Schlagwort-Archive: klimawandel

nabelschau (60)

macht mich nicht nass! wasser wurde hier meist so lieblich dargestellt, wie wenn es kaum ein wässerchen trüben könnte. doch in erster linie macht es nass – von innen und von außen. und nass möchte man nur werden, wenn man es eingeplant hat. geht einem aber im rucksack mit unterlagen die wasserflasche auf oder gerät auf dem weg zum abendlichen date in einen regenschauer, dann hat es sich schnell mit der gutmütigkeit der menschen und des wetters.

doch noch einen schritt weiter: dieses schlichte, klare element kann häuser wegtragen, hänge zum rutschen bringen, deiche aufweichen und sich in jeder ecke stauen. da kommt es erst als kleines rinnsal aus der wand und in kurzer zeit verursacht es einen gehörigen wasserschaden. das wasser dürfte in vielen bereichen ruhig ein wenig dezenter auftreten. die schwierigkeit besteht darin, dass dies nicht nur in der hand des wassers liegt, sondern der mensch fleissig daran arbeitet, dass rinnsale zu reissenden fluten werden.

und so langsam kommen die menschen nicht mehr damit hinterher, die schäden des wassers zu reparieren, schon tauchen die nächsten auf. da klingt es zwar verlockend, wenn der meeresstrand der eigenen haustür näher rückt, aber gleichzeitig muss man beständig damit rechnen, nasse füsse zu bekommen oder gleich mit allem hab und gut weggeschwemmt zu werden. und es spielt keine rolle mehr, ob man am berg oder im tal lebt.

schon die römer versuchten das wasser für sich zu nutzen, für sich arbeiten zu lassen, aber sie machten es noch dezent. heute werden ganze landstriche überschwemmt, menschen vertrieben, es wird gestaut und versiegelt, kanalisiert und begradigt. anscheinend ist wasser so verführerisch für allmachtsfantasien, da es so klar, schlicht und tröpfelnd daherkommt. dabei können schon tropfen genügen, um den menschen zu foltern. manchmal scheint es, wie wenn in der wasserwelt das kind schon in den brunnen gefallen wäre.

die menschen finden in vielen regionen kein wasser mehr, das sie noch trinken können, in anderen ertrinken sie darin. das mittelmaß ist verloren gegangen. und was fällt den menschen ein: der vertrieb in plastflaschen, ein umkämpfter markt, um nicht krankheiten und gleichzeitig medikamentencocktails mit dem trinkwasser aufzunehmen. plötzlich erscheint einem ein sommerlicher platzregen als paradies in der wasserwelt. die natur darf mich nass machen, aber die gesellschaft sollte die finger davon lassen, da werd ich nur stinkig.

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nabelschau (57)

40 millionen versus 2,1 milliarden. ein tag, zwei zahlen. der bundesumweltminister will zur bekämpfung des klimawandels für die weltgemeinschaft 40 millionen euro zur verfügung stellen. hübsch, aber zu wenig. deutsche firmen haben im letzten jahr waffen für 2,1 milliarden vertickt. gruselig und teilweise fragwürdig. beides zeigt, dass die eigentlichen schwierigkeiten auf der welt immer noch nicht verstanden werden oder verstanden werden wollen.

keiner macht die rechnung auf, wie viele menschen im letzten jahr durch naturkatastrophen umgekommen sind und wie viele durch kriege. es mag sein, dass der krieg zahlenmäßig immer noch vorn liegt, ich weiß es nicht. aber es ist damit zu rechnen, dass der klimawandel schnell aufholt. beinahe alle meteorologen und wissenschaftler sind sich einig, dass extreme wetterlagen zunehmen. doch irgendwie geht das in die gesamtrechnung immer noch nicht ein. man kann sich ja gegen manches unglück versichern.

doch ist das haus mal weggespült, sind die kinder verhungert oder hat ein wirbelsturm alles mitgenommen, dann kann man das nicht rückgängig machen und dann zahlt das keiner. man kann nur hoffen, dass regierungen und die weltgemeinschaft einspringen, um überhaupt wieder eine existenz gründen zu können. und die gestorbenen macht es nicht wieder lebendig. 40 millionen scheinen in diesem moment als schlechter witz. setzt man diese summe in beziehung zu den kosten in afghanistan, verstärkt sich die schieflage.

schaut man sich dann noch an, wie europa auf der un-konferenz zum thema migration argumentiert und wie es sich verhält an seinen grenzen, dann scheint alles noch absurder. und es scheint kein umdenken in aussicht. wenn ich in einem land leben würde, in dem regelmäßig der monsun mein haus wegspült, dann würde ich auch versuchen mich vom acker zu mache und dorthin zu gehen, wo dies nicht passiert. und was glauben sie, wie wird die zukunft der menschheit auf der welt aussehen. kriege scheinen in diesen momenten beinahe wie ein zuckerschlecken. aber naturgewalten scheinen so weit weg und schicksalshaft. ich empfehle: schnell umdenken!

nabelschau (24)

mit schneekanonen auf spatzen schießen. na dett war ja mal nen ordentlicher winter. man ahnt schon, dass nun die kritiker der klimawandeltheorie wieder auf den plan treten werden und uns erklären werden, dass an der ganzen hysterie, von wegen die erde erwärme sich, nichts dran sei. dass sich all die entwicklungen im rahmen der natürlichen klimaschwankungen bewegen würden.

gleichzeitig versagte vor einiger zeit die weltpolitik beim versuch, eine veränderung bei der umweltverschmutzung herbeizuführen. es wäre mehr möglich gewesen, doch man zögert weiter. ökologisch betrachtet, hat die natur da kein problem mit. geht das eine ökosystem hopps, baut sich ein neues auf. es mag für den menschen nicht attraktiv sein, lebensunwirtlich, aber für andere lebewesen bieten sich da sicherlich möglichkeiten.

der gutmensch sagt sich in solchen momenten, da muss etwas geschehen. also organisiert er eine demo. doch demos sind auch nicht mehr so interessant, seitdem man eigentlich täglich wegen irgendetwas auf die straße gehen könnte. also muss eine aussagekräftige demo her, ein event. vor etlichen wochen organisierte man in berlin eine schneemann-demo, um auf den klimawandel aufmerksam zu machen. hübsche idee, auch wenn aufgrund der vorjahre davon auszugehen war, es wird keinen schnee geben.

doch weit gefehlt, berlin hatte dieses jahr genug schnee. nur leider keinen für schneemänner. es war zu kalt, der schnee zu pulvrig. doch anstatt einfach eine eisschollen-demo auszurufen (und vielleicht knut drauf zu setzen), wurden schneekanonen nach mitte geschafft, um genug pappigen schnee produzieren zu können. nun fragt sich der unbedarfte mensch, womit werden schneekanonen eigentlich betrieben? mit wasser und viel strom (oder anderen energiequellen). so kam es zum inszenierten widerspruch. eine demo gegen klimawandel, hohen co2-ausstoss und energieverschwendung mit hilfe von energiefressenden schneekanonen. wahrscheinlich solarstrom-betrieben, um die umwelt zu schonen.

da hätte man dann auch gleich den klimawandel fordern können, damit die solarzellen in zukunft nur noch so jubilieren. aber immer noch besser als die verwendung der atomenergie zur brückentechnologie zu erklären wie es zur zeit geschieht, um weiter strahlend in die zukunft blicken zu können. ist schon scheisse, dass das leben so komplex ist.

schreibaufgabe (24)

dieses mal widmet sich die aufgabe den aktuellen witterungsbedingungen,. es sollen in den nächsten jahren die winter ja immer wärmer und feuchter werden. dies bedeutet, dass es in regionen, in denen es bisher nicht der fall war, viel schnee geben wird, viel zu viel schnee. so kann man sich manches katastrophenszenario der zukünftigen winter ausmahlen. wie wäre es zum beispiel, wenn vom kleinen berliner kreuzberg plötzlich lawinen abgingen? es soll also eine „winterliche katastrophen- oder abenteuergeschichte“ verfasst werden. diese darf bis zu 1000 worten lang sein.

vorstellbar ist vieles, angefangen bei schweren schneeverwehungen vor der haustür, steckengebliebenen zügen und zugeschneiten flughäfen über große lawinen und lieferengpässen bei waren. viel spaß beim verfassen der „flocken-flut“.

web 2.30 – transmediale

berlin ist einmal im jahr treffpunkt der menschen, die sich mit den folgen und möglichkeiten der existierenden medien auseinandersetzen. dabei liegt der schwerpunkt auf diskussionsforen und der künstlerischen umsetzung gesellschaftlicher auseinandersetzungen.

am anfang jeden jahres findet die „transmediale“ statt, die regelmäßig den versuch unternimmt, alle medien zu nutzen und zu bespielen. da wäre es natürlich verwunderlich, wenn es keine eigene homepage gibt. die findet sich unter: http://www.transmediale.de/ . und wie es sich für einen medienkongress gehört, werden beinahe alle register gezogen, die das web 2.0 inzwischen bietet. so können diskussionsforen und veranstaltungen im livestream verfolgt werden, reichhaltige informationen zum programm eingeholt werden und über links weitere details über die teilnehmerInnen erfahren werden. daneben gibt es filme, texte und hinweise auf ausstellungen und performances.

man sollte an der zukunft,sowohl im positiven, wie auch im negativen sinne interessiert  und des englischen mächtig sein, um dem angebot folgen zu können. dann eröffnet sich einem eine vielfältige spielwiese, die sich dieses jahr schwerpunktmäßig dem klimawandel widmet. die „transmediale“ findet noch bis zum wochenende statt.