erreichen möchte.

bei der betrachtung der eigenen lebensgeschichte, schadet ein blick auf die persönlichen vorbilder nicht. hierfür kann entlang einer zeitleiste mit den eigenen lebensjahren eingetragen werden, welche ideale man wann verfolgte. die einfachste variante notiert die personen, die man bewundert hat und denen man ähnlich werden wollte. doch man kann noch einen schritt weiter gehen und notieren, welche ideale mit den personen verknüpft waren. dann vielleicht ein resümee ziehen, ob man manches von dem erreicht hat, das man einst anstrebte. und sich zum schluss einmal betrachten, wie realistisch die erwartungen an einen selber waren. wenn man diese betrachtung in die eigene biografie einfließen lässt, kann es leserInnen aufzeigen, dass positive oder negative vorbilder zu haben, sicherlich ein ansporn sein kann. dass aber das eigene leben nicht aus den augen verloren werden sollte. denn oft schaut man bei der idealisierung von personen nicht hinter die fassade und dort kann es ganz anders aussehen.