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selbstbefragung (148) – sammeln

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um das „sammeln“.

  • was sammeln sie am längsten in ihrem leben?
  • was sammeln sie sehr gern? warum?
  • was würden sie nie sammeln? warum?
  • welche sammlung hat sie fasziniert oder erschreckt?
  • wenn sie eine ausstellung machen könnten, was würden sie dafür zusammensammeln?
  • vor was für einer versammlung würden sie gern einmal reden? was würden sie dann sagen?
  • fällt es ihnen schwer oder leicht, dinge wegzuwerfen? warum?
  • zu welchem thema würden sie gern eine sammlung anschauen?
  • sind sie jägerIn oder sammlerIn?
  • wem würden sie mal gern ihre briefmarkensammlung zeigen?

hier können sie weitere 1000 fragen als pdf-datei runterladen.

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nabelschau (43)

zur strecke bringen. die wortwahl ist eine vertrackte sache. da versucht man die ganze zeit, menschen habhaft zu werden, die anderen etwas angetan haben, um sie, wie man so schön sagt, „einer gerechten strafe zu zu führen“. als innenminister ist man der chef derjenigen, die den straftätern auf der spur sein sollten. soweit die gesellschaftliche abmachung, der konsens vieler.

und dann wird da ein weltweit gesuchter terrorist umgebracht. man kann geteilter meinung sein, wie weit dies nun ein gesellschaftlicher erfolg ist oder auch nicht. doch man kann schwerlich sagen, dass es gut sei, einen menschen umzubringen, dazu muss man nicht christlichen glaubens sein. wir haben aus guten gründen keine todesstrafe mehr. leider muss man immer wieder daran erinnern, dass demokratische gesellschaften auch manche dinge aushalten müssen, weil diese gesellschaftsform unserer meinung nach den archaischen überlegen ist.

aber unser innenminister friedrich äußerte sich zur „erfolgreichen“ terroristenjagd in den tagesthemen vor etlichen tagen beständig mit dem satz, er sei „zur strecke gebracht worden„. da diskutiert das land, ob sich die bundeskanzlerin freuen dürfe, und im gleichen atemzug verwundert niemanden die formulierung des ministers, der der strafverfolgung vorsteht. ich assoziiere mit „zur strecke bringen“, die waidmännische vorstellung, tiere im wald abzuknallen, wild zu erlegen. am schluss wird ihnen ein zweiglein tannegrün in den mund gesteckt.

nun kann sich ein mensch ja mal verplappern, die falschen worte wählen. wenn man diesen ausdruck aber in einem interview immer wieder verwendet, vor allen dingen als politiker, der sich normalerweise sehr wohl der wortwahl bewusst ist, dann sagt dies schon etwas über die geisteshaltung aus. und gelinde geschrieben, das klingt problematisch. unsere gesellschaft hat dem abgeschworen, menschen zur strecke zu bringen. wir wollten auch keine kriege mehr führen, sondern uns nur verteidigen, wenn wir angegriffen werden. auch dann kann es nicht darum gehen, jemanden zur strecke zu bringen.

man kann dies als übertriebene krittelei abtun. aber gerade die verwendete sprache ist oft ein zeichen für gesellschaftliche veränderungen, die parallel verlaufen. es stimmt einfach bedenklich.