Schlagwort-Archive: komplexität

internet und anpassung

ja, das netz wird kundenfreundlicher. manche homepages, blogs und chats lassen sich immer leichter bedienen. doch dies verschleiert den effekt im hintergrund: sie lassen sich immer leichter bedienen, da sich immer mehr menschen mit den abläufen im netz auskennen und die programme, die den netzbesuch steuern, immer komplexer sind. in der bedienung der oberfläche lassen sich manche vereinfachungen finden. und neben der beschleunigung der übertragungsraten lassen sich so etliche tätigkeiten im laufe der letzten jahre im web immer leichter durchführen.

aber, und dies ist eher eine bedenkliche entwicklung, die vielfalt der ständig wachsenden zahl von programmen und kleinstprogrammen, verlangt eine vielzahl von einstellungen, von vorgehensweisen und von wissen über die möglichkeiten. es bleibt dabei, der mensch passt sich eher der technik an, als dass die technik sich dem menschen anpasst. und dies in einer technologie, auf die inzwischen beinahe jeder in den industrialisierten ländern der welt angewiesen ist. das paradoxe an der situation ist, dass zwar die prozesse einfacher werden, gleichzeitig aber der markt mit unterschiedlichen anwendungen überschwemmt wird. dass also für einfachheit zu zahlen ist. das erinnert ein wenig an die steuererklärung, die dann am besten gelingt, wenn man einen steuerberater dafür bezahlt, dass er etwas erledigt, was jeder braucht, möchte er dem staat nicht geld schenken oder säumig bleiben.

es fehlt also eine technologie aus einem guss, die all das kann, was ich benötige. Weiterlesen

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entschleunigung, slowdown und downshifting

die welt ist komplex. die zeit ist knapp. zeit ist geld und die kommunikation wird immer komplexer. wir menschen fühlen uns gestresst und überfordert. auch das privatleben wird inzwischen zu einer einzigen batterie an zeitmanagement-strategien. seit etlichen jahren gibt es eine gegenbewegung.

es gibt den versuch, sich die bewusste verfügung über die eigene zeit wieder anzueignen. man möchte sich, wie in „momo“ von michael ende, die zeit nicht mehr von den grauen herren stehlen lassen. man möchte wieder herr und frau der lage sein. es gibt inzwischen zeitphilosophische überlegungen und „simplify your live“-gruppen, die versuchen dem druck der beschleunigung standzuhalten. denn rasen ist eine geforderte verhaltensweise. widerstand bedeutet schon, nicht jederzeit ans telefon zu gehen oder nicht auf jede mail innerhalb von zehn minuten zu reagieren.

aber das ist leichter gesagt als getan. dabei ist der takt unseres lebens und unserer maschinen unser eigenes produkt. der natürliche rhythmus ist ein langwieriger, in unseren augen schon beinahe langsamer. wir haben in diesen rhythmus unsere tagesabläufe oder jahresplanungen gepackt und versuchen sie abzuhaken. würde uns wirklich etwas passieren, würden wir bestraft werden, wenn wir einen schritt langsamer gehen und einen termin weniger wahrnehmen?

kommt auf die lebensumstände und den job an. zeit ist inzwischen zu luxus geworden. wer geld hat, kann sich auch auszeiten leisten. wer es nicht hat, muss nach akkorden folgen.

die gegenbewegung macht sich inzwischen auch im internet bemerkbar. hier nur eine zeitphilosophische linksammlung: http://www.philosophers-today.com/whats-going-on/fachgebiet/zeit.html , wovon der interessanteste, der der „vereins zur verzögerung der zeit“ leider momentan nicht funktioniert. es ist nicht herauszufinden, woran das liegt. und ein ableger der simplify-bewegung hier: http://www.simpleliving.de/ . noch nicht ganz geklärt ist die frage, inwieweit entschleunigung und vereinfachung mit askese einhergehen müssen. warum nicht auch in saus und braus die zeit verschwenden?