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schreibidee (164)

nun widmet sich diese schreibidee dem gegenteil der vorhergehenden schreibidee. einen körperteil zu verlieren kommt auch in der realität häufiger vor. meist wird dies durch krankheiten oder unfälle verursacht und ist mit einer gewissen tragik verbunden. doch nun sollen in der schreibidee körperteile hinzugewonnen werden. natürlich gibt es so etwas nicht, außer beim einsatz von prothesen. doch darum dreht die idee sich nicht, nein man gewinnt plötzlich einfach etwas hinzu. was hat das für folgen? daraus sollen „körperteil-plus-texte“ entstehen.

der einstieg widmet sich nicht den bekannten körperteilen. die teilnehmerInnen der schreibgruppe werden aufgerufen zu überlegen, welche körperteile sie noch gebrauchen könnten, die es gar nicht gibt. es könnten zum beispiel fühler sein, wie schnecken und insekten sie haben, oder widerhäkchen, wie spiderman sie trägt. jedenfalls sollten alle teilnehmerInnen zwei körperteile kreieren, die sie dann beschreiben. in der beschreibung sollte das aussehen geschildert aber auch die funktion erfasst werden. die neuen körperteile werden in der schreibgruppe vorgestellt und am schluss darüber abgestimmt, welches teil die meisten sinnvoll und notwendig finden.

nun verfassen alle eine geschichte dazu, wie sich mit diesem neuen körperteil das leben verändern kann. ein mensch kann es plötzlich erhalten, es kann aber auch langsam wachsen, zumindest kommt etwas neues hinzu. die geschichten werden ohne feedback kurz vorgetragen. denn danach ist eine längere geschichte darüber zu schreiben, wie jemand ein neues körperteil seiner freien wahl erhält und dadurch sein leben sich verändert. das kann ein dritter arm, ein zweites herz oder auch ein rüssel oder ein bürzel sein. es kann sich ebenso um ein nagelneues organ handeln, zum beispiel ein digitales lesegerät mit usb-zugang im gehirn oder dergleichen mehr. die texte werden in der schreibgruppe vorgelesen und es findet eine feedbackrunde statt.

schreibidee (163)

der mensch ist sehr auf seine körperteile angewiesen. fällt ein körperteil aus, verschwindet oder wird beschädigt, kann schnell anderes schwer beeinträchtigt werden. darum sind wir alle bemüht, möglichst sorgsam mit unserem körper umzugehen, damit er keine größeren schäden davonträgt. doch es soll hier in der schreibidee nicht um verletzungen gehen, sondern ausschließlich um den spontanen verlust eines körperteils. daraus sollen dann „körperteil-verlust-texte“ entstehen.

als einstieg wählen sich die teilnehmerInnen der schreibgruppe drei körperteile aus, die sie beschreiben möchte. es bleibt allen überlassen, welche dies sein könnten. es kann sich dabei um die nase handeln, das herz, die lunge, ein auge, ein finger oder eben andere teile. diese eigenen bestandteile sollen nun auf einer halben seite so poetisch umschrieben werden, dass dabei der eigentliche name nicht auftaucht. anschließend werden die beschreibungen vorgelesen und die schreibgruppe versucht zu erraten, um welchen körperteil es sich handelt.

durch die beschreibung des körperteils hat man sich schon gedanken über seine funktion, seinen ort oder auch seine bedeutung gemacht. nun wählen alle einen teil ihrer drei beschreibungen aus und lassen ihn verschwinden. dazu wird ein cluster erstellt, in das mittig die aussage „körperteil xy fehlt“ notiert wird. nachdem das cluster erstellt wurde wählt man aus den assoziationen und ideen etwas für eine geschichte aus.

zum abschluss werden die geschichten geschrieben. dabei kann es sich zum beispiel um eine story handeln, in der plötzlich die lippen eines menschen verschwanden und er im laufe der zeit feststellt, was dies bedeutet. oder aber man versetzt sich in die lage eines menschen, der sein herz verlor. die geschichten müssen nicht einer medizinischen realität genügen. alle teilnehmerInnen stellen ihre geschichten in der schreibgruppe vor und erhalten ein feedback.

kreatives schreiben und körperteile

das klingt jetzt nach einer schreibgruppe in der pathologie. sicher auch eine möglichkeit, aber eher zum post „außergewöhnliche orte“ passend. hier soll es um die anregung gehen, sich einmal ausführlich dem eigenen körper zu widmen. nicht, dass dies im fitness- und wellnesssektor exzessiv stattfindet. doch genau diese art sich seinem körper zu widmen definiert sich beständig aus einem mangel: es soll etwas besser werden, deshalb „tut man sich gutes“.

eine anregung kann es aber auch sein, sich einmal zeit zu nehmen und den eigenen körper genau zu betrachten. man nehme zum beispiel einen spiegel, setze sich damit an den schreibtisch und beschreibe zum beispiel ausführlich seine nase. wie sieht sie aus, wie wirkt sie auf einen, welche besonderen details fallen einem auf und wie lässt sie sich metaphorisch beschreiben. dann kann man sich seiner hand, seinem mund, den eigenen augen, den haaren, den ohren oder den anderen ausbuchtungen.

beim schreiben kann man einmal darauf achten, ob man ständig fehler bei sich sucht oder es schafft in einer anerkennenden sprache von den natürlichen gegebenheiten zu schreiben, vielleicht sogar gefallen am eigenen zu finden. das entfernt einen von den beständigen versuchen, sich nach gesellschaftlichen moden zuzurichten. außerdem übt man in diesem moment die metaphorische ausdrucksweise, wenn man ein einziges detail aus verschiedenen blickwinkeln beschreibt. und nachdem der eigene körper das erste objekt der betrachtung war, fällt es eventuell leichter, bei anderen personen, mehr details wahrzunehmen. dies kann hilfreich sein, wenn man protagonisten einer geschichte genauer beschreiben möchte und nach anhaltspunkten sucht. betrachten sie die nase oder die ohren von guten freunden einmal genauer. werfen sie einen sezierenden blick auf ihre umwelt. notieren sie doch auch einmal, was ihnen gefällt. manchen mag dabei auffallen, dass es gar nicht das ebenmäßige ist, was sie anzieht, sondern die individuellen besonderheiten am körper anderer.