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schreibpädagogik und wasser

so wie der schreibfluss in schreibgruppen gefördert und unterstützt werden soll, so kann „wasser“ das thema von schreibgruppen in vielfältiger form werden. wie ich schon zum biografischen und kreativen schreiben aufgezeigt habe, lassen sich zum thema wasser viele schreibideen und schreibanregungen entwickeln. doch darüber hinaus kann wasser auch ganz praktisch schreibgruppen dienen.

man kann zum beispiel auf kreuzfahrten zur unterhaltung der passagiere schreibgruppen anbieten. wenn sich jemand mehrere tage oder wochen auf einem schiff aufhält, will er oft im laufe der zeit auch ein wenig abwechslung erleben. schaut man sich die kreuzfahrt-angebote an, dann ist inzwischen auf vielen schiffen für alles gesorgt. angefangen beim tanzkurz über fitness-übungen, kino, theater, bis zu vorträgen und lesungen. warum also an solch einem ort nicht auch gemeinsam schreiben. kreuzfahrten bieten viele eindrücke, die wiederum wunderbar schriftlich ausgedrückt werden können.

und wenn ich dann schon in der tourismus-branche bin, dann kann ich mir auch vorstellen, dass man zum beispiel als schreibgruppe dem flusslauf eines flusses folgt und dazu schreibt. man kann entweder auch mit einem schiff den fluss entlang fahren oder parallel zum fluss von hotel zu hotel, von sehenswürdigkeit zu sehenswürdigkeit. und bei jedem stopp werden kleine schreibübungen eingeflochten.

doch manchmal genügt auch auf anderem wege ein abstecher zum wasser. da fallen mir freibad-geschichten mit schreibgruppen ein, oder eine tour entlang der Weiterlesen

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schreibidee (329)

sowohl eine horrorvorstellung als auch ein wild-romantisches bild: irgendwo zu landen, wo man nicht hin wollte. die heutigen navis wissen das meist zu verhindern (obwohl es exemplare geben soll, die einen konsequent vom weg abbringen). aber da gibt es die geschichten von einem menschen auf einer insel, in der wildnis oder auch nur im falschen stadtteil. sie sind gestrandet. handelt es sich dabei um zwei menschen, dann kann eine romantische wendung zum tragen kommen. eine schreibanregung zu „gestrandeten geschichten“.

als einstieg werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert einmal zu notieren, wo sie auf keinen fall stranden wollen und zum anderen zu notieren, wo sie schon immer einmal stranden wollten. die frage „warum?“ ist auf maximal einer seite zu beantworten. die kurzen begründungen werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen. anschließend sammelt man noch zusätzlich orte, wo man überhaupt stranden kann.

davon wählen sich die schreibenden einen ort aus, er kann für sie negativ oder positiv besetzt sein. es wird eine geschichte geschrieben, wie dort ein einsamer mensch strandet. was passiert dann? wie geht es weiter? wer oder was begegnet diesem menschen? es darf eine längere geschichte werden. die texte werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackgruppe statt.

nun wird die aufgabenstellung verändert, indem die gruppenleitung einen einzigen (etwas ausgefallenen) ort vorgibt, an dem jemand strandet. auch dazu ist eine maximal vier seiten lange geschichte zu schreiben. und in der fortsetzung wird von der schreibgruppenleitung ein zweiter ort vorgegeben. aber dieses mal sollen dort zwei menschen stranden. es wird nicht vorgegeben, in welchem verhältnis die beiden menschen zueinander stehen. wiederum auf maximal vier seiten werden die ereignisse, die beide erleben, beschrieben. die geschichten werden anschließend vorgetragen und in einer feedback-runde wird zusammengetragen, wie unterschiedlich oder ähnlich die geschriebenen varianten sind.

zum abschluss wird noch ein kurzer text über eine „gestrandete geschichte“ geschrieben. die geschichte wird als flaschenpost gefunden, bleibt auf einer parkbank oder in der u-bahn liegen, sie wird in den falschen briefkasten geworfen … die texte werden vorgelesen.

schreibidee (135)

die idee der sintflut ist eine sehr hübsche. auch wenn man nicht dem christlichen glauben fröhnt, lässt sich die vorstellung, es könnte viel wasser kommen und man habe die möglichkeit eines schiffes, auf das man packt, was man wichtig findet, ausbauen. vor allen dingen bieten die aktuellen wetterverhältnisse eine gute vorlage für weitere überlegungen. die nächsten objekte in der landschaft sind nicht mehr zu sehen, da der regen so dicht fällt. man befindet sich allein auf dem schiff der insel und schreibt dazu. als schreibanregung also dieses mal „einsame-insel-oder-sintflut-geschichten„.

ganz klar wird die erste frage in der schreibgruppe sein, was man denn mitnehmen würde, sollte die welt überschwemmt werden oder man auf eine einsame insel verschlagen werden. als erstes sind gegenstände zu notieren, dann ist zu fragen, was man gern auf schiff oder insel die ganze zeit machen würde (gehen wir einmal davon aus, das schiff steuert sich von selbst). und zum schluss stellt sich noch die frage, nach der befindlichkeit. wie wird man sich eventuell fühlen, so abgeschlagen von jeglicher kommunikation? auch hierzu sollten stichworte notiert werden.

und dann werden die ganzen stichworte kurz und knapp von den teilnehmerInnen in der schreibgruppe vorgestellt. man kann sich ideen der anderen aneignen, wenn man zum beispiel den kühlschrank vergessen hat (auch hier darf man sich natürlich auf seiner eigenen insel einen stromanschluss vorstellen, nur telefon oder wlan gibt es nicht). anschließend sind die begriffe auszuwählen, die einen am meisten berühren und spaß machen.

aus den begriffen ist eine geschichte zu formulieren, die entweder den aufenthalt beschreibt oder sich weiteren vor- und nachgeschichten widmet. es geht nicht unbedingt um die protokollarische erfassung des tagesablaufs, sondern um die lebensgestaltung und die gedanken, die sich eventuell in der einsamkeit herausbilden. die geschichten werden anschließend vorgelesen.