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schreibidee (106)

es gibt gedanken, die man lieber nicht öffentlich denken möchte, die man gern einmal aufschreibt, um sie am besten gleich wieder zu vernichten. es gibt geheimnisse und abgründe, die nicht ignoriert werden können aber auch nicht für andere bestimmt sind. und doch ist das niederschreiben solcher gedanken eine form der befreiung vom unausgesprochenen. diese gedankentexte sollen dieses mal „in flammen aufgehen„.

für diese schreibanregung ist ein ort notwendig, der es ermöglicht ein feuer zu entzünden. darum bietet sich auch eine jahreszeit an, die den aufenthalt und eventuell das schreiben draußen möglich macht.

zu beginn werden alle teilnehmerInnen der schreibgruppe aufgefordert, sich in stichworten gedanken zu notieren, die sie selber als abwegig oder unmoralisch betrachten, die ihnen aber in den sinn kommen. die liste sollte auf zehn stichworte beschränkt bleiben. danach besteht die möglichkeit, die drei unwichtigsten gedanken zu streichen. dann können abermals drei neue gedanken hinzugefügt werden. aus dieser liste werden anschließend die drei drängenden oder wichtigsten gedanken ausgewählt. zu ihnen wird jeweils ein cluster in zwei minuten erstellt.

aus den drei clustern wird das ausgewählt, das einen am meisten beschäftigt. dieses cluster kann nun noch erweitert werden. anschließend ist ein text zu dem gedanken oder geheimnis zu verfassen. dafür kann von den teilnehmerInnen länger zeit in anspruch genommen werden, da von den schreibgruppenleiterInnen nun das feuer entfacht wird. wenn das feuer brennt, versammeln sich alle teilnehmerInnen drumherum. sie bekommen verschiedenfarbige kleine zettel. als erstes werden pro zettel stichworte von dingen und begebenheiten notiert, die man loswerden möchte. diese zettel werden ins feuer geworfen. wer möchte, kann kurz vorher seine stichworte vorlesen. dann werden auf weiteren zetteln wünsche für die nächste zeit notiert. auch diese werden ins feuer geworfen und vielleicht vorher mitgeteilt. und als letztes kommt der text, der in flammen aufgehen soll dran. wer den text doch behalten möchte, müsste ihn vorher abschreiben, denn ein text sollte auf alle fälle ins feuer geworfen werden. auch hier besteht die möglichkeit, den eigenen text vorher vorzulesen. dies sollte aber gut bedacht sein und darauf von der leitung hingewiesen werden, dass es bis jetzt gedanken waren, die niemand erfahren sollte.

selbstbefragung (07) – frühlingsanfang

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „frühlingsanfang„.

  • gehören sie auch zu den menschen, denen der winter immer zu lang andauert? warum?
  • sind sie der meinung, dass ihr hormonhaushalt von den jahreszeiten bestimmt wird? geben sie eine begründung.
  • die tag-und-nacht-gleiche, also frühlings- und herbstanfang, wenn es gleich lang hell und dunkel ist, wirft die frage auf: mögen sie es lieber länger hell oder dunkel?
  • wenn es jetzt länger hell wird, was machen sie mit dieser zeit? haben sie da bestimmte vorlieben?
  • welche frühlingsblume gefällt ihnen am besten? lässt das rückschlüsse auf ihren charakter zu?
  • glauben sie noch an den osterhasen? wieso nicht?
  • wenn sie frühlingsgefühle hätten, wem gegenüber denn am liebsten?
  • können sie bei dem lauten gesang der vögel schlafen? wenn nein, warum nicht?
  • welche erinnerung bringen sie aus dem diesjährigen winterschlaf mit? wie wichtig ist sie ihnen?
  • was sollte sich in ihrem leben bis zum sommeranfang dieses jahr ändern? notieren sie stichworte.