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biografisches schreiben und eifersucht

es gibt sie immer noch, die eifersuchtsdramen, die nicht gut enden. dabei haben studentInnenbewegung und sexuelle revolution versucht klar zu machen, dass das konstrukt der monogamen zweierbeziehung ein gesellschaftliches ist und wir mit allem viel lockerer umgehen sollten. doch irgendwo ist da der haken und es funktioniert oft nicht so richtig.

da gibt es diejenigen, die im hinterkopf die mahnung haben, dass eifersucht „besitzdenken“ ist und ein anderer mensch nicht besessen werden kann. also stimmen sie ihren partnerInnen zu, dass man eine offene beziehung lebt. und eine(r) von beiden leidet dabei meist wie ein hund. nur um die partnerInnen zu halten entschließt man sich zur offenheit, die nicht lebbar scheint. und da gibt es die, die von anfang nur nach der oder dem einen suchen, prinz und prinzessin, die für den rest des lebens alle bedürfnisse erfüllen. sie stürzen sich in eine fesselnde monogamie, die ihnen im laufe der zeit die luft abschnürt. aber sie würden immer nach außen vertreten, dass es keine andere zusammenlebensform geben kann. selber gehen sie inzwischen fremd, sind aber auf jede(n) eifersüchtig, die sich ihren partnerInnen nähern.

nein, natürlich gibt es noch ganz viele andere spielarten des zusammenlebens. und doch scheinen allzu große ideale jeweils zu verletzen. es geht immer wieder um vertrauen, um absprachen, um verletztes vertrauen und vor allen dingen um verlustangst. hier bietet das biografische schreiben die möglichkeit, schreibend genauer hinzuschauen. in welchen momenten war man unfair? in welchen momentan waren andere zu einem unfair? aus der distanz haben sich die dramen und inszenierungen meist ein wenig beruhigt und es fällt einem leichter, den eigenen anteil an den schwierigkeiten zu erkennen.

denn in einer eifersüchtigen situation selber, da regieren emotionen, die schwer über rationale argumentationen zu erreichen sind. hier herrscht die angst vor eine situationen oder einen menschen an andere zu verlieren. diese vorstellung ist unerträglich, sie löst den gedanken aus, „ohne“ ist das leben unvorstellbar. was für ein irrtum, Weiterlesen

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biografisches schreiben und arbeitsleben

arbeit dient der eigenen absicherung und der existenzsicherung oft für mehrere menschen. somit lässt sie sich schwer umgehen. um diese nutzung der eigenen lebenszeit ein wenig attraktiver zu machen, ist arbeiten an lohn und an wertschätzung gekoppelt worden. wer arbeitet leistet nicht nur für den arbeitgeber etwas, sondern auch für den erhalt der gesellschaft. das klingt schön, versucht aber auszublenden, dass arbeit auch nur der veräußerung der eigenen arbeitskraft dient.

beinahe jeder arbeitnehmer gelangt im laufe seines lebens einmal an den punkt, sich nach dem sinn des ganzen zu fragen. der diskurs um die arbeit hat auch dieses problem aufgegriffen und propagiert die vorstellung von einer sinnvollen tätigkeit. so bemühen sich viele im laufe ihrer lebensgeschichte, um einen erfüllenden job, der nicht nur wert schöpft, sondern ideelle vorstellungen transportiert. dies kann sicherlich befriedigender sein, bedeutet aber auch nichts anderes, als seine arbeitskraft zur verfügung zu stellen. nur die ideellen erwartungen sind noch ein wenig größer.

beim betrachten der eigenen biografie, lohnt sich ein blick auf die eigene einstellung zum arbeitsleben. wieweit hat man sich strategisch verhalten, sich gesagthat, ich muss es machen, also augen zu und lohn erhalten? oder wollte man gleichzeitig mit seiner eigenen tätigkeit größere ziele erreichen, die einem einen platz in der gesellschaftlichen anerkennung sicherten? wie stark beeinflusste das arbeitsleben die eigene private entwicklung? sind arbeit und leben zu trennen gewesen oder verschwamm alles? gab es momente, in denen man ob der eigenen tätigkeit zweifelte und wieweit hat das das eigene leben verändert?

beim blick auf das eigene arbeitsleben können sich viele aufschlussreiche erkenntnisse einstellen, die die eigene lebenshaltung stark beeinflusst haben.