Schlagwort-Archive: käse

schreibidee (339)

ohne ernährung verhungern wir. richtige ernährung scheint ein riesiges thema zu sein. aber letztendlich sollte man einfach das essen, was einem schmeckt, erst das ständige nachdenken über ernährung macht einen so unsicher beim essen. und eines unserer wichtigsten nahrungsmittel ist die milch mit ihren ganzen folgeprodukten. darum eine schreibanregung zu „milchprodukt-geschichten“.

fangen wir da an, wo die milch herkommt: von der kuh. alle schreibgruppenteilnehmerInnen mögen eine kurze geschichte (maximal drei seiten) aus dem leben einer kuh schreiben. die geschichten werden anschließend in der gruppe vorgetragen, es findet aber keine feedbackrunde statt.

nun kann die schreibgruppenleitung eine kleine auswahl an milchprodukten zur verkostung anbieten, z.b. kefir, käse, sahnejoghurt, frischkäse, sauermilch, butter (mit brot) oder kräuterquark. die auswahl scheint unbegrenzt, weshalb die gruppenteilnehmerInnen am flipchart alle milchprodukte notieren, die ihnen einfallen. nun wählen sie sich ein milchprodukt aus und schreiben auch zu diesem produkt eine kurze geschichte von maximal drei seiten. die geschichten werden ebenso ohne feedbackrunde vorgetragen.

als auflockerung wird eine kurze schreibübung eingeschoben. zu der aussage „alles käse!“ soll ein gedicht von maximal zwei mal vier zeilen geschrieben werden. die gedichte werden vorgetragen.

nun geht es daran, eine längere geschichte zu verfassen. dazu werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert eine 30-wort-assoziation zum begriff „quark“ durchzuführen und anschließend einen text zu schreiben. die einzige vorgabe für den text ist, dass ein milchprodukt in der geschichte eine zentrale rolle spielen sollte (es muss nicht der „quark“ sein). im anschluss werden die texte vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

zum abschluss kann gemütlich gemeinsam eine käseplatte verspeist werden.

alle schreibideen aus dem schreibschrift-blog finden sich gebündelt in einem eigenen blog: http://schreibideen.schreibboutique.de .

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wortklauberei (70)

„mozarella in „herzli“-form zum muttertag“

gelinde geschrieben, das ist käse. das ist irgendwie ein mix aus frischkäse und echtem käse. bitteschön, welche mutter möchte zum muttertag „mozarella in „herzli“-form„? ach ja, ich vergaß, liebe geht ja durch den magen. dann ist es natürlich romantisch, wenn man käse in herzli-form, tomaten in „scheibli“-form und basilikum in „blättli“-form verspeisen kann, dann noch olivenölchen in „tröpfli“-form drüber, leckerli. ach mutti, du bist doch die beste.

jedenfalls trällerte der hinweis auf den zuneigungs-mozarella in den letzten tagen immer wieder als werbetrailer einer öko-ladenkette aus dem radio. so gut die produkte geschmacklich und qualitätsmäßig sein mögen, die öko-läden und -produzenten rutschen bei ihrer wortwahl jedesmal daneben. wem ist nur diese gruselige verkleinerungsform eingefallen? und warum wirkt die werbung bei den ökos immer so altbacken, ja spaßfrei? und ist der muttertag nicht ein sehr umstrittener feiertag (so aus der gesellschaftskritischen ecke kommend)?

fragen über fragen, die einem wahrscheinlich niemand beantworten kann. sollte dieses marketing aber funktionieren, dann ist an alternativer lebensweise und der daraus resultierenden kundschaft doch zu zweifeln. oder man muss konstatieren, die alternative lebensweise ist in der mitte der gesellschaft angekommen. denn da gibt es schon länger zuckerschiffchen für den kaffee, bärli-wurst und marshmellows als osterhasen.

fantasieanregend ist diese werbung auf alle fälle, mir fallen dermaßen viele produkte ein: das spanferkli mit ofenkartöffelchen und kräuterliquärkli dazu. oder die prinzessböhnchen mit möhrchen an schweinelendchen im einem leckeren sößli. ach komm, lasst uns doch zum muttertag ins restaurantli gehen für eine gourmetli-mittagsesserchen 😛 .

wortklauberei (46)

„analog-käse“

sie schwören noch auf ihr analog-telefon oder ihren röhrenfernseher, sie verweigern sich der digitalisierung der welt, dann dürfte auch „analog-käse“ etwas für sie sein. und doch ist der begriff eher beim telefon missverständlich, denn beim käse, bedeutet er doch: ähnlich; einheitlich; entsprechend; gleichartig; gleichermaßen; komparabel; korrespondierend; parallel; vergleichbar.

beim telefon bezieht sich „analog“ wohl eher auf die übertragungstechnik, beim käse allerdings auf den käse selber, der gar kein käse mehr ist. es sieht aus wie käse, riecht wie käse und schmeckt wie käse. es hat aber mit käse und vor allen dingen seiner produktion nichts mehr gemein. es ist ein laborprodukt, das sich eigentlich wenigstens über den namen unterscheiden sollte. wie wäre es mit „köse“ oder „küse“, wodurch jedem verbraucher der „lebens“mittel klar wird, ich esse keinen käse, sondern ein produkt, das dem käse analog ist.

aber das wäre natürlich zu viel verlangt. eine umbenennung der produkte findet wahrscheinlich erst statt, wenn sie digitalisiert werden. ein wenig erinnert der „analog-käse“ schon an den „replikator“ bei raumschiff enterprise, der alles köstliche digital produzierte. doch bis dies realität wird sollten wir das „analog“ ertragen, so lang wir uns bewusst sind, dass kartoffelchips nicht unbedingt etwas mit kartoffeln zu tun haben müssen, sondern wegen der zellulose auch aus klärschlamm produziert werden können. dass erdbeergeschmack keine erdbeere benötigt, dass fruchstückchen im joghurt zellulosehäufchen sein können, dass schinken ein klebeprodukt sein kann und dass kunstseide weder etwas mit kunst noch mit seide zu tun hat.
übrigens wird schon fleissig daran gearbeitet, analog-menschen zu produzieren. bis jetzt dienen sie nur der schaufensterverschönerung und der sexuellen befriedigung.