Schlagwort-Archive: kaufen

wortklauberei (113)

„sommerflussverkauf“

werbung und wortspiele treffen oft und gern aufeinander. mal erheiternd, mal nervtötend oder auch nur unverständlich. was würden sie mit der überschrift „sommerflussverkauf“ in verbindung bringen? ich erst einmal einen sprachfehler oder dialekt, jedenfalls eine person, die das „sch“ in „f“ verwandelt. da muss ich an den film über die „sch´tis“ denken. ansonsten kann ich mir noch den ausverkauf der wasserstrassen vorstellen, doch bisher gab es zwar inseln und seen im angebot der maklerei, aber von flüssen hatte ich noch nicht gehört.

die auflösung: es handelt sich um werbung für flusskreuzfahrten. oha, da hat jemand mit dem wortspiel gleichzeitig die bedeutung um die ecke gebracht. nichts deutet auf schiffe, auf fahrten oder nur auf touristisches hin. der funktioniert darum nicht, da der sommerschlussverkauf einfach zu dominant ist. das ist ein bekanntes event, das wir alle kennen und oft ausgesprochen haben. die veränderung eines buchstaben ist zu schwach. es ist so, wie wenn ein bordell mit sommerkussverkauf, oder ein waffenhändler mit sommerschussverkauf werben würde (obwohl letzteres eher die passende assoziation erzeugen könnte).

nimmt man das wort ernst, dann kann man es allerdings direkt als schreibanregung verwenden: „man schreibe eine geschichte über den ersten sommerflussverkauf“. die pressemeldungen dazu: „schnäppchenjäger an der schlei“, „mosel und main mit ins einkaufskörbchen rhein“ oder „neues hippes muss – kauf den fluss“. man kann die versteigerung der flüsse beschreiben. oder überlegungen anstellen, was jemand mit einem gekauften fluss anstellt – vielleicht als erstes umleiten, damit er am eigenen haus vorbeifließt 😉 schluss mit dem blödsinn und mit dem ssv – heutzutage nennt man das river-sale!

Werbeanzeigen

wortklauberei (103)

neuromarketing

da ich hier im blog gerade so in fahrt komme, mich über die neurowissenschaften und die neuropsychologie zu echauffieren, greife ich doch gleich einmal eines der aktuellen gruseligen worte auf. angeblich liegt der trend der zeit im „neuromarketing“. nun kann man ja schon über die disziplin „marketing“ streiten, deren einziges ziel es ist, viel von einem produkt zu verkaufen, mit allen mitteln, die recht sind.

nein, bei neuromarketing kann man weder werbung noch anreize für den kauf von gehirnen oder nervenzellen finden. vielmehr geht es darum, tricks und techniken zu entwickeln, die kundInnen willenlos machen und ein bestimmtes produkt kaufen lassen. dabei stützen sich die marketing-expertInnen auf erkenntnisse aus den neurowissenschaften oder geben dementsprechende forschung in auftrag. letztendlich soll herausgefunden werden, welche unterschwelligen manipulationstechniken zum kauf eines produkts führen könnten. dazu werden augenbewegungen und hirnscans im mrt (magnetresonanztomographen) durchgeführt.

es wird geschaut, welche bilder, farben, gerüche oder texturen welche hirnregionen aktivieren. sollte man die „einkaufs-„ oder „haben-wollen“-region im gehirn mit produkteigenschaften koppeln können, dann hat man das richtige instrument gefunden. zum glück funktioniert das, wie vieles im marketing und in der werbung, nicht ganz so reibungslos, wie man es gern hätte. der mensch reflektiert einfach zu viel und ist schwer zu dressieren.

jedoch werden immer mehr läden und passagen mit duftzerstäubern aufgerüstet, um unterschwellig emotionen auszulösen. ebenso werden produkte dementsprechend eingefärbt, platziert und verpackt, um dadurch unterschwellig einen (kaufan)reiz zu geben. all diese versuche basieren auf statistischen neurowissenschaftllichen experimenten. ich plädiere dafür „marketing“ einfach durch „manipulation“(sversuch) zu ersetzen. denn damit benennt man wirklich, worum es geht, um neuromanipulation.

web 2.86 – in praise of copying

die frage, wer eigentlich was besitzt und wer wovon profitiert, geht in die nächste runde. in der digitalen welt werden von (kultur-)konzernen maßstäbe angelegt, die fragwürdig scheinen. kunst und kultur lebten immer von der kopie. sich künstlerische techniken anzueignen hatte von je her mit kopien zu tun. und wie die süddeutsche zeitung heute im feuilleton zum verdienst der künstlerInnen mitteilte: „urheber und verwerter (musik- und buchindustrie – anm.d. autors) haben mitnichten die gleichen interessen“.

und der kunde hat dann auch noch einmal ganz andere interessen. es mag juristisch einwandfrei sein, doch logisch ist es nicht: ich kaufe eine ware und darf mit ihr nicht machen, was ich möchte. das wäre, wie wenn ich die gurke für den gurkensalat schäle und die schale als beweis, dass ich den salat gegessen habe, wieder zurückbringen müsste. und der gastronomie-verband verlangt von mir eine abgabe, wenn ich andere zum essen einlade. vielleicht sollten künstlerInnen immer öfter einen „hofladen“ aufmachen.

letztendlich landet man bei der diskussion immer wieder an zwei punkten: was ist uns kultur wert? und wie geht man mit kopien um?. was geschieht zum beispiel mit menschen, die einen nachgemalten rembrandt oder van gogh in ihrer wohnung haben?

lange vorrede, kurzer sinn: der blog von marcus boon versammelt beispiele des multimedialen copy & paste auf seiner homepage. gleichzeitig lädt er dazu ein, seine wissenschaftliche arbeit „in praise of copying“ herunterzuladen. vielleicht sollte man sich erst einmal mit dem prinzip des kopierens auseinandersetzen, bevor man moralische und strafrechtliche urteile fällt. mehr unter: http://inpraiseofcopying.wordpress.com .

mein computer und ich – eine umgangslehre (10)

kaufzwang

inzwischen gibt es technische entwicklungen, die keine wahl mehr lassen. die umstellung elektronischer, digitaler oder technischer geräte mutiert immer mehr zu einem beschleunigungseffekt, der nicht mehr nachzuvollziehen ist. aktuelles beispiel (das nicht ausschließlich mit meinem computer zu tun hat), die umstellung der fernsehsender auf digitale sendefrequenzen. die gesamte bevölkerung hat dieser entscheidung zu folgen, hat sich dem unterzuordnen. ähnlich war die durchsetzung der verkabelung der nation organisiert. all dies erfordert beständige nachrüstung der eigenen geräte – oder, und dies ist heftig, sie können nicht mehr an den medien der nation teilhaben.

hier wäre es nur logisch, dass eine grundversorgung gesichert ist. entweder weiter über analoge sendeanlagen oder über kostenfreie zusatzgeräte, die mit den empfangsgebühren abgegolten sind. doch weit gefehlt, es werden künstlich einträgliche geschäftsfelder geschaffen.

ähnliches zeigt sich bei datenträgern (videokassette, cd, dvd, blueray, mp3-stick …). irgendwann funktionieren zwar noch die geräte, aber die software oder noch notwendige hardware sind nicht mehr kompatibel. die geschwindigkeit der wechsel nimmt zu, der zeitabstand zwischen neuerung und altbackenem wird immer kürzer. suchen sie mal einen internet-anbieter, der noch dsl-verbindungen ohne wlan anbietet. es kann doch sein, dass man die neuerung gar nicht möchte. aber der kunde hat kein mitsprache-recht.

oder haben sie großes interesse daran, irgendwann nur noch 3-d-filme zu sehen? und wenn sie nicht das richtige tv-gerät haben, dann sehen die werke doch eher skurril aus. identisch sind die entwicklungen im bereich der software: der stete versuch, upgrades anzubieten, die alte dateien oder peripherie-geräte nicht mehr akzeptieren. mir kann niemand weiß machen, dass der programmiercode nicht so geschrieben werden kann, dass Weiterlesen

was für´s auge und was für´s hirn – ein shopping-tipp

normalerweise gebe ich hier keine shopping-tipps. ist ja auch etwas schwierig, wenn es sich nicht um ein online-angebot handelt. aber dieses mal mache ich eine ausnahme. der grund? seit über 20 jahren ist das kiosk-angebot der weltstadt berlin ein trauriges. es gibt zwar an jeder ecke einen kiosk, aber die auslagen entsprechen eher einem discounter-angebot, denn der lese- und blickfreude. man musste weit fahren, um zeitungen und zeitschriften zu finden, die nicht nur den massengeschmack bedienen.

erst jetzt habe ich mitbekommen, dass es seit ein paar jahren, eine alternative gibt: „doyoureadme?!“ (man kommt so selten nach „mitte“). also, es gibt einen laden (besser geschrieben irgendwie inzwischen zwei), der print-produkte in zeitschriften- und buch-form anbietet, die ihren schwerpunkt auf erscheinungsbild und inhalt legen. für meinereinen ein kleines paradies, das es in dieser stadt noch viel öfter geben könnte.

und wie es sich gehört, findet sich auch für nicht-berlinerInnen eine umfassende homeapage zum waren- und ladenangebot. ich gehe einfach mal davon aus, dass es auch in anderen regionen nicht unbedingt eine größere auswahl an besonderen zeitungen und zeitschriften gibt. dabei bietet die welt (die so globalisiert sein soll) viel mehr. das internet hat sicherlich ein übriges dazu getan, dass man zumindest feststellen kann, was andere länder und regionen bieten. also, jedenfalls gibt es eine homepage, die einen (subjektiven) überblick über die schönen und interessanten print-erzeugnisse gibt. es lohnt, den blog anzuschauen und je nach interesse den internetauftritt der zeitschriften zu suchen. da bekommt man einen überblick, was alles möglich und interessant ist.

und sollte man in berlin leben, kann man einen der beiden läden besuchen und mal stöbern. mehr infos finden sich hier: http://www.doyoureadme.de/ .

schreibidee (228)

eigentlich ist die teuerungsrate gering, sagen uns die statistiker, nur strom und kaffee (und für autofahrer das benzin) werden überdurchschnittlich teurer. die deutschen kaufen fleissig ein, alles läuft hübsch, glaubt man den wirtschaftswissenschaftlern. blöd nur, dass das meiste auf pump erstanden wird. darum stehen sowohl der staat als auch die bürger beständig vor der entscheidung, für was denn nun geld ausgegeben wird. diese schreibanregung dreht sich um teure anschaffungen und es soll zu „kostspieligen geschichten“ animiert werden.

einstieg in die thematik soll ein elfchen zum kostspieligen leben sein, darum ist das erste wort, logischerweise „kostspielig“ vorgegeben. die elfchen werden kurz vorgetragen. anschließend notieren alle schreibgruppenteilnehmerInnen fünf teure dinge, die sie auf alle fälle haben wollen. hier darf hemmungslos der persönlichen „gier“ ausdruck verliehen werden. zu jedem gegenstand sollten ein paar sätze formuliert werden, weshalb man ihn unbedingt benötigt. nur keine zurückhaltung und keine askese, es spielt keine rollen, dass wir es besser wissen, diese dinge erst einmal nicht anzuschaffen.

nun wird der gegenstand ausgewählt, der auf der persönlichen skala der schreibenden jeweils ganz oben steht. es soll eine geschichte darüber geschrieben werden, wie sich das leben verwandelt, wenn man das kostspielige ding besitzt. die geschichten werden anschließend vorgetragen, es gibt aber keine feedbackrunde.

denn der nächste schritt besteht darin, eine „kostspielige geschichte“ zu schreiben. der blickwinkel ist dabei ein anderer. man kann sich auch etwas von der finanziellen seite abwenden. die geschichte soll von situationen oder begebenheiten handeln, in denen jemand sehr viel auf´s spiel setzt, da er oder sie sich nicht vorstellen kann, ohne die veränderung zu leben. da kann eine beziehung, eine freundschaft, ein haus oder der berufliche werdegang auf´s spiel gesetzt werden. für einen vorteil, für eine entwicklung muss teuer bezahlt werden.
zum abschluss werden die geschichten vorgetragen und im feedback wird betrachtet, wie gut der zwiespalt zwischen vor- und nachteil bei kostspieligen entscheidungen beleuchtet wird.

danach können alle schreibgruppenteilnehmerInnen vorsichtshalber den persönlichen „soll“- und „haben“-stand ihres lebens überprüfen 😉

nabelschau (34)

WARUM BRÜLLT IHR MICH EIGENTLICH IMMER AN??!! ist ihnen das auch aufgefallen: wenn im fernsehen werbeeinblendungen kommen, wird der ton automatisch lauter. die werbung wird lauter gesendet als die vorherigen und danach folgenden beiträge. schon dies hat wohl den sinn, dass man die botschaft auch noch auf dem klo vernimmt. aber nicht genug damit, in letzter zeit häufen sich die werbespots, die von den sprecherInnen nur noch gebrüllt werden. das lässt viele rückschlüsse zu:

  • die anbieter des produkts sind so verzweifelt, dass sie nur noch marktschreierisch ihre ware loswerden.
  • kundenbefragungen haben ergeben, dass der masochismus auf dem vormarsch ist und in anlehnung an die erotikwerbung „ruf an!“ und peitschenknallen, wird einem das produkt um die ohren gehauen, damit man unterwürfig kauft.
  • die hauptkundengruppe besteht aus techno-fans, die alle inzwischen schwerhörig sind und eine laute form der kommunikation bevorzugen.
  • irgendwer hat den begriff „guerilla marketing“ falsch verstanden, und meint, mit einer knarre am kopf ist der kunde besser zu überzeugen.
  • die produktbeschreibung ist kaum mehr steigerungsfähig. nach „mega“, „turbo“, „ultra“ und dergleichen mehr, fehlen einem die worte. nur die lautstärke setzt noch eins drauf.
  • alle produzentInnen von werbespots kommen aus hamburg und ihre agentur befindet sich in der nähe des fischmarkts. beim brainstorming für neue spots beeinflusst das soziale umfeld.

mir jedenfalls geht euer gebrüll auf den keks. ein grund euer produkt nicht zu kaufen. mir werden keine vorzüge mehr angeboten, mir wird nichts mehr mit humorvollem augenzwinkern nahegelegt, ich werde nur noch genötigt. dauerlichthupen lösen beim angehupten autofahrer eine trotzreaktion aus, jetzt extra langsam zu fahren. abseits der ausufernden werbezeit noch ein grund, schnell das programm zu wechseln.

wortklauberei (47)

„kundenlebenswert“

wenn man der marketingbranche oder manchem verkaufstrainer zuhört, dann ist der mensch nicht in erster linie mensch, sondern kunde. so werden wir schon als kunde geboren, denn unsere eltern benötigen windeln, babynahrung und creme. danach werden wir als potentieller kunde umworben, da wir angeblich bestimmten dingen weiter vertrauen, wenn wir erwachsen sind und geld zum ausgeben haben. anschließend sind wir endlich kunde und bleiben dies auch, bis wir das gras von unten anschauen. selbst dann wollen manche noch nicht aufhören, uns als kunden zu betrachten, und buchen weiterhin gebühren ab, obwohl wir gar nicht mehr existieren.

und als lebenslanger kunde kommt schon eine ganz schöne summe zusammen, die wir auf den markt für gegenleistungen werfen. natürlich gibt es in diesem moment menschen, die ausrechnen, wieviel geld wir wohl im laufe unseres lebens zur verfügung haben. das ergebnis nennt sich dann freundlicherweise „kundenlebenswert„. besonders hübsch erscheint die wortschöpfung durch die doppeldeutigkeit ihres zweiten teils, „lebenswert“. es ist nicht mehr zu fragen, wann ist das leben lebenswert, sondern, wie hoch ist ihr lebenswert?

es beschleicht einen, wenn man solche worte liest, das gefühl ein stück aas zu sein, auf das eine gruppe geier blicken und darauf warten, sich streitend darauf zu stürzen. man versteht von mal zu mal die selbstversorger besser, die recht selten zum kunden mutieren und versuchen, sich dem markt zu entziehen. das ist ein schweres stück arbeit, da es auch dann noch viele möglichkeiten gibt, mit dem marketing in berührung zu kommen. alle anderen sind berechnet, aber sie verhalten sich selten so eindeutig, wie es sich der markt wünscht. immerhin ein trost.

nabelschau (16)

der aufdringliche nachbar. der alltag ist voller kleiner begebenheiten, die von großer schlagfertigkeit und seltsamen verhaltensweisen zeugen. und manches mal könnte man vor lachen auf dem boden liegen.

neulich beim discounter bei dem versuch einen einkaufswagen aus der kette zu lösen, wurde überschwenglich eine frau, bepackt mit einkaufstaschen, von ihrem nachbarn begrüsst, wie dem lauten gespräch zu entnehmen war. er wollte smalltalk führen, sie wollte schnell weg. doch es fiel ihr schwer die flucht zu ergreifen und so redete er sie fest, während diverse kunden versuchten, an ihnen vorbei an einen einkaufswagen zu kommen.

endlich im geschäft, diverses aus den regalen genommen, kam es zu einem zweiten gespräch des vormaligen nachbarn. er traf eine weitere nachbarin, mutter mit kleinem sohn, nicht älter als sechs jahre. auch hier wieder der versuch des mannes, einen smalltalk zu beginnen. wie das erwachsene so tun, erkundigte er sich erst nach dem werten befinden. dann kam die überflüssige frage, da allein die anwesenheit im discounter schon die antwort gab: „so, sind sie einkaufen mit ihrem sohn?“.

als keine ausführliche reaktion zustande kam, der nächste versuch, mehr ins gespräch zu kommen. „hat er denn schon eine freundin?“ auch eine frage, die erwachsenen gern über die lippen kommen. die mutter, sichtich genervt: „den interessieren keine mädchen. der steht nur auf jungs.“. eine pause entstand und mit unsicherer stimme meinte der mann nur noch „aha!“ und damit war das gespräch beendet. diese episode verdiente das label „antworten die entwaffnen können!“ und meinereiner schob schnell seinen einkaufswagen weiter kurz vor dem platzen vor innerlichem lachkrampf. ein wenig in den discounter gehen und der tag bekommt schon ein freundliches gesicht.

schreibidee (127)

trotz finanzkrise wird weiterhin gern eingekauft. ob nun ganze autokonzerne, immobilienfirmen oder alltägliches und notwendiges. vieles davon schafft sich der mensch auf pump an, doch die deutschen haben auch eine ganze menge auf der hohen kante. und so sammeln sich schnell eine menge kassenbons oder kreditkartenabrechnungen an. diese sind die grundlage für die schreibanregung zu „kassenbon-geschichten„.

dazu werden entweder die teilnehmerInnen der schreibgruppe aufgefordert zum nächsten treffen kassenbons mitzubringen oder die leiterInnen bringen selber welche aus dem eigenen fundus mit. diese bons werden verlost. das schöne an heutigen kassenbons ist es, dass sie sehr genau aufführen, was gekauft wurde. verwendbar sind bons vom discounter, aus dem buchladen, dem schwedischen möbelhaus, dem kaufhaus oder dem heimwerkermarkt.

um die produkte soll nun eine geschichte gestrickt werden. hierzu kann im vorfeld entweder ein cluster erstellt werden oder andere assoziationstechniken werden verwendet. die teilnehmerInnen können sich ein produkt auswählen oder versuchen alle produkte in einer geschichte unterzubringen. es kann die lebensgeschichte der produkte grundlage sein, der name des produkts eine rolle spielen, eine familie beim einkauf beobachtet werden oder zum beispiel die dramatische geschichte um die 600 gramm champignons beim date mit dem geliebten beschrieben werden. danach werden die kassenbons und die geschichte vorgelesen.

im anschluss daran kann noch über das leben an kassen eine geschichte geschrieben werden. der klassiker, das kind, das unbedingt noch süssigkeiten möchte. oder es geht um den effekt, dass immer die schlange an der kasse am längsten braucht, an die man sich anstellt. ist ihnen schon einmal aufgefallen, dass das bezahlen mit kreditkarten immer viel länger braucht, als das zahlen mit bargeld? was denken kassiererInnen über ihre kunden? was haben die menschen im einkaufswagen? was ist mit der rentnerin, die sich täglich ihre drei piccolöchen kauft? diese geschichten werden auch gegenseitig vorgelesen.