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schreibpädagogik und irrtümer

die schreibpädagogik ist weiterhin kein eindeutiges, klar umrissenes fach, keine festgelegte profession oder grundlage einer institution. die schreibpädagogik versucht die vermittlung des schreibens zu umfassen, in ein wort zu hüllen. dabei gehen die meinungen, wie dies aussehen kann, auseinander.

der häufigste irrtum besteht in der verwechslung, überhaupt schreiben zu vermitteln gehöre zum gebiet der schreibpädagogik. also schreibpädagogInnen begeben sich in die grundschulen oder zu analphabetInnen und bringen ihnen buchstabe für buchstabe das alphabet, die worte bei. nein, die schreibpädagogik setzt zumindest zum teil voraus, dass man unser schreibsystem kennt, auch wenn die worte und deren verwendung nicht bekannt sein müssen.

ein weiterer irrtum besteht darin, dass schreibpädagogInnen das schöne schreiben, oder auch „schönschreiben“ genannt, vermitteln. also mit menschen üben, eine leserliche, sich an die konventionen der schreibschrift haltende schrift zu erhalten. auch wenn es sich dabei um einen form des schreibens handelt, schaut die schreibpädagogik eher auf den inhalt, denn auf das schriftbild.

auch die vermittlung verschiedener schreibarten ist nicht aufgabe der schreibpädagogik. also es wird nicht schreibschrift, zehn-finger-schreibsystem, die verwendung von schriften am computer oder dergleichen mehr vermittelt. auch das schriftbild interessiert die schreibpädagogik nur als möglichkeit, wie man sich mit einer visuellen anordnung ausdrücken kann.

das wäre vielleicht eine mögliche beschreibung der schreibpädagogik: sie vermittelt varianten des schriftlichen ausdrucks. Weiterlesen

biografisches schreiben und verirren

tja, man kann sich in seiner eigenen lebensgeschichte verirren. oder besser geschrieben, man kann sich in seiner biografie verheddern. das ist nicht schlimm, schadet den texten nicht, sondern zeigt einem, dass man an einem punkt ist, der einem gerade sehr wichtig ist.

da beschäftigt man sich gerade mit seiner schulzeit, erinnert sich an seine mitschülerInnen und fängt an, über das persönliche verhältnis zu den einzelnen personen zu schreiben. nicht genug damit, fallen einem noch die ganzen lehrerInnen ein, mit denen man zu tun hatte. und weiter geht es, plötzlich kommen einem die sitznachbarInnen des jeweiligen jahrgangs in den sinn. so schreibt und schreibt man über seine schulzeit, obwohl man eigentlich nur einen kurzen abschnitt dafür eingeplant hatte.

man hat sich in seinen erlebnissen verirrt, hat sich in der schulzeit verheddert. es ist nur ein zeichen dafür, dass es sich um eine wichtige zeit handelte, dass es viele erlebnisse gab und dass man sich noch an viel erinnert. beim schreiben der eigenen lebensgeschichte sollten solche verirrungen immer beachtung finden. man kann entweder entscheiden, ob man das kapitel über die schulzeit nicht ein wenig ausweitet. man kann einen eigenständigen zur schulzeit schreiben. man kann den entstandenen text radikal im nachhinein auf das wesentliche zusammenstreichen und sich freuen, dass man sich noch einmal an alles erinnert hat. man kann sich fragen, warum einem die schulzeit so wichtig war. und man kann einfach ein klassentreffen organisieren, da man gern alle mal wieder sehen möchte.

beim biografischen schreiben sollte man dem, was einen beschäftigt, raum geben. Weiterlesen